Freitag, 9. November 2012

Politik: Die hohe Kunst der Menschenverachtung nennt sich Ökonomie

Ganz früh am Morgen, des 9. Nov. 2012,  beschlossen CDU und FDP den Bundesetat für 2013. "Nur" 17,1 Mrd. Euro neue Schulden sind geplant. Teuer erkauftes Schuldengeld. Um welche Privatisierung (Pfand) dafür eingelöst werden muss, geht aus den Medienberichten natürlich nicht hervor. 

Deutschland macht bereits den Griechen, bevor der europäische Gerichtsvollzieher (Troika - deshalb wohl das russische Wort - es klingt so antidemokratisch - eben kommunistisch) in der Tür steht. So ist das letzte Tafelsilber bereits weg, bevor es mit der Schuldenbremse (Fiscal Cliff in den USA) unter den Hammer der Ökonomiemoral kommt. 


Vermutlich steht auf dem Privatisierungsplan Deutschlands, die Bahn für 2013 und eventuell sogar die Commerzbank, mit ihrem minimalen Börsenwert und den sogenannten toxischen Papieren.(Diese Begrifflichkeit ist längst wieder aus dem Redeschwall der Medien gestrichen - es ist abgenutzt wie ein alter Schuh).  Vielleicht werden sogar die sogenannten Bad Banks plötzlich zu Milliarden-Fundgruben von Wolfgang Schäuble. Bereits im Jahr 2011 kam es zu einem genialen Rechenfehler in der HRE Bad Bank. Plötzlich gab es 55,5 Mrd. Euro Guthaben, wo vorher Verluste waren. Das brachte die deutsche Schuldenuhr kurzfristig zum Stillstand. Des es sich auch lediglich um eine Bilanzierung von angenommen Werten handelt, offenbart sich der tatsächliche Marktwert er, wenn er verkauft wird.So glaubte sich schon so manch glücklicher Briefmarkensammler reich, aber es fand sich leider kein Käufer der den Michelpreis bezahlt.

Kunst und Gold sind relativ, so kostete am 31.12.1923 eine Feinunze Gold 100 Billionen Mark. Mieteinnahmen waren bis zu 51% besteuert. So träumt der kleine Mensch natürlich von seiner eigenen kleinen Goldanlage. Doch diese bereits vervespert, bevor die Krise bzw. die Inflation zu Ende ist. Das zeigen die sogenannten Hamsterkäufe nach den Kriegen. Da ging mal schnell der goldene Ehering für ein paar Kartoffeln an den Bauern oder gar der Perserteppich und nach einer Woche war man wieder hungrig. Allerdings gab es dann nichts mehr zum Eintauschen gegen Kartoffeln. ...


Glück ist da, wo die Zukunft beginnt, die man selber nicht mehr erlebt

Ein echter Optimist, lebe nicht in der Gegenwart, sondern versetztet sich einfach in die Zeit von 2060. Auf dieses Szenario zielen sämtliche Zukunftsstudien unserer Regierunger ab. Die demographische Welle der Alten ist längst gestorben. Die Altersarmut gehört zur gglorreichen Geschichte eines neuen, aufstrebenden Landes in der Weltökonomie. Deutschland ist entvölkert und die Wirtschaft am Tiefpunkt angekommen. Es kann nur noch aufwärts gehen. Genau an diesem Punkt der Zukunft, ist der Treffpunkt aller Optimisten und der Ausgangs- und Zielpunkt jeder ökonomischen Überlegung. Die nahe Zukunft ist längst abgewickelt und muss durchlebt werden. Wer glücklich sein will, ist längst im Jahre 2060 und plant für die Zukunft seiner Urenkel, die schuldenfrei durch eine Bankrotterklärung der Welt ins nächste Desaster aufbrechen werden. 

Doch zurück in die Gegenwart. Die Vorzeichen der nahen Zukunft, die es zu überwinden gilt, um 50 oder 60 Jahr noch existieren zu können. In Griechenland liegt momentan die Arbeitslosenrate bei 25 % und die Jugendarbeitslosigkeit bei sagenhaften 68 %. Wobei man anmerken muss, dass viele Griechen einen Hochschulabschluss haben, wie auch in Portugal oder Spanien. Auch in der deutschen Industrie ist man mittlerweile auf eine sehr ungesunde Arbeitsquote gekommen. Auf einen Arbeiter kommen mindestens 20 Administratoren mit Hochschulabschluss. Aus diesem Grunde wird sich die nächste Entlassungswelle nicht mehr auf die Fabrikhallen beschränken lassen. Das 2008 bezahlte Kurzarbeitergeld kann der Staat nicht mehr aufbringen. So fangen bereits die Großen - Siemens, Banken und Daimler - mit zaghaften und angeblich "sozial verträglichen" Entlassungen an.

Während in China noch eine Verdoppelung der Einkommen in den nächsten Jahren in Aussicht gestellt wird, geht man in Deutschland zur chinesischen Moral über. "Jeder Einzelne muss sich für die Gemeinschaft aufopfern; weniger Verdienen und mehr spenden." So wird aus der Freiheit, die sich als Demokratie sieht ein freiwilliger Kommunismus, der der nicht als Diktat empfunden wird, außer man sieht es an anderen. Ganze Gesellschaften erliegen dem Stockholmsyndrom, selbst der ehrenhaft geglaubte Rechtsstaat. Der allerdings nur die primitiven Regeln der Ökonomie befolgt, wie ein Richter, der eine Mundraub als Diebstahl bestraft. So verhungert der anständige Mensch heute lieber, als dass er sich selber zum Dieb macht. So weit sind wir mit unserer Moral gekommen. Sie bringt uns so weit, das eigenen Leben als Strafe zu empfinden. Nur der Optimist kann daraus Kraft schöpfen, denn er lebt nach dem Leben weiter und wird Leid nach dem Leben im ökonomischen Himmel der Nachwelt mit Reichtum belohnt. So bekam der "Fährmann des Todes" sogar noch ein Geldlohn und der Keltenkönig seinen golden Becher mit in Grab.

Die Privatisierung des Staates - die Traumtänzer der goldenen Zukunft

Wer staatliche Unternehmen oder Beteiligen verkauft, verkauft Arbeitsplätze und Volkseinkommen, das gekürzt oder weg rationalisiert wird.Beamte werden so zu billigen Bürokräften oder Sonderstatus. Das beste Beispiel ist Griechenland. Wer also Griechenland heute das Sparen verordnet und Kürzungen verlangt, schafft sich so die eigenen, unmenschlichen Bedingungen für die Zukunft, die der oben beschriebene Pessimist längst hinter sich gelassen hat, indem er sich ins Jahr 2060 denkt. 

Aus diesem Grund kommt die Menschheit auch nicht weiter, weil sie alle unangenehmen Vorkommnisse einfach verdrängt und voller Hoffnung sich eine imaginäre Zukunft schafft, die von der Masse nicht mehr erlebt wird. Das bevorstehende Elend wird so zur Pflichtkür und gibt vielen die Argumentation in die Hand, den Blick davon angewidert abzuwenden. Das ist wohl die höchste Tugend, die Massen in Krisensituationen entwickeln können. Sie machen ihr Elend zur eigenen Schuld und fungieren gleichzeitig als eigenes Strafgericht. "Nur lange genug durchhalten! Länger als der andere ... dann wir wieder alles gut!"

Bei all dieser Krisenbewältigung fällt es nicht auf, das Demokratie, Diktatur und Sozialismus sich immer nur innerhalb der gängigen Marktregeln verhalten. Ihr Phantasie besteht darin, diese eventuell zu erweitern oder einzuschränken, aber das eigentliche Elend, der Profitzwang, wird nicht als Lüge, sondern als tiefe, innere, natürliche Wahrheit empfunden. Dies es gilt als Kultur und Lebensinhalt für die Menschheit zu bewahren.


Die hohe Kunst der Menschenverachtung nennt sich Ökonomie

Aus diesem Grund wird die Menschheit auch in 1000 Jahren noch zwischen Elend und Reichtum wandeln. Aristoteles schrieb: "Das Ziel der Ökonomie ist der Reichtum" - und kommt zu Schluss, dass die Ökonomie die hohe Kunst sei, der sich alles unterwirft. Für ihr war dies keine Widerspruch zum Leben, denn für einen alten Griechen existieren in seiner ökonomischen Rechenkunst der Sklave nicht. Er war eine Gabe der Natur.

So versucht der angeblich heute moderne Mensch immer noch die Quadratur des Kreises unter der Prämisse der Ökonomie, wie der alte Grieche, weil eine Ökonomie nie das Ziel hat, alle reich zu machen. Dies unangenehme Wahrheit unserer Lebensphilosophie hat den Menschen allerdings noch nie so weit in seinem Geiste gebracht, dass die Ökonomie - wie bei Aristoteles beschrieben - als Kunst zu betrachten und daher als Lebensphilosophie aus Mangel an Natürlichkeit gegenüber der gesamten Menschheit zu verwerfen.

Dagegen hängt die Menschheit heute noch an den Lippen der alten Lügner und Dekadenzlebewesen der Antike, die sich als Vollendung der Menschheit betrachteten, weil sie sich aufgrund ihrer künstlichen, geistigen Entwicklung so weit brachten, dass sie andere Menschen nicht mehr als solche ansahen.

Die christliche Kultur war immer bemüht den Sklaven ins Blickfeld der Dekadenz zu stellen und verursachte so das heutige Mitleidsgehabe mit sich selbst. ... Sie schuf die Kultur des Teilens und des Schenkens - wobei es einfacher gewesen wäre die Ökonomie in die Welt der Kunst zu verbannen und sich den eigentlichen, wichtigen Dingen des Lebens zu widmen.

Wer sich als Armer durch die Ökonomie, in die Abhängigkeit des Zielstrebens nach Reichtum begibt, ist bereits der nächste Verlieren im zyklischen Tausch der Gesellschaftsrollen, der meist mit Revolutionen und blutigen Aufständen einhergeht. So besteht die Kunst der Ökonomie sich an der Spitze zu halten, auch wenn sich die Gesellschaft von unten nach oben wälzt. So kommt so mancher auf die Idee, sich arm zu rechnen, um beim späteren Aufstieg der Armen an vorderster Front beteiligt zu sein.

Die Schlechtigkeit des Menschen unter der Logik der Ökonomie gilt heute als Intelligenz, doch in Wahrheit ist es die hohe antike Kunst, den Menschen zu verachten. Voltaire schloss ein Briefe immer mit den Worten: -"Ecrasez l'infame!"-  (zermalmt die Niederträchtigen) - doch sollte jeder, der diese Worte in Mund nimmt zu erst überlegen, ob er nicht selbst bereits ein Niederträchtiger ist, wenn er sich diese Worte zu Dienste macht.



Video aus dem Jahre 2010

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