Sonntag, 16. Januar 2011

Tunesien: Der Westen entdeckt erst nach 23 Jahren die Diktatur

Nach dem in Tunesien (ehemalige franz. Kolonie) das "aufständische" Volk niedergeschossen wird, Panzer die Städte bevölkern und die Wahrheit nicht mehr zu versteckt ist, gehen unsere Medien als Ankläger mit dem ehemaligen Staatsführer Tunesiens - Ben Ali - hart ins Gericht.

Nach 23 Jahren bemerken die westenlichen Medien und die Politik plötzlich, dass in Tunesien eine harte Hand mit Zensur herrschte. Es scheint ein Schock zu sein. In Tunesien es gar keine Demokratie, sondern eine Diktatur. Islamisten wurden folterte und aus dem Land gejagt, was dem Westen sicher nicht unangenehm war. Die Opposition in Tunesien war eher als Showveranstaltung für die Bevölkerung und die Welt anzusehen. Jetzt wird aufgedeckt, wie Korruption in Tunesien herrschte und von der Landeselite zu ihren eigenen Vorteilen ausgenutzt wurde. Ganze 23 Jahre war diese Erkenntnis im Westen nicht möglich. Unverhohlen schickten die Unternehmer deutsche Touristen in das Urlaubsparadies und verdienten sich unter dieser Regierung, die jetzt plötzlich als Diktatur erkennt wird, eine goldene Nase.



Der Westen sah 23 Jahren schweigend zu wie ein Volk ausgebeutet und unterdrückt wurde, weil die Wirtschaft durch diese - jetzt plötzlich entdeckte Diktatur - keine Nachteile erlitt - vielleicht sogar Vorteile hatte. Die größte Angst des Westen ist jetzt, seine Vormachtstellung in Sachen Geldverdienen in Tunesien zu verlieren. Wir blicken gespannt auf die weiteren Entwicklungen.

23 Jahre blieb die Diktatur in der breiten Öffentlichkeit Europas unbemerkt; war nicht beklagenswert. Wer Ben Ali Korruption vorwirft, muss gleichzeitig auch diejenigen nennen, die ihm die Geld zusteckten. Touristenenklaven für das westliche Wirtschaftswachstum auf dem Rücken der Tunesieren ist keine Glanzleistung und die jetzige Berichterstattung eine Farce. Europa ist an der 23jährigen Ausbeutung und Unterdrückung in Tunesien nicht unschuldig und das sollte laut gesagt werden. Unsere Wertegesellschaft und unser Wohlstand begründet sich auf Demokratien wie unter Ben Ali in Tunesien.



Hätte Ben Ali vor 23 Jahren keinen Hotelbau von ausländischen Investoren erlaubt und die Staatseinnahmen mit den Lizenzen für die Bevölkerung aufgebessert oder gar Mindestlöhne für die Hotelangestellte gefordert, wäre seine "Diktatur" sehr schnell ins Rampenlicht des Westen gerückt. Diktatoren sind nach unseren Maßstäben nur dann als solche zu benennen, wenn sie ausländische Investoren keine freie Hand erlauben,  die Rohstoffe - in diesem Fall die Lage des Landes - zu ihren Vorteilen auszunutzen. Der Schah im Iran war erst dann als brutaler Unmensch vom Westen entdeckt worden, als er begann die Rohstoffe des eigenen Landes, für sich selbst zu nutzen. Deshalb durfte Khomeini aus dem franz. Exil wieder in den Iran einreisen, damit der Iran sein Vorhaben nicht umsetzt und seine Rohstoffe für sich selbst vermarktet. Jetzt hat der Iran wieder das gleiche Bestreben und wir erfahren fast täglich unter welcher Diktatur der Iran leidet. In Tunesien spielte die vorherrschende  Realität bis vor ein paar Tagen kein Rolle.

Das ist die Realität. Unser Moral und Wahrnehmung ist immer getrieben vom Kapitalismus. Wir sind in Wahrheit nicht für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung unterhalb der Völker, sondern wir streben immer eine Vormachtstellung an. Drittländer dürfen nur als Rohstofflieferant fungieren, aber niemals ihre Rohstoffe selber verarbeiten und damit eigene Wertschöpfung betreiben.

23 Jahre beurteilte der Westen die politische Lage in Tunesien als stabil, weil die Bevölkerung gehindert wurde, ihre touristischen Qualitäten für sich selbst auszunutzen. Wie wird der Westen Tunesien jetzt helfen? ... indem eine islamistische Regierung aus dem Exil eingeflogen wird oder mit IWF-Krediten, die das Land weiter knebeln und unter einer "Demokratie" zur freiwilligen Ausbeutung zwingen - wie auf Haiti?

Verfolgen Sie die Entwicklung aufmerksam und beobachten Sie wie die Geldströme nach der "Befriedung" fließen werden. Ich bin mir sicher, wenn Tunesiens neue Regierung  die Geldströme unangetastet läßt, wir jede Regierung vom Westen akzeptiert, auch wenn sich an der Lage der Bevölkerung so gut wie nichts ändert.

http://www.sueddeutsche.de/politik/tunesiens-ex-praesident-ben-ali-auf-der-flucht-vor-dem-volk-1.1046909

Kommentare:

  1. Man kann wohl fast mit Sicherheit davon ausgehen, dass, wenn Tunesien nicht spuren sollte, es ein wieder Erdbeben, eine Flutkatastrophe, eine Dürre oder sonst eine HAARP-Katastrophe geben wird, damit die US-getriebenen Ausbeutungsmechanismen weltweit noch eine zeitlang funktionieren, bis die Menschen endlich aufwachen und feststellen, dass Korruption am Ende auch sie selbt betrifft.

    Dass BP nun auch im Mittelmeer Tiefseebohrungen wie im Golf von Mexico durchführen darf und will, wird zur Folge haben, dass das Mittelmeer zum neuen Toten Meer werden wird.

    Gehen die Touristeneinnahmen der Mittelmeeranrainerstaaten zurück, hat das Volk nichts zu essen, wird es Ausstände geben.

    Eine Gelegenheit für die Elite, "geeignete Maßnahmen" zu ergreifen.

    Ich denke, ich täusche mich nicht, dass Afrika, und da mal erst Nordafrika, voll ist Blickfeld der USA und ihrer Vasallen- und Sklavenstaaten (puppets) wie der BRD gerückt ist.

    Vor allem um weiterhin mit dem preiswerten grüen US-Klopapier mit dem Dollar-Zeichen darauf die Bodenschätze selbst abzuräumen und China, das sich immer mehr dasselbe Klopapier zunutze macht, zurücktzudrängen, die mit, wie man munkelt, "fairen" Bedingungen" die US-Unternehmen ausstechen.

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  2. der aufstand in tunesien wird wie zuvor im iran vom westen gesteuert um das kräfteverhältnis in nordafrika und dem nahen osten zu beeinflussen.

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