Mittwoch, 6. März 2013

Dow Jones auf Allzeithoch - Ablenkung oder purer Wahnsinn?

Erst wenn die Hoffnung stirbt, 
dass das Alte doch noch zu verbessern ist, 
kann etwas Neues entstehen. 

Trotz schlechter Wirtschaftsaussichten, Etatkürzungen in sämtlichen Industrienationen steigen die Börsen. Aus meiner Sicht treiben momentan Großinvestoren ihre eigenen Aktien selber in die Höhe, um so neue, private Anleger in den Markt zu locke, um sie abzocken zu können. So verschaffen sich die Großaktionäre ihre Gewinne - wie jeder Einzelhändler jeden Tag neue Kunden braucht. Durch den momentanen Höhenflug entsteht der Eindruck, man hätte den Zug zum eigenen Reichtum verpasst.

Ein kleiner Luxus steht in Aussicht; ein Kurzurlaub oder ein teures Accessoire als Statussymbol. Es muss nicht immer der Traum von Reisengewinn sein. Kleinaktionär träumt eben auch kleine Träume, diese sind einfach zu erreichen und verhindern eine zu große Enttäuschung, wenn man doch aufs falsche Pferd setzte. Der Aktienmarkt lebt momentan von seiner Volatilität. Es ist die Werbelichterkette dieses Geschäftsmodells. Sie wird von Großinvestoren betrieben. Die geradezu in schizophrener Haltung, ihre eigenen Aktiengewinn durch Neuinvestition in die Höhe treiben, um an Ende die teure Aktien an einen hoffnungsvollen Kleinanleger verkaufen zu können. Ein einträgliches Geschäft sind die Richtlinien sogenannter Anlagefonds, die am Ende dem Sparer als sichere Anlagemöglichkeit angeboten werden.

Ablenkung oder purer Wahnsinn?



In Wahrheit unterstreicht der Anstieg der Märkte, die bizarre öffentlich publizierte Fehleinschätzung der tatsächlichen Lebensrealität der Bevölkerungen und der Wirtschaftseliten.  Es ist geradezu eine Verweigerung der breiten Masse, sich mit ihrer unmittelbar nächsten Zukunft auseinander zu setzen.

Es kann auch als Ablenkungsmanöver bezeichnet werden, doch mir persönlich erscheint diese Begrifflichkeit zu lapidar. Sie mündet nur in eine weitere Form der Realitätsverweigerung, die für selbsternannte Systemkritiker maßgeschneidert ist. Es lenkt von der Wahrheit ab, dass jede Art von politischer Lösung (politisch ist grundsätzlich wirtschaftlich und ein Streit um das anzuwendende Umverteilungsmuster der Profite aus der Wirtschaft) nicht zum gewünschten Ziel der Gerechtigkeit verhilft. Das wäre eine große Erkenntnis, würde allerdings vielen lediglich die Hoffnung rauben, ohne andere Perspektiven erkennen zu können. Daher rührt der Satz: "Es ist eben so wie es ist und es kann nicht geändert werden".

Ich betone noch einmal: Die heutige Menschheit ist nicht fähig über den Tellerrand des Kapitalismus hinaus zu blicken.



Die Kraft des Glaubens und Hoffens (gloffen) wird mobilisiert

Die heutigen Börsen sind demnach nicht mehr der nüchternen wirtschaftlichen Berechnungen von kommerziellen Zukunftsaussichten der börsennotierten Unternehmen geschuldet, sondern mit neuen Höchstständen soll eine Zukunft erzwungen werden, die nicht realisierbar ist. Das ganze ist mit einem Drogenrausch zu vergleichen und dem Süchtigen graut es vor dem Erwachen. In panischer Angst organisiert er sich bereits den nächsten Schuss, obwohl der alte in seiner Wirkung noch nicht einmal abgeklungen ist. Die ganze Welt ist auf der Flucht vor der Realität.


Selbst auf dem Börsenparkett wird Glauben und Hoffen (gloffen - eine Wortkreation von Gromli) zum Indikator für einen steigenden Börsenkurs. Wer also die Presse beherrscht und entsprechende Glaubenssätze als Nachrichten publizieren kann, erzeugt damit eine Wahrnehmung der Realität, die längst nicht mehr existiert. Der Effekt ist, der Mensch macht sich seine Traumwelt, indem er irrational handelt und sich damit seinen Glauben bestätigt.

Selbstverständlich kann dieser Irrsinn für kleine Zwischengewinne genutzt werden, doch auf lange Sicht ist Geld, das in Börsenpapiere investiert wird zu einem toten Kapital. Zwar kursiert immer noch das Märchen vom realen Wert einer Aktien, doch was nützt es ihnen, wenn sie theoretisch einen Anspruch auf einen Bürostuhl und Schreibtisch ihrer Aktiengesellschaft haben? Ihre Aktie zum Zeitpunkt des Auftreffens der Krise nichts wert. Es kann im Wetttausch um Nahrungsmittel, Unterkunft oder Krankenversorgung nur als geringfügige Beilage eingesetzt werden.



Was ist Hoffnung? Der Glaube an etwas, was nicht existiert

Es ist nicht meine Absicht, Ihnen die Hoffnung oder gar den Glauben zu nehmen. Es ist viel mehr ein Fingerzeig, dass sämtliche, heute erörterten Lösungsvorschläge für ein Überwinden der Krise, nichts anderes sind, als Schall und Rauch ... oder moderner "Wolkenkuckucksheime". 

Grundvoraussetzung für etwas grundlegend Anderes und etwas noch nie Dagewesenes ist: Die Hoffnung und der Glaube, das Alte besser zu machen, muss als Irrglauben erkannt werden. Das heute existierende Wertedefinitionssystem und die daraus resultierende Moral kann niemals für eine Gerechtigkeit in dieser Wirtschaftsordnung verhelfen - egal an welcher Stelle Sie die gerade beobachtete Ungerechtigkeit ausgleichen.

Diese Strategie der genauen Beobachtung verfolgt die Politik seit ihrem ersten Auftreten. Doch Mitleid kann eben erst dann einsetzen, wenn Leid bereits entstanden ist. Wir das Leid an einer Stelle des System behoben, entsteht es auf wundersame Weise an einem nicht vermuteten Ort.

Die Strategie der Auswirkungsbekämpfung nennt sich VERNUNFT

Aus diesem Verhaltensmuster entwickelte der moderne Ökonomiemensch eine Art künstlichen Instinkt und Wahrscheinlichkeitslogik. Er ging dazu über, eine Vorahnung zu entwickeln, aufkeimendes Leid wie ein Spürhund auszumachen. An diesem Laufplankonzept orientieren sich mittlerweile alle politisch Denkenden dieser Welt. Das führt so weit, dass Auswirkungsbekämpfungspläne bereits so entwickelt werden, damit das unvermeidliche Aufkeimen von Elend bereits einkalkuliert werden kann, um mit weiteren "alternativlosen Lösungen" die nächste Einstellung des System erfährt. So entsteht das unbekannte Hamsterrad. 

Die Wirtschaft muss wachsen, damit sie das systemisch erzeugte und notwendige Leid und Verarmung der Bevölkerung, einigermaßen ausgleichen kann. Daher kann behauptet werden, dass unser Streben nach Gerechtigkeit in diesem Werte- und Bewertungssystem die Auslöser allen Übels ist, weil die Menschheit der Realität verweigert, dass unsere Art des Wirtschaftens und Handels, ein Ungleichgewicht benötigt. Nur so kann es funktionieren.


Letztendlich ist das, was wir als System bezeichnen eine Wippe. Sie kann sich ihre Dynamik nur durch das Auf und Ab eines Ungleichgewichtes erhalten. Jedes Bestrebe hier ein Gleichgewicht zu schaffen erzeugt den gefürchteten Stillstand des System. Ein Stillstand wäre allerdings auch, wenn die Arme Seite für immer zu schwach ist, wieder aufzusteigen.

Daraus resultieren die Bestrebungen der sogenannten "Reichen", einen Teil ihres Vermögens abgeben zu wollen. Sie pochen dabei auf die Freiwilligkeit und sträuben sich gegen jede Art von Reichensteuer. Mit der Absicht: Als Privatperson wie ein Staat darüber entscheiden zu dürfen, wer als Bedürftig zu gelten hat und wer nicht. Das ist ein brutale Art der Umgehung von Demokratiegrundsätzen und Solidarität.

Die optimale Lösung des System ist sein Untergang

Bleiben Sie gedanklich noch beim Beispiel der Wippe. Stellen Sie sich die Profite und die politischen Umverteilungsmuster der Profite als den Antrieb dieser Wippe zwischen Arm und Reich vor. Würde in diesem System jeder Profit in einen einzigen großen Beutel fließen, der zu gleichen Teilen an die gegensätzlichen Enden der Wippe verteilt wird, wäre ein Gleichstand geschaffen.

Gleichzeitig stellt sich dann die Frage: Wo zu Profit? Wenn Sie diese Frage mit reinstem Gewissen damit beantworten: Wir brauchen keinen Profit und trotzdem eine Zukunft ohne diese Profitwirtschaft sehen, sind sie bereit dafür die neue Metaphysik in meinem Vortrag zu verstehen.  Sie begründet sich darauf, dass Eigentum lediglich eine angenommen Wirkung von Materie ist, die der Mensch im Laufe der Zeit zu einem Naturgesetz machte, welches gar nicht existiert.

Es ist also möglich in einer Gemeinschaft ohne Eigentumsdenkens und ohne Profitstreben, friedlich und für einander zu leben. Der Mensch braucht den heutigen Systemzwang "Profit" nicht, um für die Gemeinschaft eine Leistung zu erbringen. Diesem Wahn erliegen nur die Gierigen, die ohne Skrupel bereit sind andere auszunutzen und aufgrund ihres aktuellen sozialen Status es als Erfolg werten, andere durch Geldmittel zu Leistungen zu zwingen die nur einem Ego dienen, aber nicht der Gemeinschaft.

In diesem Sinne
Eurer Poliprofiler

Kommentare:

  1. sehr gut wiedereinmal, viel klarer kann man das nicht formulieren.
    einzig und allein am leser selbst ist es gelegen dies zu verstehen, du selbst kannst im grunde nichts mehr dazu beitragen.
    danke für die arbeit.

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  2. "...Aus meiner Sicht treiben momentan Großinvestoren ihre eigenen Aktien selber in die Höhe, um so neue, private Anleger in den Markt zu locke, um sie abzocken zu können..."

    Nicht nur das, die Big Player wollen natürlich auch die 1 Billion haben, die die kleinen Kacker-Banken - die BRD-Banken werden sich da sicherlich als besonders unfähig erweisen (müssen!) - in der EU von EZB bekommen haben. Für drei Jahre praktisch für nichts! Normale Leute gehen arbeiten und versteuern bis 50 Prozent - den Banken gibt Billionen für Nullkommairgendwatt. Die Zeit für eine Revolution ist reif.

    ...man hätte den Zug zum eigenen Reichtum verpasst...
    Das geht vielleicht noch weiter, so wie damals ab 1999.


    ...Die heutige Menschheit ist nicht fähig über den Tellerrand des Kapitalismus hinaus zu blicken...
    Weil die kritische Gegenmeinung - 5 Prozent reichen! - nicht erreicht wird. Die Medien gehören dem System, und wer liest schon in Blogs. Doch wohl nur Verschwörungstheoretiker.

    Die optimale Lösung für die Menschheit ist der Untergang des Systems!

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  3. Ja auf den Untergang des Systems warte ich schon lange.

    Vielleicht schenken dir die Menschen dann mehr Aufmerksamkeit!!

    Wenn sie dann noch Zeit haben...

    AntwortenLöschen

Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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