Donnerstag, 27. Januar 2011

Bundeswehr: Die Krise straffer Hierarchiestrukturen

Mit der Eskalationen durch Macht in der Bundeswehr ist es wie mit dem Kindesmissbrauch durch den Klerus oder kirchlicher Organisationen. Jeder weiß es und ist doch schockiert, wenn öffentlich darüber diskutiert wird.  In der Bundeswehr und in der Kirche entscheiden diejenigen wer in der Hierarchie aufsteigen darf. Die Entscheidungselite bildet sich aus denjenigen, die bereits die Rituale und Erniedrigungen ertrugen. Das macht sie zu Rächern und erlaubt ihnen eine Denkstruktur die dazu führen kann, dass das was sie als junger Mensch ertragen mussten, die anderen jetzt auch erleiden müssen, um aufsteigen zu können.

In solchen Strukturen ist Macht alles, sie kann sogar zur Lust werden. Disziplinierung sonst übergeordneter Hierarchieabgehörige außerhalb dieser Parallelgesellschaft können zu einem weiteren Lustgewinn führen. Sie kann nicht mit Geld abgegolten oder aufgewogen werden, es gelten andere Gesetze - Rechtsempfinden wird verlagert. Dieses Recht der Macht ist existent und überstrahlt jede weltliche Menschlichkeit. Unmenschlichkeit wird so zum Erziehungsziel, denn Krieg ist unmenschlich und erfordert höchste Konzentration und Präzision unter Abschalten menschlicher Regungen. Menschlichkeit gilt in dieser Parallelgesellschaft als Schwäche. Gerade in der Bundeswehr wird Menschlichkeit gar als selbstmörderische Angewohnheit angesehen. Der Soldat muss gedrillt sein; er muss umprogrammiert werden - all das vergessen was er erlernte - er muss funktionieren wie eine Maschine und Befehle ohne Denken ausführen. Der Soldat ist eine menschliche Maschine gesteuert von Befehlen der Oberschicht in der Bundeswehr, die keine Widerrede duldet; sie gar bestraft. Aus diesem Grund gibt es in der Polizei auch vermehrt Spezialeinheiten, die keinen Kontakt mehr zur Zivilbevölkerung haben. Alleine dieser Wortwahl "Zivilbevölkerung" sollte uns zeigen, dass es sich in diesen Organisationen um eine Parallelgesellschaft handelt, die sich vom menschlichen Miteinander abgrenzen und ihre eigenen Gesetze haben.



In  Bootcamps, die wir meist aus dem TV kennen und  die in den USA zur Umerziehung von Kriminellen Anwendung finden, wir ein leerer Mensch geschaffen, der mit dem Gerechtigkeitssinn und Wertevorstellungen gefüllt werden kann, die momentan politisch korrekt sind. Wer also in der Bundeswehr etwas werden will, muss die sogenannte brachiale Gewalt gegen seinen eigenen Willen und Denken zulassen. Kommt es doch zum Zwiespalt wird diszipliniert. Diese Erziehungsmethoden müssen natürlich bei erwachsenen Menschen um so härter angewendet werden und diese schlagen bis in die untersten Dienstgrade durch.


Ob eine derartig ausgebildete Armee einer Demokratie würdig ist, muss jeder für sich selbst entscheiden, sollte sich aber nicht von der Argumentation einschüchtern lassen, dass die Bundeswehr Deutschland verteidigt, denn sie wird sich wie bis jetzt jede Armee vor die Paläste und Wirtschaftsimperien stellen, um sie zu schützen.

Guttenbergs Berufsarmee - eine verschworene Gemeinschaft?

Eine Berufsarmee läuft natürlich in Gefahr, dass diese Strukturen nicht mehr öffentlich angeprangert werden, denn durch die Wehrpflicht kamen immer wieder junge Männer und Frauen in die Bundeswehr, die diesem Drill nicht gewachsen sind und in öffentlichen Monieren oder wie im Fall der der jungen Offiziersanwärterin, die Eltern nach Gerechtigkeit schreien und sich nicht von Offizieren oder anderen Hierarchie einschüchtern lassen.


In einer Berufsarmee sind nur noch Männer und Frauen, die bewußt dieses Risiko der Demütigung in Kauf nehmen, um sozial aufsteigen zu können - noch ist es für viele eine Pflicht, die nur bis zum vorgeschriebenen Maximum erfüllt wird. Der Wehrpflichtige ist sozusagen die Kontrolle für die Bundeswehr aus dem Volk heraus.


Entlassen wir die Bundeswehr in die Selbständigkeit - also führen wir sie als Berufsarmee - werden bestimmt noch mehr Exzesse erfolgen, von den wir aber gar nichts mehr erfahren. Diese Berufsarmee wurde von CDU (Guttenberg) und der FDP sehr gut vorbereitet. Hier eine "Große Anfrage" der FDP von 2005 im Deutschen Bundestag, über die Möglichkeit "Gewalt zu privatisieren", angesichts der schlechten Finanzlage.


Eine intensive Befassung mit der Problematik der „Privatisierung von Gewalt“
und der Auslagerung spezifischer Militär- und Sicherheitsaufgaben auf nichtstaatliche
Stellen wird angesichts der aktuellen internationalen Entwicklungen
und der weltweit zunehmenden Knappheit öffentlicher Haushalte immer dringlicher.
Bei diesem komplexen Themenbereich besteht zum Teil erheblicher
nationalstaatlicher und auch völkerrechtlicher Klärungs- oder gar Regelungsbedarf.

Herkömmlicherweise werden Privatpersonen, die in einer militärischen Auseinandersetzung
für eine der beiden Konfliktparteien kämpfen, als Söldner bezeichnet.
Die UN-Söldnerkonvention, die völkerrechtliche Fragen im Zusammenhang
mit derartigen Einsätzen regeln soll, hat trotz ihres langjährigen Bestehens
bis heute kaum Beitrittsstaaten gefunden. Auch Deutschland hat die Konvention
bis heute nicht ratifiziert. Nur im Ersten Zusatzprotokoll zu den Genfer Konventionen
von 1949 hat ein Artikel mit Regelungen zum Söldnerwesen Eingang gefunden.
Regional gilt zudem in dem bislang am stärksten betroffenen Kontinent
Afrika die von der ehemaligen „Organisation of African Union“ OAU entworfene
regionale Anti-Söldner-.....
weiter: http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/15/047/1504720.pdf


"Zivilbevölkerung" ist die Ausgrenzung aus der Parallelgesellschaft



Die Bundesregierung duldet diese Parallelgesellschaften, weil sie von Nutzen sind, ihre Interessen auch gegen die der Bevölkerung durchsetzen zu können. Stuttgart21 zeigte das eindeutig und schmerzhaft, wie anfällig unsere Demokratie ist und wie schnell sich internes Recht über menschliches Recht hebt und sich rechtfertigt. Der Polizist und der Soldat kennt keine moralischen Vorstellungen, er kennt nur seine Befehlsgehorsamkeit, die über jedem selbständigen Denken steht. Das legt aber auch offen, wie es ohne Skrupel zu einer empfunden Rechtsverletzungen kommt, denn internes Recht wird zur eigenen internen Moral und zu Rechtfertigung vor sich selbst. Sie dient der Selbstverleumdung und zeigt die Schwäche des modernen Menschen schamlos auf. 

Wir sind nicht fähig Menschlichkeit ohne schriftliches Recht zu definieren oder gar uns dafür einzusetzen. Wir sind so programmiert, dass festgelegtes Recht über allem steht und nicht in Frage gestellt wird. Das gilt für Soldaten, Polizisten, aber auch für uns Bürger. Politiker fühlen sich anderen Gesetzen unterworfen. Sie reagieren nach den Geldentstehungsgesetzen des Kapitalismus und vergessen dabei alles was sie jemals in ihrem Leben unter Menschlichkeit erlernten. So kommt es zu Äußerung wie von Guido Westerwelle, die er sich wohl nie unter den Augen seiner Klassenkameraden erlaubt hätte. Das kann auch unter Verlust der Bodenhaftung verstanden werden. Solche Menschen verlieren aufgrund ihrer Position und Macht die Fähigkeit zur Selbstkritik, weil sie ihr Gesetze der Parallelgesellschaft nicht mehr mit dem Recht der "Zivilgesellschaft" oder gar der Familie vergleichen.

Die Begrifflichkeiten "Zivilgesellschaft" oder "Zivilbevölkerung" in der Berichterstattung suggerieren uns, dass Soldaten zum Sterben da sind, aber sie fallen im Gefecht wie Schachfiguren. Das Bild vom Tod und vom Sterben wird dadurch in uns nicht ausgelöst, sondern mit einem Heldenepos ersetzt. Nur Zivilisten sterben und gelten als Kollateralschaden, also ob dadurch Krieg, Zerstörung und Brutalität eine Rechtfertigung erhielte. So pervers sind mittlerweile schon unser Weltanschauungen durch die Wortwahl in den Medien ausgerichtet.

Der Bundeswehrausbilder als Halbgott

Bundeswehrausbilder glauben ihre Soldaten vor dem sicheren Tod bewahren zu können, wenn sie funktionieren wie menschliche Maschinen. Jedem Befehl blind folgen und ihre Instinkte zum tödlichen Instrument umbilden. Der Soldat, der diese bis zur Perfektion erreicht, wir gelobt wie ein Einser-Kandidat in Mathematik. Deshalb wird es innerhalb dieser Strukturen niemals zu einer Kritik kommen, man würde seine eigenen Leistungen degradieren. 

Wer diesen Drill durchläuft, ist umprogrammiert und dient der Sache, die er nicht einmal hinterfragt und von der nicht einmal ein Teil davon ist. Er will die Motivation gar nicht verstehen, sondern erwartet Lob für seine perfekte Aktion ohne Hinterfragen der Sache. Das ist der optimale Soldat. Aus dieser Form der Ausbildung entwickelt sich das Führungspersonal unserer Bundeswehr. Es ist daher vorstellbar, dass gerade diejenigen in der Hierarchie aufsteigen dürfen, die Drill bis zur Vollendung ihren Soldaten angedeihen lassen.

Die Armeen des Ethnoszentrismus

Das führt in meinen Augen zu einer Parallelgesellschaft die eine ganz andere Auffassung von Menschlichkeit entwickelt und Menschlichkeit dann sieht, wenn sie ausgelöscht ist, wenn gewisse Menschlichkeiten nicht der implantierten Form entsprechen - das sogenannte Feindbild - das unmenschlich auf den Soldaten wirkt.

Ihm ist nicht bewusst, dass nicht Mensch gegen Mensch Krieg führt, sondern es sind Regime und Machtgefüge, die keinen Widerstand dulden und ihre Ziele mit Gewalt umsetzen wollen. Deshalb kam es auch zum Afghanistankrieg. Militär will keine Ursachen von Ungerechtigkeit und Terror beseitigen, sondern nur die andersdenkenden Individuen - das ist dann ETHNOZENTRISMUS - der jede Gesellschaftsform als falsch und minderwertig  ansieht, wenn sie nicht die gleichen Wertevorstellungen vertritt. So ist das Militär nicht dafür geeignet Menschlichkeit und wirkliche Werte zu schützen. Es wird sich auch nie gegen die Machthaber stellen, wenn darauf geachtet wird, dass das Führungspersonal straff an die Gesetze der Parallelgesellschaft gebunden bleibt.

Ein Soldat darf nicht denken, sondern soll gehorchen. Denkende Soldaten können bei so manchem Befehl zur Gefahr werden. Das weltberühmte Bild des fliehenden Soldaten aus der DDR wird zwar propagandistisch ausgeschlachtet, aber dieser Soldat gehorchte seinen familiären Gefühlen, die so stark waren, dass er sich gegen die Gesetze der Parallelgesellschaft stellen konnte. In welche Gesellschaft kann der heute Mensch fliehen. Seine Grenzen sind nicht einfach mit Stacheldraht abgegrenzt, sondern seine Freiheit ist heute mit der Fußfessel GELD versehen, die er nicht abstreift, indem er über einen Stacheldraht springt. Die heutigen Druckmittel sind anders gestaltet und werden oft mit Freiheit verwechselt - wie die elektronische Fussfessel. Sie ist eine absolute Kontrolle in der Freiheit - so ähnlich müssen wir uns unsere Freiheit vorstellen. Jedes Verstoß wird nicht mit einer. Meldung versehen, sondern mit schlichtem Geldentzug als Arbeitsplatzverlust oder Geldstrafe. Die gleichen Maßstäbe setzt auch Ungarn mit seinem Mediengesetz an.

Trotz der modernen Kriegstechnik "töten auf Distanz" wird das berühmte "Kanonenfutter" als Soldat weiterhin gebraucht. Daher kann das Obrigkeitsdenken in der Bundeswehr nicht abgeschafft werden. Es muss mit ständigen und wiederkehrenden Bestrafungen und Demütigungen gearbeitet werden. Guttenbergs Aufklärungsgehabe ist daher nur eine medienwirksame Ablenkung, am Grundsatz der Bundeswehr wird sich nichts ändern. Im Gegensatz - sie werden verschärft werden, weil es sich bald um eine Berufsarmee handeln wird, die höchstwahrscheinlich in naher Zukunft auch noch Bereiche wie Spezialeinheiten privatisierten wird - bzw. Outsourcing betrieben wird.

1 Kommentar:

  1. Dazu fällt mir spontan ein Text über Ihre Moral und unsere ein

    http://www.mlwerke.de/tr/1938/380216a.htm

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Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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