Donnerstag, 18. November 2010

GM-Börsengang: An der Börse verdient der, der im richtigen Moment VERKAUFT

General Motors (GM) sanierte sich auf Kosten der Gläubiger und der US-Steuerzahler unter Capter Eleven. Das ist die Insolvenzmöglichkeit eines Unternehmens, wenn seine Verbindlichkeiten die Forderungen der Schuldner überzeugen, sich zu reorganisieren. Schuldner müssen sofort nach Capter Eleven ihre Zwangsvollzugsmaßnahmen einstellen. Im Fall GM hieß das auch, die Aufkündigung aller Handelvertretungsverträge und GM wird verstaatlicht. 

Vor GM beantragte Chrysler ebenfalls Capter 11.  GM hatte 82,3 Mrd. Dollar an Vermögenswerte und Verbindlichkeiten von 172,8 Mrd. Dollar.Rund ein Drittel der Belegschaft von GM wurde arbeitslos; ca. 50 Mrd. US-Dollar an Steuergeldern flossen direkt an GM; ca. 54 % der Gläubiger akzeptierten das Angebot 27 Mrd. US-Dollar an Verbindlichkeiten gegen 10 % am neu strukturierten Unternehmen anzuerkennen - mit einer zusätzlichen Optionen auf weiter 15 %.

Rückblick
Seit 2005 hat GM 88 Mrd. Dollar Verlust gemacht, allein 2008 betrug das Minus 30,9 Milliarden Dollar. Seit einem Jahr verbrennt der Konzern täglich 68 Mio. Dollar. GM zählt aber noch immer zu den größten Autobauern weltweit. In den vergangenen Jahrzehnten strich der US-Konzern jedoch massiv Stellen. Zuletzt hatte GM weltweit noch rund 235 000 Mitarbeiter, davon 88 000 in Nordamerika und rund 26 000 bei Opel in Deutschland. Vor zehn Jahren waren es insgesamt noch 400 000 Beschäftigte.

In den USA gab es Anfang Mai nach einer Reihe von Schließungen noch 46 GM-Fabriken, davon sind 15 komplette Endfertigungen. Der weltweit Absatz brach 2008 um elf Prozent auf 8,35 Millionen Autos ein. Erstmals seit 77 Jahren musste GM die Spitze räumen: Der japanische Toyota-Konzern verkaufte 8,97 Millionen Autos.

 22,7 Mrd. will GM mit neuen Aktien einsammeln

General Motor will nach seiner Insolvenz geschrumpft wieder an die Börse. Der Andrang ist groß! Insamt sollen 478 Millionen Aktien herausgeben zum Starpreis von 32 bis 33 US-Dollar. Offenbar lagen GM Aktienkaufangebot im Umfang von ca. 70 Mrd. US-Dollar vor; --- dass es sich hierbei um eine PR-Aktionen von findigen Aktienhändlern handelt kann nicht ausgeschlossen werden, schließlich war GM schon vor der Finanzkrise ein Wackelkandidat. An der Börse zählt der richtige Moment des VERKAUFENS!

Nur die großzügige finanzielle Hilfe des Staates hatte GM einen Neustart ermöglicht. Mit dem Börsengang wird ein Teil der Schulden abgetragen. GM selbst erhält die Einnahmen aus parallel ausgegebenen Vorzugsaktien, damit will das Unternehmen nun 4 Milliarden anstelle von 3 Milliarden Dollar einsammeln. Bleibt die Nachfrage nach den Aktien derart stark, können die begleitenden Banken mehr Aktien ausgeben als eigentlich geplant.

Man sollte nie vergessen, dass GM vom Verkauf seiner Autos lebt und nicht vom Börsenkurs, oder doch? Börsenkurse sind Hoffnungspreise auf die Zukunft. GM muss sich genauso beweisen wie OPEL. Diese Unternehmen müssen ihre Autos an den Mann und an die Frau bringen. Aktienverkäufe sind in der heutigen Zeit einfacher denn je. Die Zentralbanken sorgen für eine hohe Geldmenge im Interbankenhandel und dieser lebt von der Valatilität des Aktienmarktes (Schwankung der Kurse), was sich auch vielerorts in den BIPs niederschlägt. Das könnte auch als Blase angesehen werden, denn viele Kurse entsprechen nicht den tatsächlichen Markterwartungen, sondern sind das Resultat unendlicher Preistreibereien unterhalb den Banken selber.

Börsianer träumen von einem motorisierten China und Indien, das sich nur mit westlichen Automarken fortbewegt. Sie vergessen, dass aufstrebende Nationen ihre eigene Industrie antreiben und eigene Produkte im Binnenmarkt platzieren müssen, ansonsten funktioniert das "Wirtschaftswunder" nicht. Aber solche Weisheiten will man hierzulande nicht hören. Alternative dazu wäre, die Lebensader "Autoproduktion" vom Westen in den Osten zu verlagern. Davon würden natürlich nur Aktionäre profitieren, aber nicht die abhängigen Arbeiternehmer und die Binnenwirtschaft in Deutschland sowie Europa, die ohne diese Firmen nicht mehr viele Arbeitsplatz anzubieten hat. Aus diesem Grund bemüht sich Politik und Wirtschaft, unbedingt das Elektroauto auf den Markt zu bringen. In Verbindung mit dem Klimawandel könnte so die europäische Bevölkerung zu einem großflächigen Autokauf genötigt werden und gleichzeitig die dafür benötigte Energie bei deutsche Energieerzeuger einkaufen. Das wäre ein gewaltiger GELDENTZUG gegenüber den Rohstoffländern und den darin sesshaften Ölförderbetrieben.

... aber auch das wird nicht ausreichen, um eine Exportnation vor der Verarmung und der Verelendung einer breiten Bevölkerungsschicht zu schützen.

Ein Dilemma für die hießige Politik. Sie hat die Aufgabe dieses wirtschaftliche MUSS, der Bevölkerung so schonend wie möglich beizubringen.

OPEL will mit hohen Abfindungen entlassen

Bis zu 250.000 Euro wird Opelmitarbeiter die Entlassung schmackhaft gemacht, aber die Belegschaft weigert sich zum größten Teil diese anzunehmen. Das verzögert die Reduzierung der Belegschaft. Insgesamt will die GM-Tochter in Bochum 1800 von 4800 Stellen streichen. Mittlerweile ist das Opel-Werk in Antwerpen geschlossen und 1300 Beschäftigte verloren ihren Arbeitsplatz.

Der asiatische Autoabsatz hilft deutschen Arbeitnehmern nur kurzfristig.  In Europa sank die Zahl der Neuzulassungen im Oktober im Vergleich zum Vorjahr um 16,6 Prozent auf 1,03 Millionen. Hierzulande schrumpfte der Automarkt sogar um 20 Prozent. Das gab der europäische Branchenverband ACEA in Brüssel bekannt.

Die deutschen und us-amerikanischen Auto-Hersteller verlassen sich viel zu sehr auf das China-Geschäft, der Boom könnte ein kurzer sein. An der Börse ist erfolgreich, wer seine Aktien im richtigen Moment verkauft. Die Frage ist nur: Wann ist der richtige Moment? Und aktuell ist die Frage: Ist er bei den Aktien der deutschen Autobauer vielleicht schon gekommen?




http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/gm-beantragt-insolvenz-zur-sanierung;2316427;2

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