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Samstag, 27. Dezember 2014

Till Eulenspiegel: Die Geschichte vom Bürgerstolz!

Die Geschichte von "Till Eugenspiegel" ist die Geschichte von der Gerechtigkeit, die auch damals immer schon im Rechte stand - bei Armen und Reichen. Es die Geschichte über Moral und deren wahres, Doppelgesicht, über das jeder gerne lacht und eifrig daraus nur das Falsche lernt - eben im Recht zu überleben. Er wird aufrichtiger im Betrüger und gescheiter im Diebstahl durchs Tills Scherze - doch ein besserer Mensch wird er dadurch nicht, meist weil er noch einen höheren Herren über sich weiß, den er Gott nennt und als Übermensch ansieht. Sei es der Spiritus im Himmel oder die Rechenmaschine des kalkulierten Überlebens. Alles ist auf seine Art ein Gott, der dem Menschen einredet, es gäbe auch Menschen die weniger wert seien als er selber.

Ein besser Mensch werden lag nie im Sinne eines Vernünftigen. Ist der bessere Mensch doch nur der Esel der Welt, der ohne Murren die Last der Welt auf seinen Schultern trägt. Denn die Menschlichkeit wider der Natur des aufgeklärten Menschen, der sich selbst als den Sinn des Lebens für den anderen begreift - deshalb begräbt er -  Till am Ende auch im Stehen, als sei das sein Wille.

PEGIDA ist nichts anderes als der "Bürgerstolz". Ihre Widersacher sind auch "nur" Bürger. Die einen wollen in der Macht mitreden, die anderen ihre Macht behalten. Auf der Strecke bleibt wie immer der Mensch, der von den Bürger nur als Maultier gesehen wird.

Lübecker "Hansetor" als Symbol für
den Bürgerstolz - so die Zentralbank.
Braunschweig hatte im Mittelalter eine sehr wichtige geopolitische Lage für die Hanse, die damals die bekannte Welt mit ihrem Handel kontrollierte und sich als Ordnung der bekannten Welt ansah. Braunschweig war ein Knotenpunkt für die Freihandelsstraßen der hanseatischen "Freistädte". Die einige heute noch als Hort der ersten Demokratie in Deutschland und Europa bezeichnen, obwohl sie nichts anderes waren als die demokratisch Oligarchie nach dem Vorbild des antiken Athens. Demokratisch organisierte Feudalherren  - mehr nicht.

Die "freien Menschen" nannten sich in diesen n"Bürger" - die sehr wohl wussten, die Ausbeutung als Los und Schicksal zu bezeichnen, als etwas was Gott wollte - heute ist eben der Gott mit Mangel an Bildung gleichgesetzt.


Dabei sind sie heute wie damals nichts anderes als geistig, adlige Kaufsleut und Emporkömmlinge, die sich mit Geldsäcken als Großkaufsleute adeln ließen. Das Leben eines Bauern war damals weniger Wert, als das Leben einer räudigen Katze. Schließlich ließ sich das Fell einer toten Katze noch verkaufen. Tote Bauern brachten daher nichts ein, aber sie vermehrten sich ja wie die Kaninchen - der Bibel sei dank. Der Bauer durfte sich damals für den Wohlstand seines Herren zu Tode schuften, dann war er ein braver Mann, der in den Himmel kam - ins Paradies, in dem es ihm an nichts mangeln wird.

Der Bürger hatte ganz andere Sorgen, er musste anstatt der schweren Last der Arbeit, den Giftbecher umwandern oder die dunkle Gassen. Wo Neid und Gier - eben der Sinn des Lebens - das Verdienen von Geld und Macht, mittels des Königswegs, eben Diebstahl und Mord - hin und wieder nachhalfen.

Sachsenspiegel - ca. 1230
Nimm den Gefangen als Leibeigenen! Sagt sich
der Gutsherr! Eben der Herr des Guts - dem guten.
Das Eigentumsrecht ist eben ist eben nun mal der
Ursprung allem Guten in dieser Welt!
So hatte jeder Mensch in dieser Zeit sein Los zu leben. Der Bauer war das brave Maultier der Kaufleut ob edel durch Blut oder Geld. Der Edelmann ob nun Pfaffe, Handwerker, Fürst oder Kaufmann bliebt allerdings nur am Leben, wenn er brav schien und während er sich milde gab und raffte was das Zeug hielt - denn sie wussten, dass es keinen Gotte gab, dennoch glaubt man es heute noch gerne, dass einer der durch viel Gier zum Reichtum kam, dem Himmel nahe sei, wenn er nur ein wenig mit den Armen teile, wie ein Sankt Nikolaus.

Der Volksstand "Proletarier" war im 15. Jh. noch nicht erfunden. Er sollte später dem Bauer den Segen zum gesellschaftlichen Aufstieges als Landbesitzer sein. Doch bis dahin mussten viele Schichten geschlagen werden, bis der Bauer die Pacht verlangen konnte.

So kann der heutige Proletarier nur dann eine erfolgreiche "Schicht" schlagen, wenn er eine weiter Schicht unter sich erfindet. 

Im Mittelalter zahlte er die Pacht, abgespart am Maul seiner Kinder für den Gutsherren. Erst später wird er es weit bringen mit seiner Frömmigkeit, dann wir er die Pacht kassieren, vom Proletarier, der sich als letzte Glied der heutigen Gesellschaftsordnung den Wohlstand seiner Herren, vom Maul seiner Kinder absparen muss. Trotzdem nennt man ihn wohlgefällig "Bürger" - damit er sich fühlt wie in einer Hansestadt, weile er seine Bauern fernab seiner Stadtmauer nicht sieht. Sie leben überall in der Welt wo er eben nicht hinsieht und kommt dann noch mal einer des Wegen auf der Flucht vor der Tyrannei, wird er fort gejagt, wie eine Katz, deren Fell es sich lohnt zu haben. 

In Baunschweig kam es zwischen 1300 und 1500 zu vier "Schichten". So nannte man damals die Aufstände gegen die Obrigkeit. 1293-1294 lehnten sich die Handwerksmeister auf und wollten eine Platz im Bürgerrat. Die Interessen des gemeinen Menschen vertrat damals keiner. Man sah sie nicht, wie der antike Demokrat. Sklave sein ist eben für manche ihr Los im Leben, das es zu ertragen galt. Am Ende gewann die Vernunft. Die aufständischen Gildemeister wurde hingerichtet und der alte Stadtrat wieder eingesetzt. Jeder musste zurück auf seinen angestammten Platz in der menschlichen Hierarchie. Der Bauer beteiligte sich daran erst gar nicht. Er hatte keine Stimme im Parlament. Das begreift allerdings die heutige "Bürger" nicht. Er denkt, auch ein Bauer sei im Mittelalter ein Bürger gewesen. Das verdankt er seiner Bildung. Die ohne Wissen gebildet wird.

Der "Bürger" - Wie der Pöbel zum Edelmann wurde
und dem Adel den Rang ablief!
1374 bis 1380 kam es erneut zu einer "Schicht" - zur "Großen Schicht" - sagen die Geschichtsbücher. Die Pest hatte den wirtschaftlichen Wohlstand der Stadt Braunschweig zerstört. Die Arme der Bürger in der Stadt, die braven Bauern ohne Recht, waren durch die Pest gestorben. Es gab keinen braven Menschen mehr, der für ihren Wohlstand schwitzte und hungerte. So verfeindete sich die lebende Dekadenz. Die Bürgerschaft teilte sich in zwei Lager. Jeder wollte das andere Lager zu seinem Sklaven machen und enteigenen. Ein üblicher Vorgang in der "Demokratie der Dekadenz". Wer in diesem Kampft gewinnt, hat das Recht, den Schweiß der anderen zu seinem Profit zu machen. Mehr ist auch heute noch nicht das sogenannte "Recht", dem alle sich zu unterwerfen haben. Doch am Ende dieser "großen Schicht" durften die Gildemeister endlich auch einen Platz im Rat der Stadt halten.

1445 - 1456 kam es zu einer weiteren "Schicht" - die "Schicht der ungehorsamen Bürger" - sie fühlten sich benachteiligt, weil der Stadtrat, Bauern gewähren wollte eine Hauptmann in den Rat zu wählen und auch Handwerker zur Wahl zulassen wollte, die nicht in der Gilde waren. Sie wehrten sich gegen den "Großen Brief" aus dieser Zeit. Die Bauern sollten nur deshalb einen Hauptmann wählen dürfen, weil sie als lebender Schutzwall um die Stadt lebten. Nur so konnte ihre Loyalität gewährleistet werden. Den "Bürgern" schmeckte das gar nicht. Der Bürger war daher nicht das Volk, sondern die Dekadenz, die sich Bürger nannte und sich daher als etwas besseres darstellte als das VOLK. Ein Volk wählt nämlich niemals in einer Demokratie. Es sind immer nur die Geldbeutel die klingeln wollen. So erkennt auch heute noch jeder in sich den verständigen Bürger und im anderen den dummen Pöbel, der besser keine Meinung haben sollte - weil seine Meinung dem eigenen Geldbeutel schädlich ist. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Der Standesdünkel regiert heute noch in jeder Demokratie und der ist nicht der Verstand eines Menschen, sondern nur die "reine Vernunft".


Diese gesamten Unruhen wurden allerdings sehr schnell von der Hanse wieder geglättet, weil Braunschweig einfach aus dem Bund ausgeschlossen wurde. Es gab sozusagen Sanktionen. Sie sehen also - die große Politik der ökonomischen Waffe - war schon im Mittel bekannt. Sie ist keine Erfindung des 20. Jh.

1487 bis 1489 wollte sich Braunschweig durch neue Münzen von den erdrückenden Schulden befreien. Was nichts anderes war als ein Geldentwertung. Damit wurden nicht nur die Schulden der Stadt einfach entwertet, sondern auch das Vermögen der Menschen. Unsere heutigen Probleme sind daher nicht neu - sondern schon sehr alt. Diese Münzordnung brachte natürlich auch andere Städte in Bedrängnis, bei denen Braunschweig Schulden hatte. Das Mittelalter war daher genauso modern wie wir heute - oder sind wir mittelalterlich trotz motorisierter Kutsche und Staubsauger anstatt einer Dienstmagd?

Vor all diesem Hintergrund entstand die Erzählung von "Till Eulenspiegel". Geschrieben von Hermann Bote - der auch das "Schichtbuch" um 1500 schrieb. Es geht nicht darum, ob Till Eulenspiegel tatsächlich lebte. Die Geschichte beginnt, wie des Dr. Faustus. Es wird er Anschein erweckt, als ob es eine wahre Geschichte sei. So versuchte man damals die Menschen zum Wissen hinzuführen, was leider nicht gelang. Der Mensch nostaligierte die Hauptfiguren zu lustigen Gesellen oder Antihelden, die dem Teufel nicht widerstehen konnten. Der Geist der Geschichten ist daher 500 Jahre nach ihrer geistigen Geburtsstunde längst im Dunkel der Vergessenheit entschwunden. Trotzdem wäre es schön, wenn sich einige bemühen würde, den Geist der Geschichte zu verstehen, wie sie der Autor meinte und nicht wie man es gerne aus dem 21. Jh. sehen möchte.

Daher lieber Mensch, denk niemals als Bürger. Wer als Bürger denkt, wird zum Feind des Menschen.



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