Freitag, 22. August 2014

USA St. Louis: Fachsimpeln über den gerechten Mord in deutschen Foren

Porwell ein Amerikaner mit schwarzer Hautfarbe, steht auf der Straße vor zwei Limonadendosen und wartet auf die Ankunft der Polizei. Ihm wird vorgeworfen, die Dosen gestohlen zu haben. So lautet die veröffentlichte Situationbeschreibung in den Medien. 

Unweit von Porwell filmt jemand das Geschehen. Die Polizei kommt an. Es wird über Distanz lautstark kommuniziert. Mit der Pistole im Anschlag brüllen die Polizisten Prowell an. Seine beiden Hände stecken nicht in den Jackentaschen. Es ist kein Messer in seiner Hand zu erkennen. Er ruft nur: "Erschießt mich doch! Erschießt mich doch!" Er geht in einem Bogen auf die Polizisten zu. Diese feuern insgesamt 10 Schüsse auf ihn ab. Porwell geht zu Boden.

Doch Porwell ist noch am Leben. Er bewegt sich. Hebt seinen Oberkörper. Der Polizist der ihm am nächsten ist, brüllt die übrigen Passanten an. Vermutlich sind es Drohungen. Der Polizist richtet weiter die Waffe auf Porwell. Niemand hilft ihm. Die Polizisten stehen teilnahmslos rum.

Nach langen Sekunden geht ein Polizist um den am Boden liegenden Porwell herum, greift rechts neben den Kopf von Porwell. Er scheint etwas kleines in die Grasfläche zu werfen. Danach dreht er Porwell auf den Bauch, der sich kurz zuvor noch einmal bewegte. Es scheint so, als ob sie ihm etwas in die Jacke stecken.



Das sind unglaubliche Szenen, welche die ganze Welt beobachten kann und auch muss. Um so erstaunlicher sind die Kommentare die auf Zeitonline unter dem Artikel mit dem Video abgegeben werden.

Wie es scheint tummeln sich dort deutsche Spezialisten aus dem Polizeidienst, die krampfhaft versuchen, das Ganze als Notwehrsituation der amerikanischen Polizei darzustellen. Sofort wird einfach unterstellt, dass Porwell unter Drogen stand und in den USA so wie so jeder eine Schusswaffe trägt. Vereinzelt ist sogar zu lesen, dass die deutsche Polizei genauso vorgehen soll.

Niemand geht allerdings der Frage nach: 

Wieso sollen junge Männer, die angeblich zwei Limonadendosen gestohlen haben, freiwillig, minutenlang auf das Eintreffen der Polizei auf dem Gehweg warten?

Es wird auch nicht gefragt, warum die Polizei mit gezückter Waffe aus dem Fahrzeug springt, anstatt ruhig mit Porwell zu reden?

Solche Szenen machen Angst. Wer in die USA reist bekommt auch öfters gesagt, dass die amerikanische Polizei lebensgefährlich sei. "Nicht bewegen, wenn du von denen angesprochen wirst! Nur reden, wenn sie dich dazu auffordern ... " Das sind Überlebenstipps für den ganz normalen, amerikanischen Dschungel, der dort als Freiheit gefeiert wird.


Polizei handelt immer in Notwehr

Porwells Reaktion: "Erschießt mich!", erfolgte erst, als der erste Polizist aus dem Wagen springt und die Pistole auf ihn richtet. Eine ganz normale Reaktion eines Menschen, der in den Lauf einer Schusswaffe blickt, vor allem vor dem Hintergrund des Ferguson-Vorfall wenige Tage zu vor. Amerikanische Polizisten scheinen in bestimmten Bezirken und gegenüber bestimmten, äußerlich abzuschätzenden Personen im Automatismus zu Mordmaschinen zu mutieren. So ein Verhalten kann nur durch intensive Schulung erzeugt werden.

Amerikanische Polizisten eilt schon seit Jahren der Ruf einer brutalen Schlägertruppe voraus, wie andere Videos belegen. Ihre Gewalt richtet sich hauptsächlich gegen sozial Schwache, die wiederum meist in der afroamerikanischen Bevölkerungsgruppe vertreten sind.


Das erweckt den Eindruck vom klassischen Rassismus, doch tatsächlich herrscht in den USA längst die Einstellung zum Sozialkrieg. Wer in sozialschwachen Gegenden wohnt, hat ein erhöhtes Risiko von der Polizei grundlos erschossen oder verprügelt zu werden. Mitte des Jahre wurde ein Hamburger Austauschschüler von einer Privatperson erschossen. Der Schütze gehörte allerdings zum amerikanischen Kleinbürgertum mit Häuschen.

Die USA schon vor Jahren zum Polizeimilitarismus übergegangen. Die deutschen Medien ignoriert dies allerdings strikt. Sie halten Polizeigewalt in den USA für die Überreaktion einzelner Polizisten, dabei ist es die Norm.


Offener Sozialkrieg in den USA

In den USA findet längst ein Abgrenzungskrieg zwischen reich und arm statt. Ein gewollter Vorgang der sogenannten Liberalen, die nur im Nützlichen das Lebens- und Liebenswerte erkennen. Wir dürfen nicht zulassen, dass derartige sozialrassistische, moralische Überzeugungen sich auch in unserer Gesellschaft festigen und ein neues soziales Gewissen hervorbringen. 

Kriminalität ist eine Folge der liberalen Marktwirtschaft. Wer keine Sozialsystem im eigenen Land duldet und diese als Sozialismus abtut, wird am Ende alles erschießen, was keine Arbeit findet und nicht produktiv nutzbar gemacht werden kann. Aus diesem Grund war die wahlpolitische FDP-Diskussion über Hartz4-Schmarotzer Gift für die moralische Ausrichtung unserer Gesellschaft. Sie radikalisierte die Stammtische und machte Sozialrassismus auch in Deutschland gesellschaftsfähig. 

Die Mehrzahl der Deutschen scheint die tatsächlichen Zusammenhänge zwischen Wirtschaft und Armut nicht mehr erkennen zu wollen. Sie hält Armut für ein persönliches Versagen des Individuums. Dabei ist Armut ein Versagen der Gesellschaft, weil der Staat seine Dominanz gegenüber der Wirtschaft durch die liberalen Flügel, die in allen Parteien massiv vertreten sind, aufgab.

Unser Demokratie ist nicht nur in Gefahr, sondern sie hat bereits die soziale Intoleranz als neue Doktrin still und heimlich übernommen.



Kommentare:

  1. Guter Beitrag.

    Eine Anmerkung:

    "Ihre Gewalt richtet sich hauptsächlich gegen sozial Schwache, die wiederum meist in der afroamerikanischen Bevölkerungsgruppe vertreten sind.

    Das erweckt den Eindruck vom klassischen Rassismus, doch tatsächlich herrscht in den USA längst die Einstellung zum Sozialkrieg."

    Hierbei sollte m. E. jedoch hinterfragt werden, warum gerade schwarze US-Bürger faktisch mehr als weiße US-Bürger sozial benachteiligt sind.

    Was die Gesamtbevölkerung der USA anbetrifft, so gibt es mehr weiße als schwarze Bürger;
    gleichzeitig sind unter den sozial Benachteiligten aber mehr schwarze Bürger.
    Also kann man m. E. nicht die Rede davon sein, dass es sich vorrangig um Sozialrassismus - den es in den USA natürlich auch gibt - sondern nach wie vor um den "klassischen" Rassismus handelt.

    Dieser wiederum gründet u. a. darauf, dass eben die Weißen in den USA immer in der Mehrheit, und somit im "Vorteil", waren.
    Sicherlich spielten wirtschaftliche Interessen hierbei immer eine große Rolle, die Schwarzen zu unterdrücken. Das ging ja bekanntlich bereits bei der Sklaverei los.

    Gut möglich, dass es genau umgekehrt gewesen wäre, wenn die Afroamerikaner in der Mehrzahl gegenüber den europastämmigen Amerikanern gewesen wären / sein würden.

    LG

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  2. Die Gewalt der Polizisten richtet sich grundsätzlich gegen sozial Schwache. Es nur deshalb nicht Sozialrassismus nennen wollen, weil hauptsächlich Schwarze betroffen sind, ist ideologische, liberale, moralische Vorprägung, um sich der Wahrheit zu verweigern.

    Jeder Rassismus hat das Ziel eine arme, unverrückbare Unterschicht zu schaffen. Daher ist und war jede soziale Ungerechtigkeit schon immer Sozialrassismus. Rassismus ist nur ein Ausdruck der Liberalen, die vorgeben Rassismus abzuschaffen, wie in Südafrika, aber nie für soziale Gerechtigkeit sorgen.

    Selbst die Kastenbildung in Indien, die sich angeblich religiös begründet, ist Sozialrassismus. In Indien hatten sie eben nicht die Chance anhand von Hautfarbe einen klaren Klassenstrich zu ziehen. Selbst Feudalismus ist Sozialrassismus. Jeder Vorstellung von Eigentum und dessen Wirkung, ist Sozialrassismus.

    Wer BGE diskutiert fordert damit automatisch Sozialrassismus. Wer für eine kleine, versprochene Geldsumme wie BGE bereit ist alles Sozialsystem den Kampf anzusagen, ist ein hochgradiger Sozialrassist.

    Liberalismus ist eben nur die Freiheit, mit seinem Geld machen zu können was man will. Wer kein Geld hat, behauptet das dann über seinen Körper.

    Mit Speck fängt man Mäuse. Hoffnung ist der Speck für die Habenichtse. Sie macht man mit dem Titel "König von sich selbst" zum gekrönten DEPPEN, der freiwillig jede soziale Verantwortung des Reichtums ablehnt. Liberalismus ist nur ein anderes Wort für den freiwilligen Sozialrassismus, den du Leistungsgesellschaft nennst.

    In diesem Sinne
    "Alle Menschen gleich, nicht nur vor dem Gesetz"

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    1. Ich kann deine Überlegungen nachvollziehen.
      Nichts desto trotz kann man den ethnischen Rassismus - der auch unabhängig vom Sozialdarwinismus oder Sozialrassismus besteht - nicht leugnen.

      Eigentlich wollte ich hier keine Diskussion über BGE führen, aber da du es von dir aus hier ansprichst, ist es, denke ich, erlaubt, darauf einzugehen:

      Das BGE so wie du es siehst - nämlich die Abschaffung sämtlicher bisheriger Sozialsysteme / Sozialmodelle - wäre sicherlich, wie du es annimmst, ein Problem und würde zur Verschärfung der heutigen Situation führen.
      Bei der Idee des BGEs, so wie ich und viele andere es befürworten, geht es jedoch nicht darum, den Sozialstaat abzuschaffen, sondern bis zu seiner Höhe bestehende Sozialleistungen (wie z. B. BAföG, Kindergeld, ALG II) zu ersetzen. Darüber hinaus sollen die Sozialleistungen mit ihrem Betrag darüber hinaus erhalten bleiben.

      Viel mehr sollte man sich m. E. die Frage stellen, ob das Sozialsystem, das heute ausschließlich auf Bedarfsorientierung gründet, gerade deshalb stigmatisierend ist (vor allem was Erwerbslosigkeit anbetrifft) und somit zu Sozialrassismus führt.

      Das Problem, das du in einem zukünftigen BGE siehst, besteht also heute bereits;
      und gerade mit dem BGE würden heute "Sozialbedürftige" nicht mehr stigmatisiert, weil es dann keine Sozialbedürftigen mehr im heutigen Sinne gäbe, da das BGE eben keine bedarfsorientierte Sozialleistung, sondern ein Grundrecht für alle, wäre.

      Dass die Idee des BGEs, so wie alle Gesellschaftsmodelle, missbraucht werden kann, steht für mich außer Frage. Die Neoliberalen lecken sich ja heute schon die Finger danach, um den Sozialstaat zu verschlanken und die Löhne drücken zu können. (Aber nicht alle - bei den Neoliberalen gibt es, wie in allen Lagern, auch sehr viele Gegner der Idee.)

      Es hängt vom BGE-Modell ab. Da muss definitiv differenziert werden.

      Wenn du ein BGE einführst, das gerade so hoch ist, dass es nicht zum Leben reicht und gleichzeitig alle anderen Sozialleistungen streichst, dann gilt Arbeitszwang für alle zu Billiglöhnen wie in China.

      Aber das ist eben nicht das BGE, das von der Mehrheit der BGE-Befürworter angestrebt wird.

      LG

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  3. Zitat von Demo :"Nichts desto trotz kann man den ethnischen Rassismus - der auch unabhängig vom Sozialdarwinismus oder Sozialrassismus besteht - nicht leugnen."

    Das was du unbedingt als Rassismus bezeichnen willst, wurde nur unter der Motivation von Eigentumismus entwickelt. Jede Form von Diskriminierung macht nur im Denksystem des Eigentumismus einen Sinn, weil Diskriminierung grundsätzlich eine Form von Wertschöpfung ist.

    Wer Leistung in höhere und niedrige Leistung aufzuteilen vermag, um damit höhere oder niedrigere Anerkennung oder Entlohnung zu rechtfertigen, praktiziert ebenfalls Sozialrassismus.

    Es geht daher nicht um die emotionale Bewertung, sondern um den Zweck der Diskriminierung erst zum Mittel macht.

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    1. Für dich scheint es zu einer fixen Idee geworden zu sein, dass alle Probleme dieser Welt im "Eigentumismus" gründen.

      Das sehe ich anders; sicherlich verursacht dieser Eigentumismus bzw. eigentumsgedecktes Denken viele Probleme, jedoch nicht alle.

      Will dir nicht zu nahe treten, aber eigentlich machst du den gleichen Fehler, wie alle Ideologen - sie denken:
      "Wenn erst mal das und das geändert ist, dann gibt es keine Probleme auf der Welt mehr".
      Oder, "wenn alle Menschen gleich denken" [in diesem Falle "eigentumslos"], dann haben wir keine Probleme mehr."
      Und das ist m. E. ein Trugschluss - da nie alle Menschen gleich denken werden - und gleichzeitig auch i-wie totalitär.

      LG

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Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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