Mittwoch, 9. Juli 2014

Deutschland / Brasilien: Rekordniederlage ist auch nur verloren

David Luiz ist einer der Mutigen, die nach dem Spiel mit Tränen in den vor die Kamera tritt. Er entschuldigt sich bei den Brasilianern mit den Worten: "Ich wollte nur meinem Volk Freude bereiten. Allen, die so viel zu leiden haben. Ich möchte mich bei allen Brasilianern entschuldigen." Tatsächlich war dieses Spiel wie alle anderen ein Spiel zwischen Adidas und Nike, inkl. den vielen Werbeeinblendungen und T-Shirt-Verkäufen. Es war und ist eine kapitale Schlacht in Absatzmärkten die jedem Verstand entbehren.

Fans sind nichts anderes als geistlose Wesen, die fanatisch im Geist einer selbst angenommen größeren Macht denken. Diese funktioniert mit Religionen, Ideologien genauso wie mit allen anderen Spielarten der menschlichen Fantasie. Sie sind gelebte simulierte Realitäten. Die heute so real sind, dass sie Menschenleben kosten oder die Lebensqualität von vielen Menschen zum Wohlstand weniger aufzehren, wie hungrige schwarze Löcher.



Heute haben wir viel Wohlstand, der durch viel Lebensenergie und Lebensleistung der sogenannten Kapitalismusverlierer befriedigt werden muss. Das ist die heutige Rechtslage. Der Rest der Menschheit muss immer mehr Leistung und Kraft aufwenden, um nicht auch noch vom Wahlstand geschluckt zu werden. Das ist nun mal die Funktionalität des Kapitalismus - die sogenannte Eigendynamik. Ein simuliertes Universum, dass sich aufgrund der UrknallTheorie durch Implusion  immer wieder zu erneuern versucht. Landläufig nennt man das Revolution oder Umverteilung.

Neben den wütenden Schreien gegen brasilianische Spieler (Prügelknaben), gab es auch Sprechchöre gegen Brasiliens Präsidentin Rousseff. Sie ließ sich wohl durch die FIFA und die vielen Wirtschaftsillusionen zur WM überzeugen wie viele anderen Staatsmänner und -frauen. Ein verheerender Fehler.

Eigentliche hätte Brasilien aus der WM in Südafrika lernen können. Verdient haben nur wenige. Darunter auch die FIFA. Sie schäffelte 6 Mrd. Euro in diesem Land der beschämenden sozialen Unterschiede. Die Karavane der Gutmenschen ist längst aus Südafrika abgezogen und überließ die vielen umgesiedelten Menschen ihrem Schicksal. Der große Mandela sah ebenfalls stillschweigend darüber hinweg - wie viele Friedensnobelpreisträger auch.

Die Weltöffentlichkeit bleibt durch Nichtberichterstattung daher absolut emotional unberührt und kann sich kein schlechtes Gewissen über die heutige Freude und den Gewinn des Fußballspieles machen.

Es ist einfach unverantwortlich Nationen in ein angeblich unverlierbares Kapitalspiel wie die WM zu verwickeln und damit die letzten Reserven aus der Staatskasse für die großen Gewinne der Globerplayer ziehen zu können. Wo gewonnen wird, muss auch verloren werden - nur so funktioniert das Spiel um Kapital und vor allem um Macht.


Eine WM macht nur wenige satt

Neue Stadien bringen dem 200 Millionen Volk in Brasilien keine besseren Lebensumstände. Ein kurzfristiges Glücksgefühl über ein gewonnenes Fußballspiel ersetzt keine Mahlzeit und keine ordentliche Unterkunft. Die geschaffenen Arbeitsplätze durch den Bau der Stadien sind längst Geschichte in Brasilien.

Daher kann nicht behauptet werden, dass Sport heute unpolitisch ist. Da die Geldmengen für diese Veranstaltungen mit Politik aus den Rippen des Volkes geschnitten werden, um uns in Europa schöne Bilder über glückliche, tanzende Brasilianer liefern zu können.

Wer spielt, spielt gegen das eigene Verlieren. Spielen funktioniert nur so lange, wie es Teilnehmer gibt, die das Risiko eingehen wollen, den Verlust zu ertragen. Das mag im ersten Moment banal klingen, das heute gilt: "Hauptsache man ist dabei ...!" ... doch wenn das Spiel auf das Leben als Kapitalismus übertragen wird, geht es tatsächlich tagtäglich um Leben und Tod.

Doch selbst der Tod ist heute eben nur ein Verlieren, das seltsamerweise als Gerechtigkeit empfunden wird. Jedes Spiel ist wie ein Krieg. Der Verlierer hat aber in diesen riesigen, kommerziellen Veranstaltungen nicht nur die Schmach zu ertragen, sondern muss eben auch die Rechnung bezahlen.  Wer nur einen Euro abgeben muss und keinen in der Tasche hat, ist der Leidtragende - das ist Kapitalismus. Er sagt: "Streng dich mehr an, dann bist du wieder im Spiel!" Doch volle Taschen gibt es nur, wenn man anderen die Taschen leert. Ein ganz einfacher mathematischer Grundsatz. Aus diesem Grund wurden auch die "unnatürlichen Zahlen" erfunden = "-1" = die Schuld.

Müsste die FIFA aus ihren eigenen Mitteln die Stadien bauen, die sie von den Austragungsländern fordert und die geforderte Infrastruktur selbst finanzieren, würden diese Spiele längst nicht mehr ausgetragen werden. Daher steht das was wir als Recht und Richtig ansehen, momentan im falschen Licht. Die Spiele wären unfinanzierbar. Das bedeutet in der Umkehrung: Der Kapitalismus ist nur finanzierbar, solange es funktionstüchtige Staaten gibt, die bereit sind, alles zu geben, um zu verlieren.

Doch wer diese nun mit seinem kommerziellen, ökonomisch geschulten Hirn als Weisheit begreift, kommt zum falschen Schluss. Nicht die Staaten gehören abgeschafft, damit der Kapitalismus funktioniert, sondern der Kapitalismus ist das falsche Konzept für die Funktionalität der Menschheit und deren Existenz.

Brasilien ist eben nicht Russland

Der Kapitalismus ist daher genauso sinnlos wie jeder Wettkampf und jede Weltmeisterschaft. Würde Brasilien als kommunistisch regiertes Land verstanden wie Russland, hätten sich unsere Medien schon im Vorfeld der WM das Maul über die verheerenden Zustände und über das exzessive Vorgehen der Polizei in Brasilien das Maul zerrissen. 

Da aber Brasilien nicht zu den "kommunistischen Ländern" dieser Welt zählt, ist alles im "grünen Bereich" und nichts ist zu beanstanden, obwohl gerade bei Bekanntwerden des Austragungsortes 2014 bereits die ersten Teilnahmeverweigerungen hätten eintrudeln sollen.

Daher kann sich ein denkender Mensch über keinen deutschen Sieg und auch nicht über einen brasilianischen Siege freuen. Es verliert jedes Mal die Menschlichkeit wie in jedem anderen Krieg auch.


Ich empfehle die Dokumentation: Heiliges Blut - Blutige Begierde (2011). Diese Doku musste aufgrund ihre Brisanz mit feministischen Akzenten aufbereitet werden, ansonsten wäre sie unausstrahlbar.








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