Freitag, 11. Juni 2010

Günther Jauch anstatt Anne Will: Gassenhauer und Strahlemann für ernste Themen

Gassenhauer verdrängt Anne Will

Schlechte Zeiten sind für Deutschland angesagt und die ARD holt sich mit Günther Jauch einen Gassenhauser und Strahlemann für ernste Themen. Anne Will muss ihren Sendeplatz, Sonntags um 21.45 Uhr für Günther Jauch räumen. Der Showmaster wird aber weiterhin seine Ratesendung "Wer wird Millionäre" bei RLT moderieren. Die Moderation von "Stern TV" will er im Laufe des kommenden Jahres abgeben. Chefredakteur Thomas Baumann (ARD) unterschlägt dem Massenpublikum die eingeschränkte frei Berichterstattung im Rahmen der Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009. Das schafft nicht gerade Vertrauen gegenüber anderen Themen, die zur öffentlichen Diskussion gestellt werden.

Da die Tagesthemen zukünftig immer zur selben Zeit ausgestrahlt werden, muss auch Frank Plasberg mit einem neuen, späteren Sendeplatz rechnen. Anne Will zieht ebenfalls kurzfristig auf einen späteren Sendeplatz, vermutlich Donnerstag als Konkurrenz zu Maybritt Illner, um.

Schon vor drei Jahren wollte die ARD Günther Jauch für sich gewinnen, scheiterte aber an den Bedenken des Gremiums, das Interessenkonflikte mit seiner Moderation von Stern-TV sah.  Günther Jauch gibt jetzt aber die Moderation von Stern-TV ab und damit stand eine Zweit-Sender-Ehe nichts mehr im Wege. Im Februar 2010 wies Chefredakteur Thomas Baumann (ARD) Gerüchte um einen Wechsle von Günther Jauch zur ARD zurück. Jetzt im Juni ist das Gerücht doch wahr und Günther Jauch soll nicht Frank Pilawa ersetzen sondern Anne Will.

Noch mehr Systemtreue oder freier Journalismus?

Nun dürfen wir gespannt sein, welche Talk-Unterhaltungsgäste Günther Jauch präsentiert. Es wird eine spannende Frage, ob auch seine Talkshows mit INSM und Bertelsmann Mietmäuler gespickt sind und wenn doch, ob diese als solche auch gekennzeichnet werden oder wie immer als Professoren oder Unternehmer auftreten und die Interessengruppe, die sie vertreten für den unwissenden Zuschauer gar nicht erkennbar ist. Der moderne, wissende Mensch darf nicht nicht mehr die Massenmedien verlassen. Dort wird mehr Schein als Sein publiziert.

Die politischen Talksendungen im gesamten Senderspektrum unserer Republik sind undurchsichtige Veranstaltungen. Das wird auch der Grund sein, warum sie unter dem Genre "Unterhaltung" laufen. Die behandelten Themen sind viel mehr ein Geradebiegen der öffentlichen Meinung hin zur politischen Auffassung und ein Manipulation der Meinung, als ein neutraler Blick auf viele verschiedene Meinungen und mÖglichkeiten. Der Klimawandel wäre eine Chance für einen neuen freien Journalismus in Deutschland gewesen, doch diese Chance wurde nicht genutzt (siehe unten im Bericht). Eigentlich sollten die Polit-Sendungen unter dem Motto laufen: "Viele gegen einen!" - denn genau so sind die Diskutaten im allgemeinen aufgestellt.

Der einzige Talkmaster "Frank Plasberg", der ausgewogene Diskussionrunden zusammenstellt; Menschen direkt aus dem Leben vor die Kamera holt und mit der Politik am grünen Tisch konfrontiert, erhält natürlich keinen  Hauptsendeplatz, sondern soll noch weiter nach hinten verschoben werden.

Die Quotenjäger von der ARD

Es ist völlig unbegreiflich, warum gerade die Öffentlich-Rechtlichen  schon beim Ansetzen einer Sendung auf Einschaltquoten achten. Hohe und nachhaltige Einschaltquoten entwickeln sich erst durch neue und vor allem ausgewogene und vom Zuschauer als gerecht und neutral empfunde Talksendungen. Auf diese Weise eroberte sich Franz Plasberg die Herzen der Menschen, aber niemals eine Hauptsendezeit.

Mit Günther Jauch soll nur ein Gassenhauer am Sonntagabend die Quotenstatistik aufhellen, ob es sich hierbei um Qualität, anstatt um Quantität handelt, muss Günther Jauch er einmal beweisen. In wie weit Günther Jauch journalistisch bei "Spiegel-TV" eingebunden war, ist mir nicht bekannt.

Ebenfalls ist nicht bekannt ob Günther Jauch mit seinem neuen Polit-Talk bei der ARD ein Team von Journalisten um sich sammelt und selber recherchiert oder ob eine aufbereitete Show aus den Chefredaktionsetate der ARD zu präsentieren hat. Letzeres halte ich für wahrscheinlicher.

Seit 1. Juli 2006 ist Thomas Baumann neuer ARD-Chefredakteur und Koordinator für Politik, Gesellschaft und Kultur beim Ersten Deutschen Fernsehen.

Massive Einschränkungen in der Berichterstattung zur Klimakonferenz in Kopfenhagen verschwieg auch die ARD unter Thomas Baumann.

Wegen massiver Einschränkungen der Pressefreiheit auf dem Weltklimagipfel in Kopenhagen schrieben die Chefredakteure von ARD und des ZDF einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere hochrangige Vertreter. Doch allzu offen sollte der Brief wohl dann doch nicht sein. In den Medien fehlt jegliche Spur eines solchen Briefes.

... den abgebildeten Offenen Brief an CDU-Bundeskanzlerin Merkel wurde zufällig gefunden, denn von einer Publikation im TV war nicht zu sehen und zu hören. Es wäre sinnvoller gewesen die Öffentlichkeit während der aktuellen Berichterstattung auf dieses Defizit hinzuweisen, damit eine klare und neutrale Meinungsbildung in der Bevölkerung stattfinden kann.

Doch diese Chance versäumten ARD und ZDF. Nur ein inoffizieller "Offener Brief" sollte ihre eingeschränkte Berichterstattung monieren, aber der Zuschauer, der Informationskonsument bekam die zensierte Berichterstattung ohne Vorwarnung als offene und freie Berichterstattung serviert.

Das ist meinen Augen eine Ungeheurlichkeit und eine klare Verletzung der journalistischen Ethik. Hätte Thomas Baumann (ARD) mit seinem damaligen Kollegen Nikolaus Brender (ZDF), er ebenfalls als neutraler und mutiger Journalist gelobt wird, mehr Flagge für eine freie Berichterstattung gezeigt, wäre es in Sachen "Klimawandel" auch zu einer freien Meinungsbildung innerhalb der Bevölkerung gekommen, wie damals bei der Schweinegrippe.

Deshalb sehe ich dem Wechsel von Anne Will zu Günther Jauch mit Bauweh entgegen. Sollte die Aufbereitung dieser Sendung über die politische Redaktion der ARD laufen, die es nicht für notwendig hält, eine eingeschränkte Berichterstattung zu erwähnen, wir weit aus mehr Themen zur Diskussion bekommen, die unter einer falschen Perspektive aber nicht der Objektivität geführt werden.

1 Kommentar:

  1. hallo, interessiert an einem kommentar, der im anne will blog nicht freigeschaltet wurde, zum thema letzten sonntag?
    bitte um kurzen bescheid....
    monika

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Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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