Donnerstag, 23. Juli 2009

Mit dem bGE wollen sie die Rente und das Sozialsystem abschaffen

Kritische Gedanken zum eGB



Manch einer glaubt die Lösung der wirtschaftlichen Probleme mit dem bedingungslosen Grundeinkommen gefunden zu haben. Über die Finanzierung dieses utopischen "VOLKSGELD" ist aber einiges unklar. Verschiedenste Modellrechnung liegen vor und basieren meist auf Steuererhöhung der Verbrauchssteuern. Doch eines wird klar, die Rente soll wie andere Sozialleistungen abgeschafft werden, wenn es zum bGE kommen sollte.

Das scheint im ersten Moment gerecht ist aber wie die Privatisierung der Telekom. Der Kaufpreis verschwindet im Staatssäckel und der Bürger muss sich seine eigene Firma in Form von Aktien wieder kaufen. Richtig wäre es gewesen, die Aktien an die Bürger zu verteilen. Jeder hätte über den Verkauf seiner Aktien selber entscheiden können. So sollte Volksvermögen privatisiert werden. Das was sie heute mit uns machen, ist reinste Verkackeierei.



Grundlegend ist es im momentanen Geldsystem so, dass erst einmal Geld gegen Sicherheiten vorhanden sein muss, bevor es umverteilt werden kann, auch wenn es aus Schulden erzeugt wird, die wiederum Zinsen verursachen. Demnach sind wir auch mit Grundeinkommen einem ständigen Wirtschaftswachstum durch steigenden Konsum und Schuldgeld unterworfen. Kurz gesagt es ändert sich nichts.

Die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" (INSM) schreibt auf ihrer Internetseite: "Viele Menschen fasziniert der Gedanke, ohne jede Bedingung vom Staat Geld zum Leben zu erhalten, und so die Freiheit zu erlangen, nur zu arbeiten, wenn es ihm gefällt."

Folgende Finanzierungsmodelle werden durchdacht:

  1. Der Drogerie-Unternehmer Götz Werner fordert für jeden Erwachsenen ein Grundeinkommen, dessen Höhe jedoch nicht genau festgelegt ist. Mitunter ist von bis zu 1.500 Euro im Monat die Rede. Finanziert werden soll diese Zuwendung mit höheren Verbrauchssteuern, die darüber hinaus alle anderen Steuerarten ablösen sollen. Unklar ist, ob das bestehende Sozialsystem ergänzt oder ersetzt wird.

    Also wird das Grundeinkommen nur aus dem Steueraufkommen durch den Konsum herbeigeführt. Die Unternehmen würden sozusagen von ihrer sozialen Verpflichtung gänzlich entbunden. Der Traum eines jeden Unternehmers.

  2. Der Bürgergeldvorschlag der thüringischen Landesregierung bringt jedem Erwachsenen 800 Euro monatlich ein. Kinder erhalten 500 Euro. Die Finanzierung erfolgt durch die Abschaffung aller anderen Sozialleistungen. Vom Bürgergeld abgezogen wird zudem ein Krankenversicherungsbeitrag in Höhe von 200 Euro. Mit dem "solidarischen Bürgergeld" ist auch eine Einkommenssteuerreform verbunden. Die Steuer auf Einkommen, das über das Bürgergeld hinausgeht, betrüge in jedem Fall 50 Prozent. Wer statt 800 nur 400 Euro Bürgergeld in Anspruch nehmen will, zahlt einen Satz von 25 Prozent.

    Sozialleistungen sind:

    Als Sozialleistungen werden in § 11 SGB I Dienst-, Sach- und Geldleistungen nach dem Sozialgesetzbuch definiert. Zu den wichtigsten Sozialleistungen gehören neben der Rente die Leistungen vom Arbeitsamt (z.B. Arbeitsgeld, Arbeitslosenhilfe), von der gesetzlichen Krankenversicherung (z.B. Krankengeld und die Sozialhilfe (Hilfe zum Lebensunterhalt).

  3. Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) schlägt ein Grundeinkommen von 7.500 Euro im Jahr für jeden Bundesbürger vor; das sind 625 Euro monatlich. Das Geld soll in jedem Fall fließen, auch an Personen, die sich um keinen Job bemühen. Dafür werden alle anderen Sozialleistungen wie das Arbeitslosengeld I und II, Rente, Kindergeld und so weiter abgeschafft. Unklar ist, ob der Krankenversicherungsbeitrag aus dem Grundeinkommen geleistet werden muss. Wäre das der Fall, könnte mit dem Grundeinkommen das Existenzminimum nicht gesichert werden. Der Staat müsste deshalb auf die 625 Euro noch etwas draufsatteln.
Werner Götz, Eigentümer der "dm-Drogeriemärkte" ist einer der Wortführer dieser irrwitzigen Bürgeralimentierung. Seine Nähe zur INSM sollte informierten und interessierten Mitmenschen nicht verborgen geblieben sein.



Werbefilm für das BÜRGERGELD



Urteilen Sie selber. Hier noch ein Film mit Dieter Althaus (CDU), Prof. Dr. Peter Bofinger (INSM), Mitglied Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung; Prof. Dr. Bernhard Emunds, Oswald-von-Nell Breuning Institut für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik der Hochschule St. Georgen, Frankfurt.





Der Staat als Humankapitalverwalter

Die Befürworter des Bürgergeldes verweigern sich der Bezeichnung "ALIMENTIERUNG", weil jeder ob reich oder arm, jung oder alt, das Bürgergeld erhalten würde. Es wird sozusagen, als Ausgleichszahlung für die Rationalisierung der Betriebe und Automatisierung der Produktion angesehen. Dies ist aber aus meiner Sicht eine falsche Argumentationsline, weil die Produktionsstätten kein Allgemeingut sind, sondern Privatbesitz und somit keinerlei wirklichen Ausgleich ins soziale System beisteuern. Sie werden mit den angeschlossen Steueränderungen sogar noch weiter entlastet und können ihre Gewinne noch weiter erhöhen. Der Staat wird im Sinne der Neoliberalen zum Starken STAAT, indem er mit dem bGE für billige Arbeitskräfte für die Privatwirtschaft sorgt und per Gesetz zur Leistung verpflichtet.

Wie kann das soziale abgeschafft werden?

Bürgergeld soll nach Vorstellung der Befürworten ein Perpetuum Mobile werden, das sich ausschließlich über eine höhere Verbrauchssteuer finanziert und im Gegenzug werden sämtliche andere Steuern und Sozialleistungen abgeschafft. Ein von langer Hand geplanter Vorgang, der den Bürgern die Abschaffung der Solidargemeinschaft schmackhaft machen soll, weil sie sich durch das Bürgergeld in Sicherheit wiegen.

Es gibt sogar Überlegungen, die Gesundheitsversorgung komplett über das Bürgergeld zu finanzieren, vermutlich sogar ohne Arbeitgeberanteil - das wäre naheliegend. Das bedeutet: Die Arbeitgeber sind endlich aus ihrer sozialen Verpflichtung raus und müßten nicht einmal mehr Steuern bezahlen. Aus diesem Grunde sehe ich hier eine große Finanzierungslücke aufglaffen, die nie wieder geschlossen werden kann. Dieses Projekt ist auf diese Art unfinanzierbar und führt automatisch zum Kollaps des Staates, der für die Übernahme durch die Privatwirtschaft bereit wäre. Der Traum eines jeden NEOLIBERALEN.

Denkfehler des eGB

Sicher, im ersten Moment hört sich das Grundeinkommen verlockend an. Die Bildzeitung würde vom "VOLKSGELD" sprechen. Es ist auch wahr, dass die Rationalisierung und Automatisierung der Industrie in keinster Weise im Steuersystem berücksichtigt ist und keinen finanziellen Beitrag zum Solidarpakt leistet. Diesen Missstand wird das Bürgergeld aber auch nicht bereinigen.

Wer das bedingungslose Bürgergeld fordert muss gleichzeitig sämtliche Produktionsmittel und -stätten enteignen und dem Allgemeinwohl, dem Staat überschreiben. Diese könnte im heutigen System aber nur durch Ausgleichszahlen gegen Schulden erfolgen - also wieder ein Kuhhandel für den Steuerzahler.

Das gleich gilt für Grundbesitz und anderer sogenannten Wertanlagen. Unter diesen Voraussetzungen könnte ich mir ein einigermaßen funktionierendes Bürgergeld sogar vorstellen. Doch das wäre eine absolut sozialistische Lösung, die hier in Deutschland und auch in der globalsierten Welt keiner will. Damit dieses Konzept seine Wirkung entfalten könnte müsste es global ausgeführt werden, was noch utopischer ist.

Machte Deutschland hier einen Alleingang könnte für den ersten Moment viel Produktion zurück verlagert werden, da ein ausreichend große Zahl von staatlich alimentieren Arbeitern zu Verfügung gestellt werden würde. Doch das wäre ein Teilbruch mit der Hochfinanz und könnte über Derivate- und Devisenhandel schnell zum Scheitern gebracht werden.

Der eigentliche Bruch mit dieser weltumfassenden, geldkontrollierenden Instanz, die namentlich keiner kennen darf, wäre die Einführung des leistungsgedeckten Geld - aber ohne globale Umsetzung ein hoffnungsloses Vorhaben. Deshalb ist die Hochfinanz auch so selbstbewußt, dass sie mit ihrer NWO die Weltregierung erlangen wird.

Bürgergeld als Zwang für freiwillige Leistungen an der Gesellschaft

Die Bürgergeldüberlegungen streben an, dass die Menschen freiwillige unentgeltliche Leistungen durch das Grundeinkommen erledigen. Sie sollen die auch jetzt unbezahlten Arbeiten freiwillig und sozusagen unentgeltlich übernehmen. Dabei wird an Familienpflege, Altenpflege und Kindererziehung genau so gedacht wie an die Instansetzung von Infrastruktur.

Andere Vorschläge gehen sogar soweit, dass soziale/gemeinnützige Pflichtstunden abgeleistet werden müßten. Somit wären wir nicht weit vom Hartz4-Prinzip entfernt, doch es wäre ausgeweitet auf die gesamte Bevölkerung. Eine politische Meisterleistung für den Neoliberalismus bzw. neuen Feudalismus des 21. Jh.


Die Lösung der Krise


Leistungsgedecktes Geld könnte jede Leistung in der Gesellschaft tatsächlich entlohnen, es ist nicht unter den heutigen Maßstäben des Geld- und Wirtschaftssystem zu begreifen. In diesem neuem System würde einzig und alleine Leistung für die Entstehung von Geld vorausgesetzt, nicht Besitz und Rohstoffe. Banken hätten ausschließlich noch die Aufgabe der Kontenverwaltung, sie wären reine Dienstleister ohne die Macht Geld aus dem Nichts zu schaffen.

Wir brauchen einen wirklichen Wert für unser Geld und keinen materiellen Gegenwert wie Gold, der ausschließlich vom privaten Eigentum abhängt. Rohstoffe werden ausschließlich durch Produktivität und Arbeit zu einem handelbaren Wert. Gold in der Tiefe wird erst zum Wert, wenn es durch Produktivität befördert wird. In unserer Gesellschaft wird aber gerade diese Produktivität als geringst bewertetes GUT entlohnt.

Wäre Produktivität der Gegenwert für Geld, hätte die Hochfinanz keine Macht mehr über die Entstehung des Geldes für die Marktwirtschaft, sondern nur noch der tatsächlich Leistende wäre der Schlüssel für die Geldkreierung. Das wäre eine gerechte Lösung für das Tauschmittelgeld und die Menschheit wäre endlich befreit von der Unterjochung, die seit Entstehung des Geld- bzw. Goldwesens auf dieser Erde vorherrscht.

Die Marktwirtschaft ist nur eine Illusion

Unsere Marktwirtschaft ist nur ein Nebenprodukt der Geldkreierung. Sie ist die Argumentation für neue Schulden zur Erhöhung der Geldmenge durch die Banken, die dadurch Realgüter als Eigentum erhalten. Unser momentanes Geldsystem sollte so begriffen werden, dass Geld nur ein Mittel zum Zweck der Enteignung ist. Nicht das Geld (Scheine oder Kontozahlen) sind relevant, sondern die Macht Geld überhaupt entstehen zu lassen. Und diese Macht liegt ausschließlich in der Hand privater Banken. Am Geldsystem selber würde sich aber auch nichts ändern, wenn wir die Banken verstaatlichen. Die Geldentstehung wäre damit immer noch an die Enteignung von Realgütern gebunden, die ohne Produktivität keinen Ertrag für die Gemeinschaft leisten könnten.

Der Acker ist nur dann wertvoll, wenn er bestellt und abgeerntet wird. Im momentanen Geldsystem ist die ARBEIT aber unrelevant für die Geldentstehung, sondern nur das Eigentum des Ackers. Jeder Arbeiter muss sich also ins Hamsterrad begeben, um überleben zu können - besonders in den Fremd versorgten Ländern wie Deutschland. Unter Globalisierung müssen wir die Fremdversorgung also sehr, sehr kritisch betrachten, denn sie ist der Schlüssel für die freiwillige Versklavung der Bevölkerungen durch unser Geldsystem, das Privat beherrschaft wird. Diese Krise ist eine Machtbeweis der Hochfinanz gegenüber den Staaten und der Weltbevölkerung. "Entweder ihr gehorcht oder wir verarmen EUCH."

Überbevölkerung wird in unserem Wirtschaftssystem zum Rechenfaktor

Humankapital (Menschen) scheint nur noch akzeptabel zu sein, wenn sie Leistung für die Eigentümer erbringen. Dafür erhalten sie einen Minimallohn der gerade zum Leben reicht wie z. B. das Bürgergeld. Eine Erfindung für die reicheren Nationen, damit sie im System bleiben und aufkeimende Kritik und Lösungsvorschläge mit der Bequemlichkeit der Menschen erstickt. Menschen werden heute nach ihrem Ressourcenverbrauch und ihrer Wirtschaftsleistung gegengerechnet. Deshalb beschäftigt sich die Politik plötzlich mit der sogenannten "Überbevölkerung" und sucht Wege, die Effizient der Vermehrung zu steuern, denn Nutzlose Esser sollten so wenig wie möglich Ressourcen verschwenden, daher auch die KLIMAWANDEL-Diskussion.

Studien untersuchen mittlerweile, wie die verschiedenen Gesellschaftsschichten auf das bGE reagieren und wie am besten argumentiert werden kann. (weiter) Mit dieser Bequemlichkeit sollen die Deutschen auf ihr Sozialsystem verzichten. Ein schlaues Konzept, das hier aufgebaut und propagiert wird.

Dies sind persönliche Gedanken zm eGB.
Ich bitte sie lediglich darum, das eGB neutral und kritisch zu betrachten, bevor sie sich FÜR oder GEGEN das eBG entscheiden
.

Kommentare:

  1. Hi, interessante Betrachtungsweise.

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  2. Mich wundert, dass sie in ihrem Beitrag nicht auf die Grundeinkommensvorschläge aus kreisen, der Linken, der Grünen oder der Erwerbsloseninitiativen eingehen. Diese sehen nämlich keine Abschaffung der Sozialleistungen vor, sondern vielmehr eine gesellschaftliche Umverteilung von oben nach unten. Auch trifft auf diese Modelle nicht der Vorwurf zu, dass sie hauptsächlich über Komsumsteuern finanziert werden sollen.

    siehe z.B. http://www.die-linke-grundeinkommen.de/

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  3. Grundsätzlich gebe ich zu Bedenken, dass im heutigen Geld- und Wirtschaftssystem ein stetiges Wachstum vorhanden sein muss, damit es funktioniert. Dies wird auch durch ein bGE nicht geändert.

    Auch ein Modell mit Umverteilung von Oben nach Unten funktioniert nur solange, wie OBEN noch genügend zum Umverteilen da ist. Ist dieses KAPITAL aufgebraucht, ist die Berechnungsgrundlage auch für dieses Modell eng und es müssen neue Finanzierungsquellen gesucht werden.

    Die Diskussion um das bGE - egal um welche Lösungsform es sich handelt - ist ein Bonbon für unsere Gesellschaft, damit keine grundsätzliche Systemkritik stattfindet.

    Es ist nur ein Mittel, die weitere Verarmung der Bevölkerung voranzutreiben - unter Verarmung verstehe ich den Verlust von Realgütern und Produktionsmitteln.

    Wie Götz Werner in einem Vortrag ausführte: der Staat stellt den Pool von Arbeitern durch das bGE bereit und die Wirtschaft bedient sich daraus, gegen Bezahlung.

    Ist das ein gesellschaftlicher Fortschritt? Ich betrachte das als absoluten Rückschritt unserer Freiheit.

    In all den Jahrhunderten von Arbeitskampf und Freiheit haben wir es immer noch nicht geschafft, Leistung als Basis für die Geldkreierung zu manifestieren.

    Unsere Gesellschaft - ja ich bin sogar davon überzeugt, dass die Menschheit sich erst befreit hat, wenn wir die Geldkreierung von Produktivität abhängig machen. Banken dürfen niemals mehr ein privates Monopol auf die Geldentstehung aus dem Nichts haben.

    Solange wir nur an den Nebenwirkungen unseres falschen System herum experimentieren, werden wir darin gefangen bleiben.

    Das bGE ist in jedem nicht die Lösung, denn nach den momentan geltenden Marktregeln ist es eine Milchmädchenrechnung, für die sich viele aus Bequemlichkeit begeistern lassen.

    Eigentlich schade! Von den LINKEN hätte in dieser Angelegenheit mehr Weitsicht erwartet.

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  4. "Also wird das Grundeinkommen nur aus dem Steueraufkommen durch den Konsum herbeigeführt. Die Unternehmen würden sozusagen von ihrer sozialen Verpflichtung gänzlich entbunden. Der Traum eines jeden Unternehmers."

    Das kann man auch anders sehen:

    „Wir müssen verhindern, dass die Unternehmen sich aus ihrer sozialen Verantwortung stehlen!“
    Das wird schwierig. Denn schon heute wird die Last der sozialen Sicherungssysteme letztlich von den Verbrauchern getragen. Unternehmen wälzen nicht nur ihre Arbeitskosten (Kosten durch Arbeitnehmer) und Steuern auf die Abnehmer ihrer Produkte und Dienstleistungen ab, sondern kalkulieren auch ihren „paritätischen“ Anteil an den Sozialversicherungen in diese hinein, so dass am Ende wir alle als Verbraucher die Kosten für unser Gemeinwesen tragen. Deswegen tragen selbstverständlich auch alle Empfänger von Transferleistungen ebenfalls zum Steueraufkommen – und damit auch zum Gemeinwohl – bei(Der umgekehrte Weg wäre, diese für unser Gemeinwesen notwendigen Steuern und Abgaben aus dem Wertschöpfungsprozess herauszunehmen und sie erst bei Inanspruchnahme von Dienstleistungen bzw. Konsum von Gütern zu erheben.)

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  5. Richtig! Genau genommen bezahlt der Unternehmer keine Steuern, er legt sie um. Heute schon.

    Warum soll es dann mit dem bGE auf einmal anderes werden? Und vor allem warum soll es auf einmal funktionieren?

    Das bGE ist ein Bonbon, für die Wählerschaft. Private Organisationen lassen sich damit wunderbar instrumentalisieren und für politische Zwecke ausnutzen.

    Wenn wir auf dieser Erde wirklich etwas ändern wollen, müssen wir unser Geldsystem auf leistungsgedecktes Geld umstellen.

    Jeder der Leistung erbringt, sollte damit Geld kreieren können. Das würde die Arbeitnehmerschaft tatsächlich unabhängig machen.

    Heute machen das die Banken für ihn, aber nur gegen Sicherheiten auf Realgüter. Dafür fallen Zinsen an, die nicht im System vorhanden sind und nur durch neue Schulden kompensiert werden können.

    Marx hat den Zins für die Fehlfunktion unseres Geldsystems ausgemacht. Das ist meiner Meinung nach falsch, denn die Geldkreierung selber ist das Problem. Der Zins ein Nebeneffekt, die Triebfeder für das unendliche Wachstum, das wir erbringen sollen.

    Fei Lun ist ein Zahlungssystem, das schon vor 11.000 Jahr in China angewendet wurde.

    Die Arbeitskraft stellt die Kreditwürdigkeit her, die von jedem gewährt werden kann, dadurch fallen auch keine Zinsen an und vor allem ist durch das Tauschmittel das Geld nicht anonymisiert wie heute. Unser Geld ist also nur ein Schuldschein. Wüßten wir wer für diesen Geldschein bürgt, würden wir einige wohl nicht annehmen.

    Deswegen tragen selbstverständlich auch alle Empfänger von Transferleistungen ebenfalls zum Steueraufkommen

    Vielleicht gibt es deshalb Hartz4? Es ist keine Wohltat für Bedürftige, sondern ein Konsumprogramm für die Wirtschaft und ein Ruhigstellen der Bevölkerung.

    Hartz4-Empfänger erhalten für die Essen und Trinken monatlich 345 Euro, der Rest ist für die Wirtschaft (Miete, Strom usw.) Ein staatl. Tribut für unser Wirtschaftswachtum.

    Das bGE ist das gleich nur im größerem Umfang. Also ist der Weg falsch.

    Keine Schulden machen ist utopisch. Würden die Staaten aufhören Schulden zu machen, käme keine neues Geld in Umlauf zur Bezahlung der Zinsen für die bereitsbestehenden Schulden.

    Wie sollen wir also aus diesem Kreislauf herauskommen?

    Das ist nur möglich, indem wir dieses System kippen und verbieten.

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  6. Sehr interessant finde ich, dass du eine "linke" Form des Grundeinkommens für utopisch hältst, aber unser jetziges System gleich komplett "kippen und verbieten" möchtest...

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  7. Der LINKE-Vorschlag hält uns genauso im System wie jedes andere eBG.

    Wir müssen aber an die Wurzel und das ist die Geldkreierung. Das haben die Linken noch nicht verstanden, bzw. sie wollen uns genauso im System halten wie all die anderen Parteien auch.

    Ich habe wirklich mehr Systemkritik von den Linken erwartet, besonders von Lafontaine.

    Das Geldsystem kann nur global geändert werden, aber sie wollen uns mit aller Gewalt in die NWO treiben.

    In Deutschland ist es das eGB, in anderen europäischen Ländern ist das nicht notwendig, weil sie meist ihr soziales System schon abgeschafft haben, bzw. nie besaßen.

    Das Ziel dieser Politik ist, soziale Systeme aus der Solidarität auszugliedern. Das funktioniert aber nur, wenn diese System sich als unfinanzierbar erweisen.

    So schafft die Demokratie ihre eigenen Errungenschaften selber ab.

    Wie sollten uns nicht auf deren Spiel einlassen.

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  8. Viele Sozialsysteme werden einfach obsolet wenn es das bGE gibt. Wenn man z.B. 1000 € pro Monat bekommt, für was braucht man dann noch Rente oder Hartz 4?

    bGE ist ein Bürgerrecht für alle Menschen und in Zeiten in den die Arbeit immer mehr verschwindet bitter nötig. Wir können uns gar nicht mehr alle durch Arbeit selbst versorgen mit Geld. Faktisch leben wir eh in der Fremdversorgung, da man Geld nicht essen kann. Solange man keine Farm hat auf der man sein essen für sich anbaut, wird das auch so bleiben.

    Aber ich hab noch ein paar Fragen.

    Wenn das bGE etwas ist was von der INSM eingefädelt wurde, wieso nur von wenigen Wirtschaftssprechern? Wieso springt die Bertelsmanstiftung nicht au den Zug mit auf? Und warum wird das Thema in der A-Riege der Politik nicht diskutiert? Warum gibt RTL meine Frage an die Kanzlerin zum Thema bGE nicht weiter? Wäre das jetzt im Wahlkampf nicht besser uns mit dem Bonbon zu ködern, damit auch die Wirtschaftsradikalsten an die Macht kommen?

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  9. hätten sie es getan, wäre über das bge kritisch nachgedacht worden. so ist das besser unter die leute zu bringen

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  10. Was ne Behauptung oO

    Nix für ungut aber Ich glaube du hast keine Ahnung von gutem Marketing. Eine Idee kann man nicht schmackhaft machen indem man sie von ein paar Leuten in den Raum werfen lässt und dann sich nicht weiter drum kümmert.
    Das geht in unserer Informationsgesellschaft leider schnell unter und wird vergessen.

    Das bGE ist eine Bewegung die aus der Bevölkerung kommt und von ihr getragen wird, weil sich Menschen sehr wohl kritisch damit auseinander gesetzt haben und bis heute tun. Deswegen gibt es auch so unterschiedliche Modelle, das Althaus Modell lehne ich übrigens auch ab, ist mir zuviel altes Gedankengut mit drin und insgesamt zu wenig sozial.

    Aber so ist das, das bGE ist entweder linke Spinnerei oder neoliberales Lockmittel, für mich ein Zeichen das es eine neue Perspektive ist.

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  11. Zitat: "Werner Götz, Eigentümer der "dm-Drogeriemärkte" ist einer der Wortführer dieser irrwitzigen Bürgeralimentierung. Seine Nähe zur INSM sollte informierten und interessierten Mitmenschen nicht verborgen geblieben sein."

    Völliger Schwachsinn. Götz Werner hat nicht im geringsten etwas mit der INSM zu tun.
    Im Übrigen ist die INSM eine der bekanntesten Lobbyorganisationen Deutschlands, die gegen das BGE sind.
    Ausnahme Thomas Straubhaar vom HWWI; er ist Befürworter eines BGEs und arbeitet auch mit der INSM zusammen.
    Aber das BGE, das er vorschlägt, entspricht nicht den Vorstellungen von Götz Werner und denen der meisten BGE-Befürworter im Volk.

    Und das Solidarische Bürgergeld von Dieter Althaus hat auch nichts mit dem eigentlichen BGE zu tun.

    Ihre Ausführungen sind eine haarige Angelegenheit:
    haarsträubend und größtenteils an den Haaren herbeigezogen.

    Bitte besser recherchieren!

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  12. 40% der Bundesbürger sind in Erwerbseinkommen, der Rest lebt von "Transfer-Einkommen" wie Rente, ALG I, ALG II, Sozialhilfe u.s.w..

    Will ich die Konjunktur ankurbeln, muss ich dafür sorgen, dass auch mehr Käufer das Geld dazu haben. ALG I, ALG II, Sozialhilfe sind da kontraproduktiv, da hierbei das Geld mehr oder weniger zum Existieren ausreicht, nicht aber zum Leben.

    Erschwerend kommt hinzu, dass die Automatisierung dafür Sorge trägt, dass in der Produktion immer weniger menschliche Arbeitskraft benötigt wird und wir wohl kaum in der Lage sind, Arbeitsplätze, die in der Industrie verloren gehen adäquat in Bereichen der Dienstleistung aufzufangen. Daraus folgt logischer Weise eine unabdingbare Steigerung der Erwerbslosenzahl und somit ein Sinken der Kaufkraft und nach und nach werden Produktionen immer weniger benötigt, da sich ja immer weniger Menschen leisten können, etwas über die Existenz hinaus reichendes zu kaufen.
    Resultat:
    noch mehr Erwerbslose.

    Ach, und wer bezahlt nochmal die Renten?
    Ach ja die Erwerbstätigen...

    Tja und wovon soll den bei steigender Erwerbslosigkeit die Rente der immer älter werdenden Gesellschaft finanziert werden?

    Bestimmt nicht von den Menschen, die nun 2 Jahre länger arbeiten sollen, aber wegen des Alters keinen Job mehr finden...

    Und nicht zu vergessen, dass immer weniger Nachwuchs kommt. Kein Wunder, zumal immer mehr Menschen unter Existenzängsten keine Familie gründen können/ wollen.

    Das alles ist ein Teufelskreis... Es wird immer nur an den Symptomen rumgedoktert, statt die Ursache anzugehen.

    Wir müssen endlich lernen, umzudenken. Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens wäre m. E. der richtige Ansatz.

    Sich von vorn herein Feindbilder gegen diese Idee aufzubauen, statt sich erst mal ernsthaft damit auseinanderzusetzen, finde ich bedauerlich.

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  13. @Ingo
    Da steht - "folgende Finanzierungsmodelle wurden durchdacht"!

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  14. @biggy
    Umdenken wäre kein schlechter Ansatz. Doch ein BGE ist kein Umdenken, sondern das herum Doktern an einem Geld- und Finanzierungssystem, das falsch aufgestellt ist.

    Wenn schon immer angeführt, dass immer weniger Arbeiter gebraucht werden, sollte vielleicht einmal darüber nachgedacht werden, Maschinenarbeit zu besteuern und mit Sozialabgaben zu belegen, schließlich nehmen die Maschinen - Privatbesitz - die Arbeitsplätze bzw. das Einkommen der Menschen weg.

    ... und jetzt kommen die BGEler und fordern, dass die Arbeitsplatzvernichtung bzw. Einkommensvernichtung der Menschen, mit Steuermitteln aus dem Konsum, der erzeugten Produkte durch Maschinen bezahlt werden soll ????????

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Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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Wir stellen hier nicht den Anspruch, alles zu wissen, aber bemühen uns, alles, was wir in Erfahrung bringen können zu publizieren.
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