Dienstag, 10. Mai 2011

Die Wahrheit über GERONIMO

Geronimo - ist ein makaberes Codewort. Es ist ein Flashback in die US-Vergangenheit. Geronimo gibt einen Blick auf die weiße amerikanische Seele preis. Bin Laden und der Kampf gegen den Terror wird als Indianerkrieg empfunden. Geronimo wird zum Sinnbild des Sieges über die Wertegesellschaft der Indianer und deren erfolgreiche Assimilierung.

Geschichte ist relativ, die Interpretationshoheit schafft Wahrheit

Bilder, insbesondere Filme interpretieren die geschichtlichen Ereignisse. Nicht die Ereignisse bestimmen die darauf folgende Reaktion, sondern die Interpretation der Gründe, die zu den Ereignissen führte. Mit Westernfilmen aus Hollywood entstand ein indianische Freiheitsbild, das in keinster Weise das Elend der amerikanischen Urbevölkerung widerspiegelt. 

Indianer stehen heute für Freiheit. Diese Freiheit ist jedoch unwiederbringlich ausgelöscht. Unsere Seele kann diese Freiheit nicht ein mehr erfassen. Wir sehen diese Freiheit durch die aufgesetzte Brille unserer Wertegesellschaft. Das Indianerland ist nach wie vor der augenscheinliche Reichtum. Eine indianische Bewertung des Landes ist uns absolut fremd. Sie kannten Eigentum in unserem Sinne nicht und daran gingen sie zu Grunde. Eingeengt durch unsere aktuelle Wertegesellschaft, die sie in die Abhängigkeit trieb, in der wir uns schon seit Jahrtausenden befinden.


Wie lösche ich eine Wertegesellschaft aus?

Die weiße amerikanische Bevölkerung stand ca. 2 Millionen Ureinwohnern gegenüber, die Marktwirtschaft nicht kannten und auch keinen Sinn darin sah, diese auszuüben. Die Gutsgläubigkeit der Indianer und ihre militärische Unterlegenheit, machte sie zum leichten Opfer unserer Wertegesellschaft. Mit betrügerischer Absicht begann die Diplomatie der US-Regierung. Was im GUTEN nicht zu erreichen war, wurde mit Gewalt durchgesetzt. Gesetze dienten als Rechtfertigung für Enteignung, Verelendung und Vertreibung.

Daher ist das Codewort "Geronimo" kompromittierend für die USA. Es erlaubt einen tiefen Blick in die Seele der amerikanischen Ideologie. Das Codewort "Geronimo" wurde nicht gewählt, weil es ein Freiheitskämpfer für die Indianer ist, sondern weil es das Synonym für die Auslöschung einer Wertegesellschaft darstellt.

Die benachteiligten Ureinwohner der USA - die Indianer - erhielten mit GERONIMO einen tragischen Helden. Mit ihm konnten sie historisch ihren Widerstand belegen. Bin Laden wird offensichtlich die selbe Rolle für die arabische Welt zugedacht.


Die Macht der Mythen und die mangelnde Bereitschaft die Dinge so zu sehen wie sie sind

In Wahrheit ist Geronimo das Wort für die Überlegenheit der amerikanischen Ideologie. Mit den Indianern beweisen sie sich immer wieder, wie überlegen ihr Wirtschaftssystem ist. Wer sich nicht anpasst, geht unter, bleibt ungebildet und versinkt im Alkohol. Ein Bild das Australien ebenso prägt, wenn es an seine Ureinwohner denkt.

"Geronimo" verkörpert mit Gewalt und Raffinesse ganze Kulturen auslöschen zu können. Ihre Ländereien in ihr Imperium einzuverleiben. Das Wort GERONIMO emotionalisieren Lüge in die geschichtliche Wahrheit. Es ist unlogisch einen indianischen Freiheitskämpfer als Synonym zu verwenden, wenn es in Wahrheit nicht eine andere Bedeutung hat. Durch das falsche Briefing, durch Medien und Filmindustrie, konnte so ein Mythos entstehen, dass die Indianer ihre eigenen Niederlage als Heldenepos empfinden. So konnten Weiße wie Indianer den gleichen Helden akzeptieren.


Bin Laden und das offizielle Briefing der Weltbevölkerung

Heute werden mit Bildern Deutungskämpfe um die Wahrheit geführt. Filme schaffen Mythen und Filme bilden die ganze Welt.  Deshalb erhalten wir zu jedem wichtigen Ereignis umgehend ein mediales Briefing. 

Die mediale Show um Bin Laden ist noch nicht abgeschlossen. Noch glaubt die Welt nicht, dass Bin Laden am 28. April 2011 von den USA getötet wurde. Die Fernsehbilder sowie die Berichterstattung sprechen eine andere Sprache. Unbeirrt von der internationalen Kritik hält Obama eine Trauerfreier für die Opfer am Ground Zero ab.  Sie kann auch als offizielle Bestattungsfeier für Bin Laden angesehen werden. 

Unsere Logik wird damit überlistet und die us-amerikanische Behauptung, dass Bin Laden am 28. April 2011 erschossen wurde, wird so zur unantastbaren Wahrheit, obwohl keine Beweise vorliegen. In der gleichen Form erhalten wir seit 10 Jahren ein Briefing über 9/11 und den Terrorismus.


Sarkasmus muss die USA zum Codewort "Geronimo" getrieben haben. Der blinde Glaube an ihre ideologische Überlegenheit und das Recht auf uneingeschränkte Selbstverteidigung, egal an welchem Ort der Welt. GERONIMO bedeutete am 1. Mai 2011 - "Bin Laden ist tot". Geronimo ist das Synonym für den Sieg des "weißen Mannes" über die Indianer.

Der Kampf der Kulturen bzw. Wertegesellschaft in den USA

Der Apachenkönig Geronimo kämpfte für die Freiheit und vor allem für das Land seiner Väter. Sein Stamm sollte das Land seiner Väter nicht an die Weißen verlieren. Er verteidigte lediglich die Lebensgrundlage der ihm anvertrauten Menschen. Die weißen Siedler erkannten die Eigentumsrechte der Indianer nicht an. Wir alle kennen diesen dunklen Punkt der amerikanischen Geschichte, sind aber verblendet von bewegten Bildern über freie Indianer. So wird Geschichte verfälscht und bewegt amerikanische Soldaten zum "Kampfschrei GERONIMO", obwohl Geronimo sich von den USA befreien wollte. 

Die weißen, gerechten Siedler, mit ihrer demokratischen Verfassung setzten jedes militärische Mittel und diplomatische Raffinesse ein, um den Indianern ihr Land streitig zu machen. Sie beraubten Sie damit ihrer Lebensgrundlage und machten aus freien Menschen, rechtlose Individuen.

Sie wurden zu Mündeln der USA, angewiesen auf Lebensmittelmarken und Wohlwollen. Es entstanden Indianerinternate, zur Umerziehung der Kinder. Oft wurde 4jährige ihren Eltern entrissen. 


Abraham Lincoln versprach im  Homestead Act von 1862, dass jeder Siedler etwa 65 Hektar Boden von der Regierung erhielt. Das führte zu einem immensen Landbedarf und der Siedlungsraum der Indianer wurde eingeschränkt. Wurde vorher das Gebiet der Indianer noch als eigenständige Nation angesehen, waren nun Mündel des Staates. Sie sollten von Ackerbau und Viehzucht leben und wurden in Reservate verwiesen. Die Indianer hungerten. Sie waren ihrer Lebensgrundlage entzogen.

1882 eröffnete Oberst Kit Carson eine Terrorkampagne gegen die Navajoindianer. Im Auftrag der Regierung töteten die Soldaten die Schafe der Indianer und vergifte ihre Brunnen. Im März 1864 - zwei Jahre nach der Regentschaft von Lincoln, trieb die Regierung ca. 6000 Navajoindianer in das 563 km entfernte Reservat in New Mexico. In eine Wüste, in der sie als Bauern überleben sollten. Das ist der amerikanische Traum, des weißen Siedlers.


1791 war den Cherokee-Indianern in Georgia ihr Land vertraglich zugesichert worden. Dieser galt aber nur solange wie kein Gold dort gefunden wurde. Zwar gab es ein richterliches Urteil, dass 16.000 Indianer nicht vertrieben werden dürfen, doch niemand hielt sich daran und kein Militär kam den Indianer zu Hilfe. Als "Pfad der Tränen" ging diese Vertreibung in die Geschichte ein. Das verlorene Land der Cherokee-Indianer wurde an die weißen Siedler verlost.


Es gibt viele Beispiel dieser Art. Heute fahren wir Autos mit den Namen bekannter Indianerstämme und hegen die Freiheit im Hinterkopf, die es nicht mehr gibt. 


In den Indianerlager - eigentlich werden sie Reservate genannt - wurden die Indianer assimiliert. Indianische Heilkunst, Tänze und andere Zeremonien waren unter Strafe verboten. 

1879 wurden Indianerinternate gebaut. Die Kinder sollten dort ihre Herkunft vergessen und die Werte der Weißen verinnerlichen. Wer seine Muttersprache benutzte, wurde schwer bestraft. In den Ferien mussten diese Kinder als Haushalthilfen in weiße Familien und waren so über Jahre hinweg ihren Eltern entzogen. Es kam nicht selten vor, dass vierjährige Kinder ihren Eltern einfach entrissen wurden.

Im Jahre 1900 waren 90 % der ursprünglichen indianischen Bevölkerung (2 Millionen) gestorben. Erst 1924 erhielten alle Indianer die US-Staatsbürgerschaft und damit die gleichen Rechte wie die Weißen.
GERONIMO - Der geduldete EPOS für die unterlegenen Indianer


Geronimo soll das tragische Vorbild für die Freiheitskämpfer in der Welt sein, die heute Terroristen genannt werden. Bitte betrachten sie dieses Thema nicht emotionalisiert durch die Medien- und Ideologiebrille, sondern einfach durch die Brille der Realität. Russland besetze damals Afghanistan unter dem Vorwand des Terrorismus. Der Westen akzeptierte diesen Grund nicht und unterstütze die Freiheitskämpfer im Land. Heute sind wir diejenigen, die Afghanistan unter dem Vorwand des Terrorismus besetzen und die Freiheitskämpfer von gestern sind unsere heutigen Terroristen, vor denen wir uns fürchten müssen. Es fand eine massive Verschiebung der Wahrnehmung statt und damit auch eine Verschiebung der angeblichen Richtigkeit. Die Wahrheit selber hat sich nicht verschoben. Die Deutungshoheit verleitet uns nur das vormalige SCHLECHTE in GUTES zu verwandeln, weil es unseren Vorteilen nutzt und uns damit glücklich macht.

Aus us-amerikanischer Sicht, waren die Indianer ebenfalls Terroristen. Sie galten als Räuber und Mörder; als hinterlistige Barbaren, denen jede Kultur fehlte. Sie stellten unsere Lebensart, Wertevorstellung und Eigentumsregeln in Frage, weil sie die ihre bedrohte. Die unterdrückten Indianer erhielten im Laufe der Geschichte einen Helden, der unter normalen wirtschaftlichen Kriegsbedingungen innerhalb unserer Wertegesellschaft, nicht geduldet würde. In Kriegen zwischen Wertegesellschaft macht daher der Heldenepos eines Mörders daher Sinn. Er soll in später Zeit über die Trauer über die verlorenen Werte hinweg helfen und die Wertegesellschaft in die Vergangenheit, in die Geschichte entlassen.

Osama Bin Laden darf daher als tragischer Held einer gescheiterten Wertegesellschaft in die Geschichte eingehen. Wer weiss? Vielleicht rufen in den nächsten Jahrzehnten arabische Krieger "Bin Laden", wenn sie für unsere Wertegesellschaft über die nächsten Ölländer herfallen.

GERONIMO - Ist der Sieg der Weißen

Der vermeintliche Freiheitskämpfer Amerikas - GERONIMO - wurde von den USA schändlich betrogen. Gegenüber Indianern fühlte sich keine US-Regierung verpflichtet und schon gar nicht, wenn es darum ging fruchtbares Land irgend welchen Barbaren zu überlassen, die ganz andere Wertevorstellungen hatten als die europäischen Siedler.

Am  25. März 1886 ergab sich Gernonimo. General Crook versprach, dass er in die Reservation San Carlos zurückkehren darf. Die US-Regierung scherte sich nicht um diese Abmachung, sondern teilte den Indianern ödes Land zu, das sie nicht ernährte.

Ein Schicksal, das viele Indianerstämme teilten. Die Armut und Entsozialisierung der Ureinwohner Amerikas findet seinen hauptsächlichen Grund in diesem ungerechten und nicht der amerikanischen Verfassung entsprechenden Verhalten. Anfänglich nutzloses Land, in dem später Gold oder Öl gefunden wird, ist wieder ein Grund sie zu vertreiben. Sie wurden vertrieben, weil sie niemals das Öl oder das Gold kommerziell gefördert hätten. Sie war nicht assimiliert. Assimilation geschieht aus ethnozentritischer Überzeugung. Alles was nicht den Wertevorstellungen der vorherrschenden Rasse/Gesellschaft entspricht ist minderwertig und kann nur an Wertschätzung gewinnen, wenn es sich anpasst.

Das ist die internationale Aufgabe der USA, nach dem Kampf gegen den Kommunismus. Die eigentliche Bedrohung ist nicht der Terror, sondern die Angst, dass die Taliban nicht die Geschäftspartner werden, die sich die USA wünscht.

Das berechtigt aus dieser Weltanschauung heraus zur Missachtung jeder Gesetzgebung in anderen Ländern, denn deren Werte inakzeptabel. Europa ist daher genauso assimiliert wie einst die Indianer. Jeder internationale Vertrag ist nur dann für die USA gültig, wenn sie sich davon Vorteile erhofft. Aus diesem Grund galten nach dem Irakkrieg kein einziger Ölfördervertrag mehr. Die Rechte wurden neu vergeben.

Die wahre Bedeutung von "GERONIMO" für die USA

Gernonimo steht für den Sieg der USA über eine andere Wertevorstellung und Kultur. Genau das gleiche Feindbild erkennen sie in den Freiheitskämpfern der arabischen Welt. Nicht der Islam ist die Bedrohung, sondern die mangelnde Bereitschaft an unserer MARKTWIRTSCHAFT  teilzunehmen.

Besonders die Taliban gelten in den USA als "unzuverlässige" Handelspartner, in Europa heißt diese Unzuverlässigkeit - keine ausreichende Projektsicherheit. Die Taliban sehen keinen Grund ihr Land an westliche Unternehmen zu verkaufen. Erst durch Hunger und Tod lassen sie sich "zivilisieren" und werden dadurch in unsere Werte gezwungen.

Andere Wertegesellschaften können nicht verstehen, warum das Wertvollste, das Unersetzliche, von dem alle leben und ernährt werden, plötzlich für Geld verkauft werden soll, um mit diesem Geld Lebensmittel einkaufen zu können.

Indianer wollten sich der Politik des guten Zuredens auch nicht beugen. Aus diesem Grund sagte Obama auch, dass die Taliban / Terroristen gejagt werden.

Es gibt nur noch wenige Völker auf dieser Erde, die die wahren Werte auf dieser Erde kennen und wir sind gerade dabei all dieses Wissen zu vernichten, weil sie aus unserer Sicht Barbaren sind. Wir sind die verbündeten Germanenstämme des römischen Reiches. Wir führen diese Kriege bereits freiwillig für die USA.

Der Islam ist nicht der Grund für den Widerstand der Taliban. In anderen arabischen Ländern sind die Frauen ebenfalls verschleiert, aber sind zivilisiert worden und betreiben in unserem Sinne Marktwirtschaft. Sie verkaufen uns Öl und reinvestieren unser Gelder wieder in unsere Produkte.

In dieser Überlegung geht es nicht um Persönlichkeiten, die in der heutigen Zeit- und Kapitalrechnung an der Spitze unserer Gesellschaft stehen. Diese Strukturen sind so alt. Es ist ein steter Wechsel vorhanden. Ein stetiger Kampf um die Vormachtstellung durch materiellen Reichtum.


Der Reichtum eines Indianer Häuptlinges bestand im Ansehen, nicht das größte Zelt, die meisten Pferde und die am reichsten gedeckte Tafel war Reichtum. Es galt als Frevel ein reich gedeckten Tisch nicht mit dem Nachbarn zu teilen.

Folglich führt die USA einen Krieg gegen die Taliban, wie damals gegen die Indianer und deshalb wählten sie das Codewort "Geronimo".

Ich persönlich bin schockiert über so viel Sarkasmus, bewundere jedoch gleichzeitig die Ehrlichkeit gegenüber der inneren Gesinnung der USA.

Die falsche Wertegesellschaft

Ziehen wir all die Gesetze ab, die Bereicherung an Armen zulassen. Blenden die Moral aus, die das unterstützt, ist unsere Ideologie nicht anderes als legalisierte Ausbeutung.

Wahre Kultur ist, das Leben der andern zu schätzen und zu achten, auch wenn man dadurch persönliche Bereicherung nicht realisieren kann. Leider wird dies als Werteverlust erachtet und als Widerstand angesehen, was zum Selbstverteidigungsrecht führt. Das Recht der Gewinnmehrung steht über allem, auch über den Leben und den Bedürfnissen der Menschen.

Daher leben wir in einer Wertegesellschaft der Menschenverachtung. Sie schreitet mit großen Schritten ihrer eigenen Vernichtung entgegen, damit da nächste Imperium mit den gleichen Wertevorstellungen übernehmen kann.

Das Pipeline-Theater in Afghanistan - Spiegelbericht von 2001
29.12.2001

Pipeline zur Hölle
Westliche Firmen paktierten mit den Taliban - jetzt setzen sie auf die Neuen in Kabul.

Schurkenstück, Gaunerkomödie und viele Elemente einer griechischen Tragödie - eine Story wie gemacht für Hollywood. In den Hauptrollen: islamistische Rebellen, die den Verlockungen des Großkapitals erliegen; gierige Ölmanager, die sich gegenseitig mit allen Tricks ausbooten; skrupellose Politiker, denen Macht über Moral geht. In Nebenrollen: Henry Kissinger, Mullah Omar und Madeleine Albright. Ein Stück in fünf Akten, Arbeitstitel: Pipeline zur Hölle.

Erster Akt. Washington wird im Frühjahr 1995 durch neue Aktivitäten des argentinischen Energieunternehmens Bridas aufgeschreckt, das in Turkmenistan Verträge über die Erschließung von Erdgasfeldern abschließt: Pipelines sollen durch Iran führen - und durch Afghanistan bis zur pakistanischen Küste. Eine eilends einberufene Arbeitsgruppe aus Mitgliedern des US-Außenministeriums und der CIA will das verhindern.


Es trifft sich gut, da
ss der kalifornische Multi Unocal mit seinem saudi-arabischen Partner Delta an ein ähnliches Projekt denkt - Washington macht für dieses Vorhaben Druck. Der turkmenische Diktator Nijasow, zu dessen Angestellten der frühere US-Außenminister Alexander Haig gehört, wird nach New York eingeflogen und unterschreibt dort im Oktober 1995 einen Vertrag mit den Amerikanern. Bei der feierlichen Zeremonie anwesend ist ein prominenter Unocal-"Berater": Ex-Außenminister Kissinger.

Bridas lässt nicht locker, verklagt Unocal/Delta sogar wegen Einmischung in bestehende Abkommen. Im Februar 1996 unterzeichnet der merkantile Nijasow auch mit den Argentiniern einen Afghanistan-Pipeline-Vertrag. Keinen scheint zu stören, dass im Land am Hindukusch Bürgerkrieg herrscht und dass sich als Sieger der Kämpfe eine islamistische, die Menschenrechte verletzende Gruppierung durchsetzt: die Taliban. Im Gegenteil, die brutalen Koranschüler gelten westlichen Politikern wie Business-Bossen als Hoffnung für "stabile" Verhältnisse, sprich: sichere Pipelines.
Westliche Gelder fließen an die Glaubenskrieger, mindestens 15 Millionen Dollar. Pakistans Geheimdienst, bei der Entstehung und dem Erfolg der Taliban-Bewegung instrumental, erweist sich bei der Übergabe der "Hilfsmittel" als extrem nützlich.
Zweiter Akt. Am 27. September 1996 fällt Kabul an die Taliban. Unocal-Manager Taggert lässt begeistert verkünden, jetzt werde sich das Projekt leichter verwirklichen lassen. Das Außenministerium in Washington gibt bekannt, die USA würden die Taliban als legitime afghanische Regierung anerkennen. Nach wenigen Stunden werden beide Stellungnahmen zurückgezogen - offensichtlich auf dringenden Wunsch des Weißen Hauses.
Doch in Zentralasien hat man die amerikanischen Stimmen registriert und sich seinen Reim gemacht: Teheran wie Moskau sind nun fest davon überzeugt, dass die USA auf eine "Pax Talibana" setzen und Kabul zu einem Außenposten aufbauen wollen. Da sind die anderen, nicht dementierten Stellungnahmen aus den letzten Monaten. US-Außenamtssprecher Davies: "Wir finden nichts Anstößiges an der Absicht der Taliban, islamisches Recht zu verhängen." US-Senator Hank Brown: "Endlich scheint eine afghanische Gruppierung im Stande, eine stabile Regierung zu bilden."
Der turkmenische Präsident fordert von den neuen Herren in Kabul, das Projekt mit dem amerikanisch-saudi-arabischen Konsortium voranzutreiben. Bei der Unocal in Kalifornien knallen die Champagner-Korken. Aber die argentinische Konkurrenz nutzt ihre guten Beziehungen zu Prinz Turki, dem saudischen Geheimdienstchef. Der antichambriert bei seinen Taliban-Freunden. Im November 1996 steigt eine südamerikanische Fiesta: Kabuls Machthaber und sogar der lokale Warlord Dostam, bekannt für seine Brutalität wie Wendigkeit, geben Bridas den Zuschlag.
Dramatischer Auftritt einige Tage später in Kandahar. Pakistans Außenminister beschwört Mullah Omar, die Amerikaner nicht zu verprellen. Der Taliban-Chef erkundigt sich nach der Höhe der Pacht, die Unocal für ihr Wegerecht zu zahlen bereit wären. Als er hört, es handele sich um 100 Millionen US-Dollar, verspricht er immerhin, eine Abordnung in die USA zu schicken.
Dritter Akt. Im Februar 1997 reisen zwei Taliban-Delegationen gen Westen, und sie finden sich in der Welt der Ungläubigen überraschend gut zurecht. Die einen lassen sich von Bridas in Argentinien verwöhnen, die anderen von Unocal in den USA. Sie lächeln, hören zu, notieren Beteiligungsangebote. Auf dem Rückweg legen beide Taliban-Gruppen in Saudi-Arabien einen gemeinsamen Zwischenstopp ein und treffen sich mit Geheimdienstchef Turki. Sie besuchen auch Mekka - um sich göttlichen Rat für die Entscheidung zu holen? Im April 1997 veröffentlichen die Taliban jedenfalls eine salomonische Erklärung: Sie wollen mit dem, der zuerst mit den Bauarbeiten beginnt, einen definitiven Vertrag abschließen.
Unocal-Präsident Imle zeigt sich "erstaunt" über diese Aussage, man hatte geglaubt, alles sei in trockenen Tüchern. Aber das US-Unternehmen hat verstanden. Es richtet ein Ausbildungszentrum in Afghanistan ein, das Fachleute zum Pipeline-Bau anlernen soll. Außerdem liefert Unocal Faxgeräte und Generatoren an die Taliban-Regierung und schickt einen ihrer Direktoren nach Kandahar. Im Oktober 1997 unterzeichnen Unocal, Pakistan und Turkmenistan ein Abkommen über den Export von Erdgas: 15 Prozent Transitgebühr für die Taliban. Die Neokapitalisten in Kabul aber reagieren empört. Sie finden das Angebot zu niedrig. Bridas kommt wieder ins Spiel.
Die große Politik, in Sachen Taliban so lange im Boot mit dem Big Business, beginnt umzudenken, allen voran die neue Außenministerin Albright. Auch amerikanische Frauenrechtsgruppen prangern medienwirksam die unmenschliche Behandlung ihrer Geschlechtsgenossinnen in Afghanistan an.
Noch ein Anlauf: Im Herbst 1997 will der Taliban-Industrieminister Ahmed Jan, ein früherer Teppichhändler, mit einer Delegation zu Bridas nach Argentinien fliegen. Pakistanische Behörden weigern sich, die Afghanen über ihr Gebiet ausreisen zu lassen, wenn die Taliban nicht auch Unocal einen Besuch abstatten. So kommt es wieder zu einem Doppelbesuch der Islamisten bei ihren Freunden im Westen.
Die Amerikaner führen die Taliban in Supermärkte, in den Zoo von Houston, ins Nasa-Zentrum. Sie sind bei Manager Miller privat zu Gast und bewundern seinen Swimmingpool. Unocal arrangiert ein Treffen mit dem US-Staatssekretär für Südasien; doch die verlangte Anerkennung kann der ihnen nicht versprechen und drängt sogar erstmals auf Verbesserung der Menschenrechtssituation. Ähnliche VIP-Tours bei Bridas. Wieder eine Warteschleife.
Vierter Akt. Washington macht Bin Laden für die Attentate auf die US-Botschaften in Nairobi und Daressalam (263 Tote) im August 1998 verantwortlich. Die Amerikaner bombardieren Ausbildungslager des Terroristen in Afghanistan. Unocal streicht das Pipeline-Projekt und zieht seine Mitarbeiter aus Kandahar zurück. Auch Bridas will sich nicht mehr engagieren. Eine Gruppe von Menschenrechtsanwälten erwägt eine Anklage gegen Unocal wegen deren Taliban-Nähe und "Förderung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit". Unocal bezeichnet dies als grotesk.
Islamabad aber gibt nicht auf. Bei einem Treffen im April 1999 erklären Pakistan, Turkmenistan und die Taliban, sie suchten neue Sponsoren für das Pipeline-Projekt. Der damalige turkmenische Außenminister Schichmuradow tut sich mit Besuchen bei Mullah Omar in Kandahar hervor.
Der letzte Akt des Pipeline-Dramas ist noch nicht geschrieben. Die neue Situation in Afghanistan könnte das Projekt wieder aufleben lassen. Washington zeigt hinter den Kulissen großes Interesse. Und wieder wechseln wichtige Herren die Seiten. Der Turkmene Schichmuradow beispielsweise taucht dieser Tage in Moskau auf und geht nicht mehr zurück in die Heimat. Er möchte jetzt den "primitiven Diktator" von Aschgabad stürzen. Die russische Regierung gewährt dem Dissidenten Zuflucht, während sie selbstverständlich zum Regime Nijasow die guten Beziehungen aufrechterhält.
Man kann ja nie wissen: Vielleicht wird aus dem undurchsichtigen Herrn einmal ein bedeutender Spieler im Great Game. Vorhang zu im Pipeline-Theater, und alle Fragen offen.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-21086898.html
dpa Meldung über "Geronimo"
http://www.morgenweb.de/nachrichten/dritte_seite/20110504_mmm0000001610534.html

1 Kommentar:

  1. Geronimo ein Zufall?
    F.D. Roosevelt : „In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, daß es auch in dieser Weise geplant war"

    Sitting Bull wird am 15. Dezember 1890 hinterrücks erschossen.

    Vertreter, von Stämmen aus Kanada, den USA und Südamerika legen der UNO das erste Mal Dokumente über den Völkermord aus ihren Ländern vor. So werden zum Beispiel in den USA Indianerkinder für die Erprobung neuentwickelter Medikamente missbraucht, eins von je vier Kindern aus ihrer Umwelt herausgerissen und in nichtindianischen Familien untergebracht. Außerdem wurden seit 1972 etwa 42 Prozent der indianischen Frauen in den USA zwangssterilisiert.

    http://www.welt-der-indianer.de/heute/bewegung.html

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Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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