Montag, 6. Juni 2011

Energiewende: Augsburger Zeitung verweigert Berichterstattung - Verlängerung der Gundremminger Gefahrzeit bis 2017 und gar 2021

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

ich hoffe dieses Mail erreicht Sie und Euch. Denn jetzt haben wir ein doppeltes Kommunikationsproblem: Die Augsburger Allgemeine verweigert die Berichterstattung über unsere Erkenntnisse und unsere Forderungen und gmx behindert wieder Mal das Versenden von Mails mit Verteilerlisten.


  1. Aber zur Hauptsache: Die zwei Blöcke in Gundremmingen sollen ohne Haftpflichtversicherung und ohne Entsorgung noch lange weiter laufen

Nach den jetzigen Plänen der Bundesregierung und der sie tragenden Parteien soll der Atomausstieg so stattfinden:
*                     2015: Grafenrheinfeld
*                     2017: Gundremmingen B
*                     2019: Philippsburg 2
*                     2021: Grohnde, Brokdorf, Gundremmingen C
*                     2022: Isar 2, Neckarwestheim 2, Emsland
*                      
*                     3.6.11  http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,766503,00.html
Zu Recht wird der 1983 in Krümmel in Betrieb genommene Siedewasserreaktor endgültig abgeschaltet. Damit sind alle Siedewasserreaktoren (alle Reaktoren in  Fukushima sind ebenfalls Siedewasserreaktoren) Deutschlands außer Betrieb – bis auf die zwei in Gundremmingen, die 1984 ans Netz gingen.

  1. Das AKW Gundremmingen ist jetzt das gefährlichste AKW Deutschlands
n      Nirgendwo sonst laufen in Deutschland noch zwei Atomreaktoren an einem Ort. Wenn einer einen Unfall hat, kann auch das Betreten des anderen, wie Fukushima zeigt, unmöglich werden.

n      Es sind die letzten der besonders riskanten Reaktoren vom Typ Siedewasser. Sie haben nur einen Hauptkreislauf (die weniger veralteten Druckwasserreaktoren haben zwei). Die gefährlichen Abklingbecken mit verbrauchten und extrem strahlenden Spaltelementen („Brennelementen“) liegen außerhalb des Sicherheitsbehälters. Während die Spaltelemente im Betrieb durch den Reaktordruckbehälter, durch den Sicherheitsbehälter und das Reaktorgebäude eingeschlossen werden, wird die ungeheure Radioaktivität in diesen Abklingbecken nur noch durch das Reaktorgebäude abgeschirmt.  
Bei den Siedewasserreaktoren müssen zudem die Steuerstäbe von unten nach oben in den Reaktor gedrückt werden, da oben das Wasser siedet. Bei den Druckwasser­reaktoren siedet das Wasser erst im Sekundärkreislauf, und die Steuerstäbe sind oben platziert. Neben dem Steuerstabantrieb zieht dort also bei Freigabe auch die Schwerkraft die Stäbe in den Reaktor.

n      Nirgendwo sonst in Deutschland wird so viel Radioaktivität verwahrt wie in Gundremmingen. In jedem der zwei Abklingbecken befinden sich über 2.000 (!!) verbrauchte und dadurch extrem strahlende Spaltelemente. Im Zwischenlager stehen bereits mindestens 31 Castoren mit je 52 verbrauchten Spaltelementen.

n      Im AKW Gundremmingen werden mit Erlaubnis der Bayerischen Staatsregierung besonders riskante WAU-Spaltelemente (wiederaufbereitetes Uran) und MOX-Spaltelemente (Mischoxid aus Uran- und Plutoniumoxid) eingesetzt. Meistens setzt man diese Risiko-Spaltelemente nur in Druckwasserreaktoren mit ihren zwei Kreisläufen ein. Nirgendwo auf unserer Erde werden in Siedewasserreaktoren so viele dieser riskanten Geräte eingesetzt wie in Gundremmingen. Diese werden zum Teil in Russland hergestellt. Erinnern Sie sich noch, dass es vor 25 Jahren nach der Tschernobylkatastrophe hieß, man solle doch bitte bedenken, dass dieser Unfall wohl auf die unsichere russische Technik zurückzuführen sei. Im Jahr 2010 waren vier Spaltelemente in Gundremmingen undicht. 3 MOX-SE und 1 WAU-SE. Die Augsburger Allgemeine, deren Geschäftsführer stellvertretender Beiratsvorsitzender der LEW ist, verweigert dies zu berichten.

  1. Das Umweltbundesamt sagt, Ausstieg ist bis 2017 machbar
Allerdings muss dann endlich auch in Bayern die Windkraft genutzt werden und darf die Photovoltaik nicht abgewürgt werden. Und es muss mit der Energieeffizienz ernst gemacht werden. Dafür braucht es ein Energieeffizienzgesetz mit dem die Kraft-Wärme-Kopplung wie auch der Einsatz sparsamer Geräte in Industrie und Privathaushalten energisch voran gebracht wird.

  1. Wer trifft die politischen Entscheidungen?
Die Regeln für den Betrieb von Atomkraftwerken stehen im Atomgesetz. Vor einem halben Jahr haben CSU.CDU.FDP es geändert, um eine längere Laufzeit – eigentlich ist es eine GEFAHRZEIT – zu erlauben. Jetzt soll das Atomgesetz wieder geändert werden.
Zeitplan:
n      Anhörung im Umweltausschuss des Bundestages am Mittwoch, 8. Juni
n      1. Lesung im Bundestag am Freitag, 17. Juni
n      2. + 3. Lesung im Bundestag am Donnerstag, 30. Juni
n      Bundesrat am 8. Juli
Wie werden unsere schwäbischen Bundestagsabgeordneten entscheiden?
Bei der Beratung und Entscheidung im Bundestag ist es schon fast zu spät. Werden jetzt unsere Abgeordneten, sowohl die der Regierungsparteien CSU.CDU.FDP wie die der atomgegnerischen SPD, Linken und Grünen tätig, um den Ausstieg wenigstens so schnell zu machen, wie es das Umweltbundesamt für möglich und sinnvoll hält?
Morgen Abend werden auf Einladung unseres FORUMS wir mit den atomgegnerischen Parteien SPD, Linke, GRÜNE, Freie Wähler, ÖDP und Piratenpartei sowie dem Bund Naturschutz  im Schwabenenergierat diskutieren. Wir als Bürgerinitiative sind der Meinung, dass wegen der großen Gefahren, wegen der Krebserkrankungen und wegen des schrecklichen Atommüllproblems das AKW Gundremmingen schnellstmöglich abgeschaltet werden muß. Vielleicht verständigen wir uns noch auf eine Jahreszahl und sagen, schnellstmöglich, spätestens bis 20xx, um auch möglichst viele Bürgerinnen und Bürger hinter unsere Forderung zu bekommen.

Wenn es mal mit den Mails nicht klappt, stehen aktuelle Informationen auch auf unserer Homepage (Danke Thomas!):
Ich habe auch viele Infoblätter aktualisiert. Sie werden demnächst auch auf unserer Homepage stehen. Auf Wunsch, sende ich sie Ihnen und Euch gerne zu.

Übrigens: Den Kampf für den Atomausstieg und den Klimaschutz kann man auch per Leserbriefe unterstützen.


Herzliche Grüße!


Raimund Kamm  (Vorstand)
FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager
und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.
Augsburg - Dillingen - Günzburg - Heidenheim - Ulm
Konto des FORUM e.V.:    Kt-Nr.: 2 11 99
Raiffeisenbank Aschberg  BLZ 72 069 113

pr. Luitpoldstraße 26, 86157 Augsburg
T.0821 - 54 19 36       Kamm(ät)gmx.de 

Schluss mit Atom - wir kaufen nicht bei RWE + LEW den Strom

1 Kommentar:

  1. Mal abgesehen von der fehlenden Haftpflicht und Atomkraft überhaupt!
    Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass mit dem Saftladen GMX noch einer arbeitet!

    GMX ist UI, und wer dahintersteckt ist doch wohl allen bekannt?!

    AntwortenLöschen

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Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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