Montag, 3. Februar 2014

Deutsche Bank zieht sich aus "Warenabsatzfinanzierung am Point of Sale" zurück

Der Kauf auf Pumpt zum Nulltarif ist mit der Deutschen Bank nicht mehr zu machen. Das wird nicht nur die Elektro- und Möbelmärkte treffen, sondern vor allem auch die Autoindustrie. Bald ist Schluss mit dem lustigen Einkauf auf Raten mit Null Zinsen.  Die Deutsche Bank wirft das Handtuch, andere Bankhäuser werden höchst wahrscheinlich nachziehen. 
  
Diese Entscheidung wird sich garantiert negativ auf die Binnenwirtschaft in Deutschland auswirken: Weniger Umsatz bedeutet, weniger Steuern, weniger Arbeitsplätze ect. - Das Marktwirtschaftshirn der Menschen wird sich wieder im Kreis drehen, wie der berühmte Hund, der seinen Schwanz jagt.

Realitätsverweigerung ist eine ganz besondere Eigenschaft des Homoökonomus. Der Durchschnittsdeutsche hält sich für wohlständig,  obwohl er eigentlich nichts nennenswertes mehr als Eigentum besitzt. Meist ist die größte Anschaffung, das Auto, auch nur ein Ratenkauf-Scheineigentum, das genauso schnell weg ist wie der Arbeitsplatz.


In Werbeprospekten dominiert heute schon der Ratenpreis vor dem Barpreis. Wohl wissend, dass viele sich die notwendigen, langlebigen Gebrauchsgüter, nicht mehr aus dem laufenden Einkommen bar bezahlen können. Verbraucherschützen machen diese Verkaufsstrategie gerne für die hohe Zahl der Privatinsolvenzen schuldig. Doch das ist eine Verschiebung der tatsächlichen Wahrheit. Es sind nicht die Ratenkäufe, sondern die niedrigen Einkommen und die steigenden Energiepreise, die Privatinsolvenzen produzieren. Doch irgendwann ist der Zenit erreicht. Auch Privatinsolvenzen können nicht auf Dauer in Massen, von der Allgemeinheit in einer Mischkalkulation getragen werden. Daher steigt die Deutsche Bank aus diesem Geschäft als erste aus, weil viele Kredite in naher Zukunft platzen werden wie Seifenblasen.

POS-Konsumkredite für gebrauchte Autos


Wie es scheint ist der Kreditrahmen der Deutschen auf zu erwartende Profite aus Arbeitsleistung ausgeschöpft. Die Deutsche Bank ist die erste, die einen Rückzieher auf diesem Geschäftszweig plant. In weiser Voraussicht auf den bevorstehenden Wirtschaftseinbruch, den Medien und Politik mit Schönreden aus der Wahrnehmung der Bevölkerung verdrängen. Glücklich sein ist angesagt und die Illusion vom wirtschaftsstarken Deutschland wird in der Mitte wie auch am äußersten rechten, politischen Rand nach wie vor aufrecht erhalten! Darauf stützt sich jede Argumentation der heutigen Wirtschaftspolitik.

Jetzt setzt die unangenehme ökonomische Wahrheit über die Deflation ein. Eine Wirtschaft kann nur dann wachsen und florieren, wenn es solvente Konsumenten gibt, die von ihrem Eigenkapital zehren. Doch genau das gibt es in Deutschland nicht mehr. Ein Staat ist dann Pleite, wenn die Mehrheit der Bürger über kein Eigentum mehr verfügt.

Der europäische Markt ist daher für weitere wirtschaftlichen Expansionen nicht mehr geeignet, wie auch der amerikanische. Gegen eine Deflation ist noch kein wirtschaftliche Theorie aus den Universitäten gewachsen. Man steht vor diesem ökonomischen Phänomen da, wie vor dem altersbedingten Organversagens eines 120jährigen.

Ein hoher Prozentsatz der Deutschen verleugnen ihren tatsächlichen finanziellen Zustand. Das Haus, das Auto, die Möbel und die Elektrogeräte sind meist nicht das eigene Eigentum, sondern lediglich Besitz, finanziert durch Ratenkauf. Der Intellekt des Homoökonomikus hat sich selber im Laufschritt überholt.

Die Welt der wohlständigen Illusion ist perfekt. So perfekt wie in den USA, das seinen Wohlstand gerne über mehrere Kreditkartenverträge finanziert,sich als reich darstellt und sich sich größter Absatzmarkt der Welt bezeichnet. Realistisch gesehen, geht es den Privathaushalten der Industrieländer schlechter als Griechenland. Vielleicht kommen nun einige der Weltverbesserer auf die Idee, den Banken eine Zwangsfinanzierung von Lebensmitteln an den Discounterkassen vorzuschreiben und bezeichnen dann dieses Konzept als moralische Umwertung der Werte.

Der intellektuelle Lügen-Konsumverweigerer

Mit so einem insolventen Publikum, das über keinerlei Werte mehr verfügt, ist kein Markt zu machen. Angebot und Nachfrage kommen in einem solchem Umfeld absolut aus dem Gleichgewicht. Die Marktgesetze gelten dann nicht mehr. Die Nachfrage ist zwar nach wie vor vorhanden, aber das Angebot kann aufgrund von fehlenden finanziellen Mitteln und mangelnder Kreditwürdigkeit nicht abgefragt werden. Das ist ein eindeutiges Schachmatt für den Markt. 

So wird jeder gerne zum intellektuellen Konsumverweigerer aus wirtschaftlichem Kalkül und nennt es dann ERWACHEN! Dabei diszipliniert ihn nur sein Geldbeutelhirn. Die wahren Zusammenhänge bleiben ihm unergründet. Die kleinen Dinge im Leben werden plötzlich wichtig, wie im Idyll der Kinderbücher,  weil man sich Wohlstand nicht mehr leisten kann. So macht sich der finanziell Ausgebrannt zum moralischen Idol einer neuen Welt der Entsagung. Diese Entsagung kommt allerdings nicht aus tiefer Einsicht, sondern ergibt sich aus der eigenen maroden finanziellen Situation, die man scheinheilig Konsumverweigerung nennt. In dieser Illusion der moralischen Hochwertigkeit lebt es sich leichter mit der Lüge.

Das Konsumverhalten der Menschen wird sich drastisch ändern und Containern wird bald nicht mehr zum intellektuellen Erfolg der scheinheiligen Konsumverweigerung werden - ohne Geld leben zu können. Die Menschen werden weniger kaufen, die Ladentheken werden der neuen Nachfragementalität angepasst und ie Container werden leerer.

Tafelläden werden unter dieser neuen Moral ebenfalls leiden. Das erhöht die Kosten für die soziale Bereitschaft des Staates. Das Karussell der Deflation beginnt und es gibt keinen Not-AUS-Schalter. Wer hier rausfliegt und das Gleichgewicht verliert, bricht sich das Genick. Das nennen die Ökonomen "natürliche Selektion in der Ökonomie".




1 Kommentar:

  1. Sicher kommt die Deflation. Denn die Deflation kommt immer erst dann, wenn die Leute keine Kohle mehr haben. Ganz einfach und durch Statistiken zu belegen. Dass es keinen Ausweg gibt, halte ich für ein Märchen. Schließlich ist Wirtschaft immer noch Menschenwerk. D. h. man müsste einfach die Forderungen streichen, damit verschwinden auch die Schulden und die Kapitalismus-Party könnte neu starten. Das will man aber nicht, nicht solange es anders geht. Das was in Zypern passierte diente lediglich dazu, etwas Zeit zu schinden. Man hätte das auch gleich europaweit machen können, aber das wollte man offensichtlich nicht. Formaljuristisch könnte man aber so etwas wie in Zypern jederzeit euopaweit durchführen. Wenn man keine Bürgerkiege heraufbeschwören will, dann wird man das auch auf die elegante Art und Weise durchführen. Ansonsten bleiben eben nur die harten Szenarien wie 23/24 oder die Währungsreform nach dem 2. WK.
    Der Knackpunkt ist: einfach so Forderungen zu streichen, das macht man nicht. Warum auch? Solange ein paar Millionen Menschen auf dem Planeten immer noch gut verdienen und die Bevölkerung unter Kontrolle gehalten werden kann, spielt man weiter. Das Spiel muss offensichtlich bis zum bitteren Ende gespielt werden, solange es eben geht. Natürlich kommt die Deflation. Das Preisniveau muss sinken, denn Absatzrückgängen kann man letztlich nur über Preissenkungen entgegenwirken. Früher oder später führt eine Deflation zur Hyperinflation und dann ist das Spiel vorbei - jedenfalls für den Pöbel. Dann kommt die große Umverteilung, der Reset.

    Tatsächlich werden die Zeiten immer düsterer, viel Zeit bleibt nicht mehr. Der Planet ist schon vergiftet und verseucht. Da der Mensch die Schizophrenie lebt, entscheidet er einerseits unternehmerisch - für den Profit, für die Firma, gegen Endkunden, gegen Arbeitnehmerrechte usw. - will sich aber privat eine gewisse Idylle bewahren. Dass das nicht ewig gut gehen kann, ist ihm vielleicht bewusst, aber einen Ausweg sieht er nicht. Schließlich kann man sich in unserem System nur Freiheit und Wohlstand mit Geld kaufen, also muss man konform sein mit dem System. Es wird also zum schlimmsten kommen. Ganz sicher.



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Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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