Montag, 15. September 2008

Wie sicher ist unser Geld auf den Banken?

Lehman Brothers saß laut dem Insolvenzgericht in New York auf einem Schuldenberg von 613 Mrd. US-Dollar und beantrage heute am 15.09.08 Gläubigerschutz. Merrill Lynch, die drittgrößte Bank Amerikas wird für 50 Mrd. Dollar in Aktien von der "Bank of Amerika" aufgekauft.

Diese Erdbeben an den Finanzmärkten ist die erwartete Sicherungsübereigungsphase, die vor dem Crash des Finanzsystem vorausgesagt wurde.

Am 15.09.08 bestätigte nun die amerikanische Generalstaatsanwaltschaft, dass unter anderem auch gegen die Deutsche Bank über deren Vertriebspraktiken bei so genannten Auction-Rate Securities (ARS) eingeleitet wurde.

Bei ARS handelt es sich um Spezialanleihen, die von Kommunen, Universitäten, Krankenhäusern oder auch Museen ausgegeben werden, um Geld aufzunehmen. Diese Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere mit langer Laufzeit, die aber wie Kurzläufer funktionieren. Der Zinssatz wird in kurzen Abständen bei Auktionen neu festgelegt. Für die Emittenten
waren diese Vehikel attraktiv, weil sie niedrigere Zinsen zahlten als für reguläre Anleihen mit langer Laufzeit.
Öffentliche Kredite geraten ins Visier der Hochfinanz

Durch diese Maßnahme der amerikanischen Generalstaatsanwaltschaft, werden bald die Kommunen, Länder und auch der Bund in erhebliche Zahlungsschwierigkeiten kommen. Denn wird dieses Instrument der irregulären Geldbeschaffung für die öffentliche Hand ausgeschaltet, fallen reguläre Zinsen bei den Banken an. Es ist auch nicht auszuschließen, dass in Zukunft übereigungsfähige Sicherheiten für Anleihen von den Banken eingefordert werden - was einer Bankrotterklärung der Bundesrepublik Deutschland gleich kommen würde.




Was könnte unser Staat als Sicherheiten für Kredite bieten?


Unser Staat sich schon vor langem von seinen eigenen Einnahmequellen und Eigentum getretten. Sämtliche "Volksbetriebe" sind bereits verkauft. Viele Kommunen treten sich schon vor geraumer Zeit von ihren Immobilien und stehen jetzt in der Pflicht, Mieten von Sozialhilfeempfängern, an Heuschrecken und Investoren zu bezahlen. So wurde bereits der Innere Markt für Investoren aufgebrochen.

Was bleibt also noch als Sicherheit für den hohen Schuldenberg der BRD übrig? Bei genauerer Überlegung bleibt nur noch die Volkswirtschaftz bzw. die Steuereinnahmen aus der BRD.

Ein kaum unvorstellbares Szenario tut sich bei dieser Frage auf. Kann es tatsächlich sein, dass wir in Zukunft Steuern bezahlen ohne Gegenleistungen, weil Finanzhaie die Steuereinnahmen von Staaten pfänden?

Für die Hochfinanz wäre das das Optimum an Ausbeutung und garantierten Einnahmen. Aus diesem Grund fusionieren wohl auch die verschiedensten Bank und wie im Falle von Merryl und Lehman entscheidet das Wohlwollen des Staates über das Überlegen am Markt.

Die Deutsche Bank im Visier der Übernahme

Mit der Deutschen Bank würde sich die Hochfinanz einen ganz dicken Fisch an Land ziehen. Beteiligungen an sämtlichen deutschen Betrieben warten mit dieser Bank auf die Finanzhai. Aber eine solche Übernahme muss gut vorbereitet sein. Vielleicht ist die Überprüfung der Staatsanwaltschaft in den US der Anfang vom Ende der Deutschen Bank.

Was ist die Finanzkrise?

Die Finanzkrise resultiert daraus, dass die Banken begannen ihre vergebenen Kredite als juristische Sicherheiten zu betrachten und nochmals darauf Geld leihen. Dieser Vorgang scheint im ersten Moment unbegreiflich, wer sich aber mit der Geldkreierung (mit der Erschaffung von Geld) befaßt, kommt ganz leicht hinter das Geheimnis der Finanzkrise, deren Auswirkungen und vor allem Absicht.

Geld wächst nicht auf den Bäumen und wird auch nicht von der Bundesdruckerei für die Bundesbank gedruck, denn die Bundesdruckerei ist schon längst privatisiert und die Bundesbank hat ihren Meister in der EZB-Bank gefunden. Die Einflüsse des Staates auf die Geldmenge und vor allem auf die Gelderschaffung sind also gering.

Wie entsteht das viele Geld, für die vielen Produkte, die wir produzieren?

Die Antwort ist einfach, wenn man sich klar ist, dass Geld nicht auf Bäumen wächst und sich nicht durch Zellteilung vermehrt. Neues Geld entsteht auch nicht durch Zinsen, sondern durch Schulden.

Beantragen Sie einen Kredit bei ihrer Bank, erhalten Sie ein Konto, das sie bis zur Kreditsumme überziehen können. Über diese Konto werden Ihre Tilgungen und Zinsen abgerechnet. Jetzt werden Sie sagen: "Das ist doch normal. Wo liegt das Problem?".

Das Problem liegt darin, dass für ihre Schulden lediglich ein minimaler Betrag (ca. 4% der Kreditsumme) von Ihrer Hausbank bei der Bundesbank hinterlegt werden muss. Also muss eine Bank für 100.000 Euro Kredit lediglich 4000 Euro Einlagen oder Sicherheiten überlegen, der Rest des Geldes entsteht durch die Auszahlung in bar oder per Überweisung. So wurden also 96.000 Euro plus Zinsen neues Geld geschaffen und die Geldmenge erhöht sich um diese Summe.

Beispiel: Sie kaufen eine Auto um 50.000 Euro und nehmen dafür einen Kredit auf. Also existiert das Geld nicht, er wird erst physisch existenz, wenn Sie ihr Kreditkonto überziehen und ihr Auto damit bezahlen.

Was hat das mit der Finanzkrise zu tun?

Sehr viel! Denn die Banken nahmen diese Kreditkonten und betrachteten sie als juristische Sicherheit, die sie beleihen konnten, um noch mehr Geld zu erzeugen. Diesem Geld haben wir unser Wirtschaftswachstum der letzten Jahre zu verdanken. Denn die Wirtschaft kann nur in dem Maße wachsen, wie neu Kredite ausgegeben werden, denn Geld vermehrt sich nicht wie eine Produktion aus einem kostenlosen Rohstoff, der irgendjemand fördert und dann für Geld verkauft.

Beispiel: Das Öl liegt unter der Erde und stellt einen Wert dar, der noch gar nicht im Geldsystem eingepreist ist, sonst hätten wir immer die gleiche Geldmenge seit Erfindung des Geldes.
Jeder geförderte Barrel Öl braucht einen Abnehmer der Geld hat. Dafür werden von Firmen Kredite aufgenommen, mit der Absicht aus dem Rohstoff ihre Schulden - Plus die Zinsen abzubezahlen. Und hier fängt der Betrug im Geldsystem an.

Betrug im Geldsystem und die Finanzkrise

Geld wird also aus dem Nichts erschaffen und zwar von privaten Banken, die real existierende Sicherheiten von den Schuldner fordern. Diese Sicherheiten + die Zinsen erhöhen das Geldguthaben der Banken. Da jetzt aber die Banken die Schulden auch als Sicherheiten beliehen haben, hat sich bei den Banken eine hohe Summe an Rücklagen bei den Bundesbanken angesammelt und ein Kreditausfall löste gleichzeitig bei mehren Banken einen Verlust aus. Häufen sich die Ausfälle, ist die Bank nicht mehr im Stande ihrem Geschäft nachzugehen, weil es kein Geld mehr für die erforderliche Sicherungsrücklage bei der Bundesbank gibt.

Aus diesem Grund greifen auch die Staaten mit Steuergelder zur Rettung dieser Banken ein, weil sie wissen, dass die Geldkreierung der Motor für den Kapitalismus ist. Aber auch dieser freie liberale Markt stößt an seine natürlichen Grenzen, denn die Schuldenbelastung kann nicht unendlich weiter angehäuft werden, damit das Wirtschaftswachstum (durch neue Schulden) die fehlenden Zinsen ausgleicht.

Beispiel: BRD 1,6 Billionen Euro Schulden - es fallen alleine jährlich ca. 43 Mrd. Euro Steuern an, die der Steuerzahler aufbringen muss, die eigentlich gar nicht im Geldsystem existieren. Also müssen für eine NULL-Wachstumsrunde mindesten 43 Mrd. Euro neue Kredite vergeben werden, das verkraftet keine Volkswirtschaft bis in die Unendlichkeit.

Anstatt das Problem am Schopf zu packen und die Geldkreierung zu verstaatlichen, wollen unsere Regierungen nur die Neuverschuldung verhindern, das löst aber noch lange nicht das Problem, wie die Schuldzinsen in Zukunft aufgebracht werden können. Früher lösten die Staaten diese Problem mit einer Inflation, durch die EU und den EURO ist dies aber unmöglich geworden. Allerhöchstens Europa beschließt eine gemeinschaftliche Inflation oder eine neue Währung.

'Wer hat das Geld, das in der Finanzkrise verloren ging

Im ARD-Kommentar vom 15.09.08 wird Lehman Brothers als Erfinder Ramschkredite dargestellt. Wäre es aber tatsächlich so, hätte Lehmann Brothers das pysische Geld auf Konten verbucht und nicht die wertlosen Schuldsicherheiten im Tresor - wäre also auch nicht Pleite gegangen.

Wohin sind also die Milliarden und Billionen der Finanzkrise hingeflossen? Schließlich haben viele Millionen von Steuerzahlern diese Gelder zur Rettung der Banken aufbracht. Alleine für die IKB Bank bezahlte der deutsche Steuerzahler ca. 11 Mrd. Euro, aber an wen?

Zu dieser Frage hüllen sich alle in Schweigen.

Millionen für Versagermanagent von Fannie Mae und Freddie Mac


Die US-Regierung hat mit Steuergeldern die beiden Hypothekenbanken übernommen aber es kommen noch weiter Kosten auf den amerikanischen Steuerzahler zu. Das Missmanagement bei den Hypotheken-Riesen könnte ihn zig Milliarden Dollar kosten - inklusive hoher Abfindungen für die geschassten Chefs.

Dem bisherigen Fannie-Chef Daniel Mudd stehen laut Vertrag 8,4 Millionen Dollar zu, sein Freddie-Kollege Richard Syron soll 15,5 Millionen Dollar bekommen. Dagegen will jetzt die Oppostion vorgehen. Die dicken Gehälter für ihr Missmanagement kann ihnen aber niemand mehr wegnehmen: Allein im Jahr 2007 hat Mudd 12,2 Millionen Dollar eingesteckt, für Syron waren es 19,8 Millionen Dollar.

Das US-Haushaltsdefizit im laufenden Jahr 2008 bei 407 Milliarden Dollar, die größtenteils mit Übernahmen von schiefliegenden Finanzkonzernen zusammenhängen, hier ist Fannie und Feddie noch nicht eingepreist.

Das zeugt von der Verselbständigung der Konzerne und AG, die wie Regierungen außer Kontroll geraten können und nur noch zur Selbstbereicherung des leitenden Personals dienen.

Kommentare:

  1. Könnte es sein, dass wir einfach igendwann Steuern zahlen ohne Gegenleistung ? Momentan werdn ca. 30 % aller Steuern zur Schuldentilgung, d.h. ohne Gegenleistung bezahlt und weitere ca. 35 % kommen nicht bei der Bevölkerung an, sondern fliessen in fragwürdige Investitione wie Afghanistankrieg bis Bambi-Verleihung. Ich denke eine kleine Marge staatlicher Gegenleistung für Steuergelder wird immer bleiben, schon um die Illusion eines "Sozial"staates in der Bevölkerung aufrecht zu erhalten. Dieser Motivationsanreiz ist effektiv - genauso wie man abgerichteten Jagdvögeln auch etwas Futter geben muss, wenn sie täglich viel Fang einbringen.

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  2. Könnte es sein, dass wir einfach igendwann Steuern zahlen ohne Gegenleistung ? Momentan werdn ca. 30 % aller Steuern zur Schuldentilgung, d.h. ohne Gegenleistung bezahlt und weitere ca. 35 % kommen nicht bei der Bevölkerung an, sondern fliessen in fragwürdige Investitione wie Afghanistankrieg bis Bambi-Verleihung. Ich denke eine kleine Marge staatlicher Gegenleistung für Steuergelder wird immer bleiben, schon um die Illusion eines "Sozial"staates in der Bevölkerung aufrecht zu erhalten. Dieser Motivationsanreiz ist effektiv - genauso wie man abgerichteten Jagdvögeln auch etwas Futter geben muss, wenn sie täglich viel Fang einbringen.

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