Mittwoch, 23. Juli 2014

Germanische Mythologie einfach verstehen

Heute noch begeistert sich eine Vielzahl von Menschen an den Geschichten der "Germanischen Mythologie", aber nur aus dem Verständnis der abrahmistischen Vorstellung von Gott, mit einer klaren Hierarchie, in der nur einer bestimmt, der andere folgt und gehorcht. Wer nicht gehorcht, wird vom Gott mit Hölle bestraft.

Die heute sehr verbreitete Meinung, dass die germanischen Mythologie eine Religion gewesen sei, entspringt daher mehr dem Willen von theologisch geprägten Wissenschaftern, anstatt tatsächlichen Fakten.

Die "Aufzeichnungen" über die "Germanische Mythologie" stammen frühestens aus den Jahren 800 n. Chr. Daher sind die Mythen über Schätze und Gold eine Erscheinung der Umbrüche durch das römische Reich. In römischen Aufzeichnungen um 100 n. Chr. ist lediglich bekannt, dass die "Germanen" - damit ist kein Stamm gemeint, sondern es ist ein Sammelbegriff für Unverständige - nicht verstehen wollten, warum sie ihre Wälder bzw. das Holz an die Römer verkaufen sollen. D. h.: Es gab kein Verständnis für Ökonomie oder den uns bekannten Wertvorstellungen. Des Weiteren beklagten sich die Römer damals, dass die Germanen kein Geld annehmen wollten, weil sie darin keinen Sinn sahen, etwas zu verkaufen.


Die bekannte "Germanische Mythologie" die uns bekannt ist, hat daher rein gar nix mit dem Ursprung der Philosophie dieser Menschen zu tun. Die Geschichten, die wir lesen sind längst in die Ökonomie assoziiert und berichten über Gold und Schätze. Wer kein Verständnis für Ökonomie hat, kann nicht über Goldschätze schreiben. Das bedarf einer tiefgreifenden Assoziierung, der auch die Germanen sich nach und nach unterwarfen. 

Diese Assoziierung ist längst in den Geschichten um 800 n. Chr. verwoben worden. Daher ist sie uns anscheinend verständlich.

Die germanische Mythologie ist viel eher das Stimmungsbild eines Stammes oder Gemeinschaft, mit der sie ihre Umgebung und wirtschaftliche Lage beschreibt, als eine Religion mit Altären. Es käme niemand auf die Idee, das Maskottchen eines Fußballvereines später als Kampfgott zu identifizieren.

Die spärlich überlieferten Sagen und Legenden über die germanische "Götterwelt" entspringen dem Willen, der Natur und das was die Menschen als Gefahr oder Wohltat empfanden sprachlich zu beschreiben.

Naturgewalten als menschliche Emotionen argestellt

In Zeiten in denen alles seinen gewohnten Gang nahm, herrschte Frieden in der Natur. D. h. all die Naturgewalten, die als Riesen, Zwerge, Elben und Götter die Erde erschütterten oder die Wasser am Himmel entfesselten, genossen das Leben, wie der Mensch auf der Erde. Daher unterscheiden sich viele Geschichten um die anscheinend selben Götter von Region zu Region.

Die germanischen Götter leben und sterben, heiraten und gebären Kinder. Sie sind auf der Erde, wie in der Luft - ich will nicht Himmel schreiben - im Wasser, auf der Erde unter der Erde, in Menschengestalt oder unsichtbar. Sie wandeln ihr Äußeres, je nach dem sie die Natur entfesseln oder bändigen. 


Etwaige Opfergaben die genannt werden, sind wahrscheinlich der regen Fantasie von emsigen Mönchen zu verdanken, die erst die Geschichten für zu Papier brachten. Für sie war es einfach unvorstellbar, dass Götter ohne Opfer verehrt werden - da sie doch selber so viel aufgaben.

Wesen, die das Geschick der Menschen leiteten waren in der Vorstellung dieser Völker, denen die germanische Mythologie mit ihrer heutigen Interpretation angedichtet wird, nicht bekannt. So etwas kann sich der heutige Mensch mit seinem Wissen nicht einmal mehr wage vorstellen, wie soll sich dann ein Christ 700 n. Chr. als gerade die Christianisierung in voller Blüte stand, in so etwas hineinfühlen - das wäre Blasphemie gewesen. Es käme einem Verrat am Kaiser, Fürsten und sonstigen Herren gleich. Selbst wenn sie es begriffen, hätten sie es nicht geschrieben. Auch ihnen war ihr Leben lieb.

Ein Gott ist eben nicht immer ein Gott

Brach ein anderes Zeitalter in der Wahrnehmung der europäischen, nicht christanisierten Völker an, spiegelte sich dies in ihren Naturgeschichten, in Göttergestalt. Die "Götterfamilie" erweiterte sich, es wurde gestorben oder gemordet. 

Da wo die Insel- und Küstenvökler vermehrt zur See fuhren, kam das einer Hochzeit zwischen Waldriesen und Meerelfe gleich. So entstand das was wir heute als "germanische Mythologie" kennen, was keinesweg bedeutet, dass diese Menschen kultartige Dienste gegenüber ihren Göttern, die wir nur als solche interpretieren, verrichteten, wie wir das aus dem Abrahmismus heraus kennen oder den uns sonst bekannten Hochkulturen.

Nicht alles was geschrieben steht entspringt demselben Geist, der es später liest und angeblich begreift. Wer hier nicht den Verstand gebraucht, sondern nur seine kulturell bedingte Vernunft, versteht alles nur falsch, eben nur aus seiner Weltanschauung heraus. Er fängt an - so wie es auch heute wieder geschieht - die Geschichten neu zu erzählen und neu zu interpretieren, bis hinein in die TV- und Kinoproduktionen.

Das meiste "Wissen" um die germanische Mythologie entstammt aus theatralischen Fiktionen angefangen von Wagner bis hin zu Hollywood und der Kinderserie "Wicky".

Papier ist geduldig

Ha - "Papier ist geduldig" - was ist das denn für eine Ausage? Haben wir etwas unser Papier personifiziert? Ist es jetzt ein Gott? ... trotzdem wissen Sie wie es gemeint ist. Wie aber versteht das jemand, der nicht unser kulturelles Gemeinschaftsgedächtnis teilt?

Wie verbissen suchen Archäologen nach "germanischen Kultstätten", um zu beweisen, dass es eben ganz "normal" ist Göttern zu dienen und zu ihnen zu beten. Es ist eben nicht alles gleich gedacht, obwohl es so verstanden wird, weil der "Versteher" das andere nicht kennt.

Die germanische Mythologie ist Dichtkunst. Es ist als wenn Sie heute sagen: "Der Donner grollt..." Sie versinnbildlichen nur die Natur mit Worten. Das machte die Dichtung schon immer. Es wäre zu banal in einer Erzählung zu sagen: "Es donnert". Man schreibt eher: "Der Donner grollt, wie wütende Pferde jagen die Götter über die Wolken. Ihr toben entfacht den Wind, der als Sturm den Regen niederpeitsch und in Fluten das Wasser aus den Bergen brechen lässt." Da hatte Thor (Donar) eben eine kleine Auseinandersetzung mit der Sonne - so einfach könnte es sein. Er war eben ein Hitzkopf ...

Selbst Kriege, die viel mehr ein Überfall sind, brechen wie aus dem Nichts aus den Wäldern auf die Siedlungen herein und der Kampfgeist der Krieger erhält eben einen Namen, der als Schlachtruf ertönt und Angst verbreitet. Die Psychologie ist schon sehr alt.

Dies kann sehr einfach in literarischer Sprache mit bekannten Götternamen, als Geschichte verbreitet werden, vorausgesetzt, der Zuhörer versteht den Codec bzw. den Sinn der Worte aus dem heraus, wie er geschrieben ist. Ein Fremder wird nur das verstehen, was er sich aus seiner Kultur heraus sich zusammenreimen kann.

Walhall - christlicher Mythos

Ein Beispiel: Ein Marsbewohner kommt auf die Erde. Er sieht ein Kreuz und fragt: "Was ist das?" Dann müssen sie sehr viel erklären, bis er versteht was das ist, denn er kennt nicht einmal die Bedeutung des Wortes "Religion". Fragt er allerdings nicht, sondern denkt: "Das ist ja wie bei uns. Dieses "X" bedeutet Essen." Wird er los marschieren und es von der Wand reissen.

Wer daher aus den Sagen der Germanen eine Religion macht oder gar versucht sie mit der abramistischen Weltanschauung zu begreifen, macht das was seit Jahrhunderten als Mythologie um das angeblich geheimnisvolle Volk Europas gesponnen wird. Er webt das weiter, was Mönche begannen, als sie die Edda aus vielen Geschichten in ihrem Verständnis von Logik und Geist aneinanderreihten, was niemals eine Kette war.

Selbst die Vorstellung, dass Walhall "das Ziel eines jeden tapferen Kriegers" war, ist wohl eher aus der Vorstellung der christlichen Prägung heraus entstanden, denn wie sonst beschreibt man ein Volk aus unserem Kulturverständnis heraus, das keine Angst vor dem Tod hat, weil keine Hölle zu erwarten hat.


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