Mittwoch, 18. Mai 2011

Todesstrafe: China das gefährlichste Land für Topmanager

Die Frage nach der Moral teilt sich schneller als man glaubt. Moral einzufordern ist einfacher, als sie einzuhalten - vor allem in unserer Vorgabe von Werteschöpfung. 


Das Land des Lächelns versteht keinen Spaß in Sachen Korruption, Steuerhinterziehung oder tödlicher Produktionsfehler. Auf Korruption kann die Todesstrafe ausgesprochen werden. Die Verantwortlichen im chinesischen Milchskandal wurden im November 2009 hingerichtet. Damals erkrankten viele Kleinkinder nach dem Genuss von versuchter Milch (Melamin)

Moral und Wirtschaft sind unvereinbar

In China wird der Manager nicht nur zum Entscheidungsträger, sondern zusätzlich zum Verantwortlichen. Die oberste Elite muss für ihre Entscheidungen gegenüber dem "kleinen Menschen" in allen Konsequenzen haften. Es wird nicht zwischen politischer, moralischer und juristischer Verantwortung unterteilt wie in unserem Kulturkreis. Das erklärt, warum sich TEPCO ständig und überall entschuldigt, obwohl die rechtliche Auffassung längst der westlichen Moral angepasst ist.

Unsere Marktwirtschaft ist daher mit moralischen Werten niemals in Einklang zu bringen. Jeder der in der Wirtschaft von Ethik spricht ist daher ein Heuchler. Ethik in der Wirtschaft besteht lediglich in dem Versuch, so wenige Menschen wie möglich existenziell zu schädigen und trotzdem hohe Gewinne zu erwirtschaften.

Jeder Gastwirt steht täglich vor dieser moralischen Herausforderung. Jedes Bier bedeutet Umsatz und Gewinn, mit dem er seinen Lebensunterhalt bestreitet. Einem Alkoholiker Bier zu verkaufen wird zur Moralfrage., vor allem wenn die anderen Gäste ausbleiben. Jedes Würfelspiel und jedes Dartspiel um Alkohol ist daher ein Abwägen zwischen Moral und Überlegen.



Aus diesem Gegensatz besteht unsere Marktwirtschaft und unsere gesellschaftliche Ordnung. Moral ist lediglich ein Instrument, dass die Abhängigkeit, die durch unsere Wertevorstellungen erforderlich ist, nicht zu sehr auszunutzen. Sie ist der Bremsklotz, damit sich unsere Werteordnung nicht absolut entmenschlicht. In der mathematischen Wahrheit ist dem menschlichen Wohlergehen kein Wert in Geld zugestanden worden. Das Wohlergehen des Menschen ist nur dann relevant, wenn seine Leistung für die Wirtschaft leidet. Diese Einstellung ist ein Kompromiss zwischen Menschlichkeit und Wirtschaft, wir verwechseln dieses Abwägen lediglich mit Moral.

Wäre die heutige Vorstellung von Moral der Grundsatz unseres Welthandels, gäbe es ihn gar nicht. Er wäre moralisch nicht verantwortbar.  Daher lassen sich die Missstände in dieser Welt alleine mit einer anderen Auffassung von Moral nicht ändern, wenn die Werte an den wir unser Tauschmittel bemessen die selben bleiben.

China muss daher seine Moral vom Gesetz trennen

Die chinesische Gesetzgebung ist für Manager aus zivilisierten Ländern natürlich nicht hinnehmbar. Sie wirkt gar feindlich und gefährlich. Fehlentscheidungen können schnell in der Todeszelle enden. Es entspricht schlichtweg keiner Demokratie, wenn Wirtschaftsdelikte derartig extrem bestraft. Ein Moment der Wertevorstellung, der uns allerdings keine Fragen aufwirft. Unsere Definition von GUT und BÖSE - von RICHTIG oder FALSCH ist klar - oder doch nicht?



Moral als ideologische, wirtschaftliche und politische Variable

Bestraft wird nur noch, wenn nachweislich absichtlich Leib und Leben anderer gefährdet wird. Aktiengesellschaften sind entpersonifiziert bzw. anonymisiert. Das Management übernimmt lediglich eine moralische Verantwortung, die außerhalb vom anwendbaren Gesetz liegt. Manager können daher grundsätzlich nicht persönlich für Fehlproduktionen verantwortlich gemacht werden. Der materielle Schaden wird über das Kollektiv, in dem Fall die Belegschaft und die Aktionäre, umverteilt. Das erhöht leider auch die Risikobereitschaft bei Entscheidungen, aber auch die Gewinne bzw. die Verluste.


Bei uns in Deutschland werden nur Schwerverbrecher, wie Kleindealer, Räuber und Mörder hinter Gitter gebracht. Betrügerischer Konkurs, Veruntreuung von Geldern sind dagegen die Taten von erfolgreichen, aber verwirrten Geschäftsmännern, die in keiner Weise eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen.

Topmanager der berüchtigten Banken aus der Bankenkrise erhalten sogar noch fürstliche Entlohnung, wenn sie ihren Chefsessel räumen und mittellose Kunden hinterlassen. Die Pharmaindustrie sieht in keinster Weise Handlungsbedarf, wenn Medikamente auf den Markt kommen, deren Nebenwirkungen weit über der positiven Wirkung für den Patienten liegen.

Dies wird nicht einmal mehr als Kavaliersdelikt in der Öffentlichkeit wahrgenommen, sondern einfach als Mehrkosten über die Krankenkassen auf die Allgemeinheit abgewälzt, indem Medikamente entwickelt werden, die die Nebenwirkungen dämpfen.

Lösungen in dieser ungleichen Gleichung sucht die Menschheit schon seit Jahrtausenden.

Kommentare:

  1. Bei uns können Topmanager mehr oder weniger machen was immer sie wollen. Ich würde eine härtere Gesetzgebung welche Verantwortliche zur verantwortung zieht nur begrüssen. Das macht China im prinzip besser als der Westen, obwohl die Todesstrafe wohl eher(zu) extrem ist.

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  2. Was China da macht ist vorbildlich. Wo kämen wir denn hin, wenn jemand gefährliche Chemikalien aus Profitsucht ins Milchpulver mischt und damit weiter leben darf.

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Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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