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Dienstag, 17. November 2015

Der Antikonsumisten haben große Konsumwünsche - Die Selbstverwirklichung

Konsumwünsche sind der Antrieb unserer Zivilisation. Zwar wird in der Volkswirtschaft auch noch von anderen Bedürfnissen gesprochen, die angeblich nicht durch Geldausgeben generiert werden können, aber das ist meiner Ansicht nach falsch. Das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung, Achtung, Anerkennung, Sicherheit, Zugehörigkeit und körperliche Bedürfnisse sind längst durch Marketing zu einem Konsumanreiz verkommen und werden ebenfalls durch Leistungseinkauf gestillt. Diese Bedürfnisse werden unter der Vorstellung befriedigt, der Mensch müsse das alleine ohne Hilfe von anderen bewältigen. Da der zivilisierte Mensch unter dem Eindruck heranwächst, dass der Mensch alleine überlebensfähig ist. Der heutige Mensch hat sich in der Natur das Raubtier als Vorbild auserkoren, obwohl er von seinem Wesen ein Herdentier ist, das frei von sozialen, hierarchischen Strukturen existiert.

Bedürfnis nach Selbstverwirklichung in der Wertelehre


"Selbstverwirklichung" ist eigentlich eine ganz normale Neurose unserer Gesellschaft. Selbstverwirklichung muss als Kunst gesehen werden, die nur in einer Zivilisation als Bedürfnis auftritt. Sie ist mehr der Mode unterworfen und generiert sich aus der dekadenten Vorstellung, jedes Individuum habe eine Stärke, die andere nicht haben. Diese müsse nur entdeckt werden, um nach außen getragen zu werden, wie eine Perlenkette oder ein buntes Tuch. Selbstverwirklichung ist daher eine Form von Luxus, die sich nur derjenige leisten kann, der nicht ständig damit beschäftigt ist seine natürlichen körperlichen Bedürfnisse, wie Nahrung, Unterkunft und Wärme zu beschaffen. Selbstverwirklichung ist das Streben nach Glück und kann nur von Menschen betrieben werden, die in der Glückseligkeit bereits leben - also sich mehr leisten können als die Existenz.


Wird die "Selbstverwirklichung" eines Individuums von der Umwelt nicht positiv wahrgenommen und folgt darauf keine Anerkennung, sondern Spot oder Ignoranz, gilt die Selbstverwirklichung für das Individuum als gescheitert, weil keine Nachfrage nach seiner Individualität besteht. Der Slogan "ein Beruf ist eine Berufung" kommt diesem schon sehr nahe, denn dann kann damit Geld verdient werden. Für die einen ist das existenziell, denn vom guten Willen und von der Anstrengung alleine kann niemand sein Brot oder seine Miete bezahlen.


Deshalb haben sich die sogenannten "Überlebenskünstler" in einer Zivilisation entwickelt. Der Berühmteste von Ihnen ist wohl Sokrates, der sich von einem wohlhabenden Hause zum anderen aushalten ließ und seine Weisheiten als Lehrer kundtat. Er brüstete sich damit, kein Geld für seine Dienste zu verlangen, wie die von ihm verhassten Sophisten. Doch seinen wirklichen Durchbruch erfuhr er erst durch Platon, der aus einer reichen Familie stammte. Wobei nicht belegt ist, dass Sokrates tatsächlich so lebte, wie Platon es dokumentierte. Er ist bekannt dafür, dass er viele schöne Geschichte erfand, die er von anderen erzählen ließ. Wie die Geschichte von "Atlantis", welche den Griechen beweisen sollte, dass sie göttlicher Abstammung sind, und zwar im Geiste (aus diesem stammt die Gnostik).



Selbstverwirklichung ist also sich selbst als Vorbild zu inszenieren, damit andere einen nachahmen. "Selbstverwirklichung" ist einen Hit zu landen, der am Ende von allen gesungen wird und dabei auch noch wissen, wer ihn erfunden hat. Das "Normale" bekommt so eine persönliche Note und wird so zur Mode bzw. zum Zeitgeschmack. Mode stirbt allerdings dann, wenn jeder die Mode trägt, simuliert und nachahmt. Dann ist der Hit Vergangenheit und ein neuer muss her. Selbstverwirklichung ist eher das Gefühl sich jeden Tag neue erfinden zu müssen und dafür bietet die Konsumwelt eine schier unerschöpfliche Palette an Konsumgütern, die in ihrer Kombination das Gefühl von Individualität erzeugen.



Selbstverwirklichung ist z. B. einen athletischen Körper zu haben, obwohl man eine Büroarbeit verrichtet. Ein athletischer Körper, der durch körperliche Arbeit entsteht, gilt nicht als "Selbstverwirklichung". Er ist "normal". Die Selbstverwirklichung ist daher immer eine Darstellung des Luxus und sei es nur die Zeit, die zusätzlich aufgewendet wird. Ein Mensch mit dem Streben zu einem athletischen Körper wird sich daher niemals freiwillig auf der Baustelle zum Zementsäcke schleppen vorstellen und dafür auch noch Geld bezahlten, damit er sie tragen darf.


Ein Mensch, der sich unbedingt als Maler verwirklichen will, wird sich niemals bereit erklären, sich seine Staffelei selber zu bauen oder gar seine Leinwand selber zu machen. Die Farben dafür erhält er im Künstlerbedarf. Er kann sich allerdings von anderen abheben, indem er die teuren Mineralienfarben kauft und riesige Leinwände bemalt, weil er sich das eben leisten kann. Trotzdem wird er es "Selbstverwirklichung" nennen.


Daher muss man davon ausgehen, dass "Selbstverwirklichung" kein natürliches Bedürfnis des Menschen ist, sondern der ganz normale Egoismus, der sich längst zur Norm entwickelte. Wer in der heutigen Zeit nichts an Selbstverwirklichung vorweisen kann, gilt als abnormal. Jeder MUSS ein Hobby haben. Daher nennt man heute die höchste Form von Selbstverwirklichung, das Hobby zum Beruf machen. Doch selbst der leidenschaftlichste Maler wird früher oder später erkennen, dass nur zum Fließbandarbeiter wird. Danach empfindet er wieder die Leere in sich, die er als Fehlen von Glück interpretiert. Er ist wieder normal - unscheinbar - unwichtig.


Versetzen wir uns mit unserer heutigen Vorstellung von Umwelt in eine frühe Zeit der Menschheit und begegnen dort einem Menschen, der sich ein Leopardenfell über den Schultern trägt. Wir würden sofort mit unserer zivilisierten Sichtweise assoziieren, dass dieser Mensch eine hohe soziale Stellung in seiner Gruppe innehat, weil wir es gewohnt sind, das Raubtier als Wappentier der Stärke zu erkennen. Natürlich betrachtet macht es keinen Sinn für einen Menschen eine Raubkatze zu jagen, außer er wäre bereits zivilisiert wie wir. Die andere Variante ist, dass er die Raubkatze tötete, weil sie versuchte sein Dorf anzugreifen.



Doch dieser Mensch begreift sich nur als zufälligen Jäger dieser Katze. Er weiß ganz genau, wenn er ihn nicht getötet hätte, wäre es ein anderen gewesen. Es wäre als gar nicht sein Bestreben sich damit zu profilieren. Er trägt das Fell nicht als Statussymbol, sondern aus Freud, der Gruppe hilfreich gewesen zu sein. Es liegt ihm fern dafür einen Mehrwert von der Gruppe zu verlangen. Er kann daher nicht zivilisiert denken, wie sie als fiktiver Beobachter in dieser Geschichte. Daran wird sich auch nichts ändern, wenn Sie jetzt anfangen vehement gegen das zu argumentieren, was ich hier sage. Sie beweisen lediglich, dass sie alles nur aus ihrem inneren geistigen Auge der Zivilisation begreifen wollen, denn Sie würden garantiert den Leoparden jagen, um sich selbst zu verwirklichen, um einen höheren sozialen Status dadurch einfordern zu können. Sie haben daher eine falsche Vorstellung vom dem, was sie SELBST oder ICH nennen. Es ist nur dekadent, aber kein natürliches Wesen eines Menschen.


Sie könnten auch hergehen und das Leopardenfell des Jägers gegen etwas eintauschen, doch was könnten sie dem Jäger anbieten? Sie könnten sich alleine auf die Lauer legen, um eine Gazelle zu erlegen. Doch mit was? Sie müssten also einem anderen Jäger, seinen Speer oder Bogen stehlen ... oder aber sie fertigen ihn selber. Wären sie dann endlich ein erfolgreicher Jäger, ist immer noch nicht sicher, ob sie die Gazelle selber essen oder gegen ein Leopardenfell eintauschen, das so schön aussieht, Sie aber nicht satt macht.


Gehen wir davon aus, dass sie den Speer stehlen mit dem Sie die Gazelle erlegen, werden sie überrascht sein, dass Sie niemand des Diebstahles bezichtigt, denn diese Menschen gehen davon aus, dass Sie für alle jagen. Sie werden also versuchen mit Ihnen zu jagen, oder ihnen sogar Essen anbieten - ohne zu wissen was Gastfreundschaft ist.


Sie würden Ihnen niemals erklären können, aus welchem Bestreben Sie dieses Leopardenfell unbedingt haben wollen. Der Jäger wird es Ihnen sogar überlassen, weil es für ihn keinen Statusverlust darstellt. Er erhält mit oder ohne Fell nicht mehr oder weniger zu essen. Ein Häuptling, wie sich zivilisierte Menschen das vorstellen, ist nicht der junge, starke Jäger, sondern der alte, erfahrende Jäger. Er sitzt aber nicht nur in seinem Zelt und regiert. "Häuptlinge" begreifen sich nicht als das, was zivilisierte Menschen, sie seien das, was sie kennen.


Häuptlinge sind lebende Bücher, gespickt mit Erfahrungen. Das gilt ebenso für den Ältestenrat. Sterben sie, wird nicht der Schüler, der täglich neben ihm sitzt und zuhörte zum Häuptling, denn er wäre nur ein Theoretiker, sondern diese Lücke wird mit einem älteren Jäger wieder aufgefüllt, der mit eigener Erfahrung aufwarten kann und vieles bereits vom nun toten Häuptling oder Ältesten erfragte.


Es würde nie ein Mensch in dieser Gruppe auf die Idee kommen zu überlegen, wie er einen Leoparden jagen kann, damit er sich mit einem Fell (Trophäe) geschmückt ist. Es wäre vergeudete Lebenszeit und Lebensleistung. Sie hätten also eine sehr mühsame Arbeit vor sich, um diesen Menschen die Zivilisation zu erklären bzw. das, was Sie sich unter Selbstverwirklichung vorstellen. Sie würden daher nie die Anerkennung dafür erhalten, die Sie aus ihrer Zivilisation kennen. Sie würden verkümmern. Sie könnten nur das vorhandene Gemeinschaftsgefühl simulieren und lägen ständig auf der Lauer, sich selbst zu profilieren. Sie wären der Torjäger in diesem Team, der ständig nach dem Ball rennt, um ein Tor zuschießen - damit Sie der Held sind, um dann Privilegien für sich ableiten zu können.


Es wäre Ihnen ein riesiger ABER, wenn Sie am Ende nicht mit jungen Jahren schon im Ältestenzelt sitzen würden. Sie empfänden es als ungerecht. Sie würden beginnen die Gruppe zu teilen, so wie Sie es aus ihrer Zivilisation gewohnt sind. Sie würden anfangen zu manipulieren und damit die Existenz der Gruppe sogar nachhaltig zerstören. Sie wären für die Gruppe kein Segen, sondern ein Elend. Deshalb ist es besser, wenn zivilisierte Hirne nicht anfangen ihre Ambitionen aus der Zeit vor der Zivilisation abzuleiten. Es entsteht ein falsches Bild von dem, was der Mensch in Wahrheit ist.


Es ist nicht das Wesen des Menschen sich selbst zu verwirklichen. Sein wahres Selbst ist weit aus größer als das, was der zivilisierte Mensch heute als ICH begreift. In der Zeit vor der Zivilisation war jeder Mensch ein Übermensch. Er sah sich dann selbst befriedigt, wenn es allen wohlergeht. Ich schreibe absichtlich nicht "gut ergeht". Ein Übermensch kennt das Streben nicht mehr von der Gemeinschaft einzufordern, als alle anderen, auch wenn er aus dem heutigen zivilisatorischen Denken heraus mehr leistet als ein anderer. Für den natürlichen Menschen ist es Diebstahl an der Gemeinschaft, mehr haben zu wollen als die anderen.


Solche Gemeinschaften definierten das Glück anders als in der Zivilisation, deshalb bezeichnen wir sie heute als primitiv und dumm, weil sie nicht gewillt sind zu verstehen, wie man innerhalb einer Gemeinschaft ausbeutet und das auch noch als Erfolg und Glück bezeichnen kann.


Wer in dieser Gemeinschaft ein Tier erlegt, nimmt sich nicht das Recht heraus, nur mit denen zu Teilen, die er als Freunde in seinem Kampf um die Selbstverwirklichung um sich schart. Er weiß, dass das kontraproduktiv ist und er das eben nicht, als sein Streben nach Glück anerkennt.


Gelangt allerdings ein Mensch mit Zivilisation in so eine Gemeinschaft, wird dieser nur mit denen Teilen, die er liebt, weil sie ihm dienlich sind. Er wird sich aber auf das, was der zivilisierte Mensch Altruismus nennt, beim anderen Teil der Gruppe setzen, die er als unangepasst bezeichnet. Denn sie werden mit ihm auch ihre Beute teilen, weil er selber nichts erlegte. Zivilisierte Menschen mit "reiner Vernunft" sind einfach nicht in der Lage, ihre Umwelt so wahrzunehmen, wie sie ist. Ihre Eindrücke werden vom inneren Auge - dem "Geist" manipuliert. Propaganda zielt also darauf ab, dass auftretende Paradoxe nicht dazu führen, das Wissen um "Gut" und "Böse" infrage zustellen.


Zivilisation beginnt als in dem Moment, wo die natürliche Gruppe beginnt, ihre Beute nicht mehr mit den Egoisten in ihrem Lager zu teilen. Ab diesem Zeitpunkt beginnen die Gier und der Neid, den Willen des Menschen zu bestimmen. In diesem Moment geht eine gesamte Kultur unwiederbringlich verloren. Zurück bleibt nur eine Sehnsucht nach Glück, die der zivilisierte Mensch mit Worten und auch mit Gefühlen nicht mehr beschreiben kann.


Er kennt nur noch das Glück der Selbstbefriedigung bzw. -verwirklichung und bleibt trotz aller Anstrengungen immer unbefriedigt. Das ist das was vor allem in der heutigen Zeit der sogenannten Wirtschaftskrise ganz tief im Innern eines jeden Menschen wieder rumort. Es ist die Sehnsucht nach einer verlorenen Freiheit. Er beginnt sich durch Moral und Tugend die Gier und den Neid in dem, was er heute als SELBST und ICH begreift, zu unterdrücken. Es ist die Sehnsucht nach grundlegendem sozialem Verhalten, aber der zivilisierte Mensch will das alles haben, ohne das was er SELBST und ICH heute nennt, aufzugeben, um ein Übermensch zu werden.


Der Begriff "Übermensch" ist leider heute ein unsinniger Streitpunkt, weil "Übermensch" mit Gottwesen gleichsetzt wird. Doch Götter sind Unmenschen, weil sie eben keine Menschen sind. Es ist also falsch einen Gott als Übermenschen zu beschreiben, sondern Göttliches ist Unmenschlichkeit.


Die Religionen haben es geschafft, dem Menschen einzureden sie seinen das Abbild eines Unmenschen, der alle Naturgesetze außer Kraft setzen kann und mit eigenen, erfunden Gesetzen und Regeln die Natur - das Chaos - neu zu ordnen. Das ist "die Zivilisation". Es ist der geistige Blick eines Menschen, der die Natur nur interpretiert und nicht mehr so sehen will, wie sie ist.


Es ist die Erkenntnis von "GUT und BÖSE" - das Göttliche - wie es in der Bibel beschrieben ist. Der Mensch wurde durch die Erkenntnis von Göttern, also das Eigentum, von seinem Paradies - der Natur - nicht vertrieben, sondern er hat es einfach vergessen = verloren. So gesehen ist die Bibel ein sehr altes Aufklärungsbuch, das den Menschen sagen will, dass es gar keinen Gott gibt, sondern nur einen irreführenden Geist, der dem Menschen das Gewissen gab - eben das angebliche Wissen von Gut und Böse, das die Natur nicht kennt.


Die Sonne hat z. b. kein Gewissen: Sie scheint dem guten Menschen und dem bösen Menschen genau gleich. Nur der Mensch kann das sehen, was die Natur nie sieht. Goethe brachte das mit seinem Gedicht, "Das Göttliche", treffend auf den Punkt oder zeigte des Pudels Kern.


Heute ist der Mensch so weit in der geistigen Umnachtung fortgeschritten, dass er die göttliche Ordnung des künstlichen Wissens = Gewissen, auch ohne Religion leben will, weil er das längst als seine Natur begreift.


Es ist absurd zu behaupten, dass Naturvölker, Religionen praktizieren und sich selbst als Abbild eines Gottes - also eines Unmenschen begreifen, wie der zivilisierte Mensch. Sie bauen für Götter keiner Steinhäuser und leben selber in Holzhütten. Wer Mensch werden will und frei sein, muss all seine Erfahrungen aus der Zivilisation hinter sich lassen, selbst das, was er Gewissen oder Moral nennt. Er braucht sein ICH und SELBST nicht suchen, wie Buddha es vorschlug, denn er wird immer nur die Zivilisation finden.


Das ICH und das SELBST, ist das Primitive in ihm, das weder Neid, noch Glück kennt. Es kennt nicht einmal die Freiheit, denn die Freiheit ist selbstverständlich und kennt kein Gegenstück, das sich als Selbstverwirklichung darstellt und Rücksichtnahme einfordert, wie in der Zivilisation. Die Selbstverwirklichung liegt im Übermenschen, der keinen Unterschied zwischen Menschen kennt und auch nicht herausarbeiten kann.


Die heutige Zivilisation, aber auch schon die antike Zivilisation ist sehr weit von den eigentlichen Werten des Menschen entfernt. Es ist geradezu ein Hohn von Wertegesellschaften zu sprechen, um andere damit zu diskreditieren. Die Menschheit hat heute keinen einzigen wahren Wert mehr, den sie fähig ist zu erkennen.


Sie stellt sich lediglich einen Heiland wie Sokrates vor, der angeblich ohne Gier und Neid - also ohne Anspruch die Welt veränderte. Dabei war er hoch egoistisch. Er ließ sich von anderen bewirten wie sein biblisches Ebenbild - JESUS - und erzählte von der Enthaltsamkeit als höchsten Streben des Menschen. Den Widerspruch in diesem Idealismus fällt allerdings den wenigsten auf, denn noch ist es sehr prägnant für unsere Kultur. Die Heilande dieser Welt leben von der Dekadenz und behaupten nur sie seien enthaltsam. So wie der Bettler vom Wohlstand seiner Gönner lebt, wie ein Mönch. Das suggeriert uns, dass die Welt nur durch den Reichtum errettet werden kann, und lässt uns stets nach Wohlstand streben - als Selbstverwirklichung, um dann mit unserem Reichtum, "Gutes" für den Rest der Menschheit tun zu können, die wir vorher für den Reichtum verarmten. Das halten wir längst für einen natürlichen Kreislauf, weil wir nicht einmal bereit sind, unsere Vorgeschichte ohne die zivilisatorischen Gesetzmäßigkeiten zu beurteilen. Würden wir es tun, wäre alles was wir heute für RICHTIG und FALSCH halten, nur FALSCH. Es gäbe gar nichts GUTES auf in dieser Zivilisationswelt.


Der heutige Mensch ist nicht fähig das Eigentum als geistiges Konstrukt von Regeln zu begreifen. Er hält Eigentum für Materie. Er begreift nicht, dass er nur noch in Unterschieden denken kann, um einen Wert für Dinge zu ermitteln. Er hält den Unterschied für einen Wert. Wie im Beispiel mit dem Leopardenfell. Der vorzeitliche Mensch begriff das aber nicht als Unterschied, aus dem sich ein höherer Wert seines Selbst ermittelte. Hätte er es erkannt, hätte er das Fell verbrannt - weil er das nicht wollen kann. Es wäre ihm zuwider gewesen - es wäre für ihn asozial gewesen, obwohl er gar nicht wissen konnte, was "sozial" ist.


"Sozial" ist nur eine Erfindung der Zivilisation, weil im Zuge der Selbstverwirklichung des Einzelmenschen innerhalb der Menschheit sich derartige Ungleichgewichte entwickelten haben, die immer zu Aufständen derjenigen führten, die nicht einmal mehr ihre natürlichen Bedürfnisse zur Aufrechterhaltung ihrer Existenz befriedigen konnten.


Es gab zu viele Bettler im übertragenen Sinne. Sie zu ernähren hätte zu einem Lebensstandardverlust der sich als sozial empfunden Reichenschicht geführt und hätte sie daher ihrer Identität als soziales Wesen beraubt. In einem ähnlichen Zustand befinden sich momentan die Industriestaaten in Anbetracht der sogenannten Flüchtlingskrise. Allen Beteiligten ist klar, dass dieses Ungleichgewicht nur durch Reduzierung des Lebensstandards aus der Welt geschafft werden kann.


Doch damit würde sich der Mensch um das Streben nach Glück berauben. So wird entschieden, dass nur "Auserwählte" also Glückliche an unserem Tisch sitzen dürfen; Menschen, die unseren Wohlstand mehren; also bereit sind für uns und mit uns, den Rest der Welt weiter auszubeuten - für das bisschen Glück der Selbstverwirklichung durch Konsumwünsche.


"Einmal in einem Mercedes fahren ..." oder schneller zu einem Mercedes als Eigentum zu kommen als in Rumänien oder Syrien. Das ist auch im weitesten Sinne ein Streben nach Sicherheit und Flucht vor dem Krieg, der genau dieses Streben stört oder unmöglich macht.


In Syrien herrscht nur der Bürgerkrieg - so beschreiben wir hier die dortige Situation. Vorher war es ein Land, das unter einer "starken Hand" regiert wurde, weil die verschiedenen Gruppierungen in diesem Land sonst versucht hätten, sich gegenseitig vom Zugang zum "Glück" abzuschneiden.


Damals wurde von uns eine Gruppierung bewaffnet, weil "die starke Hand" in diesem Falle "Assad" den Reichtum von uns verhinderte, weil keine Gruppierung sich durch die andere bereichern konnte. Das ist volkswirtschaftliche betrachtet ein Überschuss, den wir mit Konsumgütern und Handel abschöpfen hätten können. Deshalb muss Assad aus Sicht der westlichen Wertegemeinschaft weg. Er ließ dem, was wir "Selbstverwirklichung" nennen keinen freien Lauf. Jeder Übergriff auf Eigentum, motiviert durch Gruppendenken und Machtansprüche, wurde von ihm unterbunden, damit es nicht zum Bürgerkrieg kommt. Denn "soziales Verhalten" zwischen den Gruppen hätte es nicht freiwillig gegeben.


Der Westen stellte sich vor, dass er eine Gruppe übervorteilt und diese dann ein Sozialsystem auf der Basis der "Freiwilligkeit" wie in den USA aufbaut. Die "Reichen" spenden in Foodbanks oder wie jetzt auch in Deutschland in "Tafelläden". Sie hätten eine Industrie aufgebaut, die "Arbeitsplätze" schafft und die handwerkliche Struktur völlig auflöst und Fabrikarbeiter aus dem kleinen Handwerker macht. Doch das alles ist Wunschdenken eines dekadenten Imperiums.


Es denkt selbstherrlich - als herrenmenschlich. Was ihm gut tut, tut auch anderen gut. Würde Syrien als Industrienation und Agrarindustrie ausgebaut, hätte Europa einen Konkurrenten um Marktanteile. Die Agrarprodukte und Rohstoffe würden wie in den afrikanischen Ländern, die wir auch "kultivierten" in den Export laufen und der Bevölkerung nichts als Nachteile bringen, die unseren Vorteil durch den Unterschied - Preisgefälle - darstellt.


Wie es scheint, haben die Kämpfer der IS dieses Konzept durchschaut und kämpfen nun in eigener Sache. Sie kämpfen gegen Assad genauso, wie gegen den Rest der Welt, die nichts anderes als ihren Vorteil auf Kosten der Syrer.


Die IS besinnt sich daher auf die sozialen Konzepte, welche der Islam anbietet und die in der christlichen und jüdischen Bibel fehlen - auf die Abgabe für die Armen, die jeder zu entrichten hat. Die Steuermodelle unserer Rechtsstaaten bieten, wie wir heute sehen, keinen ausreichenden Schutz vor der Armut. Daher ist die IS eine knallharte politische Bewegung und keine islamische. Der Islam sah sich nie wirklich als Religion, sondern als ethische Lehre gegenüber dem aufkommenden Feudalismus in seiner Entstehungszeit. Er war eine Gegenwehr gegen das was wir heute als Bildung von Bürgertum und Adel bezeichnen müssen.


Der Islam ist geprägt vom Arianismus, der über die Vandalen und Goten nach Nordafrika in den Orient schwappte und sich als Widersacher der Imperialisten sah. Die IS ist daher als ausgeprägter Platonismus anzusehen, der Machtansprüche nicht aus dem was im Westen aus dem Eigentumismus als Macht formuliert wird, sondern aus einer geistigen Reife.


Erfolgreiche Geschäftsmänner, sind eben noch lange keine Staatsmänner, sagt der Platonismus. Der Platonismus sieht selbstlose, also eigentumslose "Hüter" vor, welche für die Einhaltung der "Ethik" in einer Feudalherrschaft "Eigentumismus" sorgen. Sie sind berechtigt, sogar Staatsoberhäupter zu disziplinieren, mit Amtsenthebung und Bestrafung für ihr Vergehen des unsozialen Handelns gegenüber den Schutzbefohlenen.


Der IS ist daher eher bei den Gnostikern einzuordnen, welche den "Heiligen Geist" als Schöpfer des Gottes ansehen. Das, was als ALI-Anhänger im Islam definiert ist, ist eigentlich kein Gottesglaube, sondern eher Konfuzianismus - die Lehre von der hohen Verantwortung der Mächtigen gegenüber dem, was als Untergebene angesehen wird. Die geistige Reife macht Führer aus, nicht das Können des Eigentumismus - was dem Philosophenstaat des Platonismus nahekommt.


Die Kontroverse dieser - sagen wir mal "Religionen" ist daher auch im Neuen Testament (NT) verankert. Es ist der Römerbrief Kapital 13. Wo klar definiert ist, wer Macht erhält und was göttliche Ordnung ist. Diese gilt heute noch als das was wir "Kultur" nennen - ist aber aus Sicht eines Gnostikers, die reine Tyrannei - weil Menschlichkeit eine freiwillige Leistung des Reichtums ist und keine innere Ethik. Menschlichkeit wird in unserer Kultur als Erfolg bewertet und nicht als Selbstverständlichkeit.

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