Montag, 29. Juli 2013

... der nächste Albtraum! Bus fährt ungebremst in Stauende

Ein Albtraum, auch Alptraum oder Albdruck,
oder auch Nachtschaden - veraltet Nachmahr.





Kurz nach dem schrecklichen Zugunglück in Spanien, Santiago, ereignet sich in Italien die nächste Tragödie. Ein Bus fährt ungebremst auf einer Brücke in ein Stauende und stürzt 30 m in die Tiefe. Mindestens 39 Menschen sterben bei diesem Unglück.

In der Nacht galt noch die Meldung, dass die Bremsen des Bus versagten als Ursache. Heute nun ist diese Meldung fast ganz aus den Massenmedien verschwunden und der Busfahrer rückt als der Schuldige in den Mittelpunkt. Einige Medien spekulieren auf Drogen oder Alkohol, aber ein technischer Defekt aus Mangel an Geldern kommt nicht infrage. Das wäre politisch inkorrekt und würde die Volksseele unangenehm berühren.

Es ist zu überlegen, ob Zug-, Busführer und Piloten unter einen besonderen Kündigungsschutz gestellt werden müssen, wenn sie aus technischen Mängeln die Beförderung von Menschen ablehnen. Dasselbe gilt für LKW-Fahrer, die ihre Fahrzeiten überschreiten müssen. Wir brauchen eine offizielle Hotline für Whistleblower, bei der unternehmerische Mitstände aufgrund des Sparzwanges gemeldet werden können. 



Das ganze erinnert an die "Costa" die vor der Küste Italien strandet und mehrere Menschen ihr Leben dabei verloren. Der Kapitän hatte Anweisung so nahe wie möglich an der Küste zu kreuzen. Ein Markenzeichen der Kreuzfahrtlinie. Jeder will ein Geschäft machen. Der Passagier und auch der Reeder. Bei diesen ökonomischen Überlegungen bleibt bei allen Beteiligten die Sicherheit auf der Strecke und wird mit Glück ersetzt. 

So wird in Spanien in den Tagen nach dem Zugunglück nicht das fehlende automatische Bremssystem bemängelt, sondern der Lokführer als der Schuldige öffentlich vorgeführt. Für die Bahngesellschaft ist es einfach nicht rentabel auf regionalen Streckenabschnitten, die gleiche Sicherheit zu bieten, wie auf überregionalen Strecken. Diese Einstellung unterstützt auch die aktuelle Gesetzeslage. Schließlich will niemand die Unternehmen finanziell überfordern. Das hätte zur Folge, dass Zugfahren mit hoher Geschwindigkeit unerschwinglich würden. Doch Hochgeschwindigkeitszüge sind eine Prestigesache. Ich frage mich nur für bzw. gegen wen? Wer soll bloß gestellt werden? Die sogenannten Drittweltländer, die mit Bummelzügen über die Lande fahren, weil sie das Risiko von schnellen Fahrten nicht mehr Geld minimieren können?

Man darf nicht kleinreden, dass auch Busunternehmen unter Profitdruck stehen. Sie müssen günstige Fahrten anbieten, um überleben zu können. Wartung und Instandsetzung sind mit Kosten verbunden, die vielleicht das Geschäft nicht mehr hergibt. Die Flotten werden immer älter und länger gefahren, als in Zeiten guter wirtschaftlicher Lage.

Sparen kann in diesen Fällen tödlich sein. Wer hier von fahrlässiger Tötung durch den Fahrer spricht, ist meiner Meinung nach fahrlässig und viel zu schnell mit seinem Urteil. Ich persönlich ziehe es schon lange nicht mehr vor, mich von irgendwelchen Unternehmen transportieren zu lassen - auch das ist eine ökonomische Freiheit, die sich nicht jeder leisten kann. Unser Autobahnbrücken sind schon seit langer Zeit marode. Ihre Sanierung steht schon lange an, wird aber immer und immer wieder verschoben. Wenn ich auf der Autobahn bin, fahre ich mit einem sehr unguten Gefühl über diese langen, hohen Brücken, an deren Beginn LKW-Fahrer darauf hingewiesen, dass sie mit einem Mindestabstand von 100 oder gar 200 m über die Brücke fahren sollen. Doch auf der Autobahn anhalten und wenden, weil man das Risiko nicht eingehen will, ist unmöglich. Ich muss rüber und hoffen, dass sie noch hält.

Die Flugzeugflotten in Europa werden ebenso älter wie die Züge und Lokomotiven. Das Schienensystem ist nicht überwachbar, wird allerdings mit Hochgeschwindigkeitszügen befahren. Unsere Straßen haben tiefe Schlaglöcher oder wölben sich bei Hitze und Kälte auf. Das sind Folgen der Gewinnoptimierung.

Eine Straße muss mindestens mit xx cm Kies unterfüttert sein. Wer hier ein paar Tonnen nicht verarbeitet, aber berechnet verdient gut. So wie in Köln, als Stahl berechnet aber nicht verarbeitet wurde. Der Kapitalismus hat seine Vorteile, aber in der Endphase mehr Nachteile. Manche Dinge im Leben sind eben nicht mit einer Kosten/Nutzungsrechnung auf Dauer aufrecht zu erhalten.Der Nutzen bleibt auf der Stecke für den Gewinn bzw. für die Aufrechterhaltung der Firma und der Arbeitsplätze. Kurz um, im Kapitalismus ist Sicherheit purer Luxus. So wie Krankheitsversorgung immer mehr Luxus wird. Wer nicht zahlen kann, wird vom Krankenhaus abgewiesen.

Unternehmen machen nur das, was Gewinn bringt, also mit immer höheren Preisen bezahlt wird. Während eines Wirtschaftsabschwungs wird aber immer weniger bezahlt, obwohl die Preise steigen. Das ist die Kapitalismusfalle für die Sicherheit. Sie bleibt immer auf der Stecke und wird mit Glück und Schicksal ersetzt.



Mein Mitgefühl gilt den Opfern und deren Angehörige. Doch ich bin der Meinung, es ist besser Unfälle zu vermeiden, als hinter nach Schuldigen suchen zu müssen.

http://politikprofiler.blogspot.de/2013/07/ungluck-die-unfalle-haufen-sich.html

Kommentare:

  1. Bin mir nicht so sicher ob die Unfälle sich tatsächlich häufen.
    Busunglücke, Massenkarambolagen, Flugzeugabstürze, Zugunglücke etc. - all das passiert weltweit immer wieder.
    Nur haben wir gerade das "Sommerloch", also wird vermehrt über solche Unglücke berichtet.

    Zu einem anderen Zeitpunkt - zum Beispiel unmittelbar um die Zeit vor der Bundestagswahl - könnte es sein, dass die z. B. in den Nachrichten nicht oder nicht so groß über das Busunglück berichtet hätten.

    Bei allen Unglücken, die im Verkehr passieren, pauschal Sparzwänge als die Ursache zu nehmen, das ist zu einfach.
    Man muss schon genauer hinsehen und sollte jeden Einzelfall genauer betrachten.

    Alles andere wäre reine Spekulation.

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  2. Naja, ich verfolge das schon länger. Alleine die Tatsache, dass bestimmte Fluglinien nur noch das Minimum tanken, spricht für diese Theorie. Es wird gespart.

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  3. Ja, es wird gespart an allen Ecken und Enden.
    Ich sehe darin auch eine mögliche Gefahr für die Verkehrssicherheit.

    Nichts desto trotz passieren immer wieder Verkehrsunglücke;
    auch da wo auf Sicherheit geachtet wird.

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