Dienstag, 2. Juli 2013

Demonstrationen in Kairo - jeder wird Millionär

Wieder einmal bekommen wir den Eindruck durch die Berichterstattung suggeriert, dass Massendemonstrationen ein Abbild der Demokratie seien. In der 10 Millionen Metropole Kairo stehen sich Mursigegner und -befürworter im Massenauflauf gegenüber. Gefühlte 50 / 50. Ein Patt der Demokratie. 

Da sich allerdings Kairo in bezug auf Ägypten am äußersten Zipfel des Landes befindet. Spiegeln diese Massenaufläufe nicht die tatsächliche Bevölkerung wieder. Hier scheint sich eine Meinungsdiktatur aus dem Herzen Kairos aufzubauen, die jede demokratische Entscheidung ignoriert - weil sie ihren Willen nicht bekommt.

Offensichtlich sind die Demonstranten der ersten Stunde des ägyptischen Frühlings der Annahme verfallen, dass sie die Diktatur von Mubarack mit einem Massenauflaufputsch unter Beihilfe von ausländischen Medien übernehmen können. 

Demokratie fordern und Diktatur ausüben wollen. Das ist die Realität in diesem Land. Auch wenn das so manch einer nicht hören will. Ich bin kein Freund der Scharia. Ich bin  aber auch kein Freund anderer theologischen Richtlinen und Herrschaftsformen, die sich als staatliche Gesetze einer Gemeinschaft verkaufen.

Die Scharia unterscheidet sich in ihrem Prinzip nicht von der von uns hier gewohnten Rechtsform. Kopftuchpflicht ist für mich kein Unterscheidungsmerkmal, sondern lediglich eine kulturelle bzw. tradionelle Empfindung, die sich im Gesetzewerk niederschlägt. (Vielleicht kommt bei uns bald einer auf die Idee das Dirndl und die Hirschlederhose zu verbieten).

Wobei ich gestehen muss, dass so manchem Wirtschaftsbetrüger, die Scharia wesentlich unangenehmer erscheinen wird, als unsere Gesetze. (Kleine Stichelei am Rande sei erlaubt).Wer mich kennt weiss, dass ich davon überzeugt bin, dass sich jeder nur aus seinem Geldbeutelhirn definiert.

In Ägypten wurde gewählt und die Wähler haben sich für Mursi entschieden. Das mag so manch Kampfhahn aus dem Kampus einer ägyptischen oder ausländischen Universität als Niederlage empfinden, aber er bzw. die Facebook-Aktivisten, die aus den USA finanziert wurden (siehe Wikileaks) sind nun mal nicht die Stimme von ganz Ägypten. Offensichtlich sehnt sich Ägypten nach mehr Moral, um eine wirtschaftliche Erholung zu erlangen, anstatt noch mehr ausländische Investoren, die eh keine ordentliche Löhne bezahlen.

Demokratie ist nun mal nicht Wahlstand



Demokratie ist kein Synonym für Wohlstand. Demokratie ist lediglich ein Humankapitalsteuerungsinstrument, das die Menschen für die Wirtschaft optimiert. Aus dieser Perspektive spielt das Volk sich selbst den Diktator, durch Disziplin ohne totalitären Druck. 

Irgendwie war der ägyptische Frühling im Jahre 2011, die Euphorie und Aufbruch zum arabischen Schlaraffenland. Einige der aufgebrachten, studierten Arbeitlosen verwechseln immer noch Demokratie mit Konsumschlraffenland. Sie glauben wirklich Mursi versperrt ihnen das Land, in dem Milch und Honig fließt.

Eine Demokratie verändert die Wirtschaft nicht. Die Wirtschaft hat eigene Gesetze, denen jede Form von Humankapitalverwaltung, auch die Selbstverwaltung "Demokratie" zu gehorchen hat. Eine Demokratie schafft nur Arbeitsplätze, wenn sie andere vernichtet - ... oder Schulden macht.

Daher schlage ich den sogenannten Facebook-Aktivisten vor, sich noch einmal mit ihren Illusionen zu tiefste auseinander zu setzen, bevor sie ihr eigenes Land nur wegen ihren betriebswirtschaftlichen Illusionen ins Unglück stürzen.

In unserer heutigen Welt neigen wir dazu, den Tellerwäscher der zum Millionär wurde, zu bewundern. Wir bestaunen am Ende nur noch den Millionär; machen ihn zu unserem auserkorenen Ziel des Lebens. Dabei übersehen wir in unserer Euphorie den Nachrücker des Tellerwäscher. Der bis an sein Lebensende Teller wäscht ohne jemals Millionär zu werden. 

In diesem Sinne
Euer Politprofiler

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