Montag, 23. Mai 2011

Youtube als Bezahlplattform? Telekom will Youtube zur Kasse bitten

Jeder der die Fahne der sogenannten Volksparteien und deren, die es noch werden wollen, hochhält - ist getrieben von der Angst, seine Schulden nicht mehr bedienen zu können. Er verteidigt gar nicht sein Eigentum, sondern sein Recht auf Schulden. Das ist die erschütternde Wahrheit über unseren gefühlten Wohlstand. Wir waren die kleinen Indianer, die all ihr Gold gegen wertlose Glasperlen eintauschten. Heute stehen wir vor dem NICHTS und machen die Politik dafür verantwortlich. Wir träumen von anderen Politiker und jungen Parteien, die uns das Gold bringen, weil wir glauben ohne die Glasperlen nicht leben zu können. Mit Vernunft ist diesem Urirrtum nicht zu begegnen, sondern nur mit reinem, unverfälschten Verstand, der jede Ideologie abschüttelt.

Das Nash-Gleichgewicht als Siegerstrategie

Erst benachteiligt die Telekom ihre Kunden bei Downloads auf Youtube und wartet ab, bis die Empörungswelle in den Medien ankommt. Ein Pressesprecher der Telekom, bestätigt scheinheilig, dass dieses Problem längst bekannt sein und man werde sich bemühen, die Serverleistung zu erhöhen. Jeder kennt den Satz "Er hat sich bemüht." - Es ist das Negativlob des Arbeitgebers, wenn diese über sich selber sprechen, bemühen sie sich ständig und schaffen nichts. Die Telekom will die Kosten für immensen Datenströme, die Youtube mit seiner Videoplattform verursache nicht selber übernehmen, sondern Youtube zukünftig in Rechnung stellen. Das bedeutet das Ende der echten Flatrate. Der Machtkampf ist eröffnet. Die Telekom schmeißt den Handschuh und Youtube im Hause Google (amerikanische Softpower) wird ihn annehmen uns selber Internetverbindungen anbieten.

Es ist faszinierenden, wie schnell die Geldbestrafungsmaschine in unserer Zivilisation wirkt. Sie greift wie ein Zahnrand ineinander. Längst ist bekannt, dass gerade Youtube mit seinem unglaublich großen Spektrum an politischer Meinung und Information ein Dorn im Auge so mancher politischen PR-Maschine ist. Wirklich verbieten will eine Demokratie das Portal der öffentlichen Meinungsäußerung nicht, aber die Telekom bringt den Stein des Gelds mit dieser Überlegung der Kostenumkehrung ins Rollen. Egal wie dieser Machtkampf ausgeht, der "kleine Mensch" wird der Verlierer sein.

Schon vor einem Jahr kam ich zu der Überzeugung, dass Youtube nicht mehr lange eine absolut kostenlose Spielwiese der freien Meinungsäußerung bleiben wird. In einer Demokratie, der die Lust der Bürger an der eigenen Meinung über den Kopf wächst, wird die Geldkeule ausgegraben. Das effektivste Mittel, das unsere Gesellschaft anwenden kann. Sie kann aber auch als Bumerang zurückkommen, vor allem wer die Theorie von John Forbes Nash kennt. Nash behauptet, dass verschiedene Mitbewerber nur dann reagieren, wenn sie sich einen Erfolg versprechen. Es sagt weiter, dass in diesem Kräftemessen kein wirklicher Gewinner hervorgehen kann und deshalb Mitbewerber in gleicher Sache ohne Nachteile nebeneinander existieren können. Leider vergaß er die Kapitaleinsatze für die jeweiligen Angriffe in Betracht zu ziehen und anzuerkennen, dass das Spiel auch dann verloren ist, wenn der Gegenspiel zwar noch nicht am Ziel seiner Markterweiter angekommen, aber das Kapital für die Gegenwehr nicht mehr vorhanden ist. Das kann auch feindliche Übernehme genannte werden, durch marktwirtschaftlichen Krieg. In der schlichten Argumentation eines Mathematiker gilt dies als Patt. In der Realität ist das Spiel auch im Patt verloren. Der Angreifer kann den Marktanteil des Gegners übernehmen und seine globale Präsenz durch die fehlenden Chips für den nächsten Angriff erweitern.

Sollte es zum Kräftemessen kommen, verfügt die Telekom noch den Trumpf der Netzgebühren, aber auch hier ist sie bereits schwer durch politische Entscheidungen angeschlagen. Das führt zu der Annahme, dass die Partie längst eröffnet ist. Es geht hier nicht um die Telekom, sondern über die Hoheit der Datenströme. Die Telekom zog sich, wie die Deutsch Bank, Daimler und Siemens aus dem amerikanischen Markt zurück und damit aus der Datensammelzone der USA.


Youtube als Bezahlplattform?


Eine Bezahlplattform wie Youtube, deren Server in den USA stehen bietet ganz andere Möglichkeiten für die Datensammelwut. Es können Kontodaten gesammelt werden und mit der restlichen Softpower - Twitter, Facebook und Google verknüpft werden. Sollte Youtube kostenpflichtig werden, wird sich auch die Lust an der freien Meinungsäußerung aufgrund von leeren Geldbeuteln drastisch reduzieren.

Unsere Demokratien ertragen die Emanzipation des Volkes nicht vom übergroßen Staaten. Mit den Leistungsschutzrecht, das demnächst im Bundestag ansteht, werden die Mainstream-Medien in die Lage versetzt, sich mit einer neuen Art von GEMA-Gebühr gegen Blogger und Informationsmenschen im Internet effektiv zu wehren. Nicht auszudenken was passiert, wenn die großen deutschen Verlage ebenfalls ihren globalen Anspruch verlieren und selber der Marktwirtschaft zum Opfer fallen.

Es wird nicht wie erwartet zu einer Zensur per Gesetz kommen, sondern zu einer kapitalistischen Zensur. Meinung kann sich ab diesem Zeit nur noch der leisten, der Geld zur Verfügung hat. Dieses Konzept ist bereits in der Krankenversicherung erprobt und wird ausgeweitet. Diese Form der Selektion bzw. Zensur entspricht nicht der landläufigen bösen Zensur aus den Ostblockstaaten, die sich in unsere Hirnwindungen gegraben hat. Es ist das Konzept der Resignation, mit einer Portion Versagergefühle als Sahnehaube, was zur freiwilligen sozialen Ausgrenzung führt und den Weg für die neue Unterschicht ebnet.

In dieser Welt gibt es keine Freiheit, nur für die, die sich an die Spielregeln dieser Wertegesellschaft halten - mit Werten meine ich nur die moralischen Werte, sondern vor allem die materiellen Werte, die erst unsere Moral zu dem machen was sie ist - verlogen und heuchlerisch.

Jeder der mit Moral dieses Wertesystem verändert, wird zum Bittsteller an die Reichen. Es schickt einen Appell nach dem anderen an die Oberschicht und bittet um Vernunft und Gnade. Danach schmeißen sie ein paar Heller in die Menge und erhöhen die Lebensmittelpreise. All das schöne Geld ist damit einfach in seiner Kaufkraft vernichtet.

Ebay - das kostenlose Börsenwunder

Sollte Youtube zur Bezahlplattform werden wie Ebay, wissen wir, dass der letzte Rest unserer Freiheit beendet ist. Viele der jüngeren User wissen wahrscheinlich gar nicht mehr, dass Ebay in seinen Anfangszeiten kostenlose Inserate annahm. Ebay ist sozusagen das Plagiat der deutschen Zeitung "Fundgrube". Dort hat jeder die Möglichkeit kostenlos zu inserieren. Die Zeitung finanziert sich lediglich über den Kaufpreis, den Kaufinteressenten am Kiosk zahlen.

Ebay ist ein wundervolles Beispiel der vorherrschenden Wirtschaftsheuchelei. Erst lockten sie die Kunden mit kostenlosen Inseraten, wurden von den Medien hochgejubelt und seit dem Börsengang steigen stetig die Kosten für Käufer und Verkäufer, damit die Aktionäre bedient werden können. Ebay ist mittlerweile nur noch ein Tummelplatz für kommerzielle oder halbkommerzielle Anbieten. Eine Tauschbörse bzw. der Flohmarkt im Internet war schneller zerschlagen, als aufgebaut.

Dies zeichnet sich ebenfalls bei Youtube ab. Schnell gewöhnt man sich an diese Plattform. Baut sich einen imaginären Freundeskreis auf und sieht keine Ausweichmöglichkeiten mehr, weil die nötigen Gelder dafür fehlen. Es ist die moderne Form der bewussten und freiwilligen Abhängigkeit, in die wir uns begeben. Ein Strohhalm, der vor dem Ertrinken nicht retten wird. Manch einer sieht Youtube als Einnahmequelle und verfälscht so den ursprünglichen Freiheitsgedanken, der Youtube groß machte und zum wirtschaftlichen Objekt der Begierde machte. Daher war der Verkauf von Youtube durch die Urheber ein moralischer Verrat an allen Usern und trotzdem wurden sie als moderne Tellerwäscher gefeiert, die heute Millionäre sind. So entwickelt sich jede freiheitlich gedachte Idee letztendlich zum marktwirtschaftlichen Instrument. Eine Kausalität unserer Wertegesellschaft. Ein Buch mit flammenden Idee, das viel Zuspruch erhält, macht den Autor für den Kommerz bereit und zwingt ihn genau in den Finanzstrudeln, den er bekämpfen wollte. Sie Opfer nicht nur sich, sondern all ihre Leser dem Markt. Sie begeben sich auf eine Gratwanderung, zwischen politischer Korrektheit und Rebellion. Sie müssen Maßhalten, ansonsten versiegt ihre Einnahmequelle, der kritische Leser.


In den Anfängen des Internets kostete jeder Klick Geld; jeder Chatbeitrag war ein Pfennig für den Betreiber wert. Auf diese Form des Internetes entwickeln wir uns wieder zurück, wie auch bei den Arbeitsbedingungen und den Rechten der Arbeiter. Jeder Schritt in die Zukunft ist ein Schritt zurück.

Unsere Freiheit, die wir heute so hochhalten, war lediglich erkauft, mit all den Schulden, die wir heute vor uns sehen. Wir haben und hatten nie einen Luxus oder Wohlstand, sondern nur willige Banker, die uns Geld liehen, damit sie unsere Sicherheiten abgreifen können. Die Weltbevölkerung ist arm wie eine Kirchenmaus und glaubt immer noch an einen Erlöser, der Manna vom Himmel regnen lässt.

Kommentare:

  1. "Die besondere Dynamik des kapitalistischen Wirtschaftssystems besteht darin, dass Geld und Zins miteinander verbunden werden … Rein mathematisch reißt der Zins die Menschen auseinander: diejenigen, die an der Armut zugrunde gehen, und diejenigen, die an der Zahlungsnot des Kreditnehmers immer reicher werden." - Eugen Drewermann zitiert in: „Jesus von Nazareth - Befreiung zum Frieden“

    http://www0.xup.in/exec/ximg.php?fid=18026599

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  2. Also in meinen Augen ist da im internet der Wahn ausgebrochen, keiner weiß wie es wirklich geht und wo der Zug hinfährt, aber alle wollen dick Kasse machen. Da werden sicher einige auf der Strecke bleiben, dahin ich mir fast sicher, aber warten wir ab wer am Ende wirklich versteht, was das Internet ist und wie man es nutzt und reguliert.

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Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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