Freitag, 20. Dezember 2013

Apollo Theater in London stürzt ein - Es lebe der Profit

Während einer fast voll besetzten Vorstellung im 112 Jahre alten Apollo Theater im Londoner Westend löste sich ein ca. 4 x 2 m Deckenteil und stürzte auf die Menge. Das Theater steht unter erheblichen Profitdruck. Die letzte Sanierung fand im Jahre 1932 statt. Seit dem ist nichts mehr geschehen, außer man verdiente damit Geld. 

Unter 75 Euro ist kein Platz im Apollo Theater zu erhalten. Das Management muss jeden Tag dafür sorgen, dass das Haus voll ist. 775 Plätze bietet das Haus. Am 19.12.2013 waren 770 Theaterbesucher anwesend, als sich das Deckenteil löste und einen Teil der Tribüne mit sich riss. Viele Menschen wurden verletzt. Die Medien melden aber keine Toten. Ein Glück.

Das Apollo Theater ist voll und ganz den Marktgesetzen ausgesetzt. Es gibt keine staatlichen oder kommunalen Zuschüsse. Die Kontrollen sind lasch. Falls es welche gibt. Vermutlich obliegt es dem Betreiber, die Statik zu überprüfen und es liegt nun mal nicht im Interesse des Profit, eine Theater wegen einer teuren Sanierung zu schließen.

Umsätze erzeugt man nur, wenn das Theater jeden Tag geöffnet ist und Tickets verkauft. Das geht so lange gut, bis etwas passiert. Tapfere Medienvertreter versuchten sogar einen Terroranschlag als Grund für das Unglück zu lancieren. Doch mit dieser Theorie ist kein Boden zu gewinnen. Wir leben in "Bananen-Europa". Regiert von Oligarchen, die mit ihren Profitaussichten den Willen der Demokratien manipulieren. Das "aufgeklärte" Volk wird so zum Buchhalter und erkennt sofort, wie man am Besten zu Umsätzen kommt, dereguliert dadurch aus eigener Überzeugung die Wirtschaft und ist nun entsetzt, was aus seinen Schlauheit wird.

Dem Profit ist alles zu unterwerfen - selbst die Sicherheit

Theateraufführungen kommen aus den Zeiten der schillernden Monarchien dieser Welt. Es war ein privates Vergnügen der Reichen, die sich gegenseitig mit Künstlern beglückten. Heute ist daraus ein Geschäftsmodell geworden. Die Monarchen bezogen ihre Gelder für ihre "Kultur" als Steuern vom armen Volk. Gingen allerdings nie das Risiko ein, dass die Decken ihrer Theater auf ihre Freunde fielen. Sie hatten schließlich die Möglichkeit der Steuererhöhungen - also Einnahmen von Menschen, die niemals das Theater besuchten.

In einer freien Marktwirtschaft ist das anders. Die freie Marktwirtschaft versucht Monarchien zu simulieren ohne auf die Steuern zurückgreifen zu müssen, die ihre großen Vorbilder inpeto hatten. Deshalb hält sich die freie Marktwirtschaft für demokratisch. Leider ist die "freie Marktwirtschaft" noch nicht so erwachen, dass ein Geschäftsmann aus Mangel an Kapital und Einnahmen sein Unternehmen aufgibt, weil er teure Gebäudesanierungen durch sein Geschäftsmodell nicht mehr einspielen kann.

So viel Eigenverantwortung kennt der "freie Markt" nicht. Seine Argumentation beruht darauf, dass Schadensersatzforderungen bei einem Unfall an den Geschäftsinhaber gestellt werden können. Doch wir alle wissen, nach einen Pleite ist nichts mehr zu holen. Die Allgemeinheit muss die Folgen ertragen. Die Profite bleiben beim Pleitegeschäftsmann bzw. sind verlebt.

Immer mehr Unglücke sind ein Zeugnis für Untergang


Wir werden in immer kürzeren Abständen erleben müssen, wie mit dem freien Markt die Infrastruktur der Länder nach und nach zerfällt und zu einer regelrechten Gefahr für die Allgemeinheit wird, die in diesem Spiel lediglich die Konsumenten darstellen. Der Staat als Institution ist längst ausgeschaltet bzw. als Marktoptimierer umgepolt. Wie auch die Demokratie - das Wahlvolk.

Unlängst stürze in Riga (Lettland) ein moderner Konsumtempel ein. 50 Tote sind zu beklagen. Warum das Dach des erst zwei Jahre alten Einkaufszentrums einstürzte ist bis heute nicht geklärt. Gewinnoptimierung ist kein Strafdelikt, sondern ein Tugend. Am Ende werden nur die Ingenieure für das Unglück zur Verantwortung gezogen, wie damals als in Bad Reichenhall die Eishalle über Kindern zusammenbrach, obwohl sie sich nur an die gültigen Regeln hielten.

In solchen Fällen wird dann Eigenverantwortung von abhängig Beschäftigten eingefordert. Doch zeigen sie Eigenverantwort wie Snowden als Geheimdienstmitarbeiter und geht mit seinen Erkenntnissen an die Öffentlichkeit, wird er als Staatsfeind betrachtet und von unserem Bundespräsdenten Gauck als Arbeitsvertragsverletzer, weil er Betriebsgeheimnisse ausplauderte, was er hätte nicht tun dürfen.

Selbst Kommunen sehen ihre Prioritäten darin Fußgängerzonen auszubauen, für mehr Umsätze = Steuern, anstatt für die eigene Infrastruktur, Schwimmbäder usw. Sorge zu tragen. Ein bedauerlicher Kalkülzuustand, der leider zum ganz normalen Wahnsinn eines freien Marktes gehört.

Die Theorie der Marktradikalen ist pure Menschenverachtung

In der Theorie dieser Marktradikalen (neuen politischen Strömung) kursiert die ideologische Vorstellung, dass ein Unternehmer automatisch auf die Sicherheit seiner Gewinnmaschinen bzw. Gewinnimmobilien setzt, denn bei einem Unglück wird er zur Haftung gezogen. Doch in der Realität sieht diese Spielregel des Neoliberalismus anders aus. Das Unternehmen geht Pleite und die Allgemeinheit ohne die Autorität eines Staates muss mit den Hinterlassenschaften von gescheiterten Geschäftsidee leben.


Hierfür gibt es genügend Beispiele, wie z. B. die Atomstromindustrie und ihre Abfallprodukte. Oder ... In der Nähe von Mannheim wurde eine Geschäftsidee mit Problemmüll geboren. Der Geschäftsmann sammelte aus dem ganzen Land und Umland Problemmüll ein und liess sich dies sehr teuer bezahlen. Eine Win-Win-Situation - glaubte man. Eine neue Gewerbesteuereinnahmequelle. Ein ganzer Berg von Müll türmte sich vor der Stadt, der angeblich schon lange darauf wartete, entsorgt zu werden.

Doch wie es eben die Marktwirtschaft will, geht der Unternehmer pleite. Übrig bleibt der Müllhaufen, den nun die Kommune auf eigene Kosten der Allgemeinheit entsorgen muss. So lebt die Wirtschaft von der Dummheit der Menschen, indem sie ihnen einredet. Der Mensch könne ohne die Unternehmen nicht existieren. 98% der Weltbevölkerung sind davon überzeugt. Sie glauben an die Wirtschaft, wie an einen Gott. Opfergaben gibt es zur genüge in unseren Demokratien. Wir opfern Freiheit, Gesundheit und Lebensqualität für das Versprechen der Wirtschaft, dass sie für uns sorgt. Was für ein Blödsinn!

Neoliberalismus ist nicht anderes als Faschismus

Daher stimmt die neoliberale Theorie nicht. Es ist nur ein weiteres Geschäftsmodell, sich rücksichtslos an der gutgläubigen und abhängigen Konsumentenmenschheit zu bereichern. Leider ist die Lobby der Neoliberalisten sehr stark. Immer mehr Menschen folgen der radikalen Markttheorie vom alles regulierenden Staat. Sie sind mit allen  möglichen und unmöglichen Überlegungen unterwegs, um den Staat mit seinen Auflagen und Gesetzen abzuschaffen, die der Geschäftswelt angeblich den Weg zum Profit erschweren. 

Doch wenn es zu Unfällen wie diesen kommt, muss es eben eine Institution geben, die Leben vor den Profit stellt. Daher brauchen wir in diesen wirtschaftlich schlechten Zeiten einen starken Staat, der dem übermässigen Geschäftssinn Einhalt gebieten. Wir dürfen uns nicht mit den Argumenten des Jobverlustes einschüchtern lassen.

Wir werden auch das meistern. Auf die Wirtschaft an sich ist kein Verlass. Sie kennt keine Menschlichkeit. Menschlichkeit wird von ihr nur dann praktiziert, wenn sich damit Profite erzeugen können. Doch Menschlichkeit ist aus der Sicht der Marktwirtschaft immer ein Verlustgeschäft. Deshalb lassen Sie sich niemals von diesen Marktradikalen einreden, dass der Markt menschlich sein.

Er ist ein Golem, von dem keiner mehr weiss, wie man ihn abschaltet.



1 Kommentar:

  1. Es gibt unzählige Theater auf dieser Welt (tw. staatl. subventioniert, tw. nicht), und nur weil ein einziges Theater seine Aufgabe, sein Gebäude instand zu halten, vernachlässigt hat,
    instrumentalisierst du diesen traurigen Fall, um deine Ideologien zu untermauern.
    Oh mann...
    Frohe atheistische Weihnachten!

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Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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