Mittwoch, 10. April 2013

AfD - Die "Alternative für Deutschland" - Der Club der alten Männer

Plötzlich erscheint eine Partei aus dem Nichts und soll laut Umfrage gleich 24 % Zustimmung unter den Wählern haben. Sie nennt sich "Alternative für Deutschland", kurz AfD. Plötzlich empfiehlt der Steuerberater seinem Kunden diese Partei. Alle Medien sprechen darüber und Olaf Henkel Ex-Chef des BDI (Bund Deutscher Industrie) steht an der vorderster Stelle dieser Partei. Das sollte hellhörig machen. Doch wer den eigenen Reichtum im Sinne habe, sieht oft die Fallgrube vor der eigenen Nase nicht.

Das Erscheinen der AfD ist so, als ob Margret Thatcher plötzlich vorgeben würde ihr Herz für Gewerkschaften entdeckt zu haben, um wieder an die Macht zu kommen. Hier hat sich ein Club von altern Männer zusammengefunden, die junge in Schlepptau nehmen wollen. Sie sind die Außen-Rechts-Alternative zur CDU. Unter einer ganz reißerischen Aufmachung. "GEGEN DEN EURO" - am besten gegen die EU.


Olaf Henkel war ein Mann, der die Agenda 2010 von Gerhard Schröder nicht nur begrüßte, sondern sich vehement für sie eintrat. Er gilt für mich als Erfinder der "gefühlten Armut", als man über den Frisörinnenstundenlohn von 3,50 Euro sprach. ... Und nun soll dieser Mann ein Retter der Deutschen abhängig Beschäftigten sein, wie Guido Westerwelle im Jahr 2009.

Es ist sehr auffällig, dass diese Woche eine konzertierte Artikelflut über diese Partei den Blätterwald in Deutschland überschwemmte. Dahinter steckt der berüchtigte Deutsche Mittelstand. Nein, nicht die Kleinunternehmer oder Handwerksbetriebe, sondern genau die Mittelständler, die im Jahre 2000 nicht erwarten konnten, den Euro in die Hand zu nehmen.





Sie wollten das Geschäft ihres Lebens machen und sie taten es. Nun 13 Jahre später ist, das was sie einmal wollten, nicht mehr gut ihre Geschäfte. ... Glauben Sie! Sie sind jetzt plötzlich davon überzeugt, dass die Geschäfte wieder besser laufen, wenn sie die D-Mark wieder hätten. Sie könnten besser vom Währungsgefälle in Europa profitieren. Plötzlich gilt das Gegenteil, von vor 13 Jahren als absolute richtige Lösung.

Tatsache ist: Die Deutsche Arbeiterkultur ist zerstört. Wir haben Leiharbeit, Niedriglöhne und Aufstocker in unserem Land. Etwas, was diese alten Herren nicht rückgängig machen werden. Sie interessieren sich genauso wenig für die Arbeiterschaft, wie Margret Thatcher, als sie in England die Gewerkschaften zerschlagen ließ und alle privatisierte, was nicht niet- und nagelfest war.

Ich rate daher an, dass man sich mit dieser Partei etwas genauer auseinandersetzt. Vor allem deshalb, weil gerade die Meinungsbilder hier in Deutschland, für SIE etwas ganz Neues entdeckt haben, das für die FDP als Kanzlermacher von Angela Merkel einzuspringen hat.

Henkel nimmt Hankel mit ins Boot. Das ist dieser Mann, der den Griechen schon lange zur Drachme rät, damit die Deutschen wieder billiger in Urlaub fahren können. Er glaubt nach wie vor, Deutschland als Wirtschaftskraft könne zwischen verarmten europäischen Ländern gute Geschäfte machen.

Er will in eine Vergangenheit zurück, die sich längst in seinem Kopf verklärte. 1988 war Deutschland auf dem Weg in die Rezession, trotz D-Mark. Ein glücklicher Zufall bescherte uns die Öffnung der DDR und damit dem Mittelstand einen riesigen neuen Absatzmarkt. 17 Millionen konsumhungriger DDR-Bürger waren dabei sich die Demokratie in Form von Gebrauchsgütern und Luxus zu kaufen. Es war eine Goldgräberstimmung wie im Wilden Westen, nur dieses Mal im Osten.

Dies war alles nur möglich, weil Deutschland mit einem riesigen Schuldenberg eine Rezession verhindern konnte. Der Mittelstand war der Profiteur. Doch eine Rezession lässt sich mit solchen Maßnahmen nur in die Zukunft verschieben - nie aufheben. 1998 begann es bereits wieder. 2000 brach der Neue Markt ein. Riesige Kapitalverluste waren die Folge. Die Wirtschaft stockte.

Zu diesem Zeitpunkt wurde längst das Konzept für die Agenda 2010 entwickelt. Der eigentliche Zusammenbruch, den wir im Jahre 2008 als Finanzkrise erleben durften war bereits absehbar. Man planten voraus. Der Euro sollte das Schlimmste verhindern. Die Wirtschaft ankurbeln und den anderen EU-Ländern, den Einkauf in Deutschland erleichtern.

Nun kommen diese Männer und sagen, wir sollen zurück zur D-Mark! Schüren bereits den Ausländerhass wieder durch ihre Vorschläge zur Einwanderungspolitik. 

Doch dies ist nicht gegen unsere türkischen Mitbürger gerichtet, sondern gegen die Schar der EU-Bürger, die wir mit unserer nachhaltigen Politik der letzten 20 Jahre, in die Armut und in den Bankrott getrieben haben. Kein Spanier oder Italiener soll nach den Vorstellungen dieser alten Männer, mehr einen Fuß nach Deutschland setzen, außer er erhält nach einem kanadischen Einwanderungspunktesystem, einen Rentabilitätsstempel in seinen Pass.

So sieht Frieden in Europa nicht aus. Das ist eine Aufforderung zum Protektionismus gegen Deutschland und wird uns in die Isolation auf dem eigenen Kontinent treiben. Ich respektiere die Erfahrung dieser alten Männer, aber wenn sie schon zurück in die Vergangenheit wollen, dann sollten sie diese nicht in rosa Farben ausmalen und als blühende Landschaften darstellen. Sie sollten so ehrlich sein und die Realität zulassen.

In den 1980er war die heutige, bedrohliche Welle der Alten, noch im besten Konsumalter. Sie wollten Wohnungen, Autos und Luxus. Heute kann Deutschland diese jungen Hungrigen nicht mehr vorweisen. Sie ins Alter gekommen und satt. Sie wollen in Rente, die man ihnen verweigern will oder zumindest so kürzt, dass zum Leben nicht mehr viel übrig bleiben wird.

"Früher war alles besser...", mag ein schöner Spruch sein, aber früher war ersten die Gesellschaftsstruktur anders, es wurden noch anständige Löhne bezahlte - aus o. g. Grund. Deutschland hatte noch Potenzial zum Schulden machen. All diese Dinge sind heute nicht mehr gegeben. So einfach springt man nicht in die Vergangenheit zurück ... so wie heute das Leberwurstbrot eben nicht mehr so schmeckt wie im Kindesalter.

Am Ende wird Deutschland nichts anderes sein als der nordkoreanische Industriepark, um Devisen für den Luxus des Mittelstandes zu beschaffen. Da streite ich lieber im Verbund mit meinen europäischen Brüdern und Schwestern für mehr Aufklärung und gegen die alten, vernagelten Köpfe der neoliberalen Universitätenabgänger, damit diese niemals mehr etwas zu sagen haben.


1 Kommentar:

  1. Bestens die Ausführungen zu den Wendehälsen und ihrer Initiative, die direkte Teilhabe am politischen System um gesellschaftliche Gegebenheiten massiver beeinflussen zu können.
    Das wird jedoch nicht gelingen!
    Ein zurück kann und wird es nicht geben können, doch die finanziellen Abflüsse sollen gekappt werden. Da der Raubzug in den Nachbar-Staaten abgeschlossen scheint! Die Privatisierung weitestgehend angelegt ist und diese Strukturen zu wirtschaftlichen Selbstläufern werden.

    Ja, ja, der Neokolonialmus bringt nichts … ausser Spesen, er kostet der Mittelschicht ihren Reichtum und dabei sollte sie doch die Oberschicht schützen – doch die Luft wird dünner.

    Mit gängigen Werbe-Solgan wie zurück die Zeit der DM, soll verhindert werden das nicht weiterhin für die bankrotten Banken und Staaten geblecht werden muss.
    Aber das sind keine Visionen, erspart uns diese Peinlichkeit!

    Auch als „der Markt soll regieren“ FDP Ersatz in der Regierung wird die Enttäuschung groß – erspart uns das!
    Merkel und die Abnicker setzen ihr atlantisches Programm so oder so durch! Und die Grünen hatten auch bessere Visionen am Start bevor der Marsch durch die Institutionen begonnen wurde.
    Also verschont uns mit eurer kranken Denke.

    Die begonnene Strangulierung von Teilen der Bevölkerung mit Leiharbeit, Niedriglöhne und Aufstocker und die Einbindung der Gewerkschaften und Gesundheits- und Rentensystem zum besseren auspressen der Menschen wird auch ohne den neuen Club weiterbetrieben werden.

    Liebe Grüße,
    Der Gib8

    AntwortenLöschen

Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Neueste Meldungen

Regelmässige Leser

Internetradio

mit politischen Themen und Hintergrundinformationen, die in den Mainstreammedien verschwiegen werden oder als Halbwahrheiten publiziert werden von keuronfuih

Politprofiler (keuronfuih) hat sich zur Aufgabe gemacht, die Beweggründe der Politik aufzudecken, denn Systemkritik scheint in unserer Medienlandschaft der Selbstzensur zum Opfer gefallen zu sein.

Alles was in der Politik passiert ist von Langer Hand geplant, das ist nicht nur ein Spruch sondern die Wahrheit. Aber warum entscheiden sich unsere Politiker immer mehr gegen das Volk und für die Wirtschaft?

Bilden Sie sich Ihre Meinung selbst, aber geben Sie sich die Möglichkeit, alle Hintergründe zu erfahren.

Wir stellen hier nicht den Anspruch, alles zu wissen, aber bemühen uns, alles, was wir in Erfahrung bringen können zu publizieren.
---------------------------------------------
Ravensburg, Friedrichshafen, Lindau, Tübingen, Freiburg, Lörach, Memmingen, Augsburg, Ulm, Keuronfuih, Politprofiler, Wertelehre, Umwertung der Werte