Montag, 21. Juli 2014

ALDI: Gute Milliardäre - böse Oligarchen

Mein Beileid an die Familie, die über ihren Vater, Opa und Urgroßvater trauert. Diese Trauer liegt fernab jeder öffentlichen Betrachtungsweise der Person ALBRECHT und dessen gesellschaftliche Auswirkungen als Entscheiderung über sein Geld. Das muss akribisch getrennt werden. Ich zünde für jedes erloschene Leben auf dieser Welt eine symbolische Kerze an. Diese Kerzen sind alle gleich groß, egal wie reich der Mensch war oder wie moralische positiv oder negativ das erloschene Leben von den Lebenden beurteilt wird, denn nicht der Mensch an sich wirkt, sondern sein Bankkonto - eine ganz normale Moral in der heutigen Zeit. 


Aldi Mitbegründer Karl Albrecht ist im Alter von 94 Jahren am Mittwoch, den 16.07.2014, verstorben. Nun erhebt sich der öffentliche Lobgesang auf einen toten Wirtschaftsakteur und deutet eine Trauer um eine imaginäre Person an, die lediglich in den Bilanzen des Unternehmens existiert. Unternehmerische Entscheidungen sind nicht getragen von privaten, moralischen Einstellungen. Das sollte endlich mal klar sein. Sie dienen lediglich dem Profit. Daher müssen erfolgreiche Unternehmen, moralische Animositäten in bares Geld umwandeln oder sie werden nicht realisiert. 

Albrecht war Vater, Sohn, Opa, Ehemann, Freund und Feind, wie jeder andere männliche Mensch auf diesem Planeten. Der einzige Unterschied zu allen anderen besteht darin, dass er einen höheren Kontostand vorweisen kann, weil er Privates so akribisch vom Geschäftlichen trennen konnte. 

Nun kann der übliche Schwanengesang angestimmt werden, den sie allerdings hier nicht finden werden. Das sollen andere übernehmen. Ich persönlich fühle mich dieser Moral nicht verpflichtet.

Die Gutmenschen werden in seinem Tod das übliche Leid des Kapitalismus erkennen, dass Albrecht sein Vermögen in der Ewigkeit des Tode nicht mehr dienlich ist.  Doch Albrechts und aller anderen Ewigkeit wird eben nur von den Lebenden gelebt. Daher werden die Vermögen der Toten an die lebenden Nachkommen übertragen, wie es seit dem Feudalismus üblich ist.

Wäre es anderes und würde sich das Vermögen der Albrechts nach ihrem Tod im Nichts auflösen. Es wären viele Menschen arbeitslos und der Rest der geschäftstüchtigen Welt würde sich wie Aasgeier über die herrenlosen Geschäftsfilialen hermachen, in der Hoffnung "durch eigene Aasgeierei" erfolgreich zu werden, um gutes für die Menschheit zu tun.



Die Albrechts genießen eben ein anderes Image als Schlecker. So wurde Schlecker zum Sinnbild des Ausbeuters, obwohl sein Vermögen nie an das der Albrechts heranreichte. Eine wirtschaftliche Besprechung dieses Phänomens führt auch nicht zum Ziel der Erkenntnis. Sie mündet lediglich in die Erkenntnis eines Managementfehlers. D. h.: Mehr Gewinne mit weniger Personal- und Filialaufwand. Jetzt verteilt sich der Schleckerumsatz auf die übrigen Discounter und trotzdem laufen die Geschäfte nicht gut. Doch das steht auf einem anderen Papier und wird hier ebenfalls nicht besprochen. Hier wird die Tradition der Bewertung und Rückschlüsse kritisiert - das angebliche Denken - das nur anerzogener Automatismus ist und kein freier Wille.

Der Reichtum der Albrechts basiert nun mal nicht auf der eigenen Leistung der Familie, auch wenn dies in der heutigen Wertegesellschaft so als richtig anerkannt ist. Geleistet haben andere in abhängiger Beschäftigung und in Abhängigkeit zum politisch gewollten Monopol der Albrechts.

Daher betrachte ich es als sehr fragwürdig, derartige politische Akteure aus der Wirtschaft als große Persönlichkeiten des Anstands und der Bescheidenheit zu adeln und damit zum edlen, moralischen Vorbild für die Gesellschaft zu bilden.  ALDI ist ein erfolgreiche Akteur im Spiel um den Profit, was wir Marktwirtschaft nennen.

Warum war ALDI so wichtig für die BRD als Exportnation?

ALDI ermöglichte mit seinem Konzept der übrigen Wirtschaft niedriger Löhne zu zahlen, als wenn es noch das Tante-Emma-Laden-Prinzip gegeben hätte. Daher war ALDI politische und damit wirtschaftlich gewollt. Jede Stadt bettelte damals, dass ALDI eine Filiale in der Innenstadt eröffnet. Ja! Sie haben richtig gehört ... ALDI war früher einmal immer in den Innenstädten.

ALDI wurde auch verziehen, dass er in den 1990er plötzlich nicht mehr Filialen anmietete, sondern selber baute und damit ganze Shopping-Projekte zu Bauruinen werden ließ, die heute immer noch als Abschreibungsobjekte von Immobilienfonds stehen.

So bleiben ALDI nur ein Milliardär in der Wahrnehmung der Menschen, als Oligarchtum würde niemand dieses Imperium hier bezeichnen. Es käme auch niemand auf die Idee, den Lebensmittelvertrieb in Deutschland, der unter wenigen Akteuren aufteilt ist, als kommunistisches Unterfangen zu bezeichnen, weil es privatwirtschaftlich profitorientiert ist.

Karl Marx übersprang in seiner Idee vom Marxismus eben nur die Monopolbildung im Kapitalismus und erklärte diese als Staatseigentum. Woraus der Staatskapitalismus begründet. Trotzdem ist es den Menschen nicht erkennbar, dass Kapitalismus und Kommunismus ein und dasselbe sind. Sie sind nicht Gegensatz. Sie sind beide vom Profit angetrieben.

So kann man heute tatsächlich wissenschaftlich nachweisen, dass Unternehmer soziale Individuen sind, die Arbeit schaffen und damit Gutes für die Menschen tun. Der Unternehmer wird heute plötzlich zu einem Sozialist und das Unternehmertum zum Sozialismus.

Vielleicht ermöglicht das dem einen oder anderen über die Bezeichnung "Nationalsozialismus" nachzudenken.


Der Eigentumismus

Selbst Gott ist nur eine Marketingidee, die bis in die heutige Gesetzgebung und Rechtsvorstellung wirkt, auch ohne Kirche. Wir leben mitten in einer Religionsgemeinschaft, in der wir den Götzen - das Eigentum - nicht mehr benennen, sondern an seiner Statt alle möglichen Götter uns erfinden, nur um den Kern der heutigen Wahrheit nicht als Lüge zu erkennen.

Religion ist ein Denkprinzip, das mit Gewalt und Strafe antrainiert wird. Die einzige Religion die auf dieser Welt überall gilt, ist der Eigentumismus. Die Sprache des Profits und seine Funktionsweise ist überall bekannt, egal welche Religion gerade in dieser Region als dominant angesehen. 

Daher duldet der Eigentumismus jede Form von Göttern neben sich, da sie nur ein Resultat des Eigentumismus sind ohne Eigentumismus nie von den Menschen hätten erfunden werden können.

Die Eigentumsreligion existiert auch dann noch, wenn die Menschheit entscheidet es gibt keine Götter, denn sie hält das Eigentum nach wie vor für existent und ordnet Material als Eigentum eine andere Auswirkung zu als der Materie an sich. 

Eigentum ist eine angenommene Wirkung von Materie, die physikalisch nicht existiert!

Naturalistisch gesehen, gibt es keinen Unterschied zwischen den Menschen, doch der Eigentumist findet immer etwas, um die Menschheit eines besseren zu belehren. Der Eigentumist ist davon überzeugt, dass es wertvolle und noch wertvollere Menschen gibt. Er hält sich allerdings niemals für einen Faschisten.

Euer Politprofiler

Kommentare:

  1. Dummheit

    "Trotz der heiligen Versprechen der Völker, den Krieg für alle Zeiten zu ächten, trotz der Rufe der Millionen: 'Nie wieder Krieg', entgegen all den Hoffnungen auf eine schönere Zukunft muß ich sagen: Wenn das heutige Geldsystem, die Zinswirtschaft, beibehalten wird, so wage ich es, heute schon zu behaupten, daß es keine 25 Jahre dauern wird, bis wir vor einem neuen, noch furchtbareren Krieg stehen.
    Ich sehe die kommende Entwicklung klar vor mir. Der heutige Stand der Technik läßt die Wirtschaft rasch zu einer Höchstleistung steigern. Die Kapitalbildung wird trotz der großen Kriegsverluste rasch erfolgen und durch Überangebot den Zins drücken. Das Geld wird dann gehamstert werden. Der Wirtschaftsraum wird einschrumpfen, und große Heere von Arbeitslosen werden auf der Straße stehen.
    …Wie zu alten Zeiten wird man dann nach dem Länderraub trachten und wird dazu wieder Kanonen fabrizieren müssen, man hat dann wenigstens für die Arbeitslosen wieder Arbeit. In den unzufriedenen Massen werden wilde, revolutionäre Strömungen wach werden, und auch die Giftpflanze Übernationalismus wird wieder wuchern. Kein Land wird das andere mehr verstehen, und das Ende kann nur wieder Krieg sein."

    Silvio Gesell, 1918 (direkt nach dem Ende des 1. Weltkrieges)

    "Gegen das Böse läßt sich protestieren, es läßt sich bloßstellen, es läßt sich notfalls mit Gewalt verhindern, das Böse trägt immer den Keim der Selbstzersetzung in sich, indem es mindestens ein Unbehagen im Menschen zurückläßt. Gegen die Dummheit sind wir wehrlos. Weder mit Protesten noch durch Gewalt läßt sich hier etwas ausrichten…
    …Um zu wissen, wie wir der Dummheit beikommen können, müssen wir ihr Wesen zu verstehen suchen. Soviel ist sicher, daß sie nicht wesentlich ein intellektueller, sondern ein menschlicher Defekt ist.
    …Daß der Dumme oft bockig ist, darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß er nicht selbständig ist. Man spürt es geradezu im Gespräch mit ihm, daß man es gar nicht mit ihm selbst, mit ihm persönlich, sondern mit über ihn mächtig gewordenen Schlagworten, Parolen etc. zu tun hat. …So zum willenlosen Instrument geworden, wird der Dumme auch zu allem Bösen fähig sein und zugleich unfähig, dies als Böses zu erkennen."

    (aus "Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit", 1943)

    Hätte sich Dietrich Bonhoeffer (1906 - 1945) die Ursache der Dummheit bewusst machen können, wäre er kein Theologe mehr gewesen. Denn es ist die Religion, die – unabhängig von "Glaube" oder "Unglaube" – den Kulturmenschen verdummt, damit er in einer noch fehlerhaften Makroökonomie, die Massenarmut, Umweltzerstörung und Krieg unvermeidlich macht, die "Mutter aller Zivilisationsprobleme" bis zum eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation nicht sieht und auch gar nicht erst sehen will:

    Einführung in die Wahrheit

    AntwortenLöschen
  2. Auch wenn der Zins abgeschafft ist, wird immer noch über den Profit verarmt. Der Profit ist der Ursprung des Zinsgedankens im Geldsystem und der Tauschhandel ist der Ursprung des Geldsystems.

    Silvio Gesell arbeitet ebenfalls mit Zins in seinem Geldsystem. Es ist der Negativzins. Es spielt keine Rolle ob ich das Geld durch Verfall entwerte (Negativzins) oder durch Positivzins. Es ist ein und dasselbe.

    AntwortenLöschen

Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Neueste Meldungen

Regelmässige Leser

Internetradio

mit politischen Themen und Hintergrundinformationen, die in den Mainstreammedien verschwiegen werden oder als Halbwahrheiten publiziert werden von keuronfuih

Politprofiler (keuronfuih) hat sich zur Aufgabe gemacht, die Beweggründe der Politik aufzudecken, denn Systemkritik scheint in unserer Medienlandschaft der Selbstzensur zum Opfer gefallen zu sein.

Alles was in der Politik passiert ist von Langer Hand geplant, das ist nicht nur ein Spruch sondern die Wahrheit. Aber warum entscheiden sich unsere Politiker immer mehr gegen das Volk und für die Wirtschaft?

Bilden Sie sich Ihre Meinung selbst, aber geben Sie sich die Möglichkeit, alle Hintergründe zu erfahren.

Wir stellen hier nicht den Anspruch, alles zu wissen, aber bemühen uns, alles, was wir in Erfahrung bringen können zu publizieren.
---------------------------------------------
Ravensburg, Friedrichshafen, Lindau, Tübingen, Freiburg, Lörach, Memmingen, Augsburg, Ulm, Keuronfuih, Politprofiler, Wertelehre, Umwertung der Werte