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Samstag, 18. Juli 2015

Wolfgang Schäuble: Unser Wolfi - Kanzler der Herzen

Sie werden ihn liebevoll WOLFI nennen!

Ganze 16 Jahre dauerte Schäubles Comeback zur Kanzlerschaft, in der schon seit 3000 Jahren aufgeführten, interaktiven Tragödie des Kapitalismus. 

Eigentlich ist jedem bekannt, dass jede Tragödie, egal wie man die Handlung dreht oder wendet, immer unglücklich ausgeht, doch die Menschheit will die Hoffnung nicht aufgeben. Es ist wahr: Es spielt keine Rolle wer in diesem Welttheater Kanzler ist und wer nicht, aber spielen ist schön - vielleicht geht sie - die Tragik - doch noch gut aus. Das ist das, was heute Hoffnung genannt wird. 

Der Kapitalismus ist erbarmungsloser Sieger. Er kennt kein Gewissen gegenüber den Verlieren. Verlieren ist in seinen Augen, Gerechtigkeit, gegen die sich niemand erwehren darf. So definiert sich die Menschheit heute das Happyend ... anstatt als Unglück.


Schäuble: 16 Jahr, zweite Geige - Die Läuterung 

Vor 2000 stolperte Schäuble mit seinem Chef, Helmut Kohl, über die Schwarzgeldaffäre der CDU. Doch die Sache mit dem "vergessenen Geldkoffer" rettete ihn in die zweite Reihe hinter Angela Merkel. Die sich von da an als Schutzpatronin des Kohlerbes sah.

Eigentlich sollte er Kanzler werden. Doch Angela Merkel war das unbeschriebene Blatt der CDU, idealerweise aus der DDR und konnte so den neuen BRD-Bürgern beweisen, dass Ossi gerechter ist.

Sie war die alternativlose Lösung der CDU in dieser Zeit. Unter ihr wurde 2005, dann Wolfgang Schäuble als Innenminister zum unbeliebtesten Politiker, mit "seinen" Überwachungsgesetzen, nach dem die SPD als Arbeiterpartei, mit der Agenda 2010, die Entsolidarisierung der Gesellschaft für die 2007 offiziell beginnende Finanzkrise auf den Weg brachte.


Media-Volksausbildung zum Dipl.-Kaufmann

Von 2008 bis 2015 durchliefen die Deutschen mit viel Hintergrundbildung zum Thema "Finanzkrise" eine unglaubliche Aufklärung aus allen nur erdenklichen Quellen über Ökonomie und Finanzwesen.  Das "Volk" begann zu rechnen. 

Es rechnete sich in die heutige nationale Extase des Neoliberalismus, welche nur die angebliche eine Alternative aufzeigt: Deutschland muss moralische Führungsmacht in der EU werden. Plötzlich wird aus dem verhassten Überwachungsminister und Schwarzgeldpolitiker, Wolfgang Schäuble, der unumstrittene Sympathieträger der deutschen Volksrecher. Viele seiner ehemaligen Kritikern sind jetzt seine treusten Fans.

"Wolfi" for Kanzler

Manch einer wünscht sich "den Wolfi" schon ins Kanzleramt, weil er Tacheles redet. Er scheint das Volk zu verstehen, wenn er über Grexit und Flüchtlingspolitik philosophiert. Nun zeigen sich die Früchte der mühevollen, neoliberalen Volksaufklärung über Finanzsystem und Staatswesen, aller Wahrnungen zum Trotz.

Plötzlich ist das Sozialsystem in Deutschland altmodisch und jeder fordert Eigenverantwortung, Rentenkürzungen, Änderung des Asylrechts usw. All das, was noch 1999 undenkbar war und als demokratischer Verrat verstanden wurde.  Deutschland erwacht nach und nach im europäischen Nationalismus, der den Sozialrassismus zur Grundlage aller Werte machen will. Plötzlich kommen demokratische Abstimmungen über den Humanismus in Mode, wo es eigentlich kein Alternative geben dürfte. Doch wer kaufmännisch die Welt erklärt, hält selbst die Abschaffung des Humanismus für eine rationale Entscheidung der Vernunft.


Volksheld -Wolfgang Schäuble

Schäuble ist nun Volkshelden der Stammtische, weil er Griechenland am ausgestreckten Arm der Finanzgerechtigkeit verhungern lassen will. Die Abstimmung vom 17.07.2015 im Bundestag wird zum Humanismus Widerwillen. Was nichts anderes ist als eine Dolchstoßlegende, um endlich die alternativlose Lösung, Angela Merkel, abzulösen, die droht zum Caligula zu werden, in dem sie sich über das Recht stellt.

In Deutschland herrscht plötzlich eine Extase des europäischen Nationalismus, in dem Deutschland die Führungsrolle übernehmen soll, aber diese Führungsrolle sehen sie nicht in Merkel, sondern in Schäuble. Ihm wird der klare, kaufmännische Blick unterstellt, das rechte Europa vom unnützen trennen kann. Schließlich war vor wenigen Wochen aus der amerikanische Presse zu erfahren, dass Angela Merkel zwar eine "erfahrene Innenpolitikerin" sein, aber untalentiert in der Außenpolitik. Dieses Mal wurde also Merkel selber "das Vertrauen" ausgesprochen.

Die politische Sterbehilfe für Angela Merkel

Nicht umsonst wurde schon 2013 und 2014 das Gerücht kolportiert, dass Angela Merkel keine volle Amtszeit mehr vor sich habe. 2015 gilt als Schicksalsdatum. Dieser Zeitpunkt scheint nun gekommen zu sein. Das geplante politische Ableben der Angela Merkel kommt daher wie die viel diskutierte Sterbehilfe. In der Politik wird das Rücktritt genannt. Es war nie die Rede von der Vertrauensfrage.

Wie gesagt: Es spielt keine Rolle, wer Kanzler ist. Es ist nur eine kleine Episode der ewigen Tragödie des Kapitalismus. Doch jede angebliche Wendung dieses Theater bietet jedem Zuschauer die Möglichkeit, zu erkennen, dass er nicht wirklich gezwungen ist, den Kapitalismus als gelebtes Theaterstück aufzuführen. 



Kommentare:

  1. Die Diskussion könnte dich vielleicht interessieren:

    Marxismus vs. Libertarismus: Marcus Staiger vs. Oliver Janich
    https://www.youtube.com/watch?v=k7_XsHFppp0

    (Hat jetzt nicht unbedingt was mit deinem Artikel hier zu tun, aber weiß nicht, wie man dich sonst erreichen kann.)

    LG

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  2. Zu Schäuble und Griechenland:

    "Liebe Freunde,

    Klaus Ernst [...] schreibt auf Facebook:
    „Schäuble hat in seinem Grexit-Papier unter anderem vorgeschlagen, 50 Mrd. griechischen Besitz an die "Institution for Growth" (IfG) zu übertragen. Die IfG ist eine Tochter der KfW. Der Vorsitzende der KfW ist Schäuble selbst.
    Was Schäuble hier unter Duldung der Bundesregierung hier macht, ist nicht nur Amtsmissbrauch, das ist ein Staatsstreich! Mit dieser Politik gegen Syriza nimmt sie fast alles in Kauf, sogar die Zukunft Europas!“
    Bitte lest dieses Interview mit Janis Varoufakis - egal ob ihr den klugen Mann mögt oder nicht - dieses Gespräch bietet euch einen Einblick in die Machenschaften der Mächtigen."
    Konstantin Wecker

    Interview hier: http://vineyardsaker.de/analyse/unsere-schlacht-griechenland-zu-retten-interview-mit-varoufakis/

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  3. Lieber MoreForDemocray,

    ich höre Deine Verzweiflung. Doch Du legst zu viel Wert darauf, wer etwas sagt und vergisst drüber den Inhalt seiner Worte. Nicht Schäuble ist der Vorsitzende der KfW, sondern es ist immer der Finanzminister von Deutschland.

    Die KfW soll es werden, weil sie gleichzeitig auch Kredite vergeben kann. Hätte K. Wecker nun diesen Treuhandfonds, der für Griechenland vorgeschlagen ist, mit dem Treuhandfonds für die DDR verglichen, hätte ich seine Aussage noch gelten lassen ... aber so, ist sie nix wert, außer Hass, Neid und Agitation.

    K. Wecker ist genauso verblendet, wie die meisten, die vorgeben Lösungen zu haben. Wecker kann daher Varoufakes gar nicht verstehen, er versteht nur das was er hören will.

    Die Politik und die Alternativen erliegen momentan der Illusion, sie können Griechenland wie die DDR oder gar die UdSSR abwickeln. Der Unterschied ist aber: Griechenland ist kein kommunistisches Land. Es hat im Vergleich zur DDR fast kein Staatseigentum. 50 Mrd. sind als Erlössumme angesetzt, die wird aber niemals erreicht werden können. Es ist ein BUCH-WERT.

    Das sollte jeder realisiert haben. Diese Schätzungen bilden die Grundlage für neue Kredite, wobei diese Passive niemals als Sicherheit dafür hinterlegt wird.

    Ein privatkapitalistischer Staat kann nicht einfach wegen Überschuldung abgewickelt werden, wie ein kommunistische Land. Seine Einnahmequelle bestehen aus Steuern. Leider will K. Wecker diesen Unterschied nicht auffallen und daher führt sein Geist ihn zu falschen Schlussfolgerungen.

    Ich will nicht als ständiges Korrektiv von aberwitzigen Behauptungen sein. Letztendlich glaubt der Mensch nur immer das, was ihm mit seinem Geist verständlich erscheint.

    Eigentlich ist jeder nur besorgt um sein eigenes kleine Vermögen oder seine sozialen Ansprüche gegenüber der Allgemeinheit. Sie wollen den Griechen nur helfen, weil sie glauben, sie würden sich selbst dabei helfen.

    Systemkritik sieht anders aus: Systemkritik beginnt da, wo der Mensch realisiert, dass jede eigentumistische Überlegung Bullshit ist, aber keine Lösung.

    Varoufakis spricht über "die Spieletheorie" - Er ist genauso wenig in der Lage ohne Regeln leben zu können. Er strebt eben auch nur eine politische Variation an - was allerdings keine Lösung des eigentlichen Problems ist:

    Der Kapitalismus ist nicht die Lösung, sondern die Plage und das Übel dieser Welt. Eine Lösung ist nur dann gegeben, wenn der Mensch seine Probleme nicht mit Kapitalismus lösen will. Dabei sei angemerkt: Der Kommunismus ist auch nur Kapitalismus.

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    1. Hallo Politprofiler,

      ich bin nicht verzweifelt. ^^
      Ebenso lege ich nicht "zu viel Wert" darauf, was andere sagen.
      Ich dachte einfach, das Interview mit Varoufakiks interessiert dich; so wie du auch - aufgrund deiner Blog-Artikel - Interesse daran zeigst, was bspw. derzeit mit Europa / Griechenland los ist (ansonsten würdest du ja nicht in letzter Zeit öfter das in deinen Blog-Artikeln thematisieren).
      "Ich will nicht als ständiges Korrektiv von aberwitzigen Behauptungen sein."
      Ich will dir nicht zu nahe treten, aber genau das machst du doch fast täglich,
      wenn du Blog-Artikel schreibst.

      LG

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  4. Doch du machst mich zum Korrektiv - weil Janich mit seinem Hinweis auf das Interview von Varoufakis nachweisen will, dass die EU-Gruppe rechtswidrig ist. Du machst Dich damit unwissentlich zu einem Bauern in einem Schachspiel, das Janich & Co. eröffnen.

    Sie tun, als ob es eine Rolle spielt, wer als Gruppe über WEH und ACH der Griechen unterscheidet. Ich dagegen stellen das Wollen zum Urteil als gerechten Wille infrage, egal welche Gruppe sich dafür als legitim erachtet!

    Versteht Du was ich schreibe - ... oder liest Du nur das was Du verstehen willst?

    Griechenland ist nicht nur ein Experiment am lebenden Volk für die Politiker, sondern auch für die sogenannte Alternative. Deshalb mein Vergleich mit der Gretchenfrage: "Gerichtet oder erlöst!" - Am Ende ist Gretchen tot.

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    1. Du bringst da was durcheinander: Janich hat mit dem Interview von Varoufakis hier nichts zu tun. Die Diskussion zwischen Janich und Staiger hat(te) auch wie gesagt nichts mit deinem Blog-Artikel hier zu tun; ich dachte mir, ich sende dir mal den Link, weil es dich vielleicht interessieren könnte. Und da ich keine E-Mailadresse oder dergleichen habe, habe ich es hier gepostet.
      Und was das Interview mit Varoufakis anbetrifft, so dachte ich, es passt zu dem Thema hier, und es würde dich vielleicht auch interessieren.
      Nein, ich mache dich damit nicht zu einem Bauern in einem Schachspiel - du fühlst dich vielleicht so; aber das war nicht meine Intention.
      Wieso musst du mir eigentlich permanent schlechte Absichten unterstellen?
      Es ist doch an dir, ob du das kommentieren willst oder nicht; genauso wie es an dir ist, mit bspw. dem Blog-Artikel "Wolfgang Schäuble: Unser Wolfi - Kanzler der Herzen" das Thema Griechenland/Europa/Kapitalismus zu kommentieren, oder nicht.

      LG

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  5. Ich habe deine Links gelesen und meine Meinung dazu gesagt. Tut mir leid, wenn Du das als persönlichen Griff siehst.

    Dann schreib mir doch einfach, was ich von den "Links" halten soll, das erspart mir diese zu lesen.

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    1. Ich habe mich neulich gefragt, wieso kaum noch jemand deine Artikel kommentiert;
      die Antwort habe ich nun.

      Es ist ehrlich gesagt nahezu unmöglich, mit dir zu kommunizieren, da du alles (bewusst oder unbewusst?) falsch auslegst. Wortklauberei.
      In keiner Weise habe ich deine Meinung zu besagten Links als "persönlichen Griff" gesehen; sondern es geht darum, was du mir fälschlicherweise unterstellst - das hatte nichts mit den Themen an sich zu tun. Wer richtig liest, wird das auch feststellen.
      Wenn du das nicht verstehst oder nicht verstehen willst, soll das nicht mein Problem sein.

      Ich geb's allmählich auf, zu versuchen, konstruktiv zu deinem Blog beizutragen;
      offenbar legst du alles als "Störung" aus, was hier gepostet wird.

      In dem tatsächlichen Kontext zu schreiben "Ich will nicht als ständiges Korrektiv von aberwitzigen Behauptungen sein." und "Dann schreib mir doch einfach, was ich von den "Links" halten soll, das erspart mir diese zu lesen." macht jede weitere Unterhaltung eigentlich unmöglich - Totschlagargumente - und führt deine Kommentarfunktion ad absurdum.

      Ich weiß nicht, was in dir vorgeht, aber i-wie scheinst du ja ein Problem zu haben,
      und das Problem bin mit Sicherheit nicht ich.

      Mach's gut.

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  6. Persönliche Angriffe sind daran zu erkennen, dass nicht über das Thema gesprochen wird, sondern einfach negativ über die Person ohne das Thema zu berühren.

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    1. Stimmt. Bin jedoch lediglich auf deinen letzten Kommentar eingegangen.
      Lies noch mal den Gesprächsverlauf durch - dann wirst du sehen, wer hier als erstes persönlich wurde.

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  7. Es ist immer dasselbe: Ein "persönlicher Angriff" auf den Gesprächspartner liegt dann vor, wenn verbale Attacken ohne Bezug auf Thema stattfinden.

    ... wie die Einleitung deines letzten Kommentars. Aus meiner Sicht bist Du gar nicht diskussionsfähig. Eine andere Meinungen ist für dich immer ein persönlicher Angriff. Wer die anderen Kommantarwechsel von uns hier kennt, weiss das.


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    1. Gäbe es einen Oskar in der Kategorie 'Tatsachen verdrehen'*, würdest du die meisten Oskars abräumen..

      *(bzw. dein Eigenes auf andere projizieren)

      Lass jetzt mal gut sein.
      Hand auf's Herz - dir geht es doch gar nicht um die Sache, sondern nur ums Recht haben.

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Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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