Montag, 29. September 2014

Günther Jauch: Deutschland vs. Islam am 28.09.2014

Günther Jauch lud wieder einmal zur politischen Unterhaltungssendung bei der ARD ein. Imam Abdul Adhim musst dieses Mal gegen den rechten, christlichen Stammtischpolitiker Bosbach antreten. Broder, der sonst gerne gegen den "gewalttätigen" Islam wettert, war allerdings nicht anwesend. Bosbach meinte: "Kreuzigen geht nicht .."! - Danach entstand eine Pause. Vermutlich ist ihm eingefallen, dass sein Gott gekreuzigt wurde. Dadurch schossen ihm seine jüdisch-christlichen Werte unverhohlen aus einem unerwarteten Blickwinkel durch den Kopf. Was sich Bosbach natürlich nie eingestehen würde, wie all die anderen, die ihm Recht zu sprechen. Wir leben eben auch in einem Religionsstaat, in dem die theologischen Werte längst als unabhängige Gesetze formuliert sind.

Diese Sendung war eine riesige Blamage für den Menschen, der in Deutschland lebt. Sie stand unter dem Motto: Nicht alle Moslems sind schlechte Menschen, aber einen Teil von ihnen können wir ohne schlechtes Gewissen als Krebsgeschwür aus der Menschheit entfernen. Daraus ergibt sich folgende hierarchische Ordnung in unserer Demokratie:

  1. Der DEUTSCHE mit christlich-jüdischer Kultur
  2. Der ausländische Deutsche mit christlich-jüdischer Kultur
  3. Der ausländische Deutsche der vom Kommunismus verfolgt wurde, wie Koreaner
  4. Der ausländische Deutsche mit islamischer Kultur
  5. Der ausländische Deutsche mit extremistischer, islamischer Kultur, dem die Bürgerrechte abgesprochen werden sollen. 

Der Duktus unserer jüdisch-christlichen Wertegesellschaft - dieser Ausdruck stammt nicht von mir, sondern wird oft und gerne von unseren Politikern gebraucht - zeigt ganz klare Parallelitäten, zum Duktus des nationalen Sozialismus damals in Deutschland.


Der Krebsgeschwür der Welt ist extremistische Islam


Juden wurden während der NS-Zeit mit Ratten verglichen und heute sind Moslems ein Krebsgeschwür, das entfernt werden muss. (Rede Obama vor der UN im Sept. 2014). Gerne vergleicht man heute militärische Einsätze mit chirurgischen Eingriffen. Daher rührt der heutige Duktus zur "Befreiung" der Welt vom Leiden. Die Politik sieht sich als wissender Arzt, der diese Krebsgeschwüre entfernt, damit der Rest des Körpers davon nicht befallen wird. Es ist immer gefährlich, wenn die Politik anfängt, Menschen abstrakt mit Tieren oder Krankheiten zu beschreiben.

Des Weiteren finden wir laut öffentlichen Duktus ist Russland nun ein Hort von Barbaren, die für ihre Taten in der Ukraine büßen müssen. Dabei wird vergessen, dass die Kiewer Regierung mit der Brutalität und Gewalt begann. Wir befinden uns in einem Tal der Kriegshetzreden. Europa und die USA sind Pleite. Sie sind Bettler, die noch für kurze Zeit in ihren Villen leben dürfen. Daher beginnen sie sich als die moralisch Einwandfreien darzustellen und den Verlust ihrer Vermögen externen, bösen Kräften zuzuschreiben, die beseitigt werden müssen.

Das ist eine Volkspsychose! Getrieben von der Angst der Mittellosigkeit, die in unserem Wertesystem den nahen Tod ankündigt. Nicht umsonst heißt es bei Hesiod: Der Bettler neidet dem Bettler; der Töpfer dem Töpfer. (700 v. Chr.) - vor der Zeit, als der Kapitalismus entdeckt war und sich Sokrates auf den Sattel der Weisheit schwang, um daraus die heutige Gerechtigkeit und Moral zu definieren. Die den Neid zur Antriebsfeder der Zivilisation machte.

Nun versuchen wir China in eine Art "Demokratisierung" zu verwickeln. Demokratisierung der Wirtschaft bedeutet, dass China seine Weltkonzerne an moralisch-korrekte, zivilisierte Firmen unserer Wertegesellschaft verkauft, damit gewährleistet ist, dass diese Weltunternehmen unserer Bevölkerung keinen Schaden zufügen, sondern nur der chinesischen Bevölkerung. Eine seltsame Form des Humanismus, der als einseitiger, egoistischer Humanismus beschrieben werden muss. Dieser basiert auf der platonischen Definition von Nützlichkeit und "gesundem Egoismus". Nietzsche nannte das bereits im 19. Jh. "Herrenmenschendenken". 


Der zivilisierte Sozialismus

Europa ist auf dem Weg in den zivilisierten Sozialismus. Damit ist die Gerechtigkeit des Neides, als Nützlichkeit für das "Große Ganze" als Volkswirtschaft gedacht, dem sich der kleine Bürger unterzuordnen hat. Sämtliche Gesetze des zivilisierten Eigentumismus - des Privatkapitalismus - gelten auch dann noch, wenn die breite Masse davon keinen Nutzen mehr hat.

Zuwanderung ist nur noch dann erwünscht, wenn nützliche Menschen ins Land kommen. Daher werden Gesetze geschaffen, die das als moralischen Wert definieren. Kauder (CDU) will Flüchtlingen/Asylanten helfen - er will humanistisch klingen, aber erst dann, "wenn sie es zu uns geschafft haben". Dazu müssen die Flüchtlinge also an der Nordsee in Deutschland an Land gehen, ansonsten kann der humanistische Menschen in Deutschland nicht human sein, weil das Gesetz es verbietet. So einfach funktioniert die Welt der Moral. Für alle Unmenschlichkeit gibt es mittlerweile eine gesetzliche Rechtfertigung. Wer diese kritisiert, ist ein Volksverräter.


Blauer Ausweis für Moslems?

Ich frage mich, ob bald bei alle Moslems in Deutschland einen "blauen Ausweis" erhalten werden, weil es die Moral und die Rationalität gebietet? Vermutlich wird als weiteres Merkmal in diesen Pässen angeführt: Praktizierender Moslem, Konvertit und seit wie vielen Generationen diese Religion in der Familie angenommen ist.

Bald werden Sondereinheiten der Polizei oder gar des Militärs jeden Moscheebesuch mit Passkontrollen überziehen, schließlich ist der Islam ein "Krebsgeschwür" und dennoch, wenn man der Massenmeinung in Deutschland gehört schenkt, befinden sich die Faschisten und NAZIs nur in Russland. Putin ist laut Nachrichtenlage, politischer Meinung und öffentlicher Bildung der Oberfaschist auf dieser Welt. 

Stammtischweisheit seit 1933 als Staatsräson

Da fehlen einem einfach die Worte, um all das zu beschreiben, was momentan in der angeblich zivilisierten Welt vor sich geht und als Wahrheit, Weisheit und Rationalität angesehen wird. Die Stammtische haben die Politik in Deutschland, den USA und auch in Europa längst übernommen bzw. seit 1933 nicht mehr hergegeben. Die Völker schreien förmlich nach Stammtischproleten in der Politik. Europa wählt sich Milliardäre, Beamte und Banker an die Spitzen ihrer Regierungen, weil die angeblich so viel Erfahrung im wirklichen Leben haben.

Doch die Verwirrtheit hat noch lange nicht ihren Zenit erreicht. Verwirrtheit findet erst dann ihren inneren Frieden, wenn ein Schuldiger für all das erkannten Elend in der kleinen Welt der Stammtischer als Allgemeinweisheit ausgemacht ist.

Güther Jauch hat mit seiner Sendung sehr viel Stammtischweisheit als Massenmeinung am Sonntag transportiert. Nach dieser Zeit, wenn die Welt vor ihrem eigenen Unverstand wieder am Weinen ist, wird auch ein Günther Jauch, wie ein Heinz Rühmann von seinen eigenen Stammtischanhänger moralisch angeklagt werden.


Der zivilisierte Sozialismus als humanistischer Kapitalismus

Faschismus ist kein Diktat von Oben nach Unten, sondern es der Wille aus der Verfasstheit einer Gemeinschaft, die nur das wählt, was sie will - eben das Nützliche für seine Dekadenz. Die NSDAP kam mit demokratischen Wahlen an die Macht; unterstützt von den Mächtigen als Bollwerk gegen den Bolschewismus, denn der Faschismus ist die kapitalistische Version des Marxismus. In seinen Anfangszeiten bezeichnete sich das Ganze als "deutscher Sozialismus", der sich dann später in "nationalen Sozialismus" wandelte. 

Sein Ziel war es, dass die Wirtschaft zusammen mit den politischen Eliten, die Volkswirtschaft führt und bestimmt. Das ist heute noch so. Daher bin ich davon überzeugt, dass diese Ideologie den II. WK unbeschadet überlebte und heute als ganz normale Demokratie aufgefasst wird. Jetzt zeigt sie ihre Beisszähne wieder und dieses Mal ist der Islam das Böse, das ausgemerzt wird. Der Bolschewismus war schon immer sein Feind und ist in Russland personifiziert. Damit die Menschen die Parallelitäten zur NS-Zeit nicht sofort erkennen, wird jetzt so getan, als ob nicht alle Moslem und Kommunisten böse sind und als Krebsgeschwür entfernt werden müssen. Doch das ist nur der Anfang und es hieß schon immer: "Wehret den Anfängen ...".

Islamisches Vertragsrecht vs. christlich-jüdisches Vertragsrecht

Momentan stehen sich zwei Wertungen des kaufmännisches Rechts gegenüber. Der Islam vertritt die Meinung, dass ein abgeschlossener Vertrag dann aufhört zu wirken, wenn eine Partei nur noch Nachteile dadurch erfährt. Das sieht unsere Rechtsauslegung basierend auf der christlich-jüdischen Bibel nicht vor. Da heißt es: Wer einen Vertrag einging, muss ihn bis zum bitteren Ende einhalten. Genau diese Welten stehen sich nun unvereinbar gegenüber. 

Es geht einer islamische oder einen jüdisch-christlichen oder ein buddistisch, einer hinduistischen Wirtschaft immer um die Rohstoffe und es ist nun mal so, dass die Ölreserven der Welt unter den Füßen der Moslems und Russen liegen. Das ist ein Problem für die angebliche Herrenrasse der zivilisierten Welt, die ein unerschütterliche Vertragsrecht auf der ganzen Welt als Norm etablieren will.

Sie will mit diesen Menschen nicht in Frieden leben. Sie sollen ihre Verträge einhalten, egal welche Folgen sich für sie oder ihr Land daraus ergeben. Frieden würde bedeuten, dass die zivilisierte Welt diese Menschen als gleichwertig betrachten müsste und genau das können und wollen wir nicht.

Mich persönlich erfüllt eine tiefe Trauer vor all dieser Verwirrtheit der heutigen Zeit, die als rationale und moralisch korrekte Überlegenheit dargestellt wird. Sie spricht dem einen "Bettler" (siehe Hesiod) mehr Recht zu als dem anderen.

Plötzliche Gewalt im Irak 2014

Erst jetzt reagiert die deutsche Öffentlichkeit auf die Gewalt im Irak, obwohl schon 2008, 2,8 Millionen Menschen auf der Flucht in diesem Land waren. Doch 2008 waren die Schiiten auf der Flucht. Das interessierte die Politik nicht. Jetzt da die Schiiten zurückschlagen, wollen wir eingreifen und empfinden die Gewalt als abrupt aufkeimenden Terrorismus.

Bombenangriffen werden so zur humanistischen Hilfe, wie Lebensmittellieferungen, doch wo war der Humanismus, als die Schiiten kontrolliert und wissentlichen von den westlichen Mächten im Irak verfolgt wurden? Nein, diese Gewalt ist unserem eigenen Handeln als Resultat gefolgt und wir wollen das alles nicht wahrhaben. Wir wollen es als Ursache sehen, nur um vor uns selber nicht als Betrüger und Verursacher dazustehen. Die Dekadenz war noch nie ein guter politischer Berater. Sie bringt nur Unfrieden, Hass und vor allem ein gutes Gefühl für die falsche Gerechtigkeit.

Es ist an uns, unser Vertragsrecht "humanistischer" zu gestalten. Wir wollen den Menschen nicht trauen, die über Ressourcen verfügen, die uns wichtig sind. Wir stellen uns vor, was wir machen würden, wenn wir diese Macht hätten. Wir sehen also das in den Menschen, was wir selber in unserer inneren, geistigen Verfasstheit sind. Doch genau das ist eine falsche Weltanschauung. Nicht jede Kultur ist so schlecht, hinterhältig und raffiniert, wie die unsere. Es gibt tatsächlich Menschen, die zu fairen Bedingungen mit uns Handel betreiben wollen, unter der Voraussetzung, dass auch sie ein Recht zum angenehmen Leben haben dürfen. 

Dabei müssen wir allerdings berücksichtigen, dass nicht alles was wir als angenehm definieren, für den Verhandlungspartner denselben Stellenwert in der Kultur einnimmt wie in der unseren. Wir dürfen nicht in den Ethnozentrismus verfallen, was wir allerdings heute sehr wohl tun.

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