Montag, 11. April 2016

Böhmermann: Schwanzvergleich als Satire


Nachtrag:

Mir scheint, dass es noch einmal extra erwähnt werden muss: Böhmermann erklärt sein "Gedicht" als Beispiel dafür, was Satire nicht darf. Ich entnehme den Kommentaren auf sämtlichen Medien, dass dieses Wissen nicht bis zur Schwarmintelligenz der Nation durchgeschlagen ist.

Lange Zeit habe ich mich gefragt, wie Sexismus wohl unter Männern funktioniert und ich bin Jan Böhmermann dankbar für sein "Erdogan-Gedicht". Er zeigte mir, dass es bei Männern eben immer nur um den Schwanzvergleich geht. Der Huren- und Schlampenvergleich funktioniert nämlich beim "starken Geschlecht" nicht. Trägt allerdings ein Demonstrant einen Galgen mit den Namen von Merkel und Gabriel wird Strafanzeige gestellt, weil es eben keine Satire ist.

Um so bedauerlich ist es, dass nun ganz Medial- und Digitaldeutschland dem Glauben erliegt, sie wären eine Satirenation mit Mohammedeffekt. Dabei ist das Gedicht nichts anderes als der schnöde Sexismus, der unter Stammtischen so beliebt ist.

Nun könnte Jan Böhmermann Skandalhascherei unterstellt werden. Da es ihm endlich wieder einmal gelungen ist, in den Fokus der Öffentlichkeit zu geraten. Das gelingt allerdings nur, wenn er vor Gericht landet und die Opferrolle einnimmt. Dabei ist zu beachten, dass die Strafe nicht zu drastisch ausfällt, weil ein gewissen politischer Wille in dieser Geschichte nicht abzustreiten ist.

Wahrheiten schonungslos zu benennen, ist nicht die Stärke der Zivilisation. Sie beschränkt sich auf Personalitäten, als ob sich das Königreich auflöst, indem ein neuer König gewählt wird. Das monarchische Denken ist daher bis heute nicht überwunden.

Deshalb stürzen heute Persönlichkeiten, wegen Sex-E-Mails, Vergewaltigungsvorwürfen und Bonga-Bonga-Partys. Moderatoren werden ihres Amtes enthoben, weil Sie im Puff waren usw. - so wie das Leben von Katharina die Große mit sexuellen Eskapaden und Zoophelie ausgeschmückt ist und bis heute immer wieder gerne aufgefrischt wird.

Einerseits bezeichnen wir uns als offene Gesellschaft, weil wir Politiker präsentieren können, die schwul sind und ihre sexuellen Vorlieben präsentieren, um für die persönliche Meinung den  Minderheitenschutz zu erhaschen. Jeder inhaltliche Kritik, erscheint dann als Diskriminierung. Angela Merkel regiert also mit dem Minderheitenschutz der "WEIBLICHKEIT".

Schwanzvergleich


Das Böhmermann-Gedicht ist eine ganz normale männliche Reaktion. Es wird gesellschaftlich toleriert, weil es kein geschlechtsübergreifender Vergleich ist. Hätte eine Frau dieses Gedicht verfaßt und vergetragen, wären die Reaktionen anders.

Dann wäre wohl Öttinger wieder ausfallend geworden, wie gegenüber Petry: "Wenn die komische Petry meine Frau wäre, würde ich mich heute Nacht noch erschießen". Bleibt die Frage, ob Öttinger, lieber mit Katharina der Großen verheiratet wäre?

Frauen die es wagen politische Streitdiskussionen mit Männer zu führen, finden sich sehr schnell in der Ecke der "unbefriedigten Jungfrauen" wieder. Bei Männer funktioniert diese Rhetorik nicht und so kommt es eben zur Unterstellung der Zoophelie  und Homosexualität. 

Selbstverständlich gibt es an der türkischen Politik viel auszusetzen. Diese ist garantiert nicht nur auf Erdogan als Einzelantrieb zurückzuführen ist, sondern die Gesinnung darstellt, mit denen die deutsche Bundesregierung gerade einen Pakt schließt und damit die Kurden als "terroristisches Volk" den Bomben preisgibt.

Es hätte Böhmermann gut gestanden, wenn er jedes Töten eines Kurden als sexuelle Befriedigung des gefühlten Türken dargestellt hätte und am Ende Angela Merkel wie eine Kennedy hauchen hätte lassen: "Ich bin ein Türke!" - nicht Türkin!

Doch zu dieser Form der Satire fehlt nicht nur der Mut, sondern die Inspiration und die geistige Größe. Es ist eben wie es ist: Freud mit seinem Sexismus wurde eben nie richtig verstanden ... die Welt befindest sich seit der Erfindung der Zivilisation in einem ewigen, orgastischen, gierigen Gelage. Ein jeder empfindet erst dann eine kurze Befriedigung, wenn er seinen Nächsten vernichtend im Wettkampf, unter den Rahmenbedingungen unserer Kultur, schlägt. Er ist nur für kurze Zeit zufrieden und wird schon im nächsten Moment sein nächstes Opfer suchen müssen, um sich selbst bestätigen zu können.

Es geht in der Zivilisation nicht darum zu gewinnen, sondern die Zivilisation ist die KUNST sich täglich neue Gegner suchen zu können, um Ansehen und Ehre zu erlangen.

Es wäre für diese Zivilisation tatsächlich ein Elend, wenn es keine Streitigkeiten um Unterschiede mehr geben würde; wenn die Armut aus der Zivilisation verbannt wäre ... die Zivilisation wäre hinfällig.

Es müsste niemanden mehr geben, der die Armen vor dem Hungertod bewahrt, indem er ein paar Krumen Brot vom eigenen abzwackt und damit den Wettstreit der Nächstenliebe gewinnt. All die vielen Bücher über Soziologie und Psychologie würden in den Regalen verstauben - Das was der heutige Mensch für Intelligenz hält, ist nichts anderes als ein kognitives Verhalten, das er sich im Lauf der Zivilisation antrainierte und ihm nun als seine Natur erscheint.

Siehe hierzu Kritik von Kant an Rousseau "Emile" und Norbert Elias "Über den Prozess der Zivilisation" - was Nietzsche kurz und knapp als "Fehlinterpretation der Natur" beschrieb. Selbst Engels stand über diesen Dingen. Marx ist es lediglich gelungen eine "animalische Wirtschaft" zu entwickeln, so wie einst Newton seine "animalische Formel" über die Schwerkraft formulierte, im Wissen, dass sie im großen Ganzen immer ungenauer und am Ende falsch sein wird.

Niemand will bekennen, dass just in diesen Momenten Massen auf völkisches Denken getrimmt werden. Selbst die deutsche Forderung, als Leitkultur zu fungieren, ist völkischer Natur und dem Faschismus sehr zugeneigt, egal wie sehr der "deutsche Knigge" als richtig erachtet wird. Es ist genauso falsch, wie alles andere, was heute im Hier und Jetzt als fremde oder eigene Kultur empfunden wird.

Summa summarum: Es hat keiner RECHT, denn die Wahrheit liegt ganz wo anders begraben und wird Schwanzvergleichen und dem alltäglichen Sexismus (im freudschen Sinne) nicht an den Tag befördert.

Politiker sind Berufspopulisten


Politiker sind Berufspopulisten, denen es erlaubt ist, aufgrund ihres öffentlichen Amtes andere als Populisten zu beschimpfen. Daher ist des dem gewöhnlichen Menschen gar nicht mehr möglich, die gesamte Zivilisation als puren Populismus zu begreifen, indem es lediglich um den Wettkampf der Interpretation der eigentlichen Wahrheit geht, aber nie um die Wahrheit selbst.

Eine pure Wahrheit kann keine Meinung produzieren, sondern sie ist FAKT. Die Zivilisation ist daher der Wettkampf der Meinungshoheiten im steten Wettkampf um die berühmte Gretchenfrage: "gereichtet oder erlöst" - aber in beiden Fällen ist nicht nur das Gretchen tot, sondern auch die Wahrheit.

Vereinfachen wir doch die Gleichung, die momentan in den Köpfen der Menschen all diese Verwirrung auslöst:

Es geht nicht um die Flüchtling, sondern um die Armut, die diese Menschen darstellen und gleichzeitig eine Konkurrenz um den Arbeitsplatz, die Wohnung, das Auskommen nach zivilisatorischer Rationalität erscheinen. Auf genau dieselbe Art und Weise hat sich die FDP mit Westerwelle in den Bundestag von 2009 geschwatzt: Auf dem Rücken der Arbeitslosen - den ehemaligen "Flüchtlingen" schwappte diese Partei mit 14 % in die Regierung.

Und nun im Jahr 2016 bildet sich die ganz normale, zivilisatorische Einheit der Vielfalt, indem die Arbeitslosen gemeinsam mit ihren ehemaligen Verachtern, gegen die Flüchtlinge ins Gericht gehen und aus dem Land verbannen wollen. Es geht daher wieder nur um die Interpretation der Wahrheit, aber nie um die Wahrheit an sich. Die einzige Opposition die sich hierfür findet, ist die "Wirtschaft", die sich auf die Rosinenpickerei versteift und es Humanismus nennt.

Stellen Sie sich vor: Die Armut wäre aus der Welt geschafft: "Ich sage nicht vom Planeten verbannt!" - Kapiert!? Die Menschheit hätte also die Ursache für die Armut gefunden und hätte ihre Fehler revidiert: Es gäbe keinen Grund mehr für Streit um Meinungen und Interpretationen.

Ein echter Römer verteidigt sein Vaterland - der Grundstock unserer Kultur


So lange der Mensch glaubt, dass der Wert aller Dinge, sich am Unterschied misst, hat er seine westliche Natur nicht verstanden (frei nach Kant). Er ist und bleibt ein "Römer" (Antike), der seine Aufgabe darin sieht, für das Imperium zu sterben und zu töten, damit es als ewiges Himmelreich existiert.


Meinung zu haben wird heute mit "Wahrheit erkennen" verwechselt. Deshalb streitet sich angeblich die Menschheit über Politik ... dabei ist es nur Populismus, egal ob nun die aufstrebenden Parteien, diesen praktizieren, um in Ämter zu kommen, um die Verlierer als Populisten bezeichnen zu können oder die Alten im Amt bleiben und gegen Populisten kämpfen. Es ist ein Brei der Meinungen ohne Wahrheiten.

Wahrheit hat keine Meinung

Wahrheit hat keine Partei; Wahrheit ist keine Vereinszugehörigkeit; Wahrheit drückt sich nicht in Meinungsfreiheit aus. Wahrheit entkleidet jede Meinung und lässt sie als Banalität dastehen. Vermutlich ist das Grund, warum Menschen die Wahrheit in ihrem natürlichen Wesen verachten, weil sie ihre Meinung als nichts anderes als Lug und Trug benennen müssten.

So schrieb schon Lessing vor vielen, vielen Jahren: "Wer will schon seine Ururgroßväter" als Lügner schimpfen ... haben sie doch aus Liebe gelogen."

So muss auch Sokrates als Populist bezeichnet werden, der von sich behauptete, dass er weiß, was er nicht weiß. Er hatte eben nur eine Meinung zur Wahrheit, die heute als Basis von all dem fugiert, das heute Kultur und Wert genannt wird.

Die Wahrheit verbirgt sich nicht in der Interpretation von geschichtlichen Ereignissen. Die menschliche Wahrnehmung - die Welt - würde heute nicht anders aussehen, wenn Cäsar nicht ermordet worden wäre. Es kam trotz seines Todes zum "heiligen römischen Reich" und zur eblichen Thronfolge.

Selbst der Sieg über Hitler und dem Nationalsozialismus hat die Welt nicht verändert. Es gibt eben wie in allen Dingen, die der heutige Mensch zu bewerten weiß, der Unterschied, dass es immer eine gute Seite, der schlechten Seite einer jeder Meinung sieht und hervortut. Das ist die Kunst der Zivilisation - mit dieser geistigen Bildung, ist der Mensch immer wieder bereit die Menschlichkeit zum Wohle der Zivilisation zu überwinden.

Der freie Wille in einer Zivilisation existiert nicht


Daher soll mir keiner kommen und erklären: "Jeder hat einen freien Willen und immer ein Wahl". Die sogenannte "freie Wahl" gestaltet sich wie in den schrecklichen Filmen von "SAW". Es geht immer nur um Schuld, Läuterung und Schmerz - wie es eben üblich ist, in der katholischen Variante des Christentums, das mittlerweile sogar ohne Kirche zu kognitiven Verhaltensmustern führte, die heute Kultur oder gar Zivilisation genannt werden.

Der Westen bäumt sich gerade wie einst Rom gegen den Katholizismus auf und hat dabei den Islam im Visier, so wie einst die Christen, die Arianisten verfolgten. Wohlwissend, dass jede Interpretation von Religion nichts anderes ist als ein Staatswesen.

Doch nun werde ich schließen: Wohlwissend, dass ich mit weiteren Ausführen nur Verwirrung stifte und Interpretationen von Wahrheiten Vorschub gebe, ohne dass der Wahrheit auf den Grund gegangen wird.

Vermutlich habe ich schon wieder zu viel gesagt - bitte keine falsche Vorstellungen gebären, um dem Unterschied wieder seinen zivilisatorischen Wert beimessen zu können. Wo es zwar Unterschiede gibt, aber sich daraus eben nun mal keinen Wert ableiten lässt. Das ist wieder jeder heute geltenden Mathematik, aber wahr.

Es reicht nicht aus, wenn der Mensch aufhört zu werten, wenn er nicht versteht, warum er glaubt tun zu müssen und es für Willen hält. Er verhält sich nur wie ein Tier, das in einem Stall eingesperrt ist und nicht begreift, wie es zum Stall - zur Rahmenbedingungen kommt.

Es hält den Stall für seine normale, natürliche Umgebung und wird sich erschrecken, wenn es die Natur sieht - so ähnlich beschrieb schon Kant den Menschen in seiner "Kritik der reinen Vernunft" - als Metapher für das Verhältnis des Menschen zur Wahrheit.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wer allerdings Kant lies, nur um seine eigene Meinung zu bestätigen, hat nix verstanden. So verhält es sich auch mit der Quantentheorie und dem Doppelspaltmodell.

Sie - der denkende Mensch - positioniert sich je nach Gutdünken auf einer Seite, um zu sehen, was er sehen will, dabei spielt es keine Rolle ob das Licht, nur eine Welle oder ein Teilchen ist - die Pflanzen wachen ohne Licht nicht. BASTA!

Oder nehmen wir "Schrödigers Katze"! 'Erst der Mensch sperrt sie ein; baut einen Kasten und fängt dann an darüber zu philosophieren und auf die Funktionalität der Natur als Schicksal zu schließen. Das ist allgemein anerkannter, wissenschaftlicher Bullshit und Populismus.

In diesem Sinne
Euer Politprofiler


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Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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