Mittwoch, 23. Februar 2011

Guttenberg ... wenn eine Masse ihren Helden nicht aufgibt - Copy & Paste

Die Masse, das undefinierbare Ding, das mit seinem Glauben Berge versetzt und blind gehorcht. In Ihrer Seele entstehen Helden, die eigentlich keine Helden sind, sondern der Trugschluss einer gläubigen Massen, die unbedingt glauben will. Die einen glauben an Karl Theodor von zu Guttenberg als den Erlöser, der Wohlstand bringt, die anderen hängen an den Zeilen einer Facebook-Seite, die das Selbe verspricht.

Gestern sah ich den Vorspann zu einer Doku über Hercules des griechischen Halbgott unter dem Thema: Mythos oder Wahrheit? In 2000 Jahren wird sich die Menschheit damit beschäftigen, ob SUPERMAN tatsächlich auf der Erde lebt......



Eigentlich muss man von und zu Guttenberg dankbar sein, dass er, wenn auch ungewollt den Schleier lüftete und das Gerüst eines Helden zeigte. In unserer Bildungsrepublik ist es die Weisheit der Akademiker, die sie mit einem Titel als Orden vor dem Namen einhertragen. Im Internet sind es die Klickzahlen, die Adeln und doch haben sie alle eines gemeinsam. Sie schreiben ab. Am Besten von einander, innerhalb der gleichen Gesinnung, dann bleibt es in der Familie. Es gehört zum Anstand abzuschreiben, die gute Note macht es, wenn erwähnt wird, wer die Vorlage war - dann ist es schon gar nicht mehr schlimm. Dr.-Arbeiten sind halt doch etwas anderes, als was das gemeine Volk so von seiner Schulzeit kennt. Schrieb man da ab und wurde erwischt, gabs ne SECHS - da nutze es auch  nicht, anzugeben von wem man abschrieb. Noch fataler wurde es, wann man Fehler abschrieb und nicht erwicht wurde. Die Fehler des anderen gingen auf das eigene Konto. 

In Dr.-Arbeiten (Dissertation), das heilige Schriftstück zum Adelstitel der Wissenschaften, dürfen nur Fakten verwendet werden und ein Fakt wird offensichtlich dann geschaffen, wenn ein anderer seine schriftliche Behauptung, diesem Fall wissenschaftliche Analsyse, in einem Medium veröffentlichte - wie z. B. Prof. Zehnpfennig mit ihrem Aufsatz in der FAZ - über die Vereinigung der US-Bundesstaaten zum Kunststaat USA - aus dem Herr von zu Guttenberg abschrieb ohne es als Zitat zu kennzeichnen.

Noch erstaunlicher ist, dass seine Dr.-Arbeit, die ca. 380 Seiten umfaßt und 270 Seiten aus Zitaten besteht. Vermutlich sind die individuell geschriebenen Seiten die ca. 1.100 Fußnoten. Das Volk  - die Masse verteidigt diese Abschreibekennzeichnungsarbeiten als menschlich und gesteht seinem Helden, damit er ihm erhalten bleibt, keine menschlich Fehler zu und übersieht die Grundsätzlichkeit des Abschreibens bei Dr.-Arbeiten.

Da entsteht fast der Eindruck, dass Akademiker nur brillante Abschreiber sein müssen und ihre Hauptausbildung darin besteht zu wissen wo sie abschreiben bzw. nachlesen müssen, wenn sie etwas wissen sollen. Diese Art von Wissen ist nun vielen durch das Internet zugänglich, doch eine Weiterentwicklung des Wissens findet trotz des breiten Zugriffs nicht statt, weil man abschreibt und aufhört zu denken. Das denken scheint vor hunderten von Jahren aufgehört zu haben. Platon gilt heute noch als brillanter Vordenker für unsere Staatslehre, obwohl er alten Griechenland lebte und Sklaven das normalste auf der Welt waren.

Die Weisheit der Abschreiber 

Unsere Denkwelt basiert auf dem Wissen, das vor mehr als Tausend Jahren entstand und nur der Sprachentwicklung angepasst wurde, die antiken Weltanschauungen bleiben davon unberührt.  Das ist auch der Grund warum sich die Menschheit nicht weiter entwickelt. Sie kopiert und zitiert, anstatt selber zu denken. Unsere Geschichte sollte uns doch zeigen, dass all diese alten Denker, irgendwo einen Denkfehler hatten, sonst ginge es uns heute allen viel, viel besser. Wir kopieren immer nur das Dekadenzdenker einer Antike und glauben in der Ungerechtigkeit des Standesdenken, Gerechtigkeit durch Solidarität schaffen zu können.

Was für Rückschlüsse lassen sich von der Amerikanischen Vereinigung der Staaten auf Europa ziehen? Ein grandioses Gedankengut ohne dabei zu bedenken, dass diese Bundesstaaten bis aufs Blut bekriegten, weil die einen glaubten, die anderen hätten Vorteile durch die Sklavenei. Die Sklaven wurden also nicht aus Nächstenliebe befreit, sondern aus Nächstenliebe zur offenen und gerechten Marktwirtschaft mit gleichen Bedingungen für die Großgrundbesitzer und gleichzeitig sperrt sich diese Bundesregierung vehement gegen den Mindestlohn in Deutschland. Davon ist in diesem Aufsatz natürlich zu hören, es geht schließlich um die Staatskunst bzw. - lehre. Herr von und zu Guttenberg hat also nichts verstanden - er hat nur abgeschrieben.

Wenn wir unser Wissen auf diese Art von Wissenschaft begründen, dürfen wir uns nicht wundern, dass wir immer wieder im gleichen Desaster enden. Es gibt gar keinen Willen zur Änderung, sondern nur den Willen, das schlimmst Leid zu lindern, damit es nicht fordernd vor der eigenen Türe steht oder sie sogar vor Wut eintritt. Das ist die Angst der Massen, die Helden zu mobilisieren wissen.

Das war schon immer das Gedankengut dieser alten Weisheiten, der Staatskunst und der tiefe Sinn der Staatslehre, der als Schutz für das Volk verstanden wird. Es will gar keiner auf die Idee kommen die Ungleichheit der Völker zu beenden, dann dann wären die Staatsmänner und Wissenschaftler schlicht weg arbeitslos. Neue Gedanken entstehen nicht durch Copy + Paste.

Nicht nur die Elite ist im letzten Jahrtausend stecken geblieben, sondern die Bildungsmasse auch, denn die lernt aus den Lehrbüchern, die die Weisen des Volkes schreiben bzw. abschreiben und ihrer Ideologie der Staatskunst anpassen.

Wann war die Zeit, in der letzte freie, unabhängige Gedanken verfasst worden war? War es Spartakus, der ohne Lösung tausende von Menschen in die Freiheit führen wollte und kein Ziel hatte? Nicht immer ist der Weg das ZIEL, das ist nur ein schöner Satz der Freiheit beflügeln soll, um tragische Helden zu schaffen, die für Freiheitsliebene sterben. Die Masse kommt nur dann weiter mit ihren Forderungen, wenn es in die Staatslehren der ALTEN-Köpfe paßt.

Antikes Denken als moderne Staatskunst

Unsere Köpfe sind angefüllt mit Helden, die Kriege und Bluttaten vollbrachten. Böse Herrscher besiegten und ihre Staatslehre als Ultima ratio etablierten. Das unumstößliche Heil aus den Lehren der Antike. Das römische Reich war ein Imperium, vor dem wir würdevoll die Köpfe neigen und lernen wie Völker ohne große Gewalt beherrscht werden und die Gebäude, die von Sklaven erbaut wurden, sind Sinnbild einer Hochkultur.

Guttenberg stellt sich den Fragen des Bundestages 23.02.2011



Wir haben kein Wissen um ein Wissen, das die Leistung des kleinen Mannes ehrt. Wir haben nur das Erinnern an die Männer und Frauen in unseren Köpfen, die die Macht hatten so viele Menschen anzuweisen, Kultur zu schaffen, an der sich wenige labten. Kaiserin Sissi ist der Ideal vieler Frauen, aber um Kaiserin zu sein, braucht es Massen, die schuften, die Kaiserin ihr Volk mit Pracht beglücken kann. Das war die Geburtsstunde der Superstars, die von der Masse zu Göttern erhoben werden, bis der nächste vom Olymp steigt. Wir unterscheiden uns durch nichts vom antiken Menschen. Wir teilen mit ihm sogar den Humanismus der sich in Dekadenz begründet und dem Gesinde sein Auskommen gönnt, wenn auch nur gering. Deshalb streiten wir uns um die 8 oder 5 Euro mehr im Monat für die nicht mehr gebrauchten in unserer Gesellschaft, denn wir wollen keinen Barbaren sein. Vergessen aber, dass es bei den Barbaren gar keine Nutzenlosen in der Gemeinschaft gab - jeder war wertvoll - das war ja die Barbarei.

Wir sind alle nur eine "Copy & Paste - Gesellschaft". Wir kopieren, das was wir für richtig halten und glauben durch die sture Vervielfältigung wird das Wunschdenken zur Wahrheit und zu Weisheit. Wir wollen alle zum Kaiser und König werden, der herrscht über sich selbst. Es wäre sinnvoller, sich dem Dienen zu widmen und jeder dem anderen dient und das Herrschen wollen sich abgewöhnt - denn herrschen ist grundsätzliche die Voraussetzung für Dekadenz. Unsere Eliten herrschen über sich, zum Wohl der anderen; geben sich demütig in ihren Villen und Luxuskarrossen, denn Bescheidenheit definiert sich für einen Reichen und Mächtigen nun mal anders als für den letzten Stand unserer Gesellschaft und das die Gerechtigkeit in der Ungerechtigkeit die von Volk, der Masse anerkannt wird und die Helden macht, weil sie ihr herrschen so würdevoll und gerecht verkaufen. Das erste Marketing wurde wohl schon in der Antike entdeckt, nur nicht als Marketing genannt, sondern diese Menschen wurden als Weise der Staatskunst bezeichnet.

Wer diese Prämisse als Matrix für sein Denken benutzt ist ein Angepasster, in sich selber beschränkter Denker und könnte ohne Probleme eine Dr.-Arbeit schreiben. Für Copy + Past gibt es hierfür sehr viele namhaften Vorlagen, die alle die Ständeordnung aus biblicher Zeit für richtig erachten und preisen.

Deshalb ist es nicht ausgeschlossen, dass wieder einmal eine Passage gefunden wird, in der steht: Der Mensch, der den Schutz des Staates genießt hat ihm zu unterwerfen, ihm zu dienen und seine Schuld durch Dienst an der Allgemeinheit der Gesellschaft abzuarbeiten.

Änderungen gibt es nur mit grundlegend neuen Gedanken, die all dieses alte Denken bei Seite schieben, denn hätte es Richtigkeit, würde die Menschheit schon seit Tausenden von Jahren in Frieden und Freiheit leben. Frieden und Freiheit bedeutet für mich kein soziale Ständeordnung unterhalb der Völker.

Staaten als Demokratien in Sinne der alten Staatslehre sind nämlich nichts anderes als Betriebsräte, die sich den Herrschen nicht nur unterordnen sondern abhängig sind. Es wenn diese Abhängigkeit gebrochen ist, kann von einer wirklichen Demokratie gesprochen werden, deshalb ist die Demokratie die Herrschaft des Pöbels und machte den eigentlichen Herren über die Abhängigkeit keine Sorgen - bis heute. Er wenn wir den Weg in die wirkliche Demokratie geschafft haben, die die Abhängigkeit überwindet, können wir anfangen uns gegenseitig zu dienen.

Dr.-Titel wird Frhr. v. z. Guttenberg aberkannt
Pressekonferenz Uni Bayreuth 23.02.11

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