Dienstag, 9. März 2010

Wie erkläre ich MARKTWIRTSCHAFTs-DEMOKRATIE einem Neandertaler?

Der Neandertaler weiß nichts von einem Gott, der Gut und Böse predigt. Er weiß nur, er selber kann nur in einer Gemeinschaft überleben, die zusammenhält und für jedes Mitglied Sorge trägt. Alt ist in seiner Welt - WEISE, aber nicht verächtlich. Wer sich für die Gemeinschaft verletzte, muss gepflegt werden. Das war sein Weltverständnis.



Er weiß auch nicht, dass zwei Äpfel minus drei Äpfel, minus einen Apfel gibt. Für ihn steht fest: es gibt nur zwei Äpfel zu verteilen und die müssen für alle reichen. Ein Kreditwesen wäre in seiner Welt utopisch, wenn nicht gar frevelhaft. Er verspräche sozusagen gegen Geld im voraus Wildschweine zu erlegen, obwohl der Wald bereits leer gejagt ist.

Für unseren Neandertaler ist unvorstellbar, dass jeder Mensch sein eigenes Land besitzt. Für ihn ist selbstverständlich, dass die Erde allen gehört und er sie so bejagen und bewirtschaften muss, dass alle davon leben können. Erst dann ist er glücklich. Unserem Neandertaler können wir auch die Menschlichkeit nicht aberkennen, denn er sah die größte Aufgabe in seinem Leben darin, allen anderen und sich selbst zu dienen. Sei Wille wurde aus der Überlegung heraus für alle zum ICH geboren und entschlossen.

Aus Sicht unseres Neandertalers ist es vergeudete Zeit und Lebenskraft, Tempel für Götter zu bauen, in denen Priester wohnen ohne sich an der Pflege des Kollektivs zu beteiligen. Deshalb sprechen wir unseren menschlichen Vorfahren jede "Kultur" ab. Kultur ist nach Auffassung der Wissenschaft nur dann gegeben, wenn sinnlose Bauten für Götter, Götzen und Menschengötzen gebaut wurden. Deshalb musste jede natürliche, menschliche Kultur erst einmal zerstört werden, damit sie neu und falsch wieder aufgebaut werden konnte. Eine Meisterleistung der Manipulation.

Der Neandertaler sah keine Notwendigkeit, die Erde als Besitz aufzuteilen und Jagdgenehmigungen gegen Geld auszustellen. Er kannte kein heiliges Buch, das soziales Miteinander in Haben und nicht Haben aufteilte und regelte. Die Nächstenliebe war ihm ein Bedürfnis und nicht wie heute, eine Notwendigkeit zur Gewissensberuhigung.

Erst als sich die Religionen entwickelten, indem Götzenanbetungshilfen sich aus der Masse der Gemeinschaft hervor taten, ging uns das Menschsein verloren. Müßiggang wurde als notwendige Gemeinschaftsleistung entdeckt und mopolisiert. Die Dorfgemeinschaft musste für diesen Schutz und Beistand bezahlen. Ein neues soziales Fundament wurde geschaffen und benötigte ein Zahlungsmittel.

Anfänglich bezahlte man in Naturalien, doch diese waren vergänglich und im Wert unbeständig, da sie jeder zu dieser Zeit hatte. Doch der Grundstock für die heutige Marktwirtschaft war gelegt. Nach dem unserem Neandertaler auch noch einleuchtend erklärt werden konnte wie man mit Minus-Äpfeln rechnete, konnte der Siegeszug der Priester und der Sozialpolitik beginnen.

Ein findiger Priester (damit meine ich nicht nur Götzenpriester, sondern jegliche Art von Schwätzern) entdeckte das Gold. Es war selten und glänzte göttlich. Fortan war der glücklich, der Gold auf seinem Grundstück fand und der Werdegang des modernen Menschen nahm seinen Lauf. Der Mensch bezeichnet sich als aufklärt und ist in Wahrheit nur die Vorstufe des von uns verachteten Neandertalers.

.. als der Mensch noch keine Götter hatte, die bestimmten was Gut und Böse ist, war der Mensch im Stande selber zu richten. Heute haben wir eine Bußkultur, die Ausbeutung per Buße legalisiert.

Unsere Politiker beschimpfen Hartz4-Empfänger als Schmarotzer und bieten sich selber natürlich gegen ein angemessenes Honorar bei den Widersachern der Demokratie an. Sie sind die neuen Priester, die für uns beten, Tribut verlangen und uns das Büßerhemd anziehen.

Die Kultur und Macht der Hohen Priester unserer Marktwirtschaft haben uns absolut unter Kontrolle. Wie Schamanen murmeln sie Beschwörungsformeln und wir hängen an ihren Lippen, in der Hoffnung der Gott des Geldes wird uns nicht zürnen und von der Wohlfahrt abschneiden.

Bereitwillig tragen wir alles zum Opferaltar, um die Götter milde zu stimmen und schon baut sich im Hintergrund ein Endzeit Szenario auf, so wie es in den alten Büchern beschrieben ist.

Heute gibt es keine Stürme mehr, sondern nur noch Superstürme, Jahrhundertstürme und klimatische Untergangstimmung. Jede Religion kennt diese Untergangstimmung, die die Menschen milde stimmt und Leid besser ertragen lässt. Moderne Kinoproduktion verherrlichen mittlerweile das Heilige Buch der Bibel als Verheißung und erzeugen so ein Bild der Befreiung aus dem Ungemach. Der Mensch soll einfach nicht Mensch sein. Er soll ein kontrolliertes Wesen im Schamanismus der Geldwirtschaft bleiben.

Es reicht nicht die Priester abzusetzen, das Geldsystem wird bestehen bleiben - als Droge und Manipulationsmittel für Scheinheiligkeit. Wenn der Mensch begreift, dass seine Leistung eigentlich das Geld erschaffen müßte und nicht der Besitz an irgendeinem Stückland das vor Jahrhunderten einmal beschlagnahmt oder gestohlen wurde.

In Blick in die Geschichte zeigt uns unsere diese falsche Moral, die wir als richtig erachten. Nur die größten Feldherren, Unterdrücker und Ausbeuter finden ihren Platz in der Geschichte, die Guten und die Gerechten werden totgeschwiegen, wenn es denn jemals solche Art von Herrschern gab.

Wir haben heute mit der Politik noch eine weitere Kasten von Priestertum geschaffen / die Vermittlungsindustrie zwischen Götzen und Volk. Doch ich habe mittlerweile den Eindruck, dass diese Vermittler mit Gefälligkeiten gegenüber den Götzen hoffen, in den Olymp aufsteigen zu können, denn diese Menschen suchen das Paradies auf Erden, das sie uns erst nach dem TOD gönnen.

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