Montag, 17. März 2014

Krim: Wie schick ist der Westen überhaupt noch?

Wir leben in einer seltsamen Zeit. In einer Zeit, in der politische Entscheidungen je nach Mode getroffen werden. Momentan gilt der Westen als schick und was schick ist, muss gut und richtig sein. Ein Prüfen der Fakten und der daraus resultierenden Konsequenzen in Bezug auf das EU-Abkommen mit der Ukraine, interessiert die meisten Menschen offensichtlich nicht.  Dem entsprechend ist die Berichterstattung aufgebaut. Nun ist der Westen pikiert, weil er für die Krim nicht die erste Wahl ist. Denn kühles, wirtschaftliches Kalkül ist das Maß der Demokratie. USA-EU-Wohlstand wird nicht mehr überall mit Demokratie gleichgesetzt. Nach diesem ukrainschen Theater hat der Westen den letzten Rest seiner Glaubwürdigkeit eingebüßt.

Schon bellen die getroffenen Demokratieverfechter, die nichts anderes sind als modische, politische denkende Menschen, in den Kommentarforen der Massenmedien, die Verschwörung "Wahlbetrug" in den Nachthimmel. Wie eine beleidigte und abgewiesene Braut. Der gefühlte Modetrend wurde auf der Krim nicht bestätigt. Eine Blamage für die Designer des Volksaufstandes. 

Manch einem erscheinen die 93% bzw. 95% Zustimmung merkwürdig. In Deutschland ist man lediglich Volksabstimmungen mit knappen Mehrheiten gewohnt. Doch auf der Krim geht es um existenzielle Sicherheit und die Angst vor radikalen Übergriffen eines neu aufflammenden Nationalismus in der Ukraine, der sich immer schon gegen die Russen richtete. Auf der anderen Seiten, sind hauptsächlich nur diejenigen zur Abstimmung gegangen, die für den Beitritt stimmten.So erschließt sich so machen jetzt hoffentlich, was ein Wahlboykott der Opposition bezweckt. 

Alte Wunde für neue politische Ziele = Nationalismus

Niemand kann abstreiten, dass die Ukraine bemüht war, den Russen ständig zu signalisieren, dass sie lediglich geduldet sind. Sei es durch die Sprachengesetze oder durch die zur Schau getragenen Abgrenzung der unterschiedlichen Kirchen.

Seit einiger Zeit machten sich NGOs daran, den Holodomo, medial und emotional für den nun geschehen Putsch, auf dem Maidan aufzuarbeiten. Mit derartiger medialer Erziehung und Bildung erzeugt man schnell und effektiv das Bild des korrupten Russen wie damals in den 1940er, der angeblich die Ukraine ausbeutet und vernichten will.


Genau dieser Grundgesang war ständig und immer vom Maidan aus, in die Welt hinausgetragen worden. Selbstverständlich unterstützten die westlichen Medien dies durch ihre unkritische Berichterstattung. Doch genau das wurde aufmerksam von den Russen in der Ukraine verfolgt.

Es kam nicht zu den geplanten Zusammenstößen auf dem Maidan, egal wie sehr man sich auch dort anstrengte. Erst die nicht identifizierbaren und zuordnungsfähigen Heckenschützen konnten mit Toten, einen Scheinvertrag mit der Jankukowitsch-Regierung erzwingen. Der 24 Stunden später bereits wieder Makulatur war.

Auch das wurde kritisch von den Russen registriert, aber nicht mit der gewünschten Aktion durch Gegengewalt beantwortet. Man bereite in aller Ruhe ein Referendum vor und nutzt die Demokratie für die eigenen Belange als Schutz vor eventuellen Übergriffen, die am Ende von den westlichen Medien nicht einmal beachtet worden wären. Das Vertrauen in den Westen in sehr stark gesunken und genau das spiegelt dieses Wahlergebnis wider.

Berichterstattung der Emotionen ohne Fakten = Propaganda

In all der Hektik und den emotionalen Empfindlichkeiten der korrekten modisch-politischen Entscheidung vergaßen vor allem die westlichen Medien das EU-Abkommen in allen positiven bzw. negativen Konsequenzen als Information zu transportieren. Man wollte unbedingt den Streit in der Ukraine auf dem Niveau einer Modeschau halten, wo der Tüll die Punkte entscheidet, anstatt die Qualität und die Verarbeitung.

In der Ostukraine zählten allerdings die gesammelten Fakten. Ebenso sind dort die Konsequenzen des EU-Abkommens in vollem Umfang bekannt. Massenarbeitslosigkeit und Firmenschließungen wählt nur ein Volk, das sich nicht informiert ist, als Bauchentscheidung.

Wer allerdings die jahrelanger Erfahrung im Kommunismus nicht vergessen hat, durch schaut den politisch-modischen Tüll, der in den letzten Wochen und Monaten von den Medien verbreitet wurde. Er kann ohne Probleme, Emotionen von Fakten unterscheiden.

Menschen, die unter dem Eindruck von Nationalismus stehen, sind emotional focusiert und erkennen nur dann Fakten als korrekt an, wenn sie Vorteile bringen. Nachteiliges wird ausgeblendet. Nationalsimus verleiht eine Art kindliche Unbeschwertheit, die Gefahren einfach ausblendet.Begehrlichkeiten stehen absolut im Vordergrund wie einst das goldene Persepolis für Hellas.

Persepolis ist abgebrannt und ausgeraubt - Hellas zerfällt

Der Westen wird nun die Kröte der breiten Ablehnung auf der Krim schlucken müssen. Es wäre sinnvoller, wenn er sich endlich für Neuwahlen in der Ukraine einsetzen würde, anstatt mit einer ungewählten Regierung völkerrechtlich bindende Verträge einzugehen. Das ist ein angemessenes Verhalten von Demokratien.

Dieses hastige Vorgehen wird den USA-EU noch auf die Füße fallen, wenn das EU-Abkommen später in der Ukraine von einer gewählten Regierung durchgesetzt werden muss. Der nächste Aufstand auf dem Maidan ist vorprogrammiert, doch dann stehen nicht die modebewussten, politischen Kurzfristaktivisten auf der Straße, sondern der "ganz normale Arbeiter", der gerade seinen Arbeitsplatz verlor oder seine Energierechnung nicht mehr bezahlen kann. Dort werden ratlose und enttäusche Menschen, diejenigen auf den Maidan zerren, die "blühende Landschaften" durch dieUSA-EU versprachen.

In diesen Zeiten, wird kein Kerry oder Steinmeier mehr den Maidan betreten und die Medien werden darüber nicht berichten, wie sie nicht über Rumänien und Bulgarien berichten.

Es wird wieder eine Zeit der knallharten Fakten in der Politik kommen ... doch dieser Zeit sind die heutigen Politiker nicht gewachsen. Sie sind Kunstprodukte von Rhetorikschulen und Frasendreschern, die sehr schnell die Beherrschung verlieren und das Sackmesser zücken.

Grundsätzlichkeiten der Demokratie, der Toleranz und des Humanismus sind ihnen fremd. Sie sind nur noch eine zündelnde Bande von Schmuddelkindern, die sich als Trendsetter begreifen. Niemand kann abschätzen, was diese Dankbande veranstaltet, wenn sie sich selber auf dem absteigenden Ast im internationalen Ranking erkennen.


1 Kommentar:

  1. "...Es wäre sinnvoller, wenn er sich endlich für Neuwahlen in der Ukraine einsetzen würde, anstatt mit einer ungewählten Regierung völkerrechtlich bindende Verträge einzugehen..."
    Darum geht es aber, Fakten schaffen, egal wie.

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