Mittwoch, 25. Juni 2014

Herrenmenschen: Nicht nur Gauck ist ein NAZI bzw. Dschihadist

In Deutschland tut sich ein historisches Bildungsdefizit auf. Faschismus und Nationalsozialismus (NAZI) werden grundsätzlich mit Antisemitismus gleichgesetzt. Das ist allerdings falsch. Selbst Semiten und Priester können Faschisten sein. 

Faschismus ist das Gedankengut der Herrenmenschen. Friedrich Nietzsche prägte dieses Wort, da der Faschismus zu seine Lebzeiten noch nicht erfunden war. Herrenmenschen haben die Eigenart, aus ihrer sozialen Stellung und ihren Lebensumständen Regeln, Normen und Gesetze zu formulieren, die ihnen gut tun. Daraus formuliert sich: "Was mir gut tut, tut auch anderen gut." Dieses Thema war schön des öfteren Gegenstand meiner Blogs.

Todenhöfer über Gauck 2014
Die heutigen Herrenmenschen sind davon überzeugt, dass ihr Kaufmannsrecht, das sie fälschlicher Weise als Rechtsstaat bezeichnen, für alle Menschen ein Segen sei. Wer sich diesen Gesetzen, die sie GUT heißen, nicht unterwirft, wird bekämpft - auch mit dem letzten Mittel - dem Krieg.

Unlängst veröffentlichte ich eine Bundestagsrede der Angela Merkel aus dem Jahre 2003, als sie noch nicht Bundeskanzlerin war. Sie ging in dieser Rede auf die Rechtfertigung des Irakkrieges ein. Dafür zitierte sie aus der Bergpredigt des Jesus bzw. Christus, der als Begründer des Christentums gilt.

In der Auslegung der Bergpredigt, behauptet Merkel "selig sind die Friedensstifter", bedeute nicht, dass die Friedfertigen selig sind, sondern diejenigen die Frieden mit Krieg bringen. Damit wäre wohl alles gesagt und Gaucks Einstellung zu Militäreinsätzen der Bundeswehr ist selbst für einen Priester plötzlich kein Problem mehr. Daher ist Todenhöfers Vorwurf, "Gauck sei ein Dschihadist" mehr als treffend.

Selbst der Vorwurf der Linken, das Gauck ein Kriegstreiber ist, damit als richtig belegt. Selbst der Wurf des NAZIs würde unter dieser Faktenlage greifen. Das einzige was richtig ist: Gauck ist kein Antisemit - doch das befreit vom Gesinnungsstand des Faschisten und NAZIs noch lange nicht. Das kann lediglich dem unbebildeten Teil, der Bevölkerung erklärt werden.







Im Ausland fußt die Definition von "NAZI" und "Faschist" auf einer viel breiteren, historischen Betrachtung. Andere Länder in Europa überfielen die NAZI ebenfalls, obwohl sie keine Juden oder Simiten waren. Daher wirkt die NAZI-Diskussion auf das Ausland betrachtet, die Deutschland führt, sehr befremdlich.

Selbst die Auslegung, Faschismus bzw. Nationalsozialismus sei an der antidemokratischen Einstellung der Parteien und deren Anhänger zu erkennen, kann nicht gelten. Da unsere regierungsfähigen Parteien selber einen sehr beängstigenden antidemokratischen Politikkurs an den Tag legen.

Antidemokratisch bedeutet, dass die wirtschaftlichen Interessen über die menschlichen Interessen der Bevölkerung gestellt werden. Die heutige Politik begreift sich als Dirigent (Primat) der Wirtschaft, mit dem alleinigen Gewaltmonopol, um den Menschen für die Wirtschaft zu formen. Es gab bis heute keine andere Vorstellung von Gemeinschaft in der Menschheitsgeschichte. Daher leben wir schon immer im Faschismus, auch wenn diese Wort erst im letzten Jahrhundert massentauglich benutzt wird.

In ihrer Auffassung von Gerechtigkeit hat sich längst die Vorstellung gefestigt, dass der Mensch durch die Hilfestellung der Politik sich den wirtschaftlichen Bedingungen anpassen muss. Das ist Vergleichbar mit der Industrialisierung zu Beginn des 18. Jh.

Damals vertraten die Liberalen die Auffassung, dass der Mensch sich dem Takt der Maschinen anzupassen hat. Der niedrige Mensch lebe lediglich dazu, den Mehrwert des erstarkenden Großbürgertums zu mehren. Damit wechselte das adlige und monarchische Denke in die Köpfe des damaligen Bürgers.

Es kam erst zu einer Änderung als Engels zusammen mit Marx, als Industriellensproß das Elend der Arbeiter nicht mehr ertragen konnte.

Heute verhält sich daher der Arbeiter in den industrialisierten Ländern so, wie das Großbürgertum sich damals gegenüber der niedrigen Bevölkerung verhielt - eben dekadent. Die widrigen Lebensumstände, werden der mangelnden Bildung zugeschrieben und nicht den wirtschaftlichen Mehrwertexzessen.

Daher die gauksche Einstellung kein rein deutsches Phänomen, sondern eben die ganz normale Logik des Herrenmenschtums - des ökonomischen Denkens. Dieses Vorgehen mit all seinen Argumenten zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Menschheitsgeschichte.

So wetterten bereits die alten Römer und die antiken Griechen gegen die Barbaren, weil diese einfach nicht begreifen wollten, dass das griechische bzw. römische Handelsrecht mit all seinen Vorzügen für die Urheber dieser Logik auch ihnen Vorteile in gemindertem Masse bringen könnten, wenn sie selber im Stande sind, eigenen Barbaren zu entwickeln.

Diese Form des ökonomischen Denken gilt heute als Weltvernunft. Sie lebt davon, dass Freund zu Feind wird und umgekehrt. Die Hauptsache ist, es ist ein Feind und ein Schuldiger da, der für die Defizite der Ökonomie mit schlecht bezahlter Leistung und billigen Rohstoffen in Haftung genommen werden kann.

Daher unterhalten wir uns nie wirklich um einen Ausgleich der wirtschaftlich erzeugten Defizite, sondern suchen mit all unserer ökonomischen Intelligenz nach neuen Mittel und Wegen - eben Regeln, Gesetzen und Normen, um anderen Mehrkosten aufzubürden, von denen widerum nur wenige profitieren.

Unter dieser Prämisse stellen sich sämtliche politischen Parteien zur Wahl in unserer Demokratie, mit dem Ziel eine ersichtliche Minderheit zu benachteiligen, weil diese Nachteile den Vorteil der anderen ausmachen.

Leider gelingt es nur den wenigsten, diesen Kuhhandel im Kopf tatsächlich aufzulösen. Die meisten verfallen dadurch wieder in die ökonomische Logik, die nur dann funktioniert, wenn Mehrwert erzeugt wird. Aus diesem Mehrwert heraus sind sie nur im Stande Gerechtigkeit denken zu können.

Es ist ihnen einfach nicht möglich den Mehrwert, als Ursache des Defizit zu erkennen, daher ist jeder auf seine Art, entsprechend seinem sozialen Status früher oder später bereit zur Waffe zu greifen. Es ergeben sich verschiedene Szenarien für die Zukunft. Die wahrscheinlichste ist, dass in dieser Zukunft private Unternehmen ihre privaten Armeen unterhalten bzw. mieten. Wie es z. B. gerade in der Maidan-Ukraine passiert.

Ein Vietnam wie in den 1960er wird es daher nicht mehr geben. Die privaten Armee dieser internationalen Wertschöpfungsketten agieren selbstständig, die benötigen nur noch momentan die offizielle Genehmigung der Demokratievertreter der verschiedenen Länder.

Aus diesem Grunde streben die USA auch keinen NATO-Beitritt der Ukraine oder Georgien an. Die Demokratie der NATO ist zu groß und die wirtschaftlichen Interessen mittlerweile zu gegensätzlich. Ohne NATO-Beitritt können Konflikte für die internationalen Mehrwertunternehmen besser durchgesetzt werden und die anderen Länder stehen diesem machtlos gegenüber.

... Denn in unserer Welt der Ökonomie gilt: "Man tut es, weil man es machen kann ...!" Das bedeutet, nur wer eine Armee unterhalten und besolden kann, kann Krieg führen. Das ist kein neues Gesetz, das gilt seit es Krieg gibt.

Die wirklichen Krieg werden grundsätzlich und immer gegen die Zivilbevölkerung geführt. Das wird heute immer klarer, wenn man die militärischen Gerechtigskeitsausübung der Industrievolkswirtschaften in den Rohstoffländern beobachtet.

Deren Armeen rekrutieren sich nicht aus geldhungrigen Menschen, die Sold in der Armee verdienen wollen, sondern aus Menschen, die für ihr Überleben = kaufmännisches Recht zu ihren Gunsten - kämpfen. (siehe Ukraine)

Daher haben die Industrienationen keine Skrupel Hightechmaschinen gegen Steinschleudern einzusetzen. Sie halten das für die Gerechtigkeit des Stärkeren, von der sie behaupten sie hätten diese längst überwunden.

Nicht das Gold oder Geld hat und macht die Macht, sondern die Einbildung, dass Eigentum der Materie eine andere Wirkung verleiht führt erst zum Willen der Macht.

Wer keine Macht will, will auch keinen Krieg. Wer keine Macht will und daher auch nicht herrschen will, nimmt niemanden etwas weg. Daher muss die Menschheit seinen Focus von Geld und Geld abwenden und die Tatsächlichkeiten versuchen zu sehen.

Doch das gelingt selbst einem kritischen Professor Hartmann nicht. Vielleicht in 20 Jahren ...


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