Samstag, 23. April 2011

Wer das WIR sucht, muss sich erst selber vereinigen

Wer dem Druck der Moderne nicht gewachsen ist, gilt als "geistig verwirrt". Ein simpler Ausdruck für Menschen, die von unserer Gesellschaft, ihren Gesetzen und ihrer Arroganz an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden und jede Identität verlieren. Kein einziges ICH in uns erscheint noch wertvoll und für die Gesellschaft wichtig. Wir wechseln wie Kamelions unsere Zielrichtungen gemäß unseren Lebensphasen und glauben, die Welt hätte sich ausschließlich um dieses momentane Primär-ICH zu drehen. Das WIR in unserem ICH ist längst verdorrt. Wir können nur noch gespalten in unserer Realität leben. Alles andere überfordert uns.

Es passiert seltsames mit uns. In unserem Inneren. In unserem geheimen Häuschen, dem ICH. Das WIR in uns ist zerstritten. Der Arbeitnehmer in uns, streitet mit dem Chef in uns; die Mutter mit sich als Kind; der Großvater mit sich als Enkel. Eine gemeinsame Lösung gibt es nicht. Einer muss Abstriche hinnehmen.

Erkennen Menschen diesen inneren Hass und vereinen ihr WIR zum ICH, werden sie gefährlich für unsere Gesellschaft. Sie sind nicht mehr zu belügen. Sie stehen außerhalb des Sozialgefüges. Sie müssen resozialisiert werden . Sie kommunizieren ins sich selber zwischen ihren Mehrfachbilanzen und erkennen die Realität. Sie sehen den Selbstbetrug, den wir uns tagtäglich mit dem Frühstück gönnen.

Sie gehen durch die Straßen und sehen die Massen von Heuchlern, die sich durch die grauen Schluchten unserer modernen Welt wälzen. Sie sehen den wandelbaren Menschen, der seine Identität je nach Gefühlslage wechseln kann. Sie wissen aber auch, dass sich diese Massen ihrer inneren Zerrissenheit gar nicht bewusst sind. Wüssten sie es, würden sie sich selber hassen. Durch ihre strikte Bilanztrennung halten sie sich für selbstgerecht und gerecht gegenüber all den anderen Menschen, die sie aus ihren vielen ICHs heraus bewerten. In dieser Welt gibt es keine Einheit, denn sie würde die Lösung aller Probleme bieten und den Machtverlust der wenigen, von denen wir abhängig sind.

Die grauen, geteilten Menschen geben Hilfestellungen, indem sie in ihrer inneren Buchhaltung den Schalter auf Mitleid und Empathie umlegen; sich in die Welt des Gegenüber hinein versetzen und gemeinsam mit ihnen Lösungen für diese Sparte des ICHs suchen. Der Rest der Persönlichkeit bleibt vor der Tür. Eine Gesamtheit als Mensch, als Menschheit gibt es nicht. Nur mit Mehrfachbuchführung kann er in unserer Gesellschaft existieren.

Wir denken unser Privatleben als Unternehmer. Wir stellen Kalkulationen auf, in denen wir Lösungen suchen, ob es effektiver ist eine bezahlte Arbeit anzunehmen oder kostenlose familiäre Dienstleistungen an fremde Dienstleister gegen Bezahlung abzugeben. In dieser kleinen ICH-AG ist das ICH alles. Es ist Chef, Abzocker, Arbeiter, Putzfrau, Kapitalanlage und Nächstenliebe. Wir sind in uns  Finanzunternehmer, die mit List und Tücke sich durch das Leben schleichen. Wir sind die Versteher, die all das Leid, das sich vor unseren Augen ausbreitet mit faulen Kompromissen zu heilen versuchen ohne selber finanzielle Verluste hinnehmen zu müssen. Wir sind unsere Fortpflanzungsplaner. Wir müssen uns gegen unsere vielen ICHs in uns selber durchsetzen und uns selber erklären, das Kinder finanzielle Einbußen für die anderen ICHs in uns bedeuten. Wir müssen in dieser Situation vor den anderen ICHs in uns schützen, die von Medien und Bildung immer zum Leben - also zum Konsum - animiert werden. Wir haben so viele ICHs in uns zu befrieden, dass wir alleine schon von dem Gedanken daran überfordert werden. Das Ungeborene ist bereits Erwachsen bevor es das Licht der Welt erblickt. Von Balance sprechen wir, wenn wir unsere vielen ICHs nicht mit einander kommunizieren lassen. Bilanziert wird in jeder Kammer still und leise ohne die Konten zusammen zusammenzuführen. In einer Zeit der finanziellen Not und Unsicherheit ein schier unlösbares Vorhaben.

Wird dieser Selbstbetrug durchschaut und das WIR im ICH vereint, sieht man die Ausweglosigkeit des Individuums unserer Gesellschaft. Sie teilt sich in mehrere Schichten und im nächsten Moment ergibt sich eine neue Struktur. Das ICH ist in so vielen Schnittmengen unserer Gesellschaft mittlerweile vorhanden, sodass sie im völligen Gegensatz zum gesamten Menschen stehen. Der Mensch hat sich selber verloren. Wie eine Wolke teilt er sich im Wind in viele kleine Wolken gemäß der politischen Korrektheit. Er weiß nicht mehr wo er eigentlich steht.

Mal sehen wir uns als Arbeitnehmer benachteiligt und ergreifen Partei für die Gewerkschaften; mal sehen wir die Misere der Unternehmer und nehmen Lohnkürzungen in Kauf, weil wir von ihnen abhängig sind. Mal fordern wir als Eltern mehr finanzielle Zuwendung für unsere Kinder und müssen für Zwischenmenschlichezuwendung dafür finanzielle Einbußen hinnehmen.

Wir sind für gesunde Lebensmittel für alle und kaufen doch den verseuchten Fraß, weil das Geld nicht reicht oder die Zeit für die lange Zubereitung einer anständigen Mahlzeit nicht ausreicht. Die Politik genehmigt Patente auf Heilkräuter, Zuchtiere und Saatgut. Als hungriger Menschen sehen wir dies kritisch, aber als Unternehmer, Arbeiter und Geldabhängiger ist es eine Notwendigkeit für das Wachstum. Jedes kleine Aufbegehren unserer vielen ICHs in uns scheitert an der Summe der zur Verfügung stehenden Geldmittel.

Sogar der organisierte Widerstand gegen all diesen gesetzlichen Irrsinn erfordert Kapital, ansonsten gibt es keine Chance von der Allgemeinheit wahrgenommen zu werden. Der Kreislauf des modernen Lebens schließt sich nicht mit der Geburt und dem Tod, sondern mit der Eröffnung eines Bankkontos und dessen Liquidität. Früher war diese Konto ein Stück Land, das bewirtschaftet werden konnte, bevor das OberICH als Staat bzw. vorher als König, Fürst oder Zar, in Erscheinung trat. Plötzlich war ein OberICH vorhanden, der den Übermenschen, den vereinten Menschen mit all seinen ICHs überragte und dafür sorgte, dass diese ICHs ständig und immerzu in Widerspruch stehen. Die Menschheit wurde zum Schwarm und übergab ihm die gesamte Verantwortung. Schwärme bilden nur Beutetiere, in der Gewissheit, dass der äußere Ring die Opfer sein werden.



Wir sind in Bewegung wie Sand, der durch die ständigen Erschütterungen der Hungerangst - also der Gier - vibriert. Unser Herz, das eigentlich leicht wie eine Feder sein sollte sinkt immer weiter in den tiefen Morast unseres SELBST. Es ist gefangen von all den vielen Persönlichkeiten, die im ständigen Streitgespräch nach einer besser Welt suchen.

Das Unterdrücken der Arbeitslosen scheint gerecht, weil Arbeitnehmer für sie aufkommen. Atomkraftwerke müssen abgeschaltet werden, damit es zu keinen weiteren Katastrophe mehr kommt und doch soll der Strom weiter aus der Steckdose kommen.

Wir wollen Veränderungen ohne dass sich etwas ändert. Sie wollen unsere Mehrfachbilanzen nicht erschüttern und als ein Mensch denken. Es würde uns zerreißen. Die Last der Falschheit und der Heuchele würde uns die Luft zum atmen nehmen. Dieses Unrechtssystem kann nur mit dieser Schizophrenie jedes einzelnen aufrecht erhalten werden.

In unserer modernen Welt werden nicht nur Minderheiten gegeneinander aufgebracht, sondern Schnittmengen, die durch einzelne Menschen hindurchgehen. Wir sind alle einzelne und viele kleine Persönlichkeiten, die keine innere Mitte mehr kennen. Die ihren Vorteil gegeneinander abwiegen und in einer Mischkalkulationen die besten Vorteil für sich erarbeiten wollen und sich so selbstzerstörerisch verhalten.

Mit derartigen unselbständigen Individuen haben die Politik und das Kapital leichtes Spiel. Sie sprechen immer den gierigsten Teil in uns an und zerreiben uns damit in uns selbst. Der Schwarm regiert nach Programm und gibt seine Opfer preis. So werden wir zu Lottospielern, die immer höhere Einsätze wagen, damit die Mischkalkulation in uns aufgeht. Erst wenn der Mensch am Ende ist, sich selbst nicht mehr betrügen kann, sieht er das hoffnungslose Unternehmen "Marktwirtschaft" und "Wirtschaftswachstum" vor sich.

Doch dann gilt der ungeteilte Mensch für all die vielen schizophren Menschen als verwirrt, weil er nicht mehr mit dem Schwarm ziehen will. Er wird zum Geächteten und landet in der Psychiatrie, in der ihm in vielen Sitzungen wieder beigebracht wird, sich je nach Bedarf zu teilen, damit er den Irrsinn dieser Welt wieder ertragen kann und den Regeln des Schwarms gehorcht.

Erst wenn wer beweisen kann, dass er dem Druck der Gesellschaft und Leben wieder gewachsen ist, wird er in die Freiheit entlassen - in den Schwarm entlassen -  und wird zum Roboter der sich opfert und jede Ungerechtigkeit erträgt.

Kommentare:

  1. "Wird dieser Selbstbetrug durchschaut und das WIR im ICH vereint, sieht man die Ausweglosigkeit des Individuums unserer Gesellschaft."

    Ja, stimmt. Viele Menschen - die absolute Mehrheit - sind vollkommen zerstreut und leichte Beute für jeden ...Politiker. Allerdings sehe ich sehr wohl einen Ausweg. Es gibt jetzt schon eine "kritische Masse" von Individuen, welche das "Wir" vereint haben und diese relativ Wenigen werden die Gesellschaft in nicht allzu langer Zeit verändern.

    Diese "kritische Masse" wird von der Systempresse zwar ignoriert und hat auch keine öffentliche Ämter und andere "Würden", aber allein die Tatsache, dass es In-dividuen sind, ungeteilt, hat so einen großen Einfluss im Bewusstsein, dass Millionen zerstreuter Menschen dagegen nicht ankommen können. Sie haben die Macht des Universums auf ihrer Seite, sozusagen.

    Ich weiß nicht, wie es passieren wird, aber ich weiß, was ein Individuum will: Frieden (freiwillige Kooperation) - Freie Wahl der Ereignisse (Freiheit) - Liebe (Wissen und Wertschätzung)... Und aus diesen Basics wird sich "der Rest" ergeben...

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  2. "Der Mensch hat sich selber verloren"- nicht schlimm.
    Er muss sich nur selber wieder finden.
    Ich sehe- denkenach- erkenne- handele.
    Man muss nur das VerblödungsSystem erkennen.
    Wie ich mir das vorstelle habe ich mal aufgemalt.
    Verändere dich und du veränderst die Welt.

    http://www0.xup.in/exec/ximg.php?fid=18102513
    http://www0.xup.in/exec/ximg.php?fid=25756281
    http://www0.xup.in/exec/ximg.php?fid=54089909

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  3. Jahrelange Indoktrination, die mit dem Trauma der Arbeitslosigkeit anfängt und mit der Unternehmensphilosophie der Bertelsmann AG endet. Deshalb muss zuerst Bertelsmann brennen, danach die Banken und erst dann der Bundestag. :-)

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  4. @ Reiner Dung (beim Politprofiler)

    Ich habe mir Deine sehr aussagekräftigen Bilder angesehen und wurde dadurch inspiriert, etwas Ähnliches zu machen.

    Temporärer Link:

    http://www.quantumunlimited.org/vem/bilder/europaflagge.html

    Konnte auf Deiner Website keine Kontaktinfo finden...

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  5. Auch wenn hier schneller geschrieben wird als das ich es aufnehmen kann, möchte ich doch noch einige Zeilen dazu packen! Das ganze Thema ist brilliant dargelegt und zusammengefasst, phantastisch geschrieben und dem Leser nahe gebracht.
    Wirklich wunderbar! Wieviel Leute arbeiten hier eigentlich an dem Blog?

    Und wieder ein substantives Video das man sich öfter anschauen sollte, doch es reicht bei mir nur dazu im Kontext eines gelungenen Textes die notwendige Zeit aufzubringen. Ja, man ist als Maschine (Humankapital) fortwährend damit beschäftigt seine existenssichernden Systeme am laufen zu halten und wenn nicht gerade Arroganz und Überheblichkeit und die Niedertracht vorherrschend die Führung übernommen haben und auch nichts mit Raffinesse geht, dann sind die substituierenden Industrien in Anspruch zu nehmen. Um nicht in den Rekonditionierungkreislauf eingeliefert zu werden.
    Also erzähle mir keiner er sei Frei davon oder wir haben schon den Großteil der Strecke hinter uns! Ohne wenigstens den Großteil der Ablenkungsindustrie aufzuzählen!
    Die Besten Grüße Wilhelm Reich und Anton Wilson

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Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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Wir stellen hier nicht den Anspruch, alles zu wissen, aber bemühen uns, alles, was wir in Erfahrung bringen können zu publizieren.
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