Sonntag, 16. März 2014

Russophobie: "Zeit" kündigt Journalisten aus politischen Gründen

Die Vergangenheit kommt wie immer aus der Zukunft geschlichen. "Zeit-Online" kündigt dem freien Journalist, Moritz Gathmann, weil er für "Russland heute" ebenfalls Artikel schreibt. Das tut er allerdings schon seit ca. 4 Jahren.  Daran störte sich "Zeit-Online" bis her nicht.  "Russland heute" ist übrigens als Beilage der großen Zeitung "Süddeutschen" erhältlich. 

Doch nun ist Gathmann ein Politikum für den großen Meinungsbilder. Der Altkanzler Schmidt stolz als Mitherausgeber nennt. Gathmanns Artikel werden von "Zeit-Online" mit einem diskriminierenden und warnenden  Vermerk am Ende geschmückt, der indirekt auf "russische Propaganda" hinweisen soll.

Zeit-Online markiert die Artikel von Gathmann wie folgt:

Offenlegung: Der Autor arbeitet für die vom russischen Staat mitfinanzierte Zeitungsbeilage Russland heute. Dies entspricht nicht unseren Grundsätzen. Wir entschuldigen uns dafür.

Das sind klar offene Anzeichen von Zensur in Deutschland und öffnen dem unbedarften Informierten einen Blick hinter die Kulissen und Auswahlpraktiken von Massenmeinungsbildungsverlagen in Deutschland. Personalabteilungen entscheiden daher nicht nur über die Qualität der Artikel, sondern über deren Inhalt. Im Fall Gathmann sah man das Ganz wohl anfänglich nicht als brisant, erst Hinweise von den fleißigen Kommentatoren auf "Zeit-Online" brachten den Verlag auf die richtige Spur, welche nur zur Kündigung führte.



Dem deutschen Leser ist offensichtlich aus Sicht dieses Medium nicht zuzumuten, dass er sich seine eigene Meinung bildet. Die Sichtweise aus Russland heraus, nach Europa ist ein No-Go in unseren Medien geworden. Anscheinend existiert eine gefühlte Absprache, dass nur noch die Sichtweise der EU und den USA auf die Welt, eine Relevanz in der Berichterstattung hat. Das ist zwar keine neutrale Berichterstattung im Sinne der Demokratie. Doch wo kein Kläger, da ist auch kein Richter. Ein Verfassungsschutz, welcher der Regierung unterstellt ist, wird hier garantiert keine Partei für die Demokratie ergreifen. Es scheint immer mehr so zu sein, dass die Demokratie der erklärte Feind der Regierungen ist.

Journalisten werden zum eigenen Zensor

Diese Entlassung wirkt sich garantiert, nachhaltig auf den Schreibstil der verbliebenen und aktiven Schreiberlinge aus. Niemand möchte seinen Job verlieren, auch Journalisten nicht. Von nun an, wird mit großer Wahrscheinlichkeit jeder vermeiden auch nur einen empathisch wirkenden Satz aus der Sicht Russlands zum Thema "Krim" und "Ukraine" in Artikel einfließen. Der Journalist wird so zu seinem eigenen Zensor. 

Bitte bedenken Sie, bevor Sie ihr Urteil über Zeit-Online brechen, dass vermutlich jeder Artikel zu diesen Themen in der Redaktion momentan gegengelesen wurde und wird. D. h.: Unachtsame Sätze wurden dort zwar vor Veröffentlichung eventuell umformuliert, aber der Name des Verfasser bleibt im Hinterkopf. Weiteres Beobachtung und Durchforsten von Privatenkontakten oder Vorlieben sind daher nicht ausgeschlossen.

Im heutigen Zeitalter der Datensammelwut von Geheimdiensten und deren regen Austausch untereinander, muss auch in Erwägung gezogen werden, dass sämtliche Journalisten heute auf der Beobachtungsliste des sogenannten Verfassungsschutzes stehen.

Es darf weiterhin davon ausgegangen werden, dass abgegebene Kommentare in derartigen Onlineportalen akribisch mitgelesen und sortiert abgelegt worden sind, um die angebliche Gesinnung des Schreibers zu analysieren.

Ein erschreckender Zustand unserer Demokratie. Wer heute die politische Auslegung zum Krim-Referendum kritisch betrachtet und als Akt der Demokratie beschreibt ist garantiert in den Augen der Beobachter, längst ein Kollaborateur, der Russen und erhält eine Kennzeichnung in seinem Datenstamm.

Wobei mir persönlich nicht klar ist, was der politische Feind in Russland eigentlich ist. Russland ergibt sich wie die übrige Welt der Marktwirtschaft. Der einzige Unterschied ist, dass nicht die us-britischen Ölkonzerne den Energiemarkt in Russland dominieren, sondern russische.

Einen weiteren Aufschluss geben die von Wikileaks veröffentlichten Depeschen über die Hintergeschäfte der westlichen Ölindustrie mit Chodorkowski:


In a similar move, the Russian firm Lukoil,
which is closely connected with the
Russian government, cut off oil shipments to the Mazeikiai refinery after Lithuania
sold a controlling share in the firm to a U.S. firm, Williams International. As a
result, the refinery remained
unprofitable. In 2002, Williams sold its shares in the
refinery to the Russian oil firm Yukos, a
competitor to Lukoil that offered to supply
the refinery with oil. In 2004, Yukos came under attack from the Russian govern-
ment, allegedly for tax evasion. Observers
believe the move could be an effort by
Russian President Vladimir Putin and his cr
onies to gain greater control over Yukos’s
assets and the Russian oil sector as a whol
e, a development that
some believe could
have negative consequences
for Mazeikiai and Lithuania.
Quelle: http://wlstorage.net/file/crs/96-584.pdf

Kommentare:

  1. "...Wir entschuldigen uns dafür..."
    Spucken sollte man auf ihn und ihn vierteilen.

    AntwortenLöschen
  2. ".... Der Journalist wird so zu seinem eigenen Zensor...."
    Nichts Neues im Westen. Das kennen wir ja schon von den Artikeln im Sinne der Klimasekte! Wie bei der GMO-Mafia auch fliegt jeder, der die "Wahrheit" sagt.

    AntwortenLöschen

Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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