Samstag, 2. August 2014

Was ist Gerechtigkeit?


Gerechtigkeit ist nur ein anderes Wort für Rache. Jede Strafe ist eine Befriedigung für den, der die Strafe fordert auf der Grundlage von Recht oder Moral.  Das alles resultiert aus der Logik des Eigentumismus. Gewalt ist die Grundvoraussetzung für Kapitalismus, woraus sich das Recht des Stärkeren formuliert, auch wenn wir es heute "die Stärke des Rechts" nennen. Wer das Recht formuliert und es dann als unumstößlich bezeichnet, ist bereits im Gewaltmodus, der die Demokratie Mundtod macht. 

Eigentum ist nur eine angenommene Wirkung von Materie,
sie ist physikalisch nicht nachweisbar. 

Dennoch besteht der menschliche Geist auf seine Existenz und formuliert in der Annahme, die Wirkung des Eigentums sei real, die heutige Wertvorstellung und sein Gewissen. 

Aus diesem Wirrwarr formuliert sich in anscheinend logischen Zusammenhängen die Vorstellung von Macht und was diese bewirken soll. Das Recht Strafe zu erteilen ist ebenfalls eine Form von Macht. Die höchste Form der gefühlten Macht ist die Illusion des Eigentumismus, über Leben und Tod zu entscheiden. Das empfindet der Mensch als "göttliches Instrument". 


Die Natur an sich kennt keine Rache ... oder Vergeltung! Der Mensch ist heute mit seiner ausgeprägten Logik sogar so weit, dass er noch Rachegefühle als Gerechtigkeit entwickeln, wenn die Ereignisse schon über Jahrhunderte zurückliegen. 

Deshalb waren die Worte eines Afrikaner über ein begangenes Massaker so beeindruckend für mich: "Das dürfen wir unseren Kindern nie erzählen, sonst nehmen sie noch Jahre später Rache ..." - als er von unverständigen westlichen Medien gefragt wurde, warum niemand über die Kriegsverbrechen spricht.

Ebenso ist der heutige Mensch mit seinem eigentumistischen Denken davon überzeugt, dass Hierarchie eine natürliche notwendig sei. Jede Hierarchie ist eine Form von Gewalt oder vorausgegangener Gewalt. Selbst der Adel entstand nicht aus dem Nichts, sondern wurde mit purer Gewalt als Machtmonopol in früher Zeit geschaffen. Lediglich die Akzeptanz dieser Gewalt gab ihnen am Ende die Macht eine Hierarchie und Standesdünkel aufzubauen. Heute ist es die Gewohnheit der Menschheit, weil sie es für richtig halten. 

Die Parallelität zwischen Gerechtigkeit und der angeblich verstandenen Sexualität des Menschen führte Freud und Sade auf.  Ihnen ist leider der Eigentumismus entgangen in ihren Beobachtungen und Analysen entgangen. Der Eigentumismus ist der Willensbilder zur Gerechtigkeit. Daran bildet der Mensch sein Gewissen aus und empfindet Strafe als Genugtuung. 

Heute ist das durch Gesetze genormt. Das verlagert lediglich das mittelalterlichen Fehderecht und den Rachemord, in eine angeblich humanere Form, löst sie allerdings nicht auf. Die eigentliche Ursache wird dabei allerdings nicht verstanden. Es geht darum zu erkennen, dass der Wille zum Raubmord, ebenfalls nur im Eigentumismus liegt, weil darin der Gewinn, die Belohnung oder die Befriedung, die Beute ist. 

Noch extremer sind die Morde in den berühmten Königshäusern. Tatsächlich wurde nicht der Mensch ermordet, sondern nur der Throninhaber. Da aber beides zwingend an einen Körper geknüpft ist,  sterben beide. 

Aus diesem Grunde hält man heute die Diplomatie für die Lösung des Problems. In der Diplomatie wird der Mensch davon überzeugt, die Position aufzugeben, weil sonst der Machtinhaber liquidiert wird. Diplomatie ist daher ein sehr schizophrenes Unterfangen.

Die verschiedenen Schichten des Bewusstseins von Freud, sind daher nur die Oberflächen des Eigentumismus. Der pure Mensch steckt noch viel tiefer im Verborgenen und dieser ist fähig und Eigentumismus zu denken, zu fühlen und leben. Das hat selbst der Anarchismus nicht verstanden. Erfordert lediglich ein Leben ohne Regeln und Normen. Doch dazu muss der Mensch selbst sein Unterbewusstsein als eine Illusion überwinden.

Kommentare:

  1. P. S. - Dass Gerechtigkeit "nur" ein anderes Wort für Rache ist, ist nicht zutreffend.
    Wenn ich dich und andere Menschen gleich behandel, bezeichnet man das ebenfalls als "gerecht", und das hat in diesem Fall mit Rache nicht im Geringsten etwas zu tun.

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  2. Meine "liebe Krone": Wer Gerechtigkeit ausübt, braucht immer die Maßlatte der Ungerechtigkeit, um Gerechtigkeit bestimmen zu können. Die Umkehrung bringt dasselbe Resultat für die Ungerechtigkeit. Wer das als Realität begreift, denkt schizophren. Was heute die Norm ist. Du bist nicht alleine - Du bist die Masse und die Masse hat immer RECHT. Sie liegt nie falsch!

    ... und von Dir will ich nicht "gerecht" behandelt werden, denn Deine Gerechtigkeit beinhaltet das Unrecht gegenüber anderen, als Existenzgrundlage.

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  3. Antwort an Politprofiler:

    Btw - Lassen wir mal die Krone aus dem Spiel, ich nenne dich ja auch nicht Angela Merkel oder Wolfgang Clement. ;)
    Davon abgesehen ist das Kronen-Logo nicht im herkömmlichen Sinne als hierarchisch zu verstehen, sondern dieses Symbol stammt von der "Krönungswelle", deren Leitspruch "Wenn jeder sein eigener König ist, muss keiner der König des anderen sein" ist - also eine hierarchielose Idee, ähnlich einer Leistung-als-Grundwert-Gesellschaft.

    2 Topic:

    "Wer Gerechtigkeit ausübt, braucht immer die Maßlatte der Ungerechtigkeit, um Gerechtigkeit bestimmen zu können."

    Richtig.
    Und wer Leistung als Grundwert will, braucht unser heutiges System, um überhaupt Leistung als Grundwert zu wollen.
    Hätten wir bereits Leistung als Grundwert, würdest du es ja nicht (mehr) wollen.

    Wir leben in einer Welt der Kontraste - das wird immer so sein.
    Ohne Kontraste kein Fortschritt. Wäre alles so, wie die Menschen es wollen, gäbe es keinerlei Fortschritt. (Ich meine Fortschritt nicht im wirtschaftlichen Sinne, sondern dass der Mensch als solcher sich weiterentwickelt – vom Homo Ökonomikus zu einem höher entwickelten Wesen, wenn du so willst.)

    Ich bin keinesfalls die Masse, wie du annimmst.
    Mit deiner Wertelehre gehe ich größtenteils konform.

    Letzer Absatz ist m. E. eine Unterstellung.
    Wenn ich sage, ich behandle alle Menschen gerecht - oder ich möchte alle Menschen gerecht behandeln - so meine ich damit nicht, was du darunter verstehst.

    LG

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  4. Es macht keinen Sinn mit Dir über den Artikel zu reden. Du konzentrierst Dich leidlich auf das Wort "Gerechtigkeit" ohne es im Kontext zum Artikel zu besprechen. Dasselbe gilt für "Leistung".

    Du schreibst: "Mit deiner Wertelehre gehe ich größtenteils konform."

    Das ist nicht meine Wertelehre, sondern ich beschreibe nur die momentane Funktionalität des Systems. Wirklich traurig, dass Du das nicht einmal verstanden hast.

    Stell Dir vor, jeder ist ein König! Was passiert, wenn alle König sind?
    Jeder gehört sich selber ... und dann ... wie geht das Märchen weiter?

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  5. "Du schreibst: "Mit deiner Wertelehre gehe ich größtenteils konform."
    Das ist nicht meine Wertelehre, sondern ich beschreibe nur die momentane Funktionalität des Systems."

    Missverständnis: Meine Äußerung, "Mit deiner Wertelehre gehe ich größtenteils konform" war in Kontext zu deiner Behauptung, "Du bist die Masse". Und die bin ich eben nicht.
    Wäre ich "die Masse", könnte ich wahrscheinlich mit deiner Wertelehre nicht viel anfangen.
    So hatte ich das gemeint.
    Dass du hier in diesem Artikel die Funktionalität des jetzigen Systems beschreibst,
    ist mir klar.

    "Stell Dir vor, jeder ist ein König! Was passiert, wenn alle König sind?
    Jeder gehört sich selber"

    Offenbar bringst du den Slogen mit FreiwilligFrei oder ähnlichen Ideologien in Verbindung. Es geht bei diesem Slogan jedoch nicht darum, dass dann jeder sich selbst gehört, sondern dass niemand mehr über den anderen bestimmt, wie es heute der Fall ist.

    Marktliberalismus, Neoliberalismus, Libertarismus, Archarchokapitalismus - all das sind Modelle, die unter Freiheit verstehen, den Einzelnen alleine zu lassen. Jeder sei für sich selbst verantwortlich.
    Das meinte ich damit n i c h t, als ich das Zitat der Krönungswelle brachte.

    "Ich bin da weil ich da bin.
    Mein Recht, zu existieren ist universtell und darf durch Eigentumsrechte
    auf Lebensnotwendiges von Niemandem eingeschränkt werden.
    Ich kann nur durch die Gemeinschaft existieren, die aber durch jede Art von
    Eigentumsrecht nicht per Gesetz befähigt werden darf,
    mich als rentablen oder unrentablen Menschen zu bewerten."
    - nach Mona Lizani

    Darum geht es mir.
    Und darin dürften wir uns einig sein.
    Aber wie wir da hinkommen, darüber sind wir uns
    sicherlich nicht einig.

    Aber um nun noch mal auf den Artikel an sich zurückzukommen, denn da habe ich mich - da hast du Recht - zu sehr am Begriff "Gerechtigkeit" aufgehängt, anstatt inhaltlich auf deinen Artikel einzugehen.
    Dass sich alles auf den "Eigentumismus", wie du ihn nennst, zurückführen lässt,
    wage ich zu bezweifeln. Da müsste man vielleicht etwas genauer darauf eingehen.

    Was das Unterbewusstsein anbetrifft, halte ich es für schwierig, zu sagen, man solle es als Illusion überwinden.
    Abhängig davon, was unter dem Begriff "Unterbewusstsein" zu verstehen ist, würde das heißen:
    Hör auf zu atmen,
    lass deinen Blutkreislauf nicht mehr zirkulieren,
    lösch dein Erinnerungsvermögen

    Also es ist schwierig, zu sagen, man solle das Unterbewusstsein als Illusion sehen bzw. in letzter Konsequenz als solche überwinden. Du verstehst offenbar unter diesem Begriff
    Etwas, das nur den "Eigentumis-Menschen" unbewusst in seinem "Eigentumismus-Denken" lenkt.
    Unter dem Begriff Unterbewusstsein verstehe ich jedoch etwas ganz anderes.
    Nämlich alle unbewussten Kräfte des Menschen. Dazu gehören neben Intuition sämtliche unterbewusste Fähigkeiten, wie z. B. Auto fahren, Schreibmaschine schreiben, Klavier spielen während man sich mit jemand anderem unterhält, der Speicher des Gedächtnisses - d. h. sämtliche Erinnerungen -, alle Funktionen des Körpers, die wir nicht bewusst steuern usw. usw.

    LG

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Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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