Samstag, 11. Januar 2014

Folter - Warum tut der Mensch das, was er tut?

Foltern muss erlernt werden. Gewalt gegen andere Menschen anwenden, liegt nicht in der Natur des wahren Menschen, außer er hat sich in seinem Denken dem Eigentumismus vorgeschaltet. Diese Denkart (Logik) erlaubt ihm, vor sich selber argumentativ Folter als gut und moralisch zu rechtfertigen, wenn es die Umstände erlauben. Es liegt außerhalb seines Horizontes zu begreifen, dass bereits diese Logik zu den Umständen führte, die ihm wiederum die Folter als moralisch korrekt erlaubt. 

Folter oder Gewalt ergibt sich aus der antrainierten und angeblich logisch herbei geleiteten Vorstellung von Macht und aus der Erfahrung, die man selber machte, wenn man Macht erlebte, die auf einen ausgeübt wird. Diese Erfahrung ist zwar real, aber d. h. noch lange nicht, dass es ein Beweis für das "normale" Verhalten des Menschen ist. 

Wenn der Eigentumismus, Gewalt und Foltern, einerseits als moralisch notwendig ansieht und anderseits wiederum genau dieselbe Gewalt als amoralisch wertet, ist das Wertesystem des Menschen falsch, das ihm innerhalb seiner Vernunft logisch und argumentativ sich selber erklären lässt, dass ein und dasselbe Verhalten, einmal positiv und einmal negativ bewertet wird. Diese Betrachtungsweise hat nicht mit Realität und Rationalismus zu tun, sondern ist lediglich der Beweis dafür, dass der Mensch sich heute sein irrationales Verhalten sogar rational erklären kann.

Die unsichtbare, tödliche Waffe

Leider kann der heutige Mensch, psychischen oder materiellen Druck nicht gleichsetzen mit physischer Gewalt. Es liegt außerhalb seines Horizontes. Er hält psychische Gewalt für ungefährlicher, weil keine fleischlichen Wunden oder ein direkter Tod durch diese Gewalt einsetzt. Vermutlich wird das heute als Intelligenz verstanden. Dem heutigen Menschen ist nicht bewusst, dass die Regeln und Normen, die er sich selber aufgrund der Erkenntnis des Eigentumismus gegeben hat, ebenfalls psychischer Natur sind. Daher begreift er auch nicht, dass psychische Gewalt absolut gleichzusetzen ist, mit körperlicher Gewalt. Er hält körperliche Gewalt für eine Form des Jagdtriebes, die bei manchen Menschen außer Kontrolle gerät, weil das Beutetier des heutigen Menschen, der Mensch selber ist. Es gilt nicht den Menschen zu jagen und zu töten wie ein Raubtier, sondern es am leben zu lassen und es für sich arbeiten zu lassen, wie einen Esel.

Das führt zum heutigen Erziehungsphänomän, das wir Psychologie nennen. Wir  erziehen uns selber und damit auch unsere Kinder, zu Meistern in der psychischen Gewalt. Das halten wir für Zivilisation. Doch es ist nie vorgesehen gewesen, dass der Mensch sich selber als Beutetier ansieht. Lassen Sie mich einen "spitzen Pfeil" abschießen ... "außer wir stammen alle von Kannibalen ab" ;-)

Diskutieren wir allerdings über Folter, wie im Fall von Soldaten, die Gefangene misshandeln, um Informationen zu erhalten oder ganz einfach, um ihre Macht auszukosten, da sie an Langeweile leiden, empfinden wir die psychische Gewalt in abgeleiteter Form sogar als Folter, weil wir die Tatsache des Freiheitsentzugs als körperliche Gewalt ansehen und die dann angewendete psychische und physische Gewalt, als ein und dasselbe anerkennen. Das geschieht nur deshalb, weil wir uns anhand unserer "Empathie" in die Situation des Opfers versetzen können, den wir als Mensch wie wir selber erkennen.  In anderen Fällen, wenn der Hausbesitzer den Dieb erschießt, wollen oder können wir uns nicht in den Dieb verstehen. Noch schwieriger wird es, Dieb und Eigentümer als eine Person zu sehen. Dann würden wir uns nämlich selber erschießen. Das geht gar nicht - ist ja unlogisch. Das ist allerdings nur dann unlogisch, wenn man die Zusammenhänge in Bezug auf die Wirkung des Eigentumismus nicht verstanden hat und nicht erkennt in welchem psychologische Dilemma sich die ganze Menschheit befindet.

Versetzen wir uns allerdings in einen Alltagsbereich, wie in ein Großraumbüro in dem wir der Herrschaft und des Rechts dieser Gruppe, Firma usw. ausgesetzt sind, nehmen wir das nicht als "eingesperrt" wahr, da wir uns anscheinend, gemäß unserer Logik,  freiwillig in diese Situation begeben, weil wir Geld verdienen wollen/müssen, um uns ernähren zu können und die Miete zu bezahlen.

In dieser Situation erträgt man viel, vor allem psychische Verletzungen und wird in diesem Überlebenskampf selber zum Meister dieser Waffe. Doch als Folter, Gewalt oder sonstige Form von Nötigung nehmen wir das nicht wahr, allerhöchsten als Selbstverteidigung und Überlebenstrieb, den wir auch noch für natürlich halten. Wir glauben uns in einem Dschungel zu befinden, den es real gar nicht gibt. Alles was wir heute tun und rational erklären ist nur Illusion. Das mag manchen Esoteriker begeistern, aber glauben Sie mir, die Esoteriker, die meinten mit mir auf einer Wellenlänge zu sein, haben alle längst reissaus genommen. Denn das alles was ich sage und schreibe hat nichts, rein gar nichts mit Bewusstseinserweiterung und sonstigem Gedöhns zu tun.

Es liegt uns absolut fern, die Tatsächlichkeiten zu betrachten, die zu all den Umständen führen, die wir für normal ansehen, um überhaupt in die Situation zu kommen, uns mit einer "unsichtbaren Waffe", der psychischen Gewalt zu verteidigen. Eventuelle Folgen, seien es Depressionen bis hin zum Suizid der Kontrahenten nehmen wir in Kauf. Schließlich klebt das Blut nicht an unseren Händen. Deshalb glauben auch viele, der Kapitalismus würde keine Tote verursachen. Wer verhungert, stirbt nicht durch den Kapitalismus, sondern durch sein Unvermögen, sich am Markt durchzusetzen. So einfach kann man sich die Welt zurecht argumentieren. So hat heute jeder sein persönliches "dickes Fell", was früher die Ritter als Rüstungen trugen. Das macht uns alle schwerfällig und je mehr Erfahrungen wir gesammelt haben, desto kleiner wird der Spalt unseres schützenden Helms, durch den wir die Welt betrachten. Schon das kleinste Geräusch kann als Gefahr identifiziert werden und lässt uns die Schwerte der psychischen Selbstverteidigung zücken. Wir sind tatsächlich in jeder Minute unseres Lebens wahre Kampfmaschinen, ohne jemals wissen zu wollen, was uns überhaupt rational in unserem Kopf erklärt, dass wir kämpfen und uns messen müssen.

Die Logik ist die höchste Form der Lüge

Wer diesen Teufelskreis der angeblichen Logik nicht verlassen kann, wird auf ewig mit Gewalt und Gegengewalt agieren. Wir leben heute nicht in einer gewaltfreien Welt, nur weil wir uns nicht gegenseitig nicht mit Kanonen und Revolvern erschießen. Er töten uns ohne uns auch nur eine körperliche Ritze zuzufügen. Unsere Straßen, Wohnungen und Verträge; unsere gesamte Norm unserer Gesellschaft ist mit Blut getüncht. Jeder Satz in unseren Gesetzen und jeder Gedanke, der sich Moral und Gewissen schimpft, ist mit diesem Blut geschrieben, das wir für Frieden halten. 

Daher können Sie das was Sie als Moral definiert, im wahrsten Sinne der Worte vergessen. Es ist lediglich ein Instrument Ihrer Vernunft, das Ihnen angeblich rational erklärt, wann Sie Gewalt anwenden dürfen, ohne von der Gesellschaft dafür bestraft zu werden und wann Sie es besser bleiben lassen sollten, um nicht bestraft zu werden  - dann machen Sie es eben in einem "Vier-Augen-Gespräch"!

Wirkliche und echte Moral, lässt keinen Raum für eine Rechtfertigung, sich unmenschlich gegenüber anderen Menschen zu verhalten. Lediglich der Eigentumismus sitzt Ihnen als Berater wie ein Schalk im Nacken. Intuitiv fühlt der Mensch sich in dieser Logik unglücklich, aber er kann sich die Welt eben nur mit dieser Gewalt lebbar erklären. Das ist die sogenannte "Armseligkeit" und "selbst verschuldete Unmündigkeit".

Deshalb ist die Formulierung: "Der Mensch braucht keine Moral", absolut richtig. Ein Mensch der allerdings ständig nach einer Möglichkeit sucht, Gewalt anzuwenden, um zu seinem Vorteil im Eigentumismus zu kommen, wird diesen Satz niemals verstehen. Er liegt außerhalb seines Horizontes. Er kann einfach nicht begreifen, dass es in der Natur keinen Willen zur Gewalt gibt.

Wenn dieser Mensch allerdings die Natur beobachtet und sieht wie ein Wolf eine Gazelle reißt, fühlt er sich in seiner Theorie und interpretiert, das was er in der Natur durch seine ideologische Brille interpretiert, als Bestätigung für seine Ideologie. Einer mit einer Rosabrille schaut sich die Welt an und bestätigt sich damit, dass die Welt rosa ist. Er hält jeden für einen Dummen, der zu ihm sagt: "Nimm erst einmal die Brille ab!". Natürlich werden sich nun viele bestätigt fühlen, aber glauben Sie mir, es gibt nur wenige, die ihre Brille tatsächlich abgenommen haben. Sie könne sich gar nicht vorstellen, wie viele Rosabrillen auf der Nase eines jeden Menschen sitzen. Viele sind ein Leben lang damit beschäftigt, sich die Brille von den Nasen zu reißen und sind nicht bis zur letzten gekommen.

Der Mensch hat sein eigenes Wesen vergessen

Tatsächlich ist es aber so: Fragt man die Menschen nach ihrem Wesen, vergleichen sie sich immer mit Tieren und deren Eigenschaften. Das wahre Wesen des Menschen, kennt der heutige Mensch nicht einmal selber. Daher stimmt auch die Aussage: "Der Mensch kennt sich selber nicht und das was er glaubt von sich zu kennen, ist nur ein Trugschluss."

Die ganze Welt ist ein Krämerladen, von der jeder Angestellte der Meinung ist, er könnte diesen Laden besser führen, als der momentane Chef. Es kommt niemand in den Sinn, dass das Konstrukt "Laden" die Täuschung und die Manipulation in den Hirnen der Menschen ist. Denn würde dieser geschlossen (Kapitalismus), hätte er mit seiner "Moral" keine Möglichkeit mehr, andere Menschen durch die psychische Gewalt, die erst durch den Eigentumismus möglich wird, zu Arbeiten zu zwingen, die er selber nicht tun will.

Daher ist einzig und alleine die Bequemlichkeit des Menschen, der Antrieb des System. Der heutige Mensch will allerdings nur das System abschaffen, aber die Bequemlichkeit beibeahlten. Das geht aber nicht!

Um sie mit einem gewohnten Naturbild zu bedienen: "Der Alphawolf sitzt dick und fett in seinem Bau und lässt sich von den anderen Wölfen bedienen. Das müsste der Eigentumist in der Natur sehen, wenn er das was er heute als Menschheit praktiziert, aus der Natur ableitet. Der Weltverbesserer will dagegen jeden zum Alphawolf machen. Das ist die optimalste Lösung, die sich der Mensch heute mit seiner Logik ausdenken kann.

... leider kann niemand in der Natur, den Menschen beobachten. Wir sehen nur Menschen, die glauben natürlich zu sein ...Daher wird der Vergleich von Kant mit seinem Hühnerstall gerne falsch verstanden. Es ist eben nur eine Metapher. Der Mensch als Huhn kann heute nicht mehr aus dem Stall in die Freiheit rennen, die gesamte Welt ist der Stall!



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