Freitag, 6. September 2013

Von Wahlwelten und Wahlländern - Das seltsame Streben der Menschheit nach Perfektion

Eine kleine Geschichte vom Idealismus der Menschheit und deren verschiedenen Ideologien, die jede von sich behauptet, der echte Idealismus zu sein.

Ich verweise hierzu auf die Ringparabel aus "Nathan der Weise" von Lessing aus dem Jahre 1779. Der den Richter sagen ließ: "Vielleicht hatte der Alte die Tyrannei des Ringes satt!" - die Menschheit ist heute noch nicht einmal so weit, auch nur ansatzweise zu erkennen, worin die eigentliche Tyrannei besteht . Sie ist nur damit beschäftigt, die angenehmste Tyrannei zu entwickeln und zu verbessern.


Wer in den letzten Tagen das TV-Gerät einschaltete, hat sich bestimmt die Augen gerieben. Wahlkampf ist heute ein Unterhaltungsformat, wie "Wetten-dass" oder "Wer wird Millionär". Die Politprominenz nimmt nicht auf dem "Roten Sofa" von Gottschalk platz, sondern reiht sich hinter irgendwelchen Thesen und betreibt Politsmaltalk über die sogenannten Parteigrenzen hinweg.

Da schäkert der SPD-Mann mit dem CDU-Mann. Es fehlt nur noch das Glas Bier oder das Viertele. Es werden dumme Sprüche gerissen; kleine Quiz veranstaltet. Demnächst werden wohl noch Rock-Pop-Schlager-Ikonen ihren musikalischen Senf dort zum Besten geben. Dann ist Politik wieder Massen tauglich und dort, wo sie herkam - aus dem Wirtshaus - gekrönt mit Bratwurst und Kartoffelsalat. Es wird wieder im Takt gesoffen, gestritten und gerauft. Schließlich ist Politik nur das Kräftemessen, wer die heißeste Luft produziert und am Ende ab lassen darf.

Doch über einen einzigen Punkt streitet sich die Politik nie. Der Mensch lebt nämlich von der Wirtschaft, wobei die Wirtschaft an sich nichts Natürliches ist. Das Einzige, was immer gehegt und gepflegt werden muss, ist die Wirtschaft. Anscheinend ist es ein existierendes Wesen, das allerdings noch nie jemand sah und doch baut der Mensch in ihrem Namen alles auf, was er heute Zivilisation nennt.

Es gab nie eine Uneinigkeit zwischen den Parteien zu diesem Thema. Alles, worauf sich ihre Willens- und Meinungsbildung konzentriert, ist eine florierende Wirtschaft, damit die Menschheit nicht verhungert. Jeder gibt vor das bessere Konzept für die Wirtschaft zu haben, damit jeder im Überfluss leben kann.
Die Wirtschaft bäckt das Brot, das wir essen - hat es den Anschein. Sogar das Getreide wächst wegen der Wirtschaft, man streitet sich nur darum, wer die Strafarbeit der Ernte zu machen hat.

Die soziale Aufgabe einer jeden Politik und der demokratischen Mehrheitswillensbildung konzentriert sich darf, die anfallenden Strafarbeiten als Chance im Leben eines Menschen zu verkaufen, mit dem Ausblick selber einmal anderen die Strafarbeit zuteilen zu dürfen. Das nennt sich dann sozialer Aufstieg in unserer heutigen Welt.

Eigentlich könnten alle "Heiße-Luft-Produzierer" zu einer einzigen Partei fusionieren. Zu einer globalen Wirtschaftspartei der Demokratie. Das würde gigantische Synergieeffekte mit sich bringen. Es gäbe nur noch einen Parteivorstand. Der ganze Verwaltungsapparat, der demokratischen Willensbildung könnte geschrumpft werden und vor allem wäre das lästige Spektakel der Demokratie - die Wahlen - nicht mehr nötig. Schließlich sind sich alle einig: Jeder braucht Geld, um sich Essen kaufen zu können.

Die einen übernehmen den Einkauf für das Wirtschaftsunternehmen Welt, die anderen die Produktion und so teilt man sich die verschiedenen kaufmännischen Gewerke auf. Ja - dann hätten wir ein Welt-Politbüro. Es entscheidet, wer für welche Leistung was zu bekommen hat. Global und gerecht unter der Anerkennung der Prämisse - Wertschöpfung für die Menschheit. Ja - wir leben im Kommunismus und nennen es Kapitalismus. Sind zwar verschiedene Worte, bedeuten aber dasselbe. So glaubt der Mensch heute, Kapitalismus sei etwas anderes als Marktwirtschaft, obwohl es dasselbe ist. 

Sämtliche Einkaufmeilen unserer freien, demokratischen Städte sind mit immer denselben Geschäften umrandet. Selbst die Mode ist nur eine Uniform, wie die der Maoisten oder sonstigen Korps. Die Kleiderordnung aus dem Mittelalter existiert immer noch. Der Arme trägt die Jeans von ALDI und der "edle" Mensch, die eines bekannten - also teuren Labels.  Die Priestergilde der heutigen Zeit bevorzugt BIO-Jeans - alles gekauft mit Geld. Erzeugt in Strafarbeit, von der wir uns heute hier längst befreit haben. Und aus der Sichtweise von unserem hohem Ross, auf dem wir uns heute befinden, beurteilen wir die Welt von ganz weit oben, sodass es für schwierig ist, überhaupt noch das zu sehen, was unseren Wohlstand tatsächlich macht. Das verleitet zu der Annahme es sei ein ganz natürlicher Zustand, der für immer und ewig nur uns vorbehalten ist. So muss es bleiben und das Essen kommt aus dem Supermarkt; die Regale räumen sich von selber ein und das Brot bäckt sich von alleine. Selbst das Getreide bringt sich von ganz alleine ein und geht zur Mühle. Wir müssen nur noch die notwendigen Maschinen erfinden, die sich selbstverständlich am Ende selber bauen - so wie sich der Sklave in der Antike selber vermehrte, um für den Wohlstand seines Herren zu arbeiten.

Unsere Logik scheint vollkommen korrekt. Es gibt keine Fehler in diesem Denkmuster. Vor allem dann nicht, denn mit Maschinen hat man kein Mitleid, nur eventuell mit Menschen - wobei es immer Mensch gibt, die Strafarbeit verdient haben. Unser Gewissen funktioniert perfekt. Wir können stolz auf uns und unsere Bildung sein.

Selbst die Demokratie die wir heute praktizieren ist nix anderes, als wenn der Mensch im Mittelalter einfach ins nächste Fürstentum umzieht, weil er dort angeblich besser behandelt wird oder die besseren wirtschaftlichen Chancen für sich wittert. Es kam auch nicht selten vor, dass Untertanen aus freien Stücken ihren Gönner mit Waffengewalt vor feindlichen Übernahmen schützten - aus Angst vor den Folgen eines Synergieeffektes. Selbst den gab es bereits im Mittelalter.

Heute verkaufen die Spekulanten Firmen, samt Inventar und Belegschaft; früher gingen Gemeinden mit ihren Steuereinnahmen über den Tisch der Börse, die damals noch nicht so genannt wurde.

Unsere Demokratie ist nichts anderes als der Machtkampf der Karolinger gegen die Welfen im Kampf um den Kaiserthron. Bitte bedenken Sie! Erst die Habsburger haben die Erbfolge auf den Kaiserthron im Heiligen Römischen Reich durchgesetzt. Vorher wählten die Könige den Kaiser in einer demokratischen Wahl. 

Letztendlich steht uns heute nur noch die Möglichkeit offen, Deutschland - was immer das sein mag - ein Territorium, das in seinen Grenzen auf einer Landkarte markiert ist oder nur eine Bezeichnung von einer Ansammlung von Menschen, die sich unter der gleichen Ordnung durch dessen Anerkennung versammeln haben. Uns steht aufgrund unserer administrativen, wirtschaftlichen Denkordnung nur ein Weg offen. Wir müssen Deutschland als Stiftung betreiben.

Hierfür wählen wir einen Stiftungsrat, der die wirtschaftlichen Geschicke der vielen Menschen leitet, damit sich daraus eine sogenannte Gemeinwohl-Ökonomie ableiten kann. Darin wird jeder Stiftungsteilnehmer mit einer Ordnung die er akzeptiert gezwungen, in den Fabriken dieser Gemeinschaft zu arbeiten. Mit der Absicht, einen ökonomischen Gewinn zu erwirtschaften.

Die Gewinne gelangen dann in die Gemeinschaftskasse dieser Menschenansammlung unter einem RECHT und werden wiederum gerecht, gemäß ihrer Leistung innerhalb der Gemeinschaft verteilt. Am Ende einer jeden Woche hängen die Abteilungsleiter eine Bewertungstabelle der Bürger öffentlich aus. Daraus ist zu entnehmen, wer sich vorbildlich verhielt und kann daraus sein monatliches Gehalt bereits im Voraus errechnen - aber immer in Abhängig zum erzeugten Profit, das die Gemeinwohlwirtschaft DEUTSCHLAND erwirtschaftet hat.

Doch einen Gesellschaftsstand haben wir bei all diesen Überlegungen nicht berücksichtigt. Es sind die Eigentümer des Territoriums, das die Masse als DEUTSCHLAND beschreibt. Es sind die sogenannten Fürsten, die ihren Tribut für die Bewirtschaftung ihres Landes und Benutzung der Rohstoffe aus der Ableitung des natürlichen Eigentumismus verlangen.

Daher ist das was wir heute Demokratie nennen, nichts anderes als die Selbstverwaltung des Bauernstandes im Mittelalter. Sie ist die Dorfverwaltung des mittelalterlichen Dorfes, das nach Belieben mit samt der gesamten Verwaltung mit Gewinn verkauft werden kann.

Würden wir nun jeden Bauern zum König oder Kaiser seiner Felder machen, die er bewirtschaftet, würde sich am Konstrukt und am Prinzip nix ändern.  So weit begreift der heutige Mensch auch das, was er tut. Er kann es sogar logisch erklären und auf der Basis dieser Überlegungen nach Möglichkeiten suchen, das Gemeinwohl zu erhöhen, aber er ist nicht in der Lage, seine gesamte Denkstruktur als falsch zu betrachten.

Mit Regeln und Normen den Eigentumismus einzugrenzen, damit er anderweitig in seiner Wirkung sich noch besser entfalten kann, unter der Annahme, dadurch würde sich ein höheres Gemeinwohl ergeben, wird in sein Paradox nie nicht erkannt. Im Grunde baut die Menschheit mit ihrem Eigentumismus an einem Perpetuum Mobile, obwohl längst bekannt ist, dass es das nicht gibt.

Der Mensch versucht sich daran ein Schlaraffenland zu entwickeln, in dem jeder lebt, genießt und doch nicht arbeitet. Diese Vorstellung von Wohlstand stammt aus der Antike. Der gebildete Mensch der Antike war nicht fähig den Sklaven als Menschen zu sehen. Es war für ihn natürlich, dass dieser Nichtmensch die Arbeit in seinem Schlaraffenland verrichtet.

Nun sieht aber der heutige Mensch den Sklaven auch als Menschen und arbeitet immer am antiken Weltbild des Wohlstandes um es zu erreichen. Es erschließt sich ihm nicht, dass er einem Hirngespinst auf den Leim gegangen ist. Solange der Mensch das nicht erkennt, wird er am antiken Schlaraffenland basteln und immer wieder logische Argumentationen finden, warum der eine das zu backen hat und weniger davon essen darf, als derjenige, der nix tut und mehr Brot bekommt als er im wahrsten Sinne des Wortes fressen kann.

So kommt es zum heutigen sozialen Verhalten. Die Vielfresser geben wieder etwas von ihrem Brot ab - und das hält der Mensch auch noch für sozial. Auf diesem ganzen Denkgerüst baut sich alles auf, was sie als Demokratie und als sozial begreifen.

In diesem Sinne
euer Politprofiler




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