Mittwoch, 11. November 2015

Besorgniserregender Vorfall im AKW Gundremmingen November 2015

Ich (Raimund Kamm) schreibe SPALTELEMENT. Denn dort wird nichts verbrannt sondern gespalten.
Nach der Verbrennung sind Brennstoffe (Kohle, Öl) weniger toxisch. Nach der Spaltung ist jedoch das Spaltmaterial um viele Millionen Mal mehr strahlend.







Liebe Gesundheits- und UmweltfreundInnen!

Am vergangenen Donnerstag kam es im AKW Gundremmingen zu einem schweren Vorfall. Beim Umsetzen verbrauchter Spaltelemente im Lagerbecken von Block C brach der Kopf ab. Angeblich wurden die Spaltstäbe nicht aufgerissen und kein Spaltmaterial freigesetzt. Von einem ähnlichen Vorfall habe ich noch nie gehört. Am Freitag vergangener Woche wurde dies öffentlich gemacht. Ich habe umgehend die untenstehenden Frage an die Medien gesandt und einige Experten um ihre Meinung gebeten. Bisher hat nur Wolfgang Neumann geantwortet.

Vermutlich wird dieser Vorfall bisher unterschätzt. Hier ein paar Hintergrundinformationen:

Ein Spaltelement besteht im AKW Gundremmingen üblicherweise aus einem Bündel von 100 Spaltstäben. Diese Spaltstäbe sind über 4 m hoch und etwa finderdick. Sie sehen aus wie ganz lange Tablettenröhrchen. In ihnen werden die Urantabletten oder auch die MOX- oder WAU-Tabletten eingefüllt. Solange die Kernspaltung noch nicht begonnen hat, kann man die Strahlung gut abschirmen.





Ein Spaltelement sieht so aus:





Über die Abklingbecken wurde nach Beginn der Fukushima-Katastrophe etwas auf der Informations- und Propagandahomepage der Energiekonzerne geschrieben:


Ein Gramm kann ganze Regionen verstrahlen
Wie unvorstellbar radioaktiv der Inhalt der Spaltstäbe ist, haben wir durch die Katastrophe von Tschernobyl erfahren. Damals mussten insbesondere in Süddeutschland der Grasschnitt und das Heu „entsorgt“ werden. Spielplätze und Sandkästen wurden gesperrt. Über Berchtesgaden und dem Bayerischen Wald regnete einiges ab. Sogar am meisten über dem Raum Augsburg. Luftlinie Tschernobyl – Augsburg: 1400 km.
Und das wurde verursacht durch 1 Gramm Jod 131, das insgesamt über der damaligen BRD niederging. Nur ein Gramm. Dieses J-131 hat eine Halbwertszeit von 8 Tagen. Es ist also längst verstrahlt und verschwunden. Die Halbwertszeit gibt an, wie lange es dauert, bis jeweils die Hälfte des jeweiligen Stoffs verstrahlt und „verschwindet“.

Heute noch sind die meisten Wildschweine hier zu hoch verstrahlt. Das rührt von einem anderen Nuklid, das bei der Spaltung von Uran entsteht: Cäsium 137. Das hat eine Halbwertszeit von 30 Jahren. Und von diesem Stoff wurden etwa 230 Gramm über die BRD geweht und abgeregnet. (Quelle: BfS: „Tschernobyl – 20 Jahre danach“ S.9)

Die verbrauchten Spaltelemente sind meistens schon viele Jahre im Abklingbecken. Das Jod 131 ist also verschwunden. Aber viele andere tödliche Nuklide insbesondere auch Plutonium sind noch für Jahrhunderttausende vorhanden.

Wir bitten unsere zuständigen VolksvertreterInnen im Bayerischen Landtag, die für die Atomaufsicht zuständige Staatsregierung zu einem Bericht über den Gundremminger Vorfall aufzufordern.

Unter der Medienmitteilung vom vergangenen Freitag – ganz unten - noch eine erfreuliche Fortschrittsmeldung.

Sonnige Grüße!

Raimund Kamm  (Vorstand)
FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager
und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.
Augsburg - Dillingen - Günzburg - Heidenheim - Ulm





Von: Raimund Kamm [mailto:r.kamm@anti-akw.de]
Gesendet: Freitag, 6. November 2015 15:49
Betreff: Besorgniserregender Vorfall im AKW Gundremmingen
Wichtigkeit: Hoch

Medienerklärung v. 6.11.2015


Besorgniserregender Vorfall im AKW Gundremmingen

Beim Umsetzen eines verbrauchten Spaltelements im Abklingbecken des Blocks brach gestern der Kopf ab. Dies hat heute in einer Eilmeldung das AKW Gundremmingen veröffentlicht. Zur Beurteilung müssen wichtige Fragen beantwortet werden:

1.    Sind bei dem Vorfall die Spaltstäbe dicht geblieben?
2.    Wie viel Radioaktivität steckt in dem Spaltelement? Wir befürchten, dass dies sehr viel ist und einige Prozente der langdauernden Menge an Radioaktivität ausmacht, die in Tschernobyl frei gesetzt wurde?
3.    Hat es einen ähnlichen Vorfall schon einmal in einem deutschen AKW gegeben?
4.    Von welcher Firma in welchem Land wurde das Spaltelement gefertigt? War es ein Uranelement, ein MOX-Element oder ein WAU-Element?
5.    Wie lange befand sich das verbrauchte Spaltelement schon in dem Lagerbecken? Bekannterweise sollen die verbrauchten Elemente nur etwa fünf Jahre in den Abklingbecken bleiben. In Gundremmingen sollen einige verbrauchte Spaltelemente schon länger als 20 Jahre in den Abklingbecken sein?
6.    Sind die Spaltelemente mechanisch so zerbrechlich, dass so ein Vorfall eingeplant ist oder haben Reaktorbetrieb und die überlange Dauer im Wasserbecken den Bruch befördert?



Raimund Kamm  (Vorstand)
FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager
und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.
Augsburg - Dillingen - Günzburg - Heidenheim - Ulm
Konto des FORUM e.V. bei Raiffeisenbank Aschberg eG:
IBAN: DE72720691130000021199 BIC:GENODEF1HZH

pr.  Luitpoldstraße 26, 86157 Augsburg
T.0821 - 54 19 36  r.Kamm@anti-akw.de 
(bin Smartphone frei - Mails werden nur
am Computer verfasst/gelesen)



In den Niederlanden werden jetzt neue große Windkraftwerke an die Stelle alter Windenergieanlagen gesetzt. Eine einzige neue Anlage erzeugt so viel Strom wie alle 50 alten Anlagen zusammen. 4.11.15  http://www.iwr.de/news.php?id=30049


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