Mittwoch, 9. September 2015

Richter gefunden: Lufthansa streik per Gesetz gestoppt - Arbeitnehmer sind rechtslose Individuen

Es gibt immer einen Richter, der das Gesetz so auslegt, wie es der Kläger gerne hat. So geschah es auch beim jüngsten Lufthansastreik der Piloten. Die Klage gegen diesen Streik wurde zu erst von einem anderen Richter abgelehnt und nun fand sich doch noch einer, der ihn für unlauter erklärte und per einstweiliger Verfügung stoppte.

Das ist eine Niederlage für die Demokratie und wird Schule (Lehrbeispiel für die Masse = Erfahrung) machen. Noch wird dieses Urteil von der Masse der Bevölkerung getragen. Vor allem weil Medien und auch die Politik, Streiks als Angriff auf die Volkswirtschaft darstellen und den Eindruck erwecken, es handele sich um eine Form des weitläufigen "Volksverrates" oder gar um einen organisierten, terroristischen Angriff auf das Allgemeinwesen.

Diese Interpretation erinnert an die 1920er Jahre in Deutschland, als der aufkeimende Nationalsozialismus durch die Anti-Bolschewiki-Liga der Großindustrie und des Adels, die Meinung der damaligen Regierung übernahm und anführte. Faschismus ist ein schleichender Prozess, der Fakten nur noch nach der wirtschaftliche bewertet und den Menschen nur noch als Werkzeug und Kapital betrachtet = die Massen wird zum Humankapital, das keinerlei eigene Bedürfnisse mehr haben darf (Moralbildung) und daher aus der Gruppendynamik heraus, alle freiheitlich denkenden Menschen, systematisch aus der Gemeinschaft ausschließt und ignoriert.

Schon damals wurden die Zeichen der Zeit nicht erkannt und wissentlich aus falscher Rationalität ignoriert. Dafür spricht auch die erneute, überdimensionale Aufarbeitung des Filmes "Metropolis" - mit ähnlichem Inhalt. In diesem Film wird die Arbeiterschaft als manipulierte Masse von Juden (Linken) dargestellt und endet mit dem Motto "Hirn und Hände werden durch das Band des Herzes" vereint.

Die Arbeiterschaft soll ohne zu murren in den "Unterstadt" ihrer Arbeit ohne Rechte nachgehen, denn die "Obermenschen" von Metropolis wollen nur das Beste für alle. Der Faschismus hat die Eigenart, getarnt als wohlwollender Arbeiterstaat aufzutreten und entmündigt dabei die Arbeiterschaft durch eine neue Rechtsform, die den unternehmerischen Privatgewinn zum Volksinteresse erklärt. Wer diese Gewinne stört oder minimiert, wird zum Volksverräter.

"Metropolis" ist eine ganz klare nationale, sozialistische Ansage, die heute als neoliberale Ansage bezeichnet werden muss. Diese Interpretation von "Arbeiterstaat" unterscheidet sich in keinster Weise vom Neoliberalismus der Ayn Rand, die 1949 mit "The Fountainhead (Der ewige Quell" grandiose Erfolge feierte.

Der heutige "Nationalismus" bezeichnet sich längst als "Wertegemeinschaft" und reduziert sich nicht mehr auf nationale Grenzen.

Wer nüchtern und ohne private Animositäten den Tatsachen in die Augen sieht, muss feststellen, dass europaweit die Arbeitnehmerrechte in allen Belangen immer mehr negiert und aufgehoben werden. Als Arbeitnehmer begibt man sich immer mehr in einen rechtsfreien Raum wo Willkür unter staatlicher Kontrolle als allgemeingültiges Gesetz gilt.

Deshalb wurden unter dem "Nationalsozialismus" die Gewerkschaften in die staatliche "Arbeiterfront" eingegliedert, wer sich dagegen wehrte, galt als Kommunist, wurde inhaftiert und landete meist im KZ - wo Menschen systematisch und unter Anleitung sich zu Tode arbeiten mussten.

Wer nur rückblickend die Geschichte beurteilt vergisst dabei, dass 1920 sich niemand auch nur vorstellen konnte, dass es nach 1933 zu all diesen schrecklichen Gesetzesschriften und dieser Form von Gewissenbildung kommen kann.

Daher sollten wir diese schlechte Erfahrung der Vergangen dazu nutzen, diesen Anfängen der Willkür gegenüber Arbeitnehmern entschlossen entgegentreten, auch dann, wenn die Mehrheit momentan den Eindruck hat, dass Piloten zu viel verdienen und kein Recht haben sich zu beklagen.

Diese Streiks sind keine Arroganz von Besserverdienern, sondern ein Aufbegehren gegen eine Zukunft, die viele heute noch nicht erkennen und wenn sie erreicht ist, von sich behaupten, dass sei vorhersehbar gewesen.

Deshalb: Wehret den Anfängen! Auch Arbeitnehmer haben eine Würde und ein natürliches Anrecht auf Streik!

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