Donnerstag, 12. März 2009

Die Kommerzialisierung der Schulen

Beim Thema Kommerzialisierung unseres Schulwesen trifft man unweigerlich auf die Bertelsmann-Stiftung. Der öffentliche Sektor im Bildungswesen soll abgeschafft werden, das heißt das Privatschulwesen wird verstärkt. Die äußerliche Sanierung der Schulen durch das Konjukturpaket II unserer Regierung und das Steckenpferd unserer Kanzlerin spricht auch für die Überlegung.

Sanierung der Fassaden macht Sinn als Vorbereitung für die Privatisierung der Schulen, deshalb kann auf die Aufstockung des Schulpersonals gerne verzichtet werden.

Seelen bluten nicht!




Begrifflichkeiten zur Angewöhung

Die „neue Steuerung“ deutscher Schulen ist jedoch noch häufiger und auffälliger. Das bedeutet die Verbetriebswirtschaftlichung unserer Bildungseinrichtungen durch die freiwillige oder erzwungene Einführung des Managementmodells. Unter der Bezeichnung und demokratisch anheimelnden Formeln –

  1. „autonome Schule“,
  2. „lernende Institution“ oder
  3. „Eigenverantwortlichkeit“

die suggesive Vorbereitung der öffentlichen Meinung auf den ultimativen Schritt der Abspaltung und gewinnorientierten Bildungswirtschaft.



So sollen die Schulen privatisiert werden

Erziehungswissenschaftlerin Professor Ingrid Lohmann an der Universität Hamburg stellt fest, dass Privatschulen und kommerzielle Anbieter mittlerweile massiv begünstigt werden. Sie werden im Vergleich zu früher stärker subventioniert, weil man der Philosophie folgt, dass Privatisierung die bessere Lösung ist.

Die öffentlichen Schulen müssen mit einem knapp bemessenen, festgelegten Budget auskommen. Wenn sie mehr Geld brauchen, so sind sie gezwungen, Spenden einzutreiben oder private Sponsoren zu finden. Firmen oder andere Organisationen gewinnen auf die Weise mehr Einfluss auf die Schulen.

Zunehmend stellen etwa Firmen Unterrichtsmaterial für Schulen bereit, so wird Werbung ein selbstverständlicher Zustand in Schulen. Es gibt außerdem auch langfristige, vertraglich geregelte Zusammenschlüsse zwischen Schulen und Industrie, sogenannte Private Public Partnerships.

Bertelmanns tragende Rolle in der politischen Meinungbildung


Ohne die politische Weichenstellung oder Gönnertum der Politik wären solche Einmischung wie durch die Bertelsmann-Stiftung erst gar nicht möglich. Schulbildung sollte in einer Demokratie als sehr sensibles Thema angesehen werden und nicht fahrlässig und gutgläubig in Lobbyistenhände gelegt werden.



Konkurenzunternehmen SCHULE

Evaluationsinstrumente, wie beispielsweise SEIS (Selbstevaluation in Schulen) von der Bertelsmann-Stiftung entwickelt und promotet, tragen dazu bei, dass Schulen wie Wirtschaftsunternehmen geführt werden.

Die Konkurrenz unter den Schulen wird so insgesamt gefördert. Die Schulen müssen sich der Wirtschaftslogik entsprechend Profile geben und gegeneinander abgrenzen. Die Stellung des Rektors hat sich als Folge davon verändert. Er ist jetzt Manager. Die Entscheidungsmacht liegt bei ihm und die kollegiale Selbstverwaltung wird abgebaut. Es gibt bereits Hilferufe von Rektoren, die völlig überlastet sind. Die zunehmende Ökonomisierung des Bildungssystems bedeutet auch, dass eine Art Profit aus Kindergärten, Schulen und Universitäten erwirtschaftet werden muss durch Einwerbung von Sponsoren oder Werbeverträgen, so Prof. Ingrid Lohmann.

Leider kommen diese Informationen über die Strippenzieher hinter den Kulissen der Schulen und Kultusministerien nie richtig in der Elternschaft an. Die öffentlichen Medien berichten nicht einmal zögerlich über die gedulte Co-Existenz der Bertelsmann-Stiftung hinter den Schulkulissen.

Unterfinanzierung als stragegisches Mittel zur freiwilligen Zwangsprivatisierung


Die politisch gewollte und chronische Geldmittel-Unterversorgung der Schulden in den letzten Jahrzehnten führte zu dieser Bildungsmissere, die wir tagtäglich in den Medien vorgeworfen bekommen. Als letzter Ausweg scheint nur noch eine Privatisierung möglich zu sein. Doch das kann auch als Strategie aufgefaßt werden ohne diese Vorbedingungen könnte der Bevölkerung niemals erklärt werden, warum das Bildungssystem privatisiert werden soll.

Bildung ist ein lukratives Geschäfts, besonders wenn es weiterhin mit Staatsgelder subventioniert wird, auch nach der Privatisierung. In Sachen Bildung kann die Privatwirtschaft niemals der beste Partner sein. Wirtschaftlich geführte Unternehmen sind immer auf Gewinn orientiert, besonders wenn für das Produkt "Schüler" noch kein Kopfgeld in der Industrie bezahlt wird.

Schulen werden zur Massenabfertigung nach einem Gewinnoptimierungsprinzip, lediglich private Zuzahlungen werden die Spräßlinge der Deutschen dann noch einer desaströsen, aber gewinnträchtigen Ausbildung retten.

Bildungsdienstleistungen sind seit 1995 handelbare Ware.

Das wurde durch das Allgemeine Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen, kurz GATS (General Agreement on Trade in Services) innerhalb der WTO, der 153 Mitgliedsländer angehören, beschlossen. Das heißt, man kann zum Beispiel einen Bildungskonzern gründen, der das Management in Schulen kommerziell übernimmt. (Ein Wirtschaftsfeld für die BertelsmannAG in Deutschland).

In dem Moment, wo Bildung nicht mehr als staatliche Hoheitsaufgabe verstanden wird, müssen dann auch private nationale oder internationale Anbieter zugelassen werden. So weit ist die Situation zwar noch nicht ganz, aber die Entwicklung geht stark in diese Richtung. Deshalb soll der Staat als Träger von Kindergärten, Schulen und Hochschulen auch seine Bildungsbudgets offenlegen, damit private Anbieter dann sagen können: Das bieten wir billiger und besser an. Dann können sie die entsprechenden Steuermittel einfordern, und auf diese Weise wird die Kommerzialisierung dann staatlich subventioniert. 2004 lag die Summe der privaten und staatlichen Bildungsausgaben weltweit bei geschätzten 2 000 Milliarden US-Dollars. Um diese Mittel geht es. Die Frage nach der Regierungsweise des Bildungssystem ist gleichbedeutend mit der Frage danach, wer über diese Summen verfügt.“



Bertelsmann als kleines Glied in einer Weltverschwörung gegen die staatl. Bildung


Die Akteure dieser Privatisierunglust sind:

  1. Bertelsmann-Stiftung, die Mehrheitseigentümerin der Bertelsmann AG
  2. Konzerne
  3. Arbeitgeberverbände
  4. OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development)
  5. WTO (World Trade Organization)
  6. IWF (Internationaler Währungsfond)
  7. Weltbank

In Deutschland steht an erster Stelle die Bertelsmann-Stiftung, die Mehrheitseigentümerin der Bertelsmann AG ist, aber natürlich auch andere große Konzerne und Arbeitgeberverbände. International ist es die OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development), eine internationale Organisation der Wirtschaft mit Sitz in Paris und die WTO (World Trade Organization), die sich mit der Regelung von Handels- und Wirtschaftsbeziehungen beschäftigt und ihren Sitz in Genf hat. In der Dritten Welt treiben IWF (Internationaler Währungsfond), eine Schwesterorganisation der Weltbank-Gruppe in Washington D.C., und die Weltbank die Privatisierung von Bildung und anderen öffentlichen Bereichen voran.

Oft setzte die Bertelsmann-Stiftung medienwirksame Kampagnen in Gang, die ihr manchmal sehr schwer zuzuordnen sind, aber die öffentliche Meinung direkt beeinflussen.

Ein weiteres Produkt der Bertelsmann-Beieinflussung ist die Hochschulpolitik: die Einführung der Bachelor- und Master-Studienabschlüsse und der Studiengebühren sowie eine veränderte Organisation der Leitung der Hochschulen. Die Modularisierung des Wissens, das in den Studiengängen vermittelt wird, bietet zudem beispielsweise durch die dafür notwendige Digitalisierung neue Geschäftsfelder für Bertelsmann.

Mittlerweile erhalten Studierende ihre Stipendien zum Teil sogar direkt von Firmen, an die sie daraufhin ihre künftige Arbeitskraft verkaufen müssen. Prof. Ing. Lohmann kommt es langsam so vor, als strebe man hier die Macht über die Welt an. Und sicher bedeutet es eine Entdemokratisierung.

Gemeinnützung von Bertelsmann-Stiftung überprüfen

Mittlerweile wird glücklicherweise hinterfragt, ob die Gemeinnützigkeit der 1977 gegründeten Bertelsmann-Stiftung wirklich gegeben ist. Die Stiftung finanziert sich aus Gewinnen und Steuererlassen und verfügte 2005 über ein Jahresbudget von 56,7 Millionen Euro. In der Bertelsmann-Denkfabrik arbeiten etwa 280 Angestellte an Reformvorlagen und Modellprojekten, unter anderem zu bildungspolitischen Themen.

Anschauungsbeispiele für die Zusammenarbeit von Bertelsmann-Stiftung und Ursula von der Leyen.


Bablabal vonWirtschaft und Politik. Tatsache ist, dass die Bertelsmann-Stiftung unbedingt und dringendst auf ihre Gemeinnützigkeit überprüft werden muss.

Quelle:
http://www.teachersnews.net/artikel/nachrichten/schulleitung/010835.php

1 Kommentar:

  1. http://www.youtube.com/watch?v=wmny6buzakc

    Danke für die guten Infos...

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Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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